Forum: Karriere
Lange Arbeitszeiten: Müde Klinikärzte werden zur Gefahr für Patienten
Corbis

Operieren bis zum Umfallen: Jeder zweite Arzt in deutschen Krankenhäusern arbeitet bis zu 60 Stunden pro Woche, jeder vierte sogar bis zu 80. Der Ärzteverband spricht von einem Risiko für die Patienten.

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ganta 11.03.2013, 19:38
1. Das...

hab ich schon vor 10 Jahren gesagt, als ich mein erstes Praktikum in einer Klinik absolviert habe.
Aber das wird sich nicht ändern. Deutschland ist ein kapitalistischer Staat geworden und hier regiert das Geld. Da interessieren übermüdete Ärzte oder geschädigte Patienten reichlich wenig, solang der Gewinn stimmt.
Ich würde das als Arzt ja nicht mitmachen aber das muss wohl jeder für sich selber entscheiden.

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jorinde1968 11.03.2013, 19:41
2. Artikel richtig...

...Inhalt nicht neu. Das Problem ist nicht, dass ÄrztInnen zum Problem für uns PatientInnen werden, sondern dass sie es längstens sind und Artikel, deren Inhalt so auch schon vor zehn Jahren korrekt war, nicht helfen, wenn sich schlicht nichts ändert.

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kolibri73 11.03.2013, 19:45
3. traurig,aber wahr!

Besonders junge assistenzaerzte,die noch ihren facharzt machen wollen, werden gnadenlos mit ueber 60 wochenstunden verheizt.wer aufmuckt bekommt dieops die er zum.facherzt noch braucht eben nicht bzw erst viel spaeter zugeordnet. diese umstaende veranlasssen immer mehr klinikaerzte ihrerseits D den ruecken zu kehren und nach skandinavien zu gehen

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Vito.Andolini 11.03.2013, 20:04
4. Kein Wunder...

Zitat von kolibri73
Besonders junge assistenzaerzte,die noch ihren facharzt machen wollen, werden gnadenlos mit ueber 60 wochenstunden verheizt.wer aufmuckt bekommt dieops die er zum.facherzt noch braucht eben nicht bzw erst viel spaeter zugeordnet. diese umstaende veranlasssen immer mehr klinikaerzte ihrerseits D den ruecken zu kehren und nach skandinavien zu gehen
Um Himmelswillen, lernen Sie erst einmal richtig deutsch zu schreiben, bevor Sie Patienten behandeln! Kein Wunder, wenn Sie nicht wie gewünscht Karriere machen. Wenn es in Skandinavien besser ist, dann gehen Sie doch dorthin!

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sertim 11.03.2013, 20:07
5. Überstunden?

Sehr viele arbeiten auch 100 Wochenstunden und freuen sich über nur 60...Die Realität in den Kliniken ist Lichtjahre entfernt von der verzerrten Wiedergabe in den Medien. Kein Hauch einer Chance auf Veränderung - es geht um viel Geld, um Business, nur nicht für die arbeitenden Ärzte und wenn nicht gespurt wird: es gibt genug andere, die mit den Hufen scharren.

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xehris 11.03.2013, 20:08
6. Nichts dazu gelernt

Dass Ärzte in deutschen Krankenhäusern nicht nur schlecht bezahlt sind, sondern auch ihre Gesundheit in einem kräftezehrenden 3-Schichtensystem mit Endlosarbeitszeiten riskieren, ist seit mindestens 40 Jahren bekannt und nichts hat sich verbessert.
Deshalb haben schon Tausende von deutschen Ärzten Deutschland verlassen, um in der Schweiz oder in Schweden angenehme Arbeitsbedingungen zu genießen.
Vor allem die Zustände in ländlich gelegenen Krankenhäusern in Deutschland sind oft katastrophal: Personalengpässe ohne Ende, übermüdete Ärzte und fast ausschließlich ausländische Ärzte, die oft wenig Deutsch können.

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dajafung 11.03.2013, 20:09
7. Immer wieder dieselben Klischees

Ich bin selber Oberarzt an einer kleinen Klinik und kenne niemanden der sich totarbeitet. Die Einstellung vieler Ärzte macht es den wenig verbliebenen so schwer. Vor 15 Jahren war der Krankenstand nahe 0, die AIPler haben für 1000 DM auf 1/2 Stelle 60-80 Stunden an der UNI geschuftet - heute gibt es kein AIP mehr, die Assistenten können sich die Stellen aussuchen und steigen ohne Dienste mit 3500 Euro ( ohne Dienste !) ein. Da ist man dann im Anschluss an den Skiurlaub halt schon mal drei Wochen krank weil die Schulter wehtut, oder lässt sich sofort 6 Wochen krankschreiben wegen eines Bandscheibenvorfalls auch wenn es nach 2 Wochen Physiotherapie eigentlich wieder geht. Die Stelle ist halt sicher. Und dieses ganze Überstundengeheule - ich habe 2006 an der Uni dafür gekämpft dass es eine Stundenobergrenze gibt - mehr als 90 % der Ärzte haben damals die OPT - OUT Regelung unterschrieben weil sie MEHR Geld haben wollten.

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westerwäller 11.03.2013, 20:24
8. Sonderbar ...

... von den Foristen hört man doch immer, dass die sich nur um ihr Golf-Handicap und die Pflege ihrer Luxuskarossen kümmern, GKV-Patienten anstelle eines Herzkatheters ein Heftpflaster verordnen und PKV-Patienten die Füße lecken, während sie selbst von hinten von Pharma-Lobbyisten geschmiert werden ...

Dass ihr Jahresverdienst denjenigen einer Schlecker-Verkäuferin übersteigt, ist sowieso ein Skandal ...

Demjenigen Foristen, der das kapitalistische System wieder mal als Grundübel verortet, sei die Frage gestellt, warum die Kapitalisten dann nicht für mehr Ärzte sorgen, damit die Lohnkosten auf Sozialhilfeniveau gedrückt werden können ...

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erlachma 11.03.2013, 20:29
9.

Zitat von dajafung
Ich bin selber Oberarzt an einer kleinen Klinik und kenne niemanden der sich totarbeitet. Die Einstellung vieler Ärzte macht es den wenig verbliebenen so schwer. Vor 15 Jahren war der Krankenstand nahe 0, die AIPler haben für 1000 DM auf 1/2 Stelle 60-80 Stunden an der UNI geschuftet - heute gibt es kein AIP mehr, die Assistenten können sich die Stellen aussuchen und steigen ohne Dienste mit 3500 Euro ( ohne Dienste !) ein. Da ist man dann im Anschluss an den Skiurlaub halt schon mal drei Wochen krank weil die Schulter wehtut, oder lässt sich sofort 6 Wochen krankschreiben wegen eines Bandscheibenvorfalls auch wenn es nach 2 Wochen Physiotherapie eigentlich wieder geht. Die Stelle ist halt sicher.
Und das ist kein Klischee? Meine "erste Hand" geht wenn es nur irgendwie geht (und nicht ansteckend ist) arbeiten, und so viel, dass sie am Wochenende, wenn sie denn mal eines von vieren im Monat überhaupt frei hat, zu nichts zu gebrauchen, weil sie eigentlich nur Schlaf nachzuholen hat. Nach 4 Monaten hatte sie 200 (!) Überstunden angesammelt, und nochmal etwa soviel, bei denen sie vorher ausgestempelt hat, weil ihr Oberarzt gesagt hat, sie solle nach Hause gehen. Am nächsten Tag hat er sie natürlich trotzdem zur Sau gemacht, wenn ein OP-Bericht nicht zur Frühbesprechung fertig war. Dass "heimgehen" und "unerledigte Arbeit machen" nicht zusammenpasst, das war zu hoch für diesen Oberarzt.

Aber verraten Sie uns doch bitte Ihr Klinikum, ich bin ziemlich sicher, meine "erste Hand" würde sofort morgen dort anfangen. Denn was Sie schreiben ist schlicht traumhaft und in der Realität nicht zu bekommen.

Zitat von dajafung
Und dieses ganze Überstundengeheule - ich habe 2006 an der Uni dafür gekämpft dass es eine Stundenobergrenze gibt - mehr als 90 % der Ärzte haben damals die OPT - OUT Regelung unterschrieben weil sie MEHR Geld haben wollten.
Logisch - weil es in der Regel heißt: Opt-Out oder kein Arbeitsvertrag.

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