Forum: Karriere
Langzeitarbeitslos: 20 Jahre in der Drehtür
Bernd Hempen

Von Arbeitslosen verlangt der Staat viel, die Vermittlungserfolge der Arbeitsagenturen sind kümmerlich. Heinz Georg von Wensiersky wurde als Mittvierziger entlassen. Seitdem konnte der Maschinenbautechniker nie wieder beruflich Tritt fassen - "abgehängt und nun zu lange abgehangen".

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LorenzSTR 26.06.2013, 13:42
150.

Zitat von b.oreilly
also wenn ich mir hier so die Kommentare so durchlese. dann weiss ich, was ich schon immer geahnt habe: hier sind Leute mit viel Tagesfreizeit unterwegs! ;-)
Seltsam, wie ist das eigentlich bei neoliberalen "Leistungsträgern" Ihrer Couleur?

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alternativloser_user 26.06.2013, 13:43
151. Keine Einzelschicksale

Genau sowas sind eben keine "Einzelschicksale", sondern trifft auf so ziemlich jeden zu der ab einem bestimmten Alter arbeitslos wird, völlig egal wie hochqualifiziert die Person ist.
Das "Einzelschicksal" Geblubber ist genauso ein Blödsinn wie der sogenannte Fachkräftemangel.
Die Tatsache die eigentlich jedem klar ist, aber gerne verdrängt wird, ist doch, dass es in Deutschland nicht genug Arbeit für alle gibt!

Aber statt das Problem an der Wurzel zu packen, und zu überlegen ob man vielleicht mal das System überarbeitet, wird immer nur von Einzelfällen gesprochen.

Eigentlich müsste man hingehen und folgende Überlegung anstellen:
- Es gibt eine bestimmte Menge an Arbeit
- Es gibt eine bestimmte Menge an Erwerbstätigen und Arbeitslosen
- Ist das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Arbeitslosen z.b. 10 zu 1, dann könnte man hingehen und die maximale Wochen/Monats/Jahres/Arbeitszeit des einzelnen reduzieren und dafür eine Stelle für einen qualifizierten Arbeitslosen schaffen
Die zu erledigende Arbeit ist ja schon da, sie ist nur ungleich verteilt.
Wenn 10 Leute 40 Stunden die Woche arbeiten und dabei einen Arbeitslosen mitfinanzieren, dann könnte man stattdessen auch 11 Leute jeweils 36 Stunden und 20 Minuten pro Tag arbeiten lassen. Schon ist einer weniger Arbeitslos und zahlt sogar noch Steuern dabei.

Aber es ist ja im Sinne der Gewinnoptimierung erwünscht dass der einzelne sich kaputtarbeitet während der andere einzelne keine Arbeit hat. Diese Situation muss als Gesamtgesellschaftliches Problem erkannt werden.

Auf Dauer kann es sich eine Gesellschaft nicht leisten wenn immer mehr Leute Gesellschaftlich abgehängt werden und die soziale Schere immer weiter auseinandergeht. Das führt früher oder später zu Problemen wie z.b. Unruhen.

Wenn man die momentane Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt konsequent weiterbetreibt, führt dass dazu dass immer mehr Menschen entweder garkeine Arbeit haben, oder aber total überarbeitet sind und im Burnout enden.
Sowohl zuwenig als auch zuviel Arbeit ist für das "Einzelschicksal" gefährlich.

Und hier gilt es, das richtige Maß zu finden, was Gesellschaftlich sinnvoll ist, damit diese Gesellschaft auch weiterhin funktioniert und nicht irgendwann alles zusammenbricht.

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b.oreilly 26.06.2013, 13:46
152.

Zitat von Neinsowas
...bis man mal kritisch die Arbeitsagentur, bzw. unser Arbeitssystem hinterfragen darf! Endlich!
mit Verlaub gesagt, die Arbeit der Arbeitsagentur wird seit Jahrzehnten kritisch hinterfragt, aber ändern wird sich auch in Jahrzehnten nichts, ist ja schließlich Öffentlicher Dienst!

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Illya_Kuryakin 26.06.2013, 13:46
153. optional

Ich zähle mich selbst zum Mittelstand, aber ich weiß, dass ich nur eine Kündigung und 12Monate Arbeitlosigkeit von Hartz IV entfernt bin. Sollten sich alle "Leistungsträger" auf ihren hohen Rössern ruhig hinter die Löffel schreiben.

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hypnos 26.06.2013, 13:47
154. Suchen kann man unendlich

Zitat von andre_jordan
Mal abgesehen von der offenbar desolaten Situation bei der Bundesagentur, gibt es doch nun wirklich genügend Plattformen, auf denen man Arbeit suchen kann
Suchen kann man unendlich, beispielsweise in der Datenbank der BA. Dort lauter fingierte oder veraltete "Angebote". Das FINDEN ist das Problem. Zumal in einem rassistischen Land wie Deutschland. Dort ist "alt" ein Ausschlusskriterium.

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zitzewitz 26.06.2013, 13:48
155. Selten so einen Unsinn gelesen

Zitat von username987
sorry, aber wenn dieses foto als bewerbungsbild benutzt wurde, ist es völlig normal, wenn die bewerbungsmappe auf dem stapel "absage" landet. das foto zeigt einen geschätzt mitt-siebziger. als 60plus-stellensuchender sollte man sich ein wenig jugendlicher präsentieren, den weissen bart abnehmen, gepflegteren haarschnitt und peppigere krawatte, dann wäre das vielleicht eher etwas geworden.
Der Herr auf dem Photo repräsentiert einen gestandenen Mann mit entsprechender Lebens- und Berufserfahrung, warum sollte er sich verkleiden?
Die Firmen denken aber wohl mehrheitlich wie Sie und suchen jungdynamische Kleiderständer mit Powerpoint- und Bullshitbingo-Skills.

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J_Curious 26.06.2013, 13:50
156. Gegenfrage

Zitat von LorenzSTR
Wissen Sie, was man unter dem BGE versteht? Es bedeutet selbstbestimmtes Leben und Zeit für sinnvolle Tätigkeiten - HartzIV bedeutet dagegen gesellschaftliche Stigmata ("Der betätigt sich hier obwohl er mal besser nach einem Job suchen sollte..."), sinnbefreite Zwangsmaßnahmen, Depression und, im Extremfall, ein Ende vor dem Schnellzug. Sie verstehen den Unterschied?
Ich habe eine erntsgemeinte Gegenfrage, oder besser, Gegenthese: Wer heute HartzIVler ist, ist dann in der öffentlichen Wahrnehmung ein BGEler: eben ein (Achtung: Klischee) fauler Sack, der auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung rauchend und saufend sein Leben vor dem Flatscreen verbringt (Klischee aus).
Es wird weiterhin Ausgrenzung geben - da es menschlich ist, mehr haben zu wollen als der Nachbar. Folglich werden es auch alle versuchen - einige werden es nicht schaffen - und die sind dann eben die "BGEler".

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warndtbewohner 26.06.2013, 13:52
157. Ach nee...

Zitat von andre_jordan
Mal abgesehen von der offenbar desolaten Situation bei der Bundesagentur, gibt es doch nun wirklich genügend Plattformen, auf denen man Arbeit suchen kann

da wär ich jetzt nich draufgekommen. Was glauben sie denn wo ich mich beworben habe. In sämtlichen Stellenbörsen im Internet wenn sie es genau wissen wollen..

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Greyjoy 26.06.2013, 13:55
158.

Zitat von Aschmersal
Wer in Deutschland gesund ist und arbeiten will, der findet auch Arbeit. In welchem Alter auch immer.
Zitat von thelix
Meinen Sie das ernst oder MÜSSEN Sie das als BWLler sagen?
Naja das ist im Grunde nicht ganz falsch.
Daher glaube ich, dass der Forist das wirklich ernst meint.
Allerdings fehlt in seiner Aussage natürlich der Hinweis auf die dafür nötige Akzeptanz von zum Teil menschenverachtenden Verhältnissen.
Natürlich findet man Arbeit wenn man bereit ist sich in mies bezahlten Leiharbeiterjobs kaputt zu schuften. Das man das nicht akzeptieren darf ist bei vielen Bürgern noch nicht angekommen.

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dergast777 26.06.2013, 13:55
159.

Zitat von rentier75
...aber wer Bewerber anhand des Fotos bewertet ist nichts weiter als ein oberflächlicher Vollpf..... Tut mir leid, aber Menschen ......
welches Land ist es denn?

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