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Konflikt im Job: Soll ich den Kollegen verraten, weil er einen Fehler gemacht hat?
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Es ist ein Dilemma: Der Kollege hat sich einen Fehler geleistet, der ihn seinen Job kosten könnte. Im Team hat das jemand beobachtet. Was tun - den Kollegen beim Chef anschwärzen oder ihn schützen? Ein Experte hilft.

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Cascara LF 22.03.2019, 09:22
20. Straftat?

Zitat von Hans-Dampf
Ich wiederhole aus dem Teaser: Der Kollege hat sich einen Fehler geleistet, der ihn seinen Job kosten könnte. Wenn ein Fehler geschah, der den Job kosten kann, wird der Fehler wohl nicht darin begründet sein, die Mittagspause überzogen zu haben oder in der Reisekostenabrechnung seine Abwesenheit länger angegeben zu haben. Wenn ein Fehler den Job kosten kann, redet man von (schweren) Straftaten und die gehören dem Vorgesetzten gemeldet und werden nicht im persönlichen Dialog mit dem Schuldigen aus der Welt geschafft.
Zwischen einen Fehler gemacht, der den Job kosten kann und einer Straftat sind aber noch Welten. Man kann ganz einfach gegen Firmenrichtlinien verstossen, das muß dann noch lange keine Straftat sein, um entlassen zu werden.

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Cascara LF 22.03.2019, 09:28
21. Was für ein Blödsinn

Was soll dieses Szenario? Keine konkreten Angeben, nur eine oberflächliche Umschreibung eines sehr vagen Sachverhalts. Was für ein Fehler, wie oft bereits vorher, welche Auswirkungen hat dieser Fehler für das Unternehmen, für Kunden, mitarbeiter etc.? Nichts, gar nichts davon. Also nur wieder Blödsinn.
Darauf zu antworten wie im Artikel geschehen ist schon eine große Meisterleistung. Man hätte auch sagen können: Ich weiß was, verrats dir aber nicht. Soll ich petzen gehen?

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K. Larname 22.03.2019, 09:36
22.

Zitat von pamhalpert
Welche gesunde Fehlerkultur lässt denn zu, dass ein Mitarbeiter für einen Fehler entlassen wird? Da kränkelt das System doch schon ganz grundlegend. Es sieht sicherlich anders aus, wenn ein Mitarbeiter dauerhaft schludert aber ein ehrlicher Fehler, der vielleicht sogar unter Stress und Druck entstanden ist, sollte bei einer gesunden Fehlerkultur nie dazu führen, dass man entlassen wird. Ganz im Gegenteil, die Organisation sollte das als Chance begreifen, die Fehlerursachen zu beseitigen, damit das nicht wieder passieren kann. Jeder Fehler ist eine Chance, dazuzulernen. Wer solche Fehlerkulturen implementiert und lebt, wird nie das Problem haben, das Mitarbeiter Fehler vertuschen, sondern darauf aufmerksam machen. Aber der Fisch stinkt bekanntermaßen vom Kopf her und gesunde Fehlerkulturen sucht man in deutschen Unternehmen leider oft umsonst.
Exakt.

Kündigungen ohne eine Abmahnung sind Extremfälle wie beispielsweise kriminelle Handlungen oder massive Arbeitsvertragverletzungen.

Selbst grobe Patzer führen zunächst mal maximal zu einer Abmahnung, und auch das eher erst im Wiederholungsfall, am Anfang steht das Gespräch und die Reue - "passiert nicht wieder, sorry".

Insofern ist es allein durch die Formulierung "könnte ihn den Job kosten" nicht wirklich bewertbar, man müsste schon die Detailumstände kennen.

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futtermeister 22.03.2019, 09:38
23. Kollegen halten zusammen!!!

Ich bin auch erschrocken über die Frage und viele Reaktionen hier, die mir wieder einmal zeigen, was für eine "Moral" wir inzwischen haben. Nach meinem Wertvorstellungen hält man ganz selbstverständlich zu seinen Kollegen, spricht sie im Vertrauen an und hilft ihnen, die Sache aus der Welt zu kriegen und den Fehler nicht zu wiederholen. Ich weiß, dass die Denunziantenkiste in unserer Ego-Gesellschaft inzwischen anerkannt ist, aber es ist eben auch eine beschissene Gesellschaft geworden, in der nur noch Leistung zählt.

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Hans-Dampf 22.03.2019, 09:39
24.

Zitat von Cascara LF
Zwischen einen Fehler gemacht, der den Job kosten kann und einer Straftat sind aber noch Welten. Man kann ganz einfach gegen Firmenrichtlinien verstossen, das muß dann noch lange keine Straftat sein, um entlassen zu werden.
Ich meinte Straftat nicht im Sinne unsere hiesigen Justiz, sondern Verstoß gegen Firmengrundsätze, gegen die Geschäftsordnung und andere Regularien. Diese und noch weitere Beispiele aufzuzeigen erschien mir für ein Kommentarfeld zu lang.

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sapiens-1 22.03.2019, 09:42
25. Es kommt darauf an...

...in welcher Dimension der Fehler liegt. Wie Herr Müller oder auch Forist mswr schon anmerkten, sobald man im Srafrecht ist, hilft m.E. kein gut gemeintes Verschweigen mehr.
Ich hatte selbst den Fall vor kurzer Zeit, daß ich bei einem schlampigen Kollegen letztlich einen Vorgesetzten informieren mußte, weil die Sache schon strafrechtsrelevante Dimensionen hatte. Und da hätte es nicht nur den einen Kollegen getroffen sondern alle, da im Dienstleistungsgewerbe alle für einen einstehen müssen.
Grundsätzlich bin ich auch gegen jeden unguten Korpsgeist und Verschweigen von Fehlern (kommt v.a. bei der Polizei leider sehr oft vor und da geht es ja zweimal nicht - eigentlich). Entscheidend kommt es aber auch darauf an, wie die jeweilige Firmenkultur ist, ob die obere Hierarchie bei Fehlern selbst falsch reagiert, was eher zum Kleinkindsydrom führt (keiner war es) oder ob hier eine Art "Verbesserungsmanagement" in Takt ist, was das selbständige Einräumen von Fehlern erleichtert und absolut positiv fürs gesamte Arbeitsklima ist.
Letztlich ist der "Fehlergrad" entscheidend und niemand sollte denken er/sie sei fehlerfrei. Das sind nur Leute die nichts tun!

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Kanalysiert 22.03.2019, 09:45
26.

Vor der eigenen Tür kehren und andere in Ruhe lassen. Denunziantentum ist widerlich und nur dann akzeptabel, wenn bei Unterlassen ein Mensch zu Schaden kommen würde.

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ruhepuls 22.03.2019, 09:54
27. Denunzianten mag keiner...

Wenn ich einen Fehler bemerke, den ein Kollege gemacht hat, dann rede ich zuerst einmal mit dem Kollegen darüber. Wenn der nicht reagieren will - und es sich um einen ernsthaften oder gefährlichen Fehler handelt - würde ich dann erst den oder die Vorgesetzten informieren. Aber ich würde sicher nicht gleich "zum Chef" rennen und jemand anschwärzen. Das schadet nicht nur dem Kollegen, sondern auch mir. Wer mag schon mit jemand zusammen arbeiten, bei dem man damit rechnen muss, dass der einen hinten rum anschwärzt?

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ruhepuls 22.03.2019, 09:56
28. Kommt auf den Fehler an...

Zitat von mswr
Wie soll sich die Person denn durch Unterlassen strafbar machen?
In manchen Bereichen ist ein beobachteter Fehler, auf den man nicht reagiert durchaus strafrechtlich relevant. Beispiel: Eine Krankenschwester sieht, dass ein Arzt ein falsches Medikament geben will - und sagt nichts, weil sie Angst hat, dann abgekanzelt zu werden. Da wäre sie im Fall des Falles mit im Boot.

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moneysac123 22.03.2019, 10:03
29. Krankes System

Das System ist darauf ausgelegt, für die anwesende Zeit bezahlt zu werden, das manche schneller arbeiten als andere ist egal, das wird ja auch in Bürojobs nicht berücksichtigt, auch der Schnelle muss bis Feierabend da bleiben, auch wenn er um 2 schon alles erledigt hat wo andere bis 4 brauchen. Blöd wird es dort, wo andere das ausgleichen müssen. Deshalb einfach selbständig sein und für das Ergebnis bezahlt werden statt für die Zeit.

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