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Leichenfotograf: "Es gibt immer eine Perspektive, aus der der Tote lächelt"
DPA

Wenn ein Mensch gestorben ist, rückt Martin Kreuels mit seiner Kamera aus: Er arbeitet als Totenfotograf. Mit Voyeurismus habe das nichts zu tun, sagt er. Vielmehr helfe es den Angehörigen, ihre Trauer zu bewältigen.

nilaterne 26.02.2014, 17:54
1. Das ist schön

Ich habe auch das letzte Bild meiner toten Schwester. Es ist die stärkste Erinnerung an sie. Und es ist die schönste Erinnerung, wie sie friedlich da liegt. Ich bin froh es zu haben.

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FairPlay 26.02.2014, 19:38
2. Selten

Zitat von sysop
Wenn ein Mensch gestorben ist, rückt Martin Kreuels mit seiner Kamera aus: Er arbeitet als Totenfotograf. Mit Voyeurismus habe das nichts zu tun, sagt er. Vielmehr helfe es den Angehörigen, ihre Trauer zu bewältigen.
so ein scheinheiliges Argument gehört. Wer möchte den um Himmels Willen sich ein Foto eines verstorbenen z.B. Frau/Mann in seinem Wohnzimmerschrank aufstellen ? Wenn dann stelle ich mir ein Foto von meiner Frau von unserem Hochzeitstag auf und nicht als Tote. Geschmackloses Argument von einem Geschmacklosen Fotografen.

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unimatrix 27.02.2014, 07:37
3. optimal optional

@2: Faellt es Ihnen so schwer zu akzeptieren, dass Menschen mit Trauer unterschiedlich umgehen? Ohne fahren Sie auch um die Welt und rufen bspw. den Menschen in Mexiko zu, sie seien geschmacklos? Herrje, es wird ja nicht zu viel verlangt sein, bei solchen Themen genauso sensibel Anderen gegenüber zu sein, wie man fuer sich selbst abverlangt!

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jannu 27.02.2014, 09:21
4. Vielleicht...

Zitat von FairPlay
so ein scheinheiliges Argument gehört. Wer möchte den um Himmels Willen sich ein Foto eines verstorbenen z.B. Frau/Mann in seinem Wohnzimmerschrank aufstellen ? Wenn dann stelle ich mir ein Foto von meiner Frau von unserem Hochzeitstag auf und nicht als Tote. Geschmackloses Argument von einem Geschmacklosen Fotografen.
... sollten Sie bei solch sensiblen Themen Ihre persönliche Meinung nicht so apodiktisch als die einzig Wahre rausposaunen. Nirgendwo in dem Artikel steht, dass man das Foto später in seinem Wohnzimmerschrank aufstellen soll. Ich habe ebenfalls ein solches Foto meines Vaters, und es ist mir sehr viel wert, wie offensichtlich auch #1. Also kommen Sie mal runter und werden nicht gleich ausfallend...

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kriswolffxx 05.03.2014, 09:48
5. Leichenschändung

Leichen zu fotografieren mag für manche ein Weg sein, das Andenken an andere oder sich selbst zu bewahren.

Meine verstorbene Mutter gehörte nicht dazu, im Gegenteil: der Tod als etwas sehr Intimes sollte intim bleiben. Eine fotografierte Leiche war für sie deshalb etwas Schreckliches, Entwürdigtes. Deshalb hat sie uns (ihre Kinder) gebeten, im Sterben nur sehr wenige Menschen zu sich zu lassen, und sich eine Aufbahrung verbeten, weil sie nicht angestarrt werden wollte.

Mit Entsetzen haben wir daher auf Ihren Artikel über den Leichenfotografen reagiert, weil dort unsere Mutter völlig ungewollt und ungefragt als Model herhalten musste. Trotz der leicht verschwommenen Aufnahme ist die Ähnlichkeit mit den letzten Fotos als Lebende extrem frappierend, um nicht zu sagen absolut eindeutig.

Wir sind sehr schockiert darüber, dass sich offensichtlich zwei völlig Fremde (der Leichenfotograf und der DPA Fotograf) mit ihren Fotoapparaten an der Leiche unserer Mutter zu schaffen gemacht haben. Gefragt wurden wir nicht, und unsere Mutter offensichtlich auch nicht, denn sie hätte dem nie zugestimmt – siehe oben.

Wie ist so etwas möglich???

Inzwischen wurden wir von mehreren Seiten auf den Artikel angesprochen von Menschen, die unsere Mutter erkannt haben.

Es ist uns unbegreiflich, wie die Würde der Toten so mit Füßen getreten werden konnte! Wer Fotos von seiner Leiche haben will, ok, aber unsere Mutter (und wir!) wollten es nicht. Warum wurden wir nicht gefragt?

Dank Ihres Artikels haben Sie den Alptraum unserer Mutter wahr gemacht – sie wird jetzt als Leiche im Netz begafft.

Dass die DPA sich Zugang zu Leichen verschafft und Fotos unserer toten Mutter jetzt frei verkäuflich sind, ist einfach furchtbar.

Mir fehlen die Worte.

W.F.

P.S.: Den Klageweg behalten wir uns noch vor, müssen die Nachricht vom zweifelhaften posthumen Modeljob unserer Mutter erst einmal verdauen.

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