Forum: Karriere
Krankenkassen-Studie: Teilzeitjobs machen Männer krank
REUTERS

Kürzere Arbeitszeiten schlagen Männern aufs Gemüt. Teilzeitarbeiter werden häufiger depressiv und nehmen mehr Psychopharmaka als Kollegen mit Vollzeitjobs. Auch unter befristeten Verträgen leiden Männer besonders stark.

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**Kiki** 08.06.2013, 11:24
20.

Zitat von mayazi
Lustig, dass nur 30% der Kommentierenden rational die Schwäche der Statistik bemerkt haben, während der Rest sich gleich auf die vermeintlich Schuldigen stürzt :-)
Außerdem hätte, wer den TK-Gesundheitsreport mal im Volltext nachliest, rasch herausgefunden, daß Frauen auch in Teilzeit häufiger psychisch erkranken als Männer und daß die Erkrankungswahrscheinlichkeit insgesamt in Teilzeit auch bei Männern niedriger liegt als in Vollzeitbeschäftigungen - und in beiden Fällen niedriger als bei Frauen.

http://www.tk.de/centaurus/servlet/c...eport-2013.pdf

Auf S. 61 gibt es eine aufschlußreiche Grafik. Der höhere Anteil von teilzeitbeschäftigten Männern mit psychischen Problemen im Vergleich zu vollzeitbeschäftigten betrifft manche Altersgruppen nicht, nämlich jüngeren Männer bis ca. 30 bis 35 und die über 60jährigen. Das läßt in der Tat darauf schließen, daß in der Spiegel-Interpretation Ursache und Wirkung verwechselt werden. Arbeitsversuche nach längerer Erkrankung sind ja praktisch immer zunächst in Teilzeit.

Dieser Gesundheitsreport ist aber überhaupt interessant mit seinen Auswertungen der Altersgruppen in Teilzeit oder Befristung oder Zeitarbeit und dergleichen sowie den Erkrankungstagen nach Berufsgruppen, deshalb habe ich ihn mir mal auf dem Rechner gespeichert. Auffallend ist da zum Beispiel, daß Schreibtischberufe generell gesünder zu sein scheinen, mit einer Ausnahme: Dialogmarketing.

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sverris 08.06.2013, 11:25
21.

Zitat von spon-facebook-1810274577
Man möchte eigentlich meinen, dass im Schnitt die Männer in den letzten Jahrzehnten schlauer geworden wären. Sie sind es nicht. Wer nicht kapiert, dass das Leben aus mehr besteht als Job, Karriere und den Ernährer markieren, dem entgeht sehr viel. Stattdessen leiden Männer lieber daran, dass sie einem Rollenbild nicht entsprechen. Das kommt halt davon, wenn man gewohnt ist, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ein glückliches Leben sieht anders aus.
So sehe ich das auch. Das Problem ist gar nicht die Teilzeit, sondern das Rollenmodell, lt. Artikel "Wenn er das klassische Rollenmodell nicht erfüllt, leidet er darunter"...

Ein gesunder Teilzeitarbeiter.

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Jom_2011 08.06.2013, 11:33
22. .

Jede Datenmenge kann man in beliebiger Hinsicht interpretieren.

Die Schnapsflasche wird leerer, der Trinker voller (besoffener).
Fazit: man muß nur dafür sorgen daß die Flasche nicht leer wird (nachfüllen) und schon wird Kollege T nicht voll. Habe ich das nicht schön interpretiert ? :-)

Zitat von
Auch unter befristeten Verträgen leiden Männer besonders stark.
Wenn das so wäre müßten alle anderen Männer in der Welt wo es keine Rundumversicherung (auf dem Papier wohlgemerkt) wie in D gibt, alle männlichen z.B. Dänen psycho sein, denn bei denen gibt es keine "unbefristeten" Jobs (Kündigungsfrist 14 Tage). Aber es ist nicht an dem. Vielleicht sind ja die deutschen Männer Weicheier ?^^

Eine unsinnige Studie mit noch unsinnigerem Fazit. So sehe ich das.

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Eros1981 08.06.2013, 11:46
23. Welche Frau will einen Teilzeitjobber?

Ich komme aus Niedersachsen und mache zur Zeit eine Fortbildung zum Integrationshelfer, die in 3 Wochen beendet sein wird.

Ich werde dann nach den Sommerferien, wenn alles gut läuft als Integrationshelfer tätig sein und dann ein sogenanntes "Inklusionskind" in der Schule als eine Art Zweitlehrer unterstützen.

Einige Praktika in Grundschulen habe ich mittlerweile absolviert und die Lehrer so wie auch ich sind der Ansicht, dass viele Schüler einen Integrationshelfer bräuchten, diesen aber leider nicht bewilligt bekommen.

Daher kann es auch sein, dass ich nach den Sommerferien keinen Arbeitsplatz als Integrationshelfer bekomme, da der Staat für sowas ungern Geld locker macht.

Ich würde dann in Teilzeit übrigens sagenhafte 700 Euro brutto im Monat verdienen, da ich aber schon länger arbeitslos bin und mir die Arbeit mit Kindern sehr gefällt, nehme ich diese dürftige Bezahlung in Kauf.

Mit einer dauerhaften Freundin und eventueller Familiengründung sieht es dann aber schwierig aus. Denn Frauen wollen einen Mann, der gut verdient und damit kann ich leider nicht dienen.

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_muskote 08.06.2013, 11:56
24.

Zitat von spon-facebook-1810274577
(…) Stattdessen leiden Männer lieber daran, dass sie einem Rollenbild nicht entsprechen. Das kommt halt davon, wenn man gewohnt ist, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ein glückliches Leben sieht anders aus.
Genau. Frauen können Ihnen ein Lied davon singen. Denn nichts hat sie glücklicher gemacht als der von Feministinnen hergestellte Zwang in Vollzeit arbeiten zu sollen. Nicht.

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Nizzre 08.06.2013, 11:57
25. Oha ... ein Kenner...

[/QUOTE]
Wenn sie das Maß an Jammerei mit den Frauen vergleichen, ist bei den Männer ja eigentlich nichts da.
Aber ihre Einstellung zeigt es ja auch:
Ein Mann, der nicht den Harten markiert, ist kein Mann!
Männer, nehmt euch zusammen! Seit heldenhaft, was die Arbeit angeht! Verzichtet, was eure Rechte angeht![/QUOTE]

Nö, das zeigt mein Kommentar gar nicht. Im Gegenteil, ich bin durchaus der Meinung, dass "Helden" auch mal Teilzeit arbeiten können müssten, ohne direkt jemand anderen dafür verantwortlich zu machen und geknickt zu sein.

Viel schöner fände ich Aussagen wie:
"Ich arbeite als Mann gerne Teilzeit, weil ich dann mehr Zeit für mich und für meine Familie habe."
oder
"Ich finde Teilzeit nicht unmännlich, schließlich besteht das Leben aus MEHR, als aus Arbeit - z.B. aus Motorradfahren, mit den Kindern spielen oder im "Haus am See" hocken und mit Freunden schwatzen. Geld ist schließlich nicht die Messeinheit für Selbstwert."

Mein Mann hat übrigens Teilzeit gearbeitet, genau wie ich, als unser Sohn klein war. Es hat keinen von uns am Ego gekratzt, sondern war eine wirklich schöne Zeit ;)

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Leser161 08.06.2013, 12:09
26.

Zitat von Nizzre
Putzig putzig, wie einfach es sich doch manche Kommentatoren machen. Wenn die Männer unter Teilzeit "leiden", sind garantiert "die Frauen" schuld und das Gender-Mainstreaming ... was/wer auch sonst? Vielleicht auch "der Staat", der mit seinem progressiven Steuertarif ... Inzwischen sollten sich Männer mal fragen, ob sie nicht vielleicht einfach vor allem: ZU VIEL JAMMERN!
Was ist daran schlecht zu Jammern? Sollte man sich nicht seine Schwächen eingestehen und auch mal Jammern? Hängen Sie etwa einem archaischen Rollenbild an, in dem der Mann immer stark sein muss?

/me tritt zurück und wartet wie User Nizzre einen cerebralen Kurzschluss erleidet.

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Wilhelm Klaus 08.06.2013, 12:19
27. Zu einfach

Zitat von
"Der Mann muss gefälligst 100 Prozent arbeiten. Wenn er das klassische Rollenmodell nicht erfüllt, leidet er darunter", so interpretiert Studienleiter Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung die Daten
Wurde auch untersucht, warum Teilzeit gearbeitet wurde. Waren dabei schon Männer die vorbelastet waren, und deshalb die Arbeitszeit reduziert hatten? Die Fragestellungen und die Schlussfolgerungen sind zu simpel.

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Nizzre 08.06.2013, 12:37
28. Einfach mal erwachsen werden ;)

Zitat von Leser161
Was ist daran schlecht zu Jammern? Sollte man sich nicht seine Schwächen eingestehen und auch mal Jammern? Hängen Sie etwa einem archaischen Rollenbild an, in dem der Mann immer stark sein muss? /me tritt zurück und wartet wie User Nizzre einen cerebralen Kurzschluss erleidet.
Nö, gar nicht.
Im Gegenteil, ich habe sogar einen Mann geheiratet, der MIT Selbstbewußtsein Elternzeit genommen hat und auch schon teilweise in Teilzeit gearbeitet hat.
Deshalb weiß ich, dass es Männern tatsächlich auch Freude bereiten kann, Zeit in die Familie zu investieren, mit Kindern zu spielen und zu toben und einfach mal "locker zu bleiben".

Deshalb ist für mich Teilzeit bei Männern kein Grund zum Jammern, sondern ein guter Grund einfach mal durchzuatmen und die Zeit zum LEBEN zu nutzen.

Frauen können übrigens auch arbeiten und Geld verdienen.
Und Selbstwertgefühl sollte nicht davon abhängig sein, welches Gehalt man erhält, sondern was für ein Mensch man ist ;)

Wenn Sie das für einen cerebralen Kurzschluss halten, dann sind Sie in dem, was hier im Forum "das System" genannt wird, leider völlig verhaftet. Also: Raus aus der Matrix uns selber was aus dem Leben machen. Frauen, die das genauso sehen, gibt es mehr als Sie denken.

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kölschejung72 08.06.2013, 12:57
29. Danke für den Link

Zitat von inci2
Ich habe mal den Report der TK im Netz aufgestöbert. Evtl. wird man darin ja fündig. Eines zeigt er auf jeden Fall, in allen Berufsgruppen liegen die Frauen was die AU-Tage nach Branchen zeigen, anteilmäßig vor den Männern.
Es gab immerhin drei Berufsgruppen bei denen die Männer knapp mehr Krankheitstage hatten:

Gartenbau, Hochbau und Landschaftsbau. Was aber wohl auch daran liegen könnte, dass das Durchschnittsalter der Frauen in den Berufen noch deutlich niedriger liegt, da es im Bau vor eingen Jahrzehnten gar keine Frauen gegeben haben dürfte.

Und ich denke bezogen auf den Artikel, dass wenig Verdienst und Unsicherheit bei der Beschäftigung für Männer ähnlich psychisch belastend ist, wie magelnde Attraktivität für junge Frauen.

Allerdings ist es auch so, dass jemand der mehrfach psychische Erkrankungen hatte, versuchen wird über Hamburger Modell oder Teilzeitarbeit einzusteigen.

Nur sind diese Erkenntnisse totes Kapital, denn kein Arbeitgeber wird auf Befristung bei Männern verzichten, nur weil das positive gesundheitliche Folgen für den Arbeitnehmer haben könnte.

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