Forum: Karriere
Lehramts-Quereinsteiger in Berlin: Plötzlich Pauker
Corbis

Lehrer werden ohne Ausbildung? In Berlin kein Problem: Der Pädagogen-Mangel in der Hauptstadt ist so groß, dass Quereinsteiger ohne Fortbildung auf Schulklassen losgelassen werden. Kurse gibt's später.

Seite 1 von 7
fatherted98 09.07.2014, 15:28
1. Wahrscheinlich...

...kann mancher dieser Quereinsteiger den Schülern mehr beibringen als die "pädagogisch geschulten" Lehramtspersonen....

Beitrag melden
antonio.b 09.07.2014, 15:44
2. Bundestrainer, Wirt und Lehrer...

Zitat von fatherted98
...kann mancher dieser Quereinsteiger den Schülern mehr beibringen als die "pädagogisch geschulten" Lehramtspersonen....
kann jeder und ich auch. Jedem selbsternannten Bildungsexperten und manchem Bildungspolitiker, der das glaubt, empfehle ich ein vierwöchiges Praktikum mit voller oder mindestens halber Unterrichtsverpflichtung.
Das hilft gegen Ahnungslosigkeit und Selbstüberschätzung.

Beitrag melden
mcmercy 09.07.2014, 15:46
3.

"Aber am liebsten an einer Grundschule, wegen des fachlichen Niveaus, hat sie sich überlegt."

Also eine diplomierte Biologin will an die Grundschule wegen des fachlichen Niveaus? Ich behaupte fachlich hat den Grundschulstoff jeder halbwegs gebildete Erwachsene drauf, an der Grundschule ist vor allem pädagogisches Geschick gefragt.

Beitrag melden
Phil2302 09.07.2014, 15:46
4.

Das Referendariat fehlt sicherlich. Das pädagogische Studium ist doch völlig nutzlos. Ich habe 13 Vorlesungen oder Seminare an der Universität im Bereich Pädagogik besucht, genutzt hat mir davon gar nichts. Vor allem lernt man da eh nur Lerntheorien und ähnliches, die relevanten Sachen (Hausaufgaben, Klausur, wie gehe ich mit Schülern um, wie bereite ich Unterricht vor und nach) kommt erst im Referendariat. Einzig die Fachdidaktik Seminare waren noch ganz vernünftig. Das ist aber auch nicht unaufholbar als Quereinsteiger. Menschlich muss es passen, das ist das Wichtigste.

Beitrag melden
brunnersohn 09.07.2014, 15:47
5. was soll denn das?

Zitat aus dem Artikel "Es bewerben sich Journalisten, Pharmazeuten, gescheiterte Unternehmer."
Journalisten und Pharmazeuten, die sich als Lehrer verdingen lassen wollen, sind ja wohl auch gescheitert. Also warum "gescheiterte" Unternehmer besonders erwähnen. Im Grunde ist es aber ein Armutszeugnis für die Schulpolitik der Länder, wenn Quereinsteiger gesucht werden und/oder in anderen Bundesländer soviel Änderungen von Schulplänen, Zusammenlegungen von Schultypen, Abitur mit 8 oder 9 Jahren, leichtes /schweres Abi je nach Bundesland, durchgezogen werden. Die Kultusministerkonferenz der Bundesländer sieht sich als Speerspitze des Föderalismus, ist aber eher ein Haufen von notorischen Schulversagern.
Bildungspolitk sollte Bundespolitik sein. Basta

Beitrag melden
evilbernd 09.07.2014, 15:48
6. dann

Zitat von fatherted98
...kann mancher dieser Quereinsteiger den Schülern mehr beibringen als die "pädagogisch geschulten" Lehramtspersonen....
lassen sie mich doch mal wissen, warum? Ach ja, bevor sie dann mit der schwammigen Lebenserfahrung kommen: Definieren sie diese bitte und erläutern sie, wie sich diese dann konkret im Unterricht auswirkt. Beispiele wären toll (für verschiedene Fächer sogar hervorragend). Danke!

Beitrag melden
Pango 09.07.2014, 16:23
7. Vom Wert des Lehramts

Ein Schlag ins Gesicht für jeden echten Lehrer, der jahrelang dafür studiert hat. Damit verliert dieser Berufsstand noch mehr an Ruf. Ob das der Qualität des Berliner Bildungssystems zuträglich ist? Ich wage es zu bezweifeln. Obwohl - könnte auch zu überraschenden Erkenntnissen führen. Möglicherweise ist handfeste Praxiserfahrung wichtiger, als der lebenslange Verbleib in selbstgeschaffenen Theorie-Blasen, wie es bei Vollblut-Lehrern zwangsläufig der Fall ist. Allein: Es werden wohl die Falschen angezogen, wahlweise mehrheitlich geldgeil und/oder in ihrem angestammten Berufen Versager. Nunja, hoffe auch weiterhin abseits der ach so tollen Hauptstadt leben zu dürfen - und meinen Kindern später eine gute Bildung bieten zu können.

Beitrag melden
uban1 09.07.2014, 16:29
8. nicht so negativ

Zitat von brunnersohn
Zitat aus dem Artikel "Es bewerben sich Journalisten, Pharmazeuten, gescheiterte Unternehmer." Journalisten und Pharmazeuten, die sich als Lehrer verdingen lassen wollen, sind ja wohl auch gescheitert. Also warum "gescheiterte" Unternehmer besonders erwähnen. Im Grunde ist es aber ein Armutszeugnis für die Schulpolitik der Länder, wenn Quereinsteiger gesucht werden und/oder in anderen Bundesländer soviel Änderungen von Schulplänen, Zusammenlegungen von Schultypen, Abitur mit 8 oder 9 Jahren, leichtes /schweres Abi je nach Bundesland, durchgezogen werden. Die Kultusministerkonferenz der Bundesländer sieht sich als Speerspitze des Föderalismus, ist aber eher ein Haufen von notorischen Schulversagern. Bildungspolitk sollte Bundespolitik sein. Basta
Journalisten, womöglich mit Germanistik u.a. Studium im Hintergrund, traue ich durchaus einiges im Lehrerberuf zu.
Wenn man mit bekommt wie sehr die Verlage aus Kostengründen Journalisten als billige Auftragsschreiberlinge missbrauchen (und das ganz gerne nur freiberuflich) so kann ich es durchaus verstehen wenn jemand nach einer festen Anstellung greift, auch wenn es keinen privilegierten Beamtenstatus gibt.

Dito für Pharmazeuten, Chemie sollte für diese Berufsgruppe kein Fremdwort sein und Bio bis zur Klasse 13 ist keine echte Hürde für einen gelernten Chemiker.

Ich bin sogar für mehr Quereinsteiger, das Fachwissen bekommt man mit (bzw kann es sich aneignen) und mir sind engagierte Quereinsteiger lieber als manch Gelernte (ich spreche da aus Erfahrung, unsere Firma hat mich Quereinsteiger idR sehr gute Erfahrungen gemacht, ein anderes Beispiel wäre die Medizin, es würde kaum jemand auf die Idee kommen und den Heilpraktikern, die idR kein anerkannt schwere und langes medizinisches Studium hinter sich haben, mangelnde Kompetenz für di e Behandlung der typischen Wehwehcen vorwerfen. Im Bedarf schicken selbst die Allgmeinärzte die schwierigeren Fälle zum Spezialisten.)

Beitrag melden
elizar 09.07.2014, 16:36
9. Dran bleiben!

Da sind sie endlich: Die Leute aus der freien Wirtschaft, die aus erster Hand mal erleben werden, wie es ist Lehrer zu sein. Ich denke, dass diese Leute nach einem Jahr (gern auch nach dem Praktikum ,das im Artikel vorgeschlagen wurde) in der Lage sein werden ein differenziertes Bild geben zu können.
Ach ja, ne Statistik dazu, wieviele Leute nach einem Jahr noch dabei sind, wäre auch wünschenswert.

Beitrag melden
Seite 1 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!