Forum: Karriere
Kurse für Arbeitslose : Preis günstig, Qualität mies
DPA

Die Arbeitsagentur gibt Milliarden Euro aus, um Arbeitslose zu schulen. Welcher Träger den Zuschlag bekommt, soll künftig weniger vom Preis abhängen. Doch das, sagen Anbieter, sei eine Mär. Ausgesucht würden immer noch die billigsten.

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aehzebaer 03.04.2018, 16:20
10. Statistik

Die sinnfreien "Trainings" würden wohl drastisch reduziert, wenn der vordergründige Zweck entfiele: die Schönung der Arbeitslosenstatistik.

Arbeitslose in Maßnahmen werden aus der Statistik heraus gerechnet und diese somit geschönt. Genau aus diesem Grunde wird den Ämtern druck gemacht die Arbeitslosen in Maßnahmen unterzubringen. Dem kann nur entgegen gewirkt werden, wenn die Statistik alle Arbeitslosen ausweist, egal ob sie derzeit dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung stehen oder nicht.

Gerade die Presse sollte bei den Berichten über die aktuellen Zahlen, auch diese Dunkelziffern genau recherchieren und sehr deutlich präsentieren. Vielleicht würde das das Bewusstsein der Bürger für die sehr teuren "Zahlenspielerein" schärfen.

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Actionscript 03.04.2018, 16:21
11. Nicht Kurse sondern Weiterbildung bei einem potentiellen Arbeitgeber

Um ins Arbeitsleben zurück zu kommen, muss man direkt vor Ort sein, das heisst, man muss in einem Betrieb arbeiten. Wie wäre es denn, wenn Betriebe, die Arbeitnehmer brauchen, Arbeitslose einstellen, die Weiter- oder Ausbildung vornehmen, die Arbeitnehmer auch bezahlen, aber dafür vom Staat Steuervergünstigungen bekommen.

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Wassup 03.04.2018, 16:24
12. Meine Erfahrung als IT-Trainer im System Arbeitsamt

Vor 15 Jahren machte ich neben dem Studium den MCSE (=Microsoft Certified Systems Engineeer), MCSD, Microsoft Certified Trainer. , damals bezahlt von Microsoft weil es zu wenig Trainer gab.

Mit kaum praktischer Erfahrung heuerte ich mit Anfang 20 bei einem der Schulungsanbieter an, die Teilnehmer bekamen die Schulung vom Arbeitsamt (das war vor der Hartz IV Reform) bezahlt.

Alle Teilnehmer sollten - wie ich ein paar Monate vorher - MCSE werden und dann in der IT Branche einsteigen.

ABLAUF des TRAININGS:
Die Schulungen sind gescriptet, das bedeutet das der Trainer absolut keine Freiheiten hatte was den Ablauf und den Inhalt des Trainings angeht. Sogar die Übungsaktivitäten sind haar-klein geplant.
Eigentlich ist man als Trainer nur ein ausführender Bandarbeiter, der Arbeitsschrite nach Arbeitsplan stupide ausführt.

TEILNEHMER:
Die meisten Teilnehmer erkärten erklärten, sie seien zur Maßnahme verpflichtet worden, interessierten sich nicht für das Thema.
Als Trainer ist es wirklich anstrengend, ja unmöglich Teilnehmer gegen ihren Willen zu trainieren.
Dabei kann man noch froh sein, wenn Teilnehmer nicht offen Tageszeitung lesen um ihren Unmut zum ausdruck zu bringen.

Nur 3-4 Teilnehmer pro Kurs (15-20 Teilnehmer) waren interessiert - doch die hätten eine Schulung im sinne eines Frontal-Unterichts mit Übungen nicht gebraucht.

Dieses System ist erniedrigend und frustrierend für alle Beteiligten - und bringt kaum jemanden in einen Job.

Selbst als Studentenjob kann man so etwas nur kurze Zeit machen - gut das ich die Freiheit hatte, etwas anderes zu tun.

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UCL 03.04.2018, 16:25
13. welche 'Bildungsträger' werden beauftragt ?

hier im Forum wird u.a. konstatiert, dass an 'öffentlich-rechtliche' (was auch immer das sein soll) sowie an (vermeintlich) Gewerkschafts-nahe hauptsächlich Bildungsaufträge vergeben werden.

Ist das so korrekt bzw plausibel nachvollziehbar aus verfügbaren Quellen im Abgleich mit Vertragsstatistiken ggfs aus Ministerium/Landesanstalten etc ?

Konkret kann ich von Erfahrungen berichten, bei denen völlig inapte Kursanbieter mit durchaus sehr fragwürdigen Angeboten ausgewählt worden waren : private Anbieter !

SPON hat gerade in der Recherche des sozial-caritativen Wildwuchses in der Behindertenhilfe/Kinder-, Jugend- und Erziehungs-Hilfe-Einrichtungen durchaus substantielle Aufklärung initiiert (einige mit substantiellen juristischen und politischen Konsequenzen) und darüber berichtet.
Auch einige eben dieser soz-caritativen Unternehmen haben sehr früh schon sich als Bildungsträger angeboten. An Diskussionen darüber, wie sehr viel vorteilhafter und gewinnbringender das sei, als sich mit professionellen Landschaftsverbänden, Landes-Ministerien bzw Krankenkassen rumzuschlagen in der Sucht-/Kinder-Jugend-Erziehungs-Behinderten-Alten-Hilfe etc erinnere ich mich sehr gut. Auch daran, dass sich Direktoren sehr unterschiedlicher, vermeintlich und weniger vemeintlich konkurrierender Sozialträger "abstimmten" über das 'Angebotsspektrum'.

Was ist da dann wohl für Arbeitsamt und deren Kunden an Leistung wirklich zu erwarten ?

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jens109 03.04.2018, 16:30
14. #2 genau richtig

Exakt der gleiche Gedanke kam mir beim Lesen dieser Zeile auch.
Die andere Frage: Wie kann "sich" jemand so einfach arbeitunfähig melden?

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GoaSkin 03.04.2018, 16:31
15. Was das Arbeitsamt wirklich will, bringt auch der billigste Anbieter

Befindet sich ein Arbeitsloser in einem solchen Kurs, kann er sich derweil einen faulen Lenz machen, noch nebenher schwarz arbeiten gehen. Dieser Aspekt ist bei solchen Kursen wichtiger, als die Bildungsqualität, auch wenn das niemand offen ausspricht.

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arvin 03.04.2018, 16:35
16. Haarsträubend

Ich habe jahrelang als Coach, Langzeitarbeitslose bei verschiedenen Trägern betreut, erstens für ein Hungergehalt immer nur befristet auf maximal 2 Jahre, was demotivierend ist, zweitens am Ende wurde gesagt die neue Ausschreibung für das selbe Projekt hat eine Träger bekommen der noch billiger war.
"Danke schön für Ihre Mitarbeit, wir wünschen Ihnen alles Gute"
Viele ältere Langzeitarbeitslose hätten sich gewünscht in öffentlich geförderten Projekten ihr Geld zu verdienen statt den xten Lebenslauf und den xten Office Kurs und die xte Exkursion zubesuchen. Wenn es freiwillig wäre, hätte es Sinn machen können, aber Ihnen wurde nur mit Sanktionen gedroht wenn sie sich dem Jobcenter wiedersetzten.
Von ca 30 Teilnehmern waren jedesmal vielleicht 5-6 motiviert sich zu bewerben oder sich beruflich zu verändern. In allen Massnahmen wurde nur gegenüber der ARGE gekratzbuckelt von der der jeweiligen Leitung. Und der grösste Wert wurde immer auf die Anwesenheit gelegt, 3- 4 mal am Tag am besten. An Tagen wo die ARGE Kontrollen machten wurde von der jeweiligen Leitung Blut und Wasser geschwitzt auf das diese wenig Mängel zu beanstanden hatten.
Die meisten TN wurden 3 Monate und länger durchgeschleift und man hat sie in Ruhe ihre Filmchen und PC Spiele machen lassen.
Einige TN gaben soagar an, das Ihnen die Decke auf den Kopf zu Hause fällt und nahmen es auch dankbar bis zur nächsten Massnahme an.
Auch wenn sogenannte Lehrpläne erstellt wurden, war es immer so, dass man nach 14 Tagen mit den TN das Programm durchhatte, der Rest war Zeittotschlagen und alles in die Längegezerre.
Wie gesagt beide Seiten Mitarbeiter und TN sind oft in einer Situation die nicht wirklich befriedigen kann. Dieses ganze Qualitätsmanagementgetue bei den Bildungsträgern sind oft alles nur potemkinsche Dörfer und sollen dem, einer übergeordneten Sinnhaftigkeit geben, das wissen auch alle Beteiligten.

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kuschl 03.04.2018, 16:44
17. Geldvernichtungsmaschine meist ohne Nutzen

Bildungseinrichtungen der Arbeitgeberverbände und vor allem der Gewerkschaften profitieren von diesem Milliardentopf, der Steuergelder vernichtet. In ihren Aufsichtsräten und Vorständen sitzen Funktionäre, denen die Schicksale der Betroffenen sowieso egal sind. Hauptsache, die Einrichtungen bekommen immer weitere "Kunden" zugewiesen und der Geldsegen fließt weiter. Politiknahe Gewerkschaftsfunktionäre halten über ihre Parteien das einträgliche Geschäft am
laufen und spielen die barmherzigen Samariter, die nur das Schicksal der Betroffenen bewegt. Knallhartes Milliardengeschäft mit humanitärem Anstrich.

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janwilhelmine 03.04.2018, 16:44
18. Bildungsmarkt

Die öffentlich finanzierten Bildungkurse und -maßnahmen sind ein lukrativer und hart umworbener Markt von Bildungsträgern. Denn hier fließt richtig Geld von Jobcenter oder Arbeitsagentur. Leider nicht in die Gehälter der Dozenten und PädagogInnen. Auch die Qualität leidet darunter, denn welcher fachlich versierte Dozent arbeitet freiberuflich für 15 ? pro Std., wie sie Bildungsträger zahlen. Verdient wird durch Mehrfachnennung von 1 Mitarbeiter in mehreren Konzepten, was nur durch genaue Kontrollen deutlich wird. Oder durch Mehrfacheinsatz von 1 Mitarbeiter und dadurch Einsparung z.B. von weiterem Dozenten und anderem Mitarbeiter. Hier sollten Arbeitsagentur und Jobcenter mehr die tatsächlichen Mitarbeiter und Abläufe überprüfen.

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joG 03.04.2018, 16:59
19. Hier wie sonst bei....

...privaten Gütern ist der Staat bzw eine Behörde die denkbar schlechteste Wahl die (Investioins-) Entscheidung zu treffen, welche Kurse id est Anbieter genommen wrrden sollten. Das entmündigt zudem den Arbeitslisen mit den zu erwartenden Folgen.

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