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Krankenkassen-Warnung: Zeitarbeit macht krank

Heute hier, morgen dort -*Leiharbeit belastet Arbeitnehmer oft stärker als ein fester Arbeitsplatz. Die Folge: mehr Krankheitstage als bei allen anderen Beschäftigten. Auf diesen Zusammenhang macht nun eine große Krankenkasse aufmerksam. Dabei sind nicht nur nervliche Probleme zu beobachten.

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lezel 13.07.2011, 09:27
10. Würdigung

Zitat von merapi22
Leiarbeit ist Herabwürdigung des Menschen = Du kannst Dich ja nicht mal bei Firmen bewerben, wir machen das für Dich armen Tropf! Dafür kassieren wir einen Großteil Deines Lohns, dafür musst Du alles machen was wir von Dir fordern, Du unselbstständiges halbes Kind!!!
Im Gegenteil, es ist eine Würdigung.

Wenn jemand sich selbst bewerben kann, dann ist er ja auf die Dienste der Leihfirmen nicht angewiesen. Aber wenn es das nicht kann, dann ist Leiharbeit noch immer besser als gar nichts. Diese Tatsache würdigen die Verleiher.

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lezel 13.07.2011, 09:34
11. Kündigunsschutz

Zitat von hypnos
Deshalb muss der Kündigungsschutz entgültig geschliffen, die Befristung ausgeweitet werden.
Korrekt. Oft sind gerade die gesetzlichen Einschränkungen die beste Geschäftsgrundlage für Leute, deren Beruf darin besteht, diese Regelungen zu umgehen.

Ein wesentlicher Vorteil eines Verleihers ist, aus Sicht des Auftraggebers, die schnelle Kündbarkeit. Sobald ein Arbeitgeber diesen Vorteil auch gegenüber den Festangestellten hat, fehlt den Verleihern ein wesentlicher Teil ihrer Geschäftsgrundlage.

Übrigens sind Verleiher nicht die einzigen, die vom Kündigunsschutz profitieren. Auch Selbstständige bieten einem Arbeitgeber den gleichen Vorteil: Sie kommen mit ihrem Können und ihrer Erfahrung, und wenn der Arbeitgeber sie nicht mehr braucht, oder wenn sie krank werden, dann zahlt er nicht mehr. Auch hier zahlt der Arbeitgeber für diesen Vorteil einen höheren Stundenlohn als für seine Angestellten. Nur bleibt davon weniger beim Vermittler.

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eisfach 13.07.2011, 09:38
12. Bewerbungsversager?

Zitat von lezel
Wenn jemand sich selbst bewerben kann, dann ist er ja auf die Dienste der Leihfirmen nicht angewiesen. Aber wenn es das nicht kann, dann ist Leiharbeit noch immer besser als gar nichts. Diese Tatsache würdigen die Verleiher.
Wie kommt man denn zu einer Leiharbeitsfirma?
Muß man sich da nich auch bewerben, oder klingelt der Personalverleiher an der Wohnungstür und fragt, ob man einen Job haben will?

Bei der Leiharbeit geht es doch gar nicht darum, ob jemand sich bewerben kann oder nicht.

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lezel 13.07.2011, 09:39
13. Müh und Arbeit

Zitat von janne2109
nicht arbeiten macht auch krank.
Korrekt. Mir fällt dazu immer ein Spruch aus einer alten Büchersammlung ein, die Vieles beschreibt, das den Menschen seit Jahrtausenden wichtig ist.

Dort geht es um eine Art Überwesen, welches die ganze Welt geschaffen hat und auch die Menschen darauf, allerdings zu Beginn deutlich haltbarer als heute. Sie werden jeweils um die tausend Jahre alt und stellen in der Zeit so viel Unfug an, daß der Schöpfer schließlich diese Zeit befristet und auch vorgibt, womit man sie ausfüllen möge:
Das Leben des Menschen währt 70 Jahre, und wenn es gut war, dann war es Müh und Arbeit.
Da ist viel wahres dran.

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lezel 13.07.2011, 09:41
14. nichts anderes

Zitat von marvinw
Zeitarbeit ist nichts anderes als moderne Sklaverei.
Nein, Sklaverei ist etwas anderes. Ganz wesentlich ist bei der Sklaverei die Tatsache, daß das Einverständnis des Sklaven für sein Beschäftigunsverhältnis nicht erforderlich ist und er es auch nicht von sich aus beenden kann. Bei der Zeitarbeit sieht es anders aus. Die Alternativen sind vielleicht nicht verlockend, aber sie existieren.

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lezel 13.07.2011, 09:46
15. bewerben

Zitat von eisfach
Muß man sich da nich auch bewerben ...
Richtig. Es ist allerdings einfacher. Die Aufgabe, den richtigen Auftraggeber zu finden und ihm gegenüber die Vorteile des Leiharbeiters deutlich zu machen, übernimmt der Verleiher. Dafür läßt er sich ja auch gut bezahlen.

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eisfach 13.07.2011, 09:52
16. Theoretische Alternative

Zitat von lezel
Die Alternativen sind vielleicht nicht verlockend, aber sie existieren.
Dann benennen wir sie doch ganz klar:
Die Alternative besteht in der Kündigung des Leihjobs mit anschließend drei Monaten Leistungssperre der Arbeitsagentur.

Für jemanden ohne Rücklagen (und der von seinem Leihjob keine Rücklagen bilden kann) ist es eine wahrlich "realistische" Alternative, drei Monate ohne Einkommen dazustehen und nicht zu wissen, wovon man Essen und Miete bezahlen soll.

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eisfach 13.07.2011, 10:00
17. Vorteile der Leiharbeit

Zitat von lezel
Richtig. Es ist allerdings einfacher. Die Aufgabe, den richtigen Auftraggeber zu finden und ihm gegenüber die Vorteile des Leiharbeiters deutlich zu machen, übernimmt der Verleiher. Dafür läßt er sich ja auch gut bezahlen.
Das halte ich für einen Nebeneffekt.
Ein ganz wesentlicher Aspekt der Leiharbeit ist das System der organisierten Unzuständigkeit.
In der Leiharbeit haben wir die Trennung der disziplinarischen und fachlichen Unterstellung.
Der disziplinarische Chef ist der Verleiher, der fachliche Chef der Entleiher.

Das führt dazu, daß mit den Bedürfnissen des Leiharbeiters Pingpong gespielt wird, zum Beispiel wenn er sich über den Umgang mit ihm oder die ihm aufgehalsten Aufgaben beschweren will.

Deswegen kann man den Leiharbeitern auch so leicht die extra miesen Tätigkeiten aufdrücken.

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lezel 13.07.2011, 10:05
18. Sklaven

Zitat von eisfach
Die Alternative besteht in der Kündigung des Leihjobs mit anschließend drei Monaten Leistungssperre der Arbeitsagentur.
Richtig. Das unterscheidet die Leiharbeit von der Sklaverei. Sklaven haben diese Alternative nicht.

Unabhängig davon, wie angenehm diese Alternative sein mag, bringt eines Diskussion auf Grundlage falscher Behauptungen nichts. Und die Behauptung, Leiharbeit sei Sklaverei, ist falsch.

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beraterit 13.07.2011, 10:07
19. also daran kann es nicht liegen - bis auf die schlechte Bezahlung -

Zitat von sappelkopp
...mal für ein Jahr als Leiharbeiter unterwegs sein: a) wechselnde Einsatzorte b) immer die unattraktive Arbeit machen c) schlechte Bezahlung d) u.U. lange Anfahrtswege usw. Dann können Sie große Reden schwingen, wenn Sie dann noch können.
aber darum heißt es ja ArbeitsMARKT.

In Deutschlean arbeiten einige 1000 Berater unter Streß
- wechselnde Einsatzorte - europaweit
- immer sehr stressige Arbeit machen - das ist die Arbeit, die andere nicht können/wollen
- lange bis sehr lange Anfahrts-/Anflugwege
- Dauerüberstunden bis zu 48 Stunden am Stück
- relativ schlechte Bezahlung
- Superstress, wenn es in die Hose geht
- lange Trennung von Familie und Freundeskreis
- hohe Scheidungsraten.

Was soll die Jammerei ?

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