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Kritik der Hochschulrektoren: Umbenennung von Berufsabschlüssen stiftet "Konfusion"
imago images/Marius Schwarz

Der Meister wird zum "Bachelor Professional", der Betriebswirt zum "Master Professional in Betriebswirtschaft". So will es Bildungsministerin Karliczek. Die Konferenz der Hochschulrektoren protestiert.

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jujo 15.05.2019, 22:50
30. ....

Ich habe die klassische Ausbildung in der Seefahrt gemacht. Ausbildung zum Matrosen.Erfahrungsseefahrtzeit, dann A5 Offizierspatent auf großer Fahrt, Erfahrungsseefahrtzeit, dann A6 Kapitänspatent auf großer Fahrt.
Irgendwann wurde das ganze hochgejazzt. Auf dem Postwege wurde mir eine Urkunde zugeschickt. Laut dieser durfte ich mich danach
Dipl.-Wirtschaftsing. für Seeverkehr (?) nennen.
Ich hab mir die Urkunde nicht eingerahmt.

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sonic.m 15.05.2019, 22:58
31.

Zitat von felisconcolor
schafft es ja nicht einmal den, wie Brüssel angeordnet hat, den staatlich geprüften Techniker dem Bachelor gleichzustellen. Was im öffentlichen Dienst dazu führt das der Bachelor im gehobenen Dienst eingestellt wird, dem Techniker aber diese Besoldungsgruppe verschlossen bleibt. Trotz weitaus qualifizierterer Ausbildung. Nur zum Vergleich, Bachelor benötigt Abitur, zwei Jahre verschultes Studium, der Techniker min. Realschulreife plus Berufsausbildung und insgesamt 5 Jahre praktische Erfahrung und der 2 jährige Besuch einer anerkannten Technikerschule (privat od. staatl.). Danke für die Unterstützung bei der beruflichen Fortbildung, also für nichts.
Bachelor ist i.d.R. 6 Semester =3Jahre an der Universität und 7 Semester = 3.5 Jahre an vielen Hochschule, manchmal auch 8 Semester. Das Niveau ist auf akademischen Level, wohin gegen der Techniker auf praktischem Level ist. Beide Abschlüsse haben ihre Berechtigung und sind doch verschieden. Das mit dem verschulten Studium wird durch ständiges Wiederholen auch nicht richtig.

Verschiedene Abschlüsse die sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sind gab es übrigens früher auch zu Genüge, was einige Dinos hier anscheinend vergessen und im alt bekannten Muster die Vergangenheit verklären.

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karldmay 15.05.2019, 23:24
32. Wie kann jemand Hochschulminister werden,

wenn man absolut keine Ahnung von Hochschule hat? Alles wird bei uns getestet und mit Zeugnis versehen. Warum gibt es so etwas nicht für Politiker? Was kann man letztlich noch wählen? Was nicht, ist mir mittlerweile klar, ich bin ratlos.

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pepe83 16.05.2019, 00:12
33. Deutschland schafft sich ab

Diplom, Magister, Meister, Geselle etc. haben als Berufsbezeichnung bzw. akademische Abschlüsse völlig ausgereicht. Die Welt hatte großen Respekt vor dem deutschen System der Berufsbildung und der akademischen Bildung in Deutschland. Diese Anbiederung an angloamerikanische Bezeichnungen und die Einführung von fancy Anglizismen in den letzten Jahren bringt keinen Mehrwert. Sie zeigt nur, dass Teile der Gesellschaft ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Tradition haben

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robinlott 16.05.2019, 00:14
34.

Was soll dieser ministeriale Unsinn? Geselle und Meister sind jahrhundertealte, bewährte Bezeichnungen, unter denen sich jeder etwas vorstellen kann. Dies aufzugeben zugunsten unsinniger Fantasietitel ist unsagbar blöde. Schon die Aufgabe des Diplom zugunsten von Bachelor und Master war ein Fehler.

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simone_lettenmayer 16.05.2019, 06:20
35. Mir im Ausland hilft es sehr

Mir im Ausland hilft es sehr. Ich habe einen Fachwirt und das Ausland kann 0,0 damit anfangen in den Personalabteilungen. Mit dem Wort "Bachelor of ..." hatte ich hingegen dann keine Probleme. Trotzdem natürlich eine verzwickte Situation. Fürs Ausland ist es aber überlebenswichtig. Für Deutschland nicht nötig.

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MyMoon 16.05.2019, 06:41
36. Neiddebatte

Das es statt Dipl. Ing. Jetzt entweder Bachelor oder Master heißt dürfte sich im Alltag so wie ich es kenne durchgesetzt haben. Die Absolventen haben dadurch keine Nachteile.
Und wie im Text steht geht es hier nur um die Meister und Betriebswirte die einen "zusätzlichen" Titel für den internationalen Markt vor allem innerhalb der EU bekommen.
Wenn sich die Herren und Damen Akademiker ehrlich in der Welt umschauen dann werden sie erkennen das eine duale Ausbildung in Deutschland und zusätzlicher Berufserfahrung mit Meister oder Technikerschule oft akademischen Berufsabschlüssen im Ausland überlegen ist.
Das Niveau ausserhalb Deutschlands ist in den meisten Staaten der Welt, auch in Industriestaaten sehr viel niedriger.
Und in der Zeit der Globalisierung ist eine realistische und faire Bewertung für Deutschland unabdingbar. Ansonsten kommt ein Amerikaner mit einem Bachelor Abschluss hierher und denkt er wäre einem weitaus höherwertigeren Ausbildung überlegen.
Ich erlebe selbst täglich wie Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen arrogant ins Berufsleben einsteigen aber sogar von Grundlagen keine Ahnung haben.
Gerade im Naturwissenschaften ist ein gut ausgebildeter Techniker oder Meister im praktischen Alltag für ein Unternehmen nützlicher und zielführender als ein Bachelor Absolvent.
Und genau das wird mit dem Titel Bachelor Professional ausgesagt mehr nicht.
Wenn man ehrlich ist kann ein Abiturient mit 2 Jährigem Bachelor Studium was früher nur das Vordiplom war einem berufserfahrenen Techniker/Meister nicht das Wasser reichen.
Die negativen Kommentare zeigen für mich nur eine Neidkultur auf in der einem anderen nichts gegönnt wird. In der Zeit des aufkommenden Fachkräftemangels wird man immer öfter sehen das unbesetzt Ing. Stellen mit gut ausgebildeten und motivierten Techniker besetzt werden.
In großen Unternehmen ist das schon seit Jahren Praxis. Mein Spruch dazu: die Hunde bellen die Karawane zieht weiter.

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siri_paibun 16.05.2019, 07:16
37. Eine einfache Excel-Lsite hätte genügt.

Linke Spalte, die Berufsbezeichnungen in Deutsch, rechte Spalte die vergleichbaren EU-BEzeichnungen. Fertig.
Ist das zu pragmatisch?

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box-horn 16.05.2019, 08:17
38. Beleidigung für das Handwerk

Was für ein Schwachsinn - die Idee klingt so richtig altlinks - nach sprachlicher Verwischung von Unterschieden von beruflichen Lehr- und Studienabschlüssen (wobei dies eigentlich auch nur die FH-Abschlüsse betrifft - akademische Abschlüsse wie die juristischen, philologischen oder mathematisch-naturwissenschaftlichen erzeugen streng genommen keinen "Beruf" sondern "nur" eine Befähigung).
Nicht nur soll anscheinend bei den Umworbenen die Umbenennung die Vorstellung erzeugen, die Abschlüsse seien gleichartig in ihren Anforderungen, d.h. ein Abschluss als Meister sei das gleiche wie ein akademischer Studienabschluss oder gar mit der akademischen Karriere zu vergleichen, auch die Kunden werden verbal aufs Glatteis geführt. Ein "Bachelor Professional" hat kein Studium hinter sich und keinen akademischen oder Fachhochschulabschluss, der dadurch entwertet wird.

Das Ganze ist aber mehr eine Beleidigung für das Handwerk. "Meister" als höchster qualifizierter Abschluss einer handwerklichen Ausbildung mit allen Rechten und Pflichten ist ein Produkt der dualen Ausbildung und ein Qualitätsmerkmal für berufliche Kenntnisse, was es so nur im Deutschsprachigen Raum gibt - ein Alleinstellungsmerkmal. So zu tun, als könne man mal eben den Abschluss mit einem College- oder Mittelschulabschluss quasi nebenbei erwerben, ist eine Frechheit.

Will Frau Karliczek etwas für die handwerkliche Ausbildung und den "Meister" als Abschluss tun, sollte sie dafür Sorge tragen, den Abschluss auch finanzierbar zu machen, denn der ist mit enormen fünfstelligen Kosten verbunden, die der Prüfling selbst aufbringen muss - DAS ist ein Selektionsmerkmal und Ausbildungshindernis, und nicht der Name.

Und was kommt als nächstes? Die sprachliche Aufhebung zwischen ausgebildeten und ungelernten?

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sonic.m 16.05.2019, 08:27
39.

@MyMoon: Es ist schon erstaunlich mit welcher Selbstsicherheit falsche Informationen verbreitet werden. Es gibt keine Bachelor Abschlüsse in Deutschland die nur 2 Jahre dauern. Auch ist ein Bachelor an einer regulären US Universität alles andere als miderwertiger als eine Technikerausbildung /Meisterausbildung. Techniker und Meister sind für völlig verschiedene Dinge ausgebildet worden als Hochschulabsolventen. In den praxisnahen Gebieten kann ein Absolventen denen sicher nicht das Wasser reichen. Muss er aber auch gar nicht, genauso wenig wie Techniker/Meister Hochschulabsolventen in vielen theoretischen Fächern das Wasser reichen können. Das theoretische Niveau ist selbst im Abitur teils höher als alles was Techniker/Meister je lernen. Macht aber auch nichts aus, da sie das nicht brauchen und mit einem ganz anderen Ziel/Aufgabenbereich ausgebildet werden.

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