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"Lehrende" statt "Lehrer": Hannover führt gendergerechte Sprache ein
DPA

Herr und Frau wird es als Anrede nicht mehr geben, Lehrer und Wähler auch nicht: Die Stadt Hannover wird E-Mails, Pressemitteilungen, Broschüren, Formulare, Flyer und Briefe künftig an genderneutral formulieren.

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afagus 22.01.2019, 14:37
100. innovativ, progressiv - aber schwierig

Ob die Verwaltung mit d* Bürgermeister* auch mit allen Aspekten bedacht haben?
Eine allen ! Geschlechtern und Orientierungen gerecht werdende Sprache konsequent durchzuziehen wird kompliziert und Texte schlechter lesbar/verfassbar.

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wortreich sprachlos 22.01.2019, 14:37
101. Stadt ohne sonstige Probleme

Ist das die Lösung für alle die die Gendergerechtigkeit fordern?
Darf dann "die Lösung" eigentlich feminin sein? Warum verwährt man den Männern ein Genderneutrales Lösungswort?
Wird der Ladendieb jetzt zum Entwendenden?
So viele Fragen, die alle nur darüber hinwegtäuschen, dass es für die Chancenungleichheit zwischen Frauen und Männern andere Gründe als sprachliche gibt.
Wie wäre es, wenn Frauen und Männer für gleiche Arbeit auch gleiches Geld bekommen?

Sprache hat sich historisch entwickelt und kann nicht einfach mit einem Schildbürger(innen)streich weggewischt werden. Sprache lebt außerhalb von Broschüren und Prospekten - daran wird auch das Genderneutrale Hannover nichts ändern.

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anja-boettcher1 22.01.2019, 14:38
102. Merkwürdiges Sprachverständnis

Ich kenne die Auseinandersetzungen noch aus der Studienzeit, als ein vom Fachschaftsrat ausgehängtes Schild zur Ankündigung von Erstsemesterberatungen von einer Gruppe Feministinnen mit der Frage überscchmiert wurde, wo denn die "Erstsemesterinnen" blieben. Ich war etwas verblüsst, waren wir doch der Meinugn Beratungen zum ersten Semester für Studienanfänger und -anfängerinnen ausgeschrieben zu haben.

Im Deutschen gibt es einen Unterschied zwischen Genus und Sexus. "Diese Person...sie" ist ebenso wie "dieser Mensch ...er" ein generischer Ausdruck für Einzelpersonen beiderlei Geschlechts, obgleich der eine dem femininen, der andere dem maskulinen Genus angehört. Generische Ausdrücke wie "Bäcker", "Studenten" bezeichnen Menschen lediglich in Bezug auf ihren Beruf, wobei eine private Eigenschaft wie ihre Geschlechtlichkeit ebenso eine geringe Rolle spielt wie andere private Eigenschaften, etwa Alter und ethnische Herkunft einer Person. "Wir suchen einen Bäckermeister ab..." ist in meinen Augen nur der Versuch, einen Menschen einzustellen, der professionell das Backen gelernt und eine Meisterprüfung abgelegt hat. Hier von einer "MeisterI*nnenprüfung" zu sprechen ist unsinnig, da die Geschlechtlichkeit kein Kriterium der Suche ist. Kommunikation zielt auf die möglichst ökonomische und widerspruchsfreie Vermittlung der distinktiven signifikanten Bestandteile einer Nachricht; Grammatik (und Endungen, ergo die Morphologie einer Sprache, ist ein konstitutiver Bereich der Grammatik) auf deren möglichst klare Strukturierung.

Aus meiner Sicht hat die Nötigung zum Gender-Slang nichts mit Gerechtigkeit gemein, sondern stellt den übergriffigen Versuch dar, einer Genderideologie, deren Vertreter übrigens jedes Geschlechts sein können, in jeder auch nur erdenklichen Botschaft, die nichts mit biologischen Eigenschaften von Menschen zu tun hat, sich derart zu positionieren, dass jeder Mensch ihr pausenlos eine Anerkennung leisten muss, im Sinne eines zeitgenössischen Gesslerhuts. Ich wüsste definitiv nicht, warum ich mich durch eine tradierte generische Bezeichnung als professionelle Kraft nicht gemeint fühlen sollte, nur weil jemand, der diese berufliche Qualifikation anspricht, nicht auch zugleich meine Geschlechtlichkeit thematisiert. In meinen Augen liegt hier nur eine gnadenlose Verwechslung von Genus und Sexus vor, die ich nicht teile. Nun können ja die Leute, die das partout vermengen wollen, ja gerne so schreiben - aber was soll das, dies anderen Menschen aufzuzwingen, die damit nichts anfangen können? Wie kommen Ideologen dazu, für ihre höchst spezifische Weltsicht universale Deutungshoheit zu verlangen und anderen das Recht nehmen zu wollen, sich so auszudrücken, wie sie es für angesehen halten? Mit meinem Verständnis von Emanzipation hat diese Form der Ideologisierung der Sprache gar nichts gemein.

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dadubmix 22.01.2019, 14:38
103. Unnötig und falsch

Ein Wählender ist eine Person, die gerade in diesem Moment wählt. Ein Wähler ist jemand, der grundsätzlich der Wahl berechtigt ist. Und es besteht auch ein großer Unterschied zwischen Teilnehmern und Personen. Unnötig und dumm.

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njotha 22.01.2019, 14:38
104. Schweigen ist Gold

Ja und was machen wir mit all den übergeordneten Vergenderungen? Die Sonne, eine böse Diskriminierung aller männlich Fühlenden, die Regenrinne genauso, und warum kann nichts und niemand weiblich Fühlendes Mond oder Schraubenzieher sein? Helle Empörung allerorten! Lasst es uns den Engländern nachmachen und gleichzeitig verbessern: Ist eine Frau d Bundeskanzl, sind alle Nomen weiblich, ist es ein Mann, so sind sie männlich. Oder soll "er" auf ewig eine weibliche Hand und "sie" einen männlichen Fuß mit sich herumtragen müssen?
Oder lasst uns einfach (großer Dank an das Wesen Christian/a Morgenstern/in) nach Art der Flundern kommunizieren!
Und wie soll ich jemals wieder meinen Lebensunterhalt mit Arbeit verdienen können, wenn ich doch amtlich zurm Wählenden gestempelt bin - ich bin wählend, also 24/7 Kreuze setzend, wie furchtbar. Will ich das, muss ich das?
Man könnte auch viel Papier sparen, wenn man alle Artikel (und Artikellinnen natürlich) auf den Anfangsbuchstaben reduzierte und alle geschlechtsmarkierenden Endungen wegließe (siehe oben). D Wähl, d Angestellt, ei Pistol.
Liebe Regenrinner und Regenrinnerinnen, welch glorreiche Zukunft steht uns bevor!
(Auf plattdeutsch zusammengefasst: Man kann't ook öwerdreewen!)

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thermo_pyle 22.01.2019, 14:38
105. Erinnert mich an Kaya Yanar...

Ey, Deutsch ist viel zu kompliziert, was soll Der Die Das ? Türken sagen einfach zu allem De...De Lehrer, de Bus, de Haus, de Hund, de Mann, de Frau... noch Fragen ? ;-) . Dieser Genderquatsch ist wirklich für Leute, die sonst keine Probleme haben, so sinnvoll wie die Rechtschreibreform mit der Menschen, die es in der Schule einmal anders gelernt haben ihre Probleme bekommen haben... Naja: Sollen Frauen morgens auf ihrer Parkplätzin parken, sich auf ihrer Stühlin an ihre Schreibtischin setzen und die ganze Tägin über ihre Papierkörbin füllen...wenns der Wahrheitsfindung dient.

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adam01 22.01.2019, 14:38
106. Ist denn schon

der 1. April ?

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Baustellenliebhaber 22.01.2019, 14:38
107.

Wir müssen echt keine Probleme haben in Deutschland, wenn sich Beamte mit so einem Quatsch beschäftigen können.... unfassbar!

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ostanleger 22.01.2019, 14:38
108. Dann gibt es endlich Gendergerechtigkeit.

Schon seit bald 40 Jahren wird an unserer Sprache herumgepfuscht, ohne dass damit nur ein einziges zentrales Anliegen der Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung gelöst worden wäre. Für mich gibt es keinen einzigen vernünftigen Grund für, aber mindestens 10 Gründe gegen Genderspeak:
1Für das Wort, das unser Wesen fundamental bezeichnet, gibt es keine weibliche Form. Wir sind keine Menschinnen und Menschen oder Mensch*innen. Das Gleiche gilt für das Konzept einer überirdischen Macht: der Gott in den monotheistischen Religionen.
2Der Gebrauch der weiblichen Form jenseits des generischen Maskulinums stellt Frauen als Derivat des Mannes dar. Mit dieser grammatischen Derivatisierung ist eine biologische Derivatisierung (auch im religiösen Sinn) implizit; die männliche Form bleibt die Stammform! Eine Ausdrucksmöglichkeit für die Geschlechtsform "divers" bleibt unberücksichtigt, wodurch "diverse" Menschen diskriminiert werden.
3Gleichsam gibt es weitere Substantive, die keine weibliche Form kennen oder dies (möglicherweise aus ideologischen Gründen) ungebräuchlich sind: der Gast, der Verbrecher…
4Der Versuch, Frauen grammatisch von Männern abzugrenzen, hat in wesentlichen Punkten nichts bewirkt; in Ländern, in denen romanische Sprachen gesprochen werden, sind Frauen häufiger gesellschaftlich vertreten und gleichberechtigter bezahlt. In Deutschland arbeitet jede zweite Frau in Teilzeit, viele im Niedriglohnsektor.
5Den letzteren Missstand mit dem Konzept mit dem German Begriff "Gender Pay Gap" bekämpfen zu wollen, zeigt, dass man an der falschen Stelle arbeitet. Anstatt Sprache und Leseflüssigkeit zu verhunzen, sollte man die gleiche Bezahlung von Frauen mit gesellschaftlich tragfähigen Konzepten angehen und keine Nebenschauplätze öffnen (und das Problem damit sogar sprachlich manifestieren). Vergleichbares gilt für alle anderen Ausprägungen wie Gendersternchen, Binnen I und Schrägstrichen. Die Sperrigkeit dieser Konstruktionen reflektiert die Sperrigkeit des Denkens.
Fortsetzung ...

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webjag44 22.01.2019, 14:39
109. Geht‘s noch ?

Das ist wohl erst der Anfang des Irrsinns. Wenn das so weitergeht, werden wohl auch Bücher umgeschrieben, Filme, Opern etc. neu vertont, der Duden muss neu verfasst werden etc. Schöne neue Genderwelt !

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