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Kritik der Hochschulrektoren: Umbenennung von Berufsabschlüssen stiftet "Konfusion"
imago images/Marius Schwarz

Der Meister wird zum "Bachelor Professional", der Betriebswirt zum "Master Professional in Betriebswirtschaft". So will es Bildungsministerin Karliczek. Die Konferenz der Hochschulrektoren protestiert.

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posenuckel 15.05.2019, 14:51
1.

Als wenn wir keine anderen Sorgen haben, als seltsame Berufsbezeichnungen zu erfinden.

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felisconcolor 15.05.2019, 15:02
2. Man

schafft es ja nicht einmal den, wie Brüssel angeordnet hat, den staatlich geprüften Techniker dem Bachelor gleichzustellen. Was im öffentlichen Dienst dazu führt das der Bachelor im gehobenen Dienst eingestellt wird, dem Techniker aber diese Besoldungsgruppe verschlossen bleibt. Trotz weitaus qualifizierterer Ausbildung. Nur zum Vergleich, Bachelor benötigt Abitur, zwei Jahre verschultes Studium, der Techniker min. Realschulreife plus Berufsausbildung und insgesamt 5 Jahre praktische Erfahrung und der 2 jährige Besuch einer anerkannten Technikerschule (privat od. staatl.). Danke für die Unterstützung bei der beruflichen Fortbildung, also für nichts.

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Profdoc1 15.05.2019, 15:15
3. Die Dame

im BMBF hat nicht mehr alle Bestecke in der Schublade.....
Wir haben ein klare Teilung in den Abschlüssen. Die sind gleichwertig, aber nicht gleichartig. Ein intendierte Vermischung zwischen den Abschlüssen ist deshalb kontraproduktiv und nützt den Menschen in der Berufsausbildung (Facharbeiter, Meister (w/m/d), ...) nichts, Im Gegenteil, sie müssen später erklären, warum z.B. ihr "Master" eben keiner ist. Peinlich!
Unter diesen Umständen sollten die Hochschulen wieder zurückgehen zum Magister, Diplom, Dipl.-Ing., etc. Wir über lassen dann herzlich gerne den "Bachelor" und "Master" der Berufsausbildung, wobei der Fachinformatiker oder der Malermeister als Bezeichung immer noch sehr 'ehrenvoll' ist.

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Newspeak 15.05.2019, 15:26
4. ...

Was soll der Unsinn? Solche Umbenennungen sind doch reine Kosmetik. Es aendert sich dabei rein gar nichts an den Berufen, ausser vielleicht, dass Schulabgaenger gar nicht mehr wissen, wie sich ein Beruf nennt, den sie ergreifen koennten. Und nein, Berufsausbildung und Hochschulabschluss sind NICHT gleichwertig. Wieso sollten sie auch? Es hat einen Grund, warum man unser Ausbildungssystem dual nennt. Berufsausbildungen sind praxisorientiert, Hochschulstudien eher theoretisch, beides erfordert voellig unterschiedliche Faehigkeiten und Interessen, beides ist formal sehr unterschiedlich. Wieso soll jemand, der nur drei Jahre eine Ausbildung auf relativ weniger anspruchsvollem Niveau macht (das ist intellektuell zu verstehen, nicht als Wertung, die Mehrheit der Akademiker ist umgekehrt auch nicht fuer eine Berufsausbildung geeignet) mit jemandem gleichgestellt werden, der mindestens 5 Jahre studiert und dann evtl. noch mal drei Jahre promoviert? Ob sich die Bildungsministerin bewusst ist, dass sie mit ihrem Vorhaben eigentlich nur ihre Geringschaetzung akademischer Ausbildung ausdrueckt? Und wieso will man eigentlich denselben Fehler zweimal machen? Schon bei der Bologna Einfuehrung von Bachelor und Master hiess es, dies diene der internationalen Vereinheitlichung. Nur dass es jetzt so ist, dass man diese Abschluesse nicht einmal mehr innerhalb Deutschlands vergleichen kann. Ganz zu schweigen davon, dass kein anderes Land sein Ausbildungssystem an andere Staaten angepasst hat, ausser uns, ungefragt und stuemperisch umgesetzt.

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Ein Stein! 15.05.2019, 15:31
5. Bei solch kreativen Berufsbezeichnungen

muss ich immer sofort an den
"Front-Office-Manager-im Face-toFace-Marketing"
denken!
Was das ist?
Wird von Günter Grünwald, einem Komiker und Kabarettisten aus Ingolstadt, gut erklärt.

https://www.youtube.com/watch?v=-HcrfGlCC0c&t=7s

Auch seine Beurteilung des Ganzen, letzter Satz im Clip und Titel desselben, teile ich uneingeschränkt!

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kranewasser57 15.05.2019, 15:42
6. Der Schwachsinn wirft Blasen

@1 drückt es noch sehr zurückhaltend und höflich aus. Was hier veranstaltet wird, ist nicht nur keine Aufwertung der handwerklichen und technischen Ausbildung / Berufe, sondern gleichzeitig auch eine weitere Abwertung der gerade vor nicht allzu langer Zeit schon durch Bologna durcheinander gewirbelten akademischen Ausbildungen. Wer bitte soll da denn anschließend noch durchblicken? Ein guter Handwerker / Meister ist immer schon menschlich und beruflich mindestens genauso viel wert gewesen wie ein Akademiker, egal welcher Provenienz oder Titelstufe. Wenn man jetzt (wie übrigens schon den Dipl.-Ing.) auch noch den Meister zu irgendeinem pseudo-akademischen Bätscheller macht, aus dessen weiteren englischen Zusatzbezeichnungen eh keiner mehr mehr auf Fachrichtung, Qualifikation und praktische Kenntnisse schließen kann, tut man keiner Seite einen Gefallen. Und ruiniert endgültig das berufliche Bildungswesen! Wohlgemerkt: Die entsprechenden, notwendigen, vielleicht sogar akademischen Inhalte der praktischen Berufe müssen laufend angepasst, weiter entwickelt und implementiert werden. Ein Meister mit einigen Jahren Berufserfahrung und einer (evtl. zu ergänzenden) schulischen Grundlage sollte in jedem Fall eine akademische Ingenieursausbildung draufsatteln können, wenn ihm danach ist. Die Umbenennung und Einführung englischer Titel mit unterschiedlichen Zusätzen ist m.E. allerdings kontraproduktiv zum angestrebten Zweck, nämlich der Aufwertung und Wertschätzung der praktischen Berufsausbildung.

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practicus 15.05.2019, 15:44
7. Macht es doch

wie Briten und US-Amerikaner: Macht die Berufsschule zum "College" und die Meisterschule zur "University", dann sind die Abschlüsse international vergleichbar!

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ionele 15.05.2019, 15:49
8. Karliczek

Hat die Frau nichts anderes zu tun?

Was für ein Unsinn; anstatt die Ausbildung zu verbessern, für ausreichend qualifizierte Lehrkräfte zu sorgen, sollen nun andere Berufsbezeichnungen her; super Frau Karliczek. Kein Inhalt, dafür eine neue Fassade.

Auf solche Minister/innen kann ich verzichten.

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hman2 15.05.2019, 16:03
9.

Zitat von Ein Stein!
muss ich immer sofort an den "Front-Office-Manager-im Face-toFace-Marketing" denken! Was das ist?
Heutzutag nennt sich ein Hausmeister ja auch "Facility Manager"...

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