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Konflikt im Job: Soll ich den Kollegen verraten, weil er einen Fehler gemacht hat?
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Es ist ein Dilemma: Der Kollege hat sich einen Fehler geleistet, der ihn seinen Job kosten könnte. Im Team hat das jemand beobachtet. Was tun - den Kollegen beim Chef anschwärzen oder ihn schützen? Ein Experte hilft.

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ford_mustang 22.03.2019, 06:40
1. Die angegebenen Beispiele. ..

sind sehr typisch. Jeder denkt über andere, sie arbeiten zu wenig. Da entwickelt sich schnell eine Gruppendynamik. Um das korrekt einzuschätzen gibt es ja die Vorgesetzten. Die haben Einblick in andere Tabellen und können das dann auch bewerten. Ansonsten ist das ein subjektiver Eindruck. In einer Gruppe deren Leben nur aus Arbeit besteht ist jemand der korrekt Feierabend macht schon verdächtig. Quantität heißt noch nicht Qualität.

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pamhalpert 22.03.2019, 06:40
2. welche fehlerkultur....

Welche gesunde Fehlerkultur lässt denn zu, dass ein Mitarbeiter für einen Fehler entlassen wird? Da kränkelt das System doch schon ganz grundlegend. Es sieht sicherlich anders aus, wenn ein Mitarbeiter dauerhaft schludert aber ein ehrlicher Fehler, der vielleicht sogar unter Stress und Druck entstanden ist, sollte bei einer gesunden Fehlerkultur nie dazu führen, dass man entlassen wird. Ganz im Gegenteil, die Organisation sollte das als Chance begreifen, die Fehlerursachen zu beseitigen, damit das nicht wieder passieren kann. Jeder Fehler ist eine Chance, dazuzulernen. Wer solche Fehlerkulturen implementiert und lebt, wird nie das Problem haben, das Mitarbeiter Fehler vertuschen, sondern darauf aufmerksam machen.

Aber der Fisch stinkt bekanntermaßen vom Kopf her und gesunde Fehlerkulturen sucht man in deutschen Unternehmen leider oft umsonst.

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apfeldroid 22.03.2019, 06:46
3.

Ein abstrakter Fehler mündet in einen typischen Psychogedöns ohne triftige Aussage - wie immer...

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spon_7302413 22.03.2019, 07:02
4. Gewichtung

Mir fiel bei der Lektüre die eigenwillige Priorisierung auf. Die erste Frage sollte die nach der Schwere des Fehlers und des Grads des Verschuldens sein, vieles klärt sich danach bereits durch ein simples Entscheidungsmodell. Erst wenn klar ist, dass der Fehler erhebliche Auswirkungen haben kann, oder sicher haben wird, ist es in der Praxis überhaupt nötig, sich mit der Frage zu befassen, ob es eine durch den Betroffenen (Zeugen) initiierte Maßnahme überhaupt braucht.

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mswr 22.03.2019, 07:13
5. (...) bevor sie sich selbst strafbar machen

Wie soll sich die Person denn durch Unterlassen strafbar machen?

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imlattig 22.03.2019, 07:30
6. natuerlich...

schwErzt man seinen kollegen inn nicht an wenn der chef einen fehler macht, passiert in aller regel auch nichts, ausser es wird ein anderer schuldiger ge gesucht.

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Hans-Dampf 22.03.2019, 07:32
7.

Wenn, wir in Teaser beschrieben wird, ein Fehler eines Kollegen ihm seinen Kopf kosten kann, wird der Fehler wohl immens sein. Solche Fehler gehören nicht unter den Teppich gekehrt, weil sie eine ganze Unternehmung gefährden können. Allein aus Selbsterhaltungstrieb sollte man solches Fehlverhalten melden - wenn man dieses Fehlverhalten auch belegen kann. So etwas ist kein Gesprächsthema in einer fröhlichen Pfefferminztee-Runde. Der Vorgesetzte bzw. die Ebene(n) darüber haben dann zu entscheiden, was getan wird.
Wohlgemerkt meine ich hier wirklich schlimme Fehler in der Intensität wie Betrug, Veruntreuung, Diebstahl, Körperverletzung usw. und nicht das Mitgehen lassen eines Kugelschreibers.

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fatherted98 22.03.2019, 07:38
8. Kommt...

...auf den Fehler an. Wenn der Fehler an die Substanz geht und das Unternehmen oder den eigenen Arbeitsplatz gefährdet....oder gar auf einen selbst zurückfallen könnte....klare Sache: Melden.
Vorher mit dem Kollegen sprechen und ihn auffordern offen mit dem Chef zu reden.....wenn er nicht mitmacht....selbst melden.
Wenn es aber nicht so substanziell ist, einen selbst nicht betrifft.....egal....Leben und Leben lassen....schließlich sind die Chefs dafür da so was selbst rauszufinden....und da die meisten eh schon innerlich gekündigt haben, ob der miesen Behandlung durch die Vorgesetzten, sollte man die Klappe halten.

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m-zmann 22.03.2019, 07:46
9. Haben Sie ganz konkrete persönliche Nachteile?

Also kein "könnte", "möglicherweise" oder "naja, das Betriebsergebnis" - sondern direkt (!)? Dann gilt es, das Fehlverhalten des Kollegen abzustellen und den Schaden zu minnimieren. Nötigenfalls sogar über Vorgesetzte. Liegt möglicherweise eine echte Straftat vor? - Dann ab zur Polizei und (natürlich unter Angabe der eigenen Personalien!) anzeigen.

Sonst gilt der Fallersleben: "Der größte Lump im Ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant". Falls es Ihnen also etwas bring oder ein tiefes inneres Bedürfnis ist, eine nicht via Stechkare abgerechnete Raucherpause, privates surfen während der Arbeitszeit oder ähnliche Fehler dem Chef zu hinterbringen - nur zu. Aber nicht wundern oder über "Mobbing" jammern, wenn alle anderen KollegInnen Sie dann meiden ...

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