Forum: Karriere
Langzeitarbeitslos: 20 Jahre in der Drehtür
Bernd Hempen

Von Arbeitslosen verlangt der Staat viel, die Vermittlungserfolge der Arbeitsagenturen sind kümmerlich. Heinz Georg von Wensiersky wurde als Mittvierziger entlassen. Seitdem konnte der Maschinenbautechniker nie wieder beruflich Tritt fassen - "abgehängt und nun zu lange abgehangen".

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lindenbast 26.06.2013, 14:32
180.

Zitat von MütterchenMüh
Einzelschicksale sind immer bedrückend. Andererseits ist Wandel in einer modernen Volkswirtschaft nun einmal ein "must", das nicht verhandelbar ist.
Anderen solche Schicksale zu ersparen, DAS ist das Must, das nicht verhandelbar ist.

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donky@abwesend.de 26.06.2013, 14:32
181. Leider falsch beraten

Leider wurden wahrscheinlich alle Beteiligten falsch beraten. Der Arbeitnehmer als er in die Selbständigkeit floh, vielleicht auch falsche CVs mit falschen Gehaltsvorstellungen für falsche Positionen verschickt. Man muss da schon sehr geschickt agieren um nicht gleich als über- oder unterqualifiziert aussortiert zu werden.
Aber auch die Arbeitgeber sind falsch beraten diese Menschen nicht zu berücksichtigen. Dabei sollte man die Erfahrungsjahren nicht überbewerten, wie viele das machen. In der Technik ist alles alter als 5 bis 10 Jahren kaum mehr relevant. Wir (Personalberater) empfehlen aber gerne solche MA weil:
- sie nicht mehr an den Stuhl der Chef sägen
- sie zwar nicht mehr bis 22:00 im Büro ausharren aber dafür effizienter sind
- sie sich nicht ständig draußen bewerben um 5 € mehr zu verdienen

Man muss aber seine Gehaltsvorstellungen sehr schnell relativieren, weil nach 1 oder 2 Jahren draußen wird die Luft sehr dünn. Weiterbildung hilft dann auch nicht mehr.

Ein gesunder Mix von Konsolidierenden MA und jungen Aufstreber macht es halt.
Muss man die Beteiligte aber erst mal verklickern.

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egal42 26.06.2013, 14:32
182. nicht mehr lange...

dann gehören solche bauenropfer der vergangenheit an.
neben den linken und neben gewerkschaften vormiert sich eine neue partei. keinepartei zum wählen ,eine partei nur proterstiert und die starken an ihre fehler und opfer erinnert. mfg ihr seit nicht allein, habt gedult!

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velociraptor 26.06.2013, 14:39
183. gesellschaftlicher Erwartungsterror

Zitat von hans_hamburg
Ein wichtiger Punkt wird immer übersehen. Arbeitslosigkeit ist eine Errungenschaft. Lange haben wir dafür gearbeitet und arbeiten immer noch daran, Prozesse zu vereinfachen und effektiver zu gestalten. Es müssen schon lange nicht mehr alle Menschen arbeiten um alle Menschen gut zu versorgen. Mit Nahrung, mit Kultur, mit Medizin. Vollbeschäftigung ist systembedingt völlig überflüssig. Wir brauchen sie nicht mehr.
So ist es. Aber in der gesellschaftlichen Denke ist das noch lange nicht angekommen. Wer nicht arbeitet, sei einfach nur "faul" und darf hemmungslos kritisiert werden (Stichwort "von meinen Steuergeldern"...). Außerdem ginge es ihm ja "gut", weil er morgens nicht früh aufstehen und arbeiten muss. (=naiver Neid) Vor allem gilt das für Männer. Frauen dürfen zur Not auch Hausfrau sein...

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lindenbast 26.06.2013, 14:39
184.

Zitat von username987
sorry, aber wenn dieses foto als bewerbungsbild benutzt wurde, ist es völlig normal, wenn die bewerbungsmappe auf dem stapel "absage" landet. das foto zeigt einen geschätzt mitt-siebziger. als 60plus-stellensuchender sollte man sich ein wenig jugendlicher präsentieren, den weissen bart abnehmen, gepflegteren haarschnitt und peppigere krawatte, dann wäre das vielleicht eher etwas geworden. wobei der herr von und zu auch selbst auf die idee hätte kommen können...
Wissen Sie, es ist völlig klar: an jedem einzelnen Leben kann man irgendeinen Grund finden, warum gerade dieser Mensch völlig zu recht keine Stelle bekommt. Er kann nicht gut genug Suaheli oder seine Krawatte ist zu wenig peppig, er spricht keinen Dialekt oder den falschen; seine Noten sind zu gut, zu schlecht, zu mittelmäßig. Hat öfter den Job gewechselt: unbeständig. ist immer bei der gleichen Firma gewesen: unflexibel.
Man kann immer ein Haar in der Suppe finden. Nur: genau das gilt nicht nur für jeden, der einen Job sucht, sondern auch für jeden, der einen Job hat.
Im Übrigen habe ich nie viel von Personalern gehalten, aber wenn Sie mir jetzt sagen, dass Qualifikation und Erfahrung völlig unwichtig sind im Vergleich zur Bartfrage, dann wundert mich in diesem Land plötzlich doch einiges nicht mehr.

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J_Curious 26.06.2013, 14:42
185. Arroganz

Zitat von LorenzSTR
Springer, Bertelsmann und Co. haben ganze Arbeit geleistet, die Propagandaverdummung über Jahrzehnte war nicht umsonst. Mittlerweile ist allerdings auch festzustellen, dass nur noch ganz naive Zeitgenossen glauben, durch ein bisschen Bildung und.....
Lieber Mitforist, zu ihrem Kommentar kann ich nur noch eins sagen: Seien Sie doch bitte nicht so ein toller Typ.
Aber klar - Ihnen und allen die Sie kennen sind jegliche menschliche Schwäche fern... Wenn ich groß bin, möchte ich so sein wie Sie, ganz ehrlich...

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andreasoberholz 26.06.2013, 14:46
186. Wollten wir das??

Zitat von sysop
Von Arbeitslosen verlangt der Staat viel, die Vermittlungserfolge der Arbeitsagenturen sind kümmerlich. Heinz Georg von Wensiersky wurde als Mittvierziger entlassen. Seitdem konnte der Maschinenbautechniker nie wieder beruflich Tritt fassen - "abgehängt und nun zu lange abgehangen".
Das abstruse ist ja das die Politik von alle dem weiss. Sie weiss auch das es viele solcher Schicksale gibt. Aber seit wann kann man mit 43 nicht mehr Arbeiten?
Der eigentliche Skandal ist das Firmen offensichtlich glauben das man wegen einer längeren Pause nicht mehr einsteigen kann. Das ist verrückt. Und in dem Fall hier kann man ja nun nicht sagen es wurde sich nicht um Arbeit bemüht. Bei den Personaleren muss ein Wandel im Kopf statt finden. Unsere Gesellschaft braucht auch ältere AN die viel Erfahrung im Job mitbringen.

Und wenn nun einige sage es sei nur einer.
Ein solches Beispiel zeigt aber schön wie unser System dazu in der Lage ist Menschen aus der Gesellschaft auszuschliessen. Genau das was Gerhard Schröder nicht wollte, Verhältnisse wie in den USA, das haben wir heute. Unsere Gesellschaft wird wie in den USA in Gewinner und Verlierer eingeteilt.
Wollten wir das?
Sind wir Bürger da gefragt worden?

Nein, wir sind abermals nicht gefragt worden.
Die parlamentarische "Demokratie" entscheid über die Köpfe der Bevölkerung hinweg!! Immer brav im Sinn etlicher Lobby-Verbände.

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Inuk 26.06.2013, 14:46
187. Langzeitarbeitslos

Zitat von michel.deutsch
"Die Enttäuschung führte ihn, nach einigen Jahren Politik-Pause, in die Linkspartei." Ein Sammelbecken für Loser, die in einer freien Gesellschaft nach dem Geld der Gewinner schreien...
Jedenfalls hat Herr Wensiersky sich weitergebildet und alles getan, um in seiner Branche wieder Fuß zu fassen. Eigentlich müsste er für die Arbeitsagentur ein Vorzeigekandidat sein, so er denn auch Arbeit gefunden hätte. Der Mann ging durch die Hölle und der Stress und die Belastungen waren so stark, dass darüber seine Ehe zerbrach und er sein Haus und Sparvermögen verlor.

Leider ist er kein Einzelfall und ich hoffe, dass investigativer Journalismus aufzeigt, wie schmählich die große Behörde Bundesagentur für Arbeit versagt hat und auf die unsere Arbeitsministerin so stolz ist. Frau von der Leyen ist eine Märchentante, die sich für eine Lichtgestalt hält und in meinen Augen aber nur ein Glühwürmchen ist. Solche Beispiele bringt sie leider nicht an die Öffentlichkeit.

Herr Wensiersky arbeitet unentgeltlich ehrenamtlich, erfüllt eine gute Aufgabe und ist in meinen Augen ganz bestimmt kein Loser. Er ist nur ein Mann, für dessen Arbeit und Engagement kein Geld vorhanden ist, während für Politikervorträge tausende Euros bezahlt werden.

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gsm900 26.06.2013, 14:49
188. Kommt mir auch so vor

Zitat von winnie123
Auch in der Schweiz werden Arbeitnehmer ab 50 Jahren bevorzugt von den Firmen entlassen und haben dann kaum noch eine Chance eine neue Anstelleung zu bekommen.
Habe mich dort auch kürzlich beworben, bisher ohne Antwort.

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littlefish 26.06.2013, 14:51
189. ich kann mich nur wundern

ist nur eine vermutung aber ältere werden nicht eingestellt weil:
- den jungen muss man "nichts" bezahlen und die lassen sich auch besser unter druck setzen
- die vorgesetzten haben oft probleme damit, nicht der erfahrenste zu sein

ich kann mich trotzdem nur wundern, das der beschriebene keinen job gefunden hat. scheint doch ein kluges, qualifiziertes köpfchen zu sein. echt schade.

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