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Kontrolle der Mitarbeiter: Gericht erschwert Detektiv-Überwachung
DPA

Ein Arbeitgeber darf nicht einfach auf Verdacht seine Mitarbeiter ausspähen lassen. Das Bundesarbeitsgericht hat in seiner neuesten Entscheidung definiert, unter welchen Bedingungen Chefs einen Detektiv einschalten dürfen.

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sara100 19.02.2015, 16:03
1.

Man kann hier aus zwei Gesichtspunkte argumentieren.

1) Warum fiel dem Chef nach der Probezeit erst auf das seine Sekretärin zu langsam ist?. War sie denn in den 6 Monaten zuvor schneller??.

2) Wie kann es sein das man ausgerechnet nach einem Streit mit dem Chef plötzlich an die 2 Monate krank ist?. Dann auch noch mit unterschiedliche Beschwerden?. Nicht falsch verstehen, wer krank ist sollte auch Zuhause bleiben aber in diesem Fall.... nein, ich glaube der Sekretärin hier nicht.
Was aber den Chef nicht einfach berechtigt in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiterin einzugreifen.
1000 Euro sind auch meines Erachtens angemessen.
Das tut ihm nicht so weh und sie kann sich nicht bereichern.
Jetzt über 50 und ohne Job ist meines Erachtens weitaus schlimmer !.

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thkarlau 19.02.2015, 16:16
2. Also bei aller Liebe

In diesem Fall scheint der Arbeitgeber doch wohl berechtigterweise eine Beobachtung angeordnet zu haben. Was muß denn alles passieren, bevor er zu solchen Mitteln greifen darf? Die Vorgeschichte ist ja auch pikant, es schwelte ein Streit vor sich hin. Aus meinem Arbeitsleben kenne ich auch solche Fälle, wo der AN anschließend einen Krankenschein vorlegte, obwohl er nicht krank war. Das ist zuweilen gängige Praxis und wird meist wohl aus Frust getan. Auf jeden Fall finde ich, daß das Gericht ziemlich weltfremd geurteilt hat. Typisch Elfenbeinturm eben.

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sara100 19.02.2015, 16:32
3.

Zitat von thkarlau
In diesem Fall scheint der Arbeitgeber doch wohl berechtigterweise eine Beobachtung angeordnet zu haben. Was muß denn alles passieren, bevor er zu solchen Mitteln greifen darf? Die Vorgeschichte ist ja auch pikant, es schwelte ein Streit vor sich hin. Aus meinem Arbeitsleben kenne ich auch solche Fälle, wo der AN anschließend einen Krankenschein vorlegte, obwohl er nicht krank war. Das ist zuweilen gängige Praxis und wird meist wohl aus Frust getan. Auf jeden Fall finde ich, daß das Gericht ziemlich weltfremd geurteilt hat. Typisch Elfenbeinturm eben.
In Deutschland gilt eine Nachweispflicht. Die aber zu erbringen wird in solchen Fällen sehr schwer.
Denn man müßte auch den Arzt hinterfragen der hier die Mitarbeiterin krank geschrieben hat. Ein paar Bilder reichen nicht aus.

Beweise sind nicht immer klar und deutlich. Und hier wohl auch sehr schwer.
Der Richter hat in diesem Fall denke ich korrekt entschieden, auch wenn es nicht immer für uns logisch klingen mag.

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knieselstein 19.02.2015, 16:32
4. Ich denke mal

Zitat von sara100
Man kann hier aus zwei Gesichtspunkte argumentieren. 1) Warum fiel dem Chef nach der Probezeit erst auf das seine Sekretärin zu langsam ist?. War sie denn in den 6 Monaten zuvor schneller? 2) Wie kann es sein das man .......
Sie wusste, dass Sie in der Probezeit jederzeit ohne Angabe von Gründen gefeuert werden kann und hat da die Hufe geschwungen ;-)

Danach das Tempo zurückgenommen, mit über 50 sinkt auch das Risiko einer leistungsbedingten Kündigung, dagegen gibt es Arbeitsgerichte.
bei der ursprünglichen Entscheidung für die Dame hatte der Chef auf Cleverness geachtet ;-)

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ompo58 19.02.2015, 16:33
5. Kein Wunder,

dass Arbeitgeber immer mehr Personal durch Rationalisierungsmaßnahmen einsparen. Wer hat noch Lust, sich von solchen Arbeitnehmern und den diesen dienenden Ärzten auf der Nase herum tanzen zu lassen. Ich ganz bestimmt nicht!

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joG 19.02.2015, 16:35
6. Dann kann man den Chef bzw die Firma....

....auch nicht so leicht haftbar machen für Geldwäsche, Korruption, Betrug usw durch seine Angestellte.

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ompo58 19.02.2015, 16:36
7. Kein Wunder,

dass Arbeitgeber immer mehr Personal durch Rationalisierungsmaßnahmen einsparen. Wer hat noch Lust, sich von solchen Arbeitnehmern und den diesen dienenden Ärzten auf der Nase herum tanzen zu lassen. Ich ganz bestimmt nicht!

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boam2001 19.02.2015, 16:39
8. Falsche Wahl der Konfliktlösung !

"Eine Münsteraner Sekretärin, 50, ist gerade sieben Monate im Betrieb, da kommt es zum Streit mit ihrem Chef. Er kritisiert, dass sie ihm Unterlagen nicht schnell genug vorlegt. Sie verteidigt sich, doch der Konflikt schwelt."

Merkwürdig, das der Chef erst nach 7 Monaten bemerkt, daß seine Sekretärin u.a. bei der Vorlage von Unterlagen zu langsam ist.

Scheint wohl ein schwieriges Verhältnis gewesen zu sein. Als Außenstehende Unbeteiligte kennt man beide Persönlichkeiten in diesem Fall nicht. In der Praxis kommt es leider jedoch immer wieder vor, daß es in einem Untergebenenverhältnis zu Streitigkeiten kommt, die nach einer Zeitspanne Krankheitsphasen bei mindestens einer der Beteiligten (meistens der Untergebene) mit sich ziehen. Konfliktmanagement (z.B. Mediation o.ä.) wäre da angesagt gewesen, jedoch gibt es so etwas in der Regel nur in wenigen Betrieben.

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mimamausebär 19.02.2015, 17:18
9.

Zitat von sara100
Man kann hier aus zwei Gesichtspunkte argumentieren. 1) Warum fiel dem Chef nach der Probezeit erst auf das seine Sekretärin zu langsam ist?. War sie denn in den 6 Monaten zuvor schneller??. 2) Wie kann es sein das man ausgerechnet nach einem Streit mit dem Chef plötzlich an die 2 Monate krank ist?.
Beides leider kein seltenes Verhalten. Unternehmer können das Risiko dafür reduzieren, indem sie weniger Frauen einstellen (geringes "Commitment", wie es so schön heißt). Das sehen Sie bei nahezu jeder Personalprüfung von statistischer Relevanz (~1000 MA aufwärts), darf aber natürlich nicht öffentlich gesagt werden.

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