Forum: Karriere
Klinikärzte vor dem Zusammenbruch: "Sechs Wochen Pause, so ein Glück"
Heike Richter

Wochenenddienste, kaum Zeit für Patienten und jede Menge unbezahlte Überstunden: Drei Klinikärzte erzählen von ihrem Arbeitsalltag - und warum sie froh sind, wenn sie selbst krank werden.

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amidala88 12.04.2019, 19:24
80. Unglaublich

Es ist wirklich unglaublich, was hier manche absondern, obwohl sie scheinbar keine Ahnung haben, wie es wirklich ist. Und dass ein Assistenzarzt 80000.- pro Jahr verdient - da wüsste ich gern mal wo... also ich arbeite im vierten Weiterbildungsjahr in einem kommunalen Haus und komme da nicht annähernd ran.. also besser mal
informieren, bevor man hier solch einen blödsinn schreibt

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kuschl 12.04.2019, 21:00
81. Daran müssen Sie sich gewöhnen

Zitat von amidala88
Es ist wirklich unglaublich, was hier manche absondern, obwohl sie scheinbar keine Ahnung haben, wie es wirklich ist. Und dass ein Assistenzarzt 80000.- pro Jahr verdient - da wüsste ich gern mal wo... also ich arbeite im vierten Weiterbildungsjahr in einem kommunalen Haus und komme da nicht annähernd ran.. also besser mal informieren, bevor man hier solch einen blödsinn schreibt
Sie werden sich als Ärztin noch daran gewöhnen müssen, daß Sie immer wieder Opfer einer kleinen deutschen Neidgesellschaft werden, die Sie immer wieder als Bestverdiener ohne große Verantwortung und mit elitärem Dünkel darstellen wird. Das Klischee gilt für einige Berufe. Ihre Verantwortung und die Arbeitsbelastung möchten die Kritiker in der Regel aber nicht übernehmen. Wenn die allerdings mal bei Ihnen auf dem Tisch liegen, dann müssen Sie die beste Koryphäe sein. Als Kind armer Eltern, war mir früher der Spott, später durch Disziplin, Arbeit und einer von wenigen Experten mit einem Einkommen im letzten Prozentbereich war und ist mir der Neid gewiss geworden. Betrachten Sie es als eine Art Anerkennung von denen, die nicht anders können. Freundliche Grüße.

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berxwedan62 13.04.2019, 02:08
82. So ein Dünnschiss hier...

@gatoalforno
So ein Dünnschiss wie von Ihnen habe ich schon lange nicht gelesen.
1) Es gab Zeiten bei denen ein fertiger Arzt weniger als eine Krankenschwester verdient hat! Im AiP grad mal 800-900 Euro, als das AiP zu recht abgeschafft wurde, wurden die Dienshabenden in unserem Krankenhaus von 3 in der Inneren auf einen reduziert.
2)Ich kenne kaum einen Arzt der freiwillig Dienste macht, gerade diese sind weder gut bezahlt, noch gerade ein Vergnügen.
Allein in meinem alten Krankenhaus musste ich 4 internistsche Station, samt 20 Telemetrieen noch die Notaufnahme, weiterhin die Neurologische Station und neurologischen Notfälle mitversorgen und das als One Man Show.
3)Gerade die erfahrenen Kollegen mussten bei uns zu denen gehörte ich leider auch, die Intensivstation mit 20 Betten, sowie die IMc mit 10 Gesamtbetten versorgen. Der Pool bestand aus 5-6 Ärzten die 30-31 Tage a 24h abdecken mussten. Sie können sich da gerne vorstellen wie häufig man Dienst hatte und wie viel Wochenenden und wer meint das ist ein Zuckerschlecken, kann gerne ZVK'S, Reas, Beatmungen und co selber durchführen.
4) Als ich 2010 anfing lag mein Grundgehalt bei 3700 Euro!! bei 40h/pro Woche Grundarbeitszeit!
5) Bei Daimler verdient man am Band für 35 -38h Woche mehr! Mein Vater macht sich wohl nicht umsonst häufig lustig und sagt du bist blöd!
6) Jeder Makler verdient da deutlich mehr.
7) Die Verdichtung der Arbeit hat zugenommen.
Vor 20 Jahren waren es 1.9 Millionen Fälle, jetzt sind es 19.8 Millionen stationäre Fälle mit steugender Tendenz, gleichzeitig aber weniger Personal, kürzere Verweildauern und technisch mehr Untersuchungs/Behandlungs und Diagnostik Möglichkeiten bei immer mehr steigender Verwaltung von Aufklarungen bis hin die Aufklärungen kopieren müssen und so weiter. Alles ja nur eine Sache von 5 Minuten nur dass sich die 5 Minuten summieren.
8) Wer hat Lust an Feiertagen, Sonn- und Samstagen stänig zu arbeiten, jedes Weihnachten und Sylvester?
9) in meiner Alten Klinik ging es ja uns noch relativ gut, Wochendienst fing um 19 Uhr an ging bis 8 Uhr 30 morgens, dann 1 Stunde heim schlafen 16 Uhr aufstehen , etwas essen duschen und ab in die Klinik. Gleichzeitig wurden 8 Stunden Arbeitszeit wieder abegezogen, da man ja seinen regulären 8 Stunden Tag nicht arbeitete. Von wegen man bessert sich damit das Gehalt auf. Am Wochenende Beginn 7 Uhr morgens bis 20 Uhr 30 gelegentlich auch 22 Uhr. Da mach ich lieber einen KV Dienst arbeite gechillter und verdiene wenigstens etwas Geld, also von wegen die Ärzte nachen es um sich das Gehalt aufzubessern, da gibt es einiges was man machen kann ohne diesen Bullshit machen zu müssen.
10)Mein KFZler verdient für Glühbirnenwechsel 20 Euro, ein Arzt bei Privatpatient ambulant grad mal 20-40 Euro je nachdem ob er die Ziffer 1 oder 3 und eine Untersuchungsziffer abrechnet, bei den gesetzlich versicherten gibt es die Dauerflat bereits ab 13 Euro, wer es nicht Glaubt EBM auf der Seite der KV eingeben und Ziffer 03000, alstersgestaffelt ab 13 Euro!

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berxwedan62 13.04.2019, 02:21
83. Dünschiss die 2te

Ich kenne keinen Fall wo die Pflegekraft vor dem Kadi kam, weil etwas offensichtlich schief lief, aber der Arzt, selbst für die falsche Medikation. Die Fälle wo die Pflegekraft vor dem Kadi gelandet sind, sind solche, wo die Pflegekraft, wie z.B. der Fall auf der Intensivstation offensichtlich den Patienten versucht hat umzubrjngen. Lol soviel. Ich hab keinen Angehörigen erlebt , der gegen die Pflegekraft vor Gericht gegangen ist aber gegen die Ärzte schon. Muss ja nur ein Angegöriger Strafanzeuge erstatten, dann trifft es eben nicht die Plfegekraft sondern den behandelnden Arzt ist so und war immer so!

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berxwedan62 13.04.2019, 02:32
84.

@Fovea wie viel Unikkiniken kennen sie den?
Wissen sie den das es nicht mal soviele Unikliniken wie Städte in Deutschland gibt? Selbst wenn wir alle größeren Städte ab 100 Tausend Einwihner nehmen?

@Forenschreiber der Vom Chefarzt um 8 Uhr ein einbestellt wird, offensichtlich sind sie Pivatpatient, dass sie kein Bett um 8 Uhr haben liegt daran das 100 %Prozent Betten vorhanden sind aber gleichzeitug die Bettenauslastung 150% beträgt, ergo mehr Patienten als Betten, da müssen sie eben auf ein frei werdendes Bett warten und dies ergibt sich nur wenn ein Patient geht! So einfach ist die Rechnung. In meiner akten Klinik waren alle Freien Betten über nacht gefühlt, wochenlang, aussenlieger und 3 mal die Woche in der Kardio Routineeinbestelkungen wie sie und in der Gastroenterologie tgl 5-10 Einbestellungen die am nächsten Tag es gehen mussten, eh wenn über nacht alle Betten belegt sind und sie am morgen kommen erwarten sie ein leeres Bett vorzufinden?

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berxwedan62 13.04.2019, 02:37
85. Was haben sie den geraucht

@Fovea was haben sie den geraucht, ich will auch von dem Zeug. Sie haben keine Ahnung, also lassen sie es etwas zu kommentieren wovon sie keine Ahnung haben. Gerade im Bereitschaftsdienst kann man in der Theorie schlafen, wenn aber der Rettungsdienst und solche Menschen wie sie in 15 Minzten takt wegen Männerschnupfen ins Krankenhaus kommen kann der Arzt nicht schlafen und glauben sie mir ich bin sehr gut organisiert und konnte nie schlafen und angenommen ich bin schlecht organisiert sind es 99% aller Arzte? Dann machen sie doch die Arbeit, soll sie doch der Rettubgsdienst retten! Ich hoffe das sie nie echte ärztliche Behandkung brauchen und wenn ja behandeln sie sich selbst und schiebeb sich den Herzkatheter selber ins Herz oder wo auch immer sie meinen, dass es hin muss!

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Vanagas 13.04.2019, 06:25
86. Mit Ärzten können Sie nicht diskutieren!

Wie man auch an den meisten Kommentaren hier sieht, mit Ärzten können Sie nicht über Ihr exorbitantes Geld reden. Denn Sie sind immer chronisch unterbezahlt und werden selbstredend daher ausgebeutet. Das dieses auf einem Top- Gehaltsniveau, daß seines Gleichen in Deutschland sucht, passiert darf man natürlich nicht anführen. Sofort hat man eine Phalanx an hungerleidenen und sich totarbeitenden Medizinern an der Hacke, die sich nicht zu schade sind sich durch krude Vergleiche mit Schichtarbeitern in der Automobilindustrie zu vergleichen. Das der Meister bei Mercedes seine 60.000€/a mit drei Kindern nach 30 Jahren Schichtarbeit hat fällt leider aus der Diskussion. Während Gehälter von 50.000-60.000€/a bei Ärzten Einstiegsgehälter sind( mit Abstand die besten Einstiegsgehälter für Akademiker in Deutschland übrigens). Muss man ja bei der Diskussion nicht erwähnen. Anschließend gehen die Arztgehälter zuverlässig Richtung Norden durch die Decke. Ärzte verdienen in Deutschland angemessen gut der Arbeit und Verantwortung im Beruf. Die Berufsaussichten und Karrierechancen fabelhaft. Und trotzdem reicht es Ärzten nie! Kein anderer Berufstand hat eine derartige reflexhafte „Jammerkultur“ entwickelt und auch verinnerlicht. Etwas Demut stände an!

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apfeldroid 13.04.2019, 08:00
87.

24h-Schichten bringen mehr Planbarkeit UND Gehalt, die Ärzte sind schwach organisiert. Es gibt zu viele Ärzte

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AvD 13.04.2019, 08:45
88. Generation Y im Krankenhaus

Ich habe als AA im KH 5-6 Dienste pro Monat gemacht und arbeite jetzt als Hausärztliche Internistin ca 55+ Stunden pro Woche. So what? Es ist einer der interessantesten Berufe der Welt, jeder Tag ist anders und gelangweilt habe ich mich noch nie. OK, auf die ca. 4h Bürokratie am Tag könnte ich verzichten, ein Arzneimittelregress über 35 000 €, der zur Zeit vor dem Sozialgericht anhängig ist, weil wir in einem Jahr eine wahre Flut von tiefen, teuer zu versorgenden komplizierten Wunden hatten und gleichzeitig der -Schimpfwort aussuchen- von Lungenfacharzt vor Ort sich geweigert hat, die von ihm empfohlenen Medikamente den Patienten auch zu verschreiben,die dann zusätzlich zu meiner eigenen Medikation alle in meinem Budget landeten, hat mir eine Weile den Spaß an diesem Beruf etwas verdorben.
Aber wer Arzt wird, zählt zu den Verantwortungsträgern in dieser Gesellschaft, er genießt normalerweise hohen Respekt und die Dankbarkeit die einem entgegengebracht wird, erhält man sonst in fast keinem anderen Beruf (gesetzt man macht seine Sache menschlich und fachlich ordentlich). Das gibt´s nicht zum Nulltarif.
Die Generation Y, die jetzt als AA die Krankenhäuser besiedelt, ist mMn nie erwachsen geworden. Sie wurde von den Eltern derart verhätschelt, dass sie unter dem kleinsten Druck zusammenbrechen. Generationen von Ärzten haben ganz ohne Arbeitszeitgesetz deutlich mehr Stunden gearbeitet und die meisten sind tatsächlich trotzdem alt geworden und viele arbeiten über das 65LJ hinaus, weil es ihnen solchen Spaß macht. Meine Arbeit ist so interessant, dass sie für mich Vergnügen ist. In der Freizeit am Handy daddeln und Youtube-Videos schauen oder was die Generation Y sonst so gerne macht, kommt da nicht dran hin. Liebe aktuell 30jährige: das Leben ist kein Freizeitpark, sondern tatsächlich Arbeit! (tief durchatmen, Kollegen dazurufen, falls akuter Schock droht). Schaut Euch mal auf der Welt um, 80% der Menschheit würde mit Euren Sorgen liebend gerne tauschen!
Und zu dem Facharzt, der bei einem Vollzeitjob mit < 2000€ monatlich nach Hause geht, kann ich nur sagen:LOLZ! Da ist irgendwas schiefgelaufen. Mal in der Verwaltung nachgefragt, ob er durch einen Bearbeitungsfehler aus Versehen als Putzstelle eingruppiert wurde??

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Einhorn 13.04.2019, 08:47
89. Warum wehrt sich niemand?

Bis heute hält die IG-Metall die 35-Stunden-Woche, dereinst überlebenswichtig für die Menschen am Hochofen, bis heute ein Luxus für Menschen an Schreibtischen. Und die Ärzte haben weniger Macht als ein Arbeiter am Band? Das kann man mir nicht erzählen.

Was genau ein Oberarzt oder Chefarzt verdient ist mir gelinde gesagt wurscht, aber wenn er nicht dafür sorgt, dass der junge Arzt, der mich dann irgendwann behandelt, fit und leistungsfähig ist, ist es aus meiner Sicht zu viel.

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