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Leseraufruf: Wie sieht es in Ihrem Homeoffice aus?
Westend61/ Getty Images

Von zu Hause arbeiten: Das gilt als Bestandteil der schönen, neuen Arbeitswelt. Aber stimmt das? Schreiben Sie dem SPIEGEL, wie es im echten Leben aussieht - und schicken Sie uns Ihre Fotos aus dem Homeoffice.

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lolli.eveacc 07.10.2019, 10:12
1. Licht und Schatten?

Muss jeder selber wissen, ob er/sie Homeoffice will. Den Vorteilen wie Flexibilität, kürzest möglicher Weg zum Arbeitsplatz, Ruhe (im Gegensatz zum Grossraumbüro) stehen Flexibilität (man arbeitet immer bzw. zu ungewohnten Zeiten), "Ruhe" (in Form von Nachwuchs, Haustieren und Eheanhang) gegenüber.

Für mich dickes Plus. Heimat - Büro bedeutet 3h mit dem ÖV (Auto spart etwa 1.5h, aber nur wenn kein Stau herrscht, die Autobahn nicht durch Baustellen oder Unfälle blockiert ist oder Glatteis die Anfahrt versüsst), die ich mir spare. Vor Ort habe ich ausser Sozialkontakten nichts mit den Leuten zu tun, da ich mich ausschliesslich per IP Telefon oder Email mit Projektteilnehmenr in Asien und Amerika unterhalte, und selbst meine Chefs in zwei anderen Ländern sitzen. Der erzwungenen Flexibilität (Telefon abends oder morgens für Projekte) steht Flexibilität (2-3h Mittagspause auf der Terasse bei gutem Wetter) gegenüber, und während im Büro dicht gedrängt 8 Leute sich gegenseitig die Ohren voll plärren und aufgrund fehlender Klimaanlage sowie kälte-/hitzeempfindlichen Frauen oft Sauerstoffmangel herrscht (Fenster bei Kälte öffnen? Brrrr) oder im Sommer dazu dann 30°C oder mehr herrschen, kann ich hier lüften und habe im Sommer angenehme Temperaturen.
Dem "Krach" daheim entgehe ich mit isolierten Kopfhörern und Internetradio oder MP3s von der Platte.

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spreepirat 07.10.2019, 12:23
2. Steuerliche Absetzbarkeit eines Homeoffice lächerlich eingeschränkt

Das abgebildete Photo würde einen Prüfer vom Finanzamt nur zum Lachen bringen. Ein Sofa, wo man womöglich drauf schlafen oder ruhen kann? Geht nicht! Ein Durchgangszimmer (zum Garten)? Geht gar nicht. Arbeitsecke im Hausflus/Diele? Nicht abgeschlossen!! Und so weiter.

Bevor man das Abenteuer Homeoffice wagt, empfielt es sich, die arbeitnehmerfeindlichen Regelungen der Steuerbehörden zur Kenntnis zu nehmen:

https://www.sis-verlag.de/archiv/einkommensteuer/verwaltungsanweisungen/3923-bmf-einkommensteuerliche-behandlung-der-aufwendungen-fuer-ein-haeusliches-arbeitszimmer-nach-s-4-abs-5-satz-1-nr-6b-s-9-abs-5-und-s-10-abs-1-nr-7-estg

Als Alternative empfiehlt sich die Anmietung eines Arbeitsplatzes/Mini-Apartments auserhalb der Wohnung.

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leuscheljunior 07.10.2019, 12:28
3. Ergonomischen Arbeitsplatz fordern, aber zu Hause am Küchentischsitzen

Die Bilder vom Spiegel zeigen schon einmal eins, dass viele, die Home Office fordern, zu Hause nicht die Voraussetzungen haben, wie in ihrem Unternehmen. All die heutigen Anforderungen an einen Arbeitsplatz, angefangen vom Schreibtischstuhl über höhenverstellbaren Schreibtisch bis zum Abstand und Licht werden von den Arbeitnehmern gerne in Anspruch genommen und gefordert. Zu Hause allerdings reicht dann auch der Küchentisch und das Arbeiten am Notebook im Schneidersitz auf der Couch? Schöne neue Arbeitswelt!

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pepo200 07.10.2019, 14:12
4. Jeder ist seines Glückes Schmied

Ich arbeite jetzt ziemlich genau seit 1 Jahr jede Woche 3 feste Tage im Homeoffice und kann beim besten Willen keinen Nachteil für mich erkennen. Mein Arbeitsweg ist 75 km lang. Diese Strecke brauche ich nur noch 2 mal hin und zurück fahren. Alleine hierdurch spare ich jede Woche mindesten 6 Stunden Zeit. (Ohne Stau) Ich bin zu Hause per Telefon und per Mail jederzeit zu erreichen. Wenn ich Feierabend mache, empfange ich keine Mails und keine Anrufe mehr, weil ich die Rufumleitung ausschalte und ich auf meinem Dienstmobiltelefon keine Mails empfange. Durch die zwei Tage im Büro kann ich an notwendigen Präsenzterminen teilnehmen, ansonsten funktionieren Telefonkonferenzen und Teamviewer-Sitzungen problemlos.
Mein Heimbüro ist ca. 30 m2 groß und befindet sich an einem Ende unseres Hause mit einem Ausgang auf die Terasse. Auf meinem Schreibtisch haben mein Laptop und eine zweiter großer Bildschirm ganz bequem Platz. Wenn meine 9-jährige Tochter nach Hause kommt, bin ich zu Hause, aber sie weiß ganz genau, dass ich arbeite und sie mich deshalb nicht stören soll. Daran hält sie sich auch. Meine Frau nicht immer ;-)
Grundsätzlich mache ich pünktlich Feierabend, weil ich keinen Hang zur Selbstausbeutung und auch noch an anderen Dingen Spass habe. Die eine oder andere Überstunde wiegt die Zeitersparnis durch den nicht vorhandenen Arbeitsweg nicht auf. Für mich hat sich Homeoffice absolut bewährt.

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unpolit 07.10.2019, 14:21
5. Lesen bildet.

Zitat von leuscheljunior
Die Bilder vom Spiegel zeigen schon einmal eins, dass viele, die Home Office fordern, zu Hause nicht die Voraussetzungen haben, wie in ihrem Unternehmen. All die heutigen Anforderungen an einen Arbeitsplatz, angefangen vom Schreibtischstuhl über höhenverstellbaren Schreibtisch bis zum Abstand und Licht werden von den Arbeitnehmern gerne in Anspruch genommen und gefordert. Zu Hause allerdings reicht dann auch der Küchentisch und das Arbeiten am Notebook im Schneidersitz auf der Couch? Schöne neue Arbeitswelt!
Genau darauf hat der Artikel hingewiesen: Home Office sieht in der Realität anders aus als auf den Stock-Fotos! Baby auf dem Schoß in der Designer-Küche oder im schicken Loft ist nicht!
Und mein Stuhl im Home-Office ist deutlich besser als der im Büro!
War auch viel teurer. Aber das ist mir mein Rücken wert!
Ich bin mir sicher: Die Menschen, die für sich Ergonomie einfordern, denen ist diese auch wichtig.

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moev 07.10.2019, 14:44
6.

Zitat von unpolit
Genau darauf hat der Artikel hingewiesen: Home Office sieht in der Realität anders aus als auf den Stock-Fotos!
Dafür würde ich nicht die Hand ins Feuer lesen. Zwischen dem Home Office Platz dem man bei Beantragung dem Betrieb vorgezeigt hat und dem Home Office Platz an dem man dann tatsächlich nachher arbeitet liegen oft Welten.

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Walter Sobchak 07.10.2019, 14:56
7.

Zitat von moev
Zwischen dem Home Office Platz dem man bei Beantragung dem Betrieb vorgezeigt hat und dem Home Office Platz an dem man dann tatsächlich nachher arbeitet liegen oft Welten.
LOL! Bitte was? Man muss den Telearbeitsplatz dem Betrieb vorzeigen? So mit Hausbegehung und Protokoll oder wie? Meine Güte Deutschland!

Hat wahrscheindlich Arbeitsschutztechnische Gründe?

Büroausstattung in den meisten dt. Betrieben dürfte weit hinter dem liegen, was sich der ergonomie Orientierte zu Hause hinstellt. "Höhenverstellbare Tische" gibts nicht, dafür knarzende Ikea Rappelstühle für 49€. Das ganze im Großraumbüro, wo es immer einem zu kalt oder zu warm ist und auch Kopfhörer (Arbeitsschutzrechtlich erlaubt?) nicht davor schützen permament gestört zu werden.

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Sibylle1969 07.10.2019, 16:18
8. @7 walter.sobchak

Meine Firma wollte von mir lediglich unterschrieben haben, dass ich einen geeigneten Heim-Arbeitsplatz habe (Schreibtisch in separatem Arbeitszimmer, schnelles Internet, Drucker). Das Finanzamt wollte ein Foto vom Arbeitszimmer haben. Die Einhaltung von irgendwelchen gesetzlichen Ergonomie- und Unfallverhütungsvorschriften kontrolliert niemand, und das interessiert bei uns auch niemanden. Es wäre auch weltfremd anzunehmen, sämtliche Home-Office-Arbeitsplätze entsprächen den einschlägigen Vorschriften. Im Übrigen entsprachen auch etliche meiner bisherigen Büroarbeitsplätze nicht den Vorschriften.

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moev 07.10.2019, 16:47
9.

Zitat von Walter Sobchak
LOL! Bitte was? Man muss den Telearbeitsplatz dem Betrieb vorzeigen? So mit Hausbegehung und Protokoll oder wie? Meine Güte Deutschland! Hat wahrscheindlich Arbeitsschutztechnische Gründe? Büroausstattung in den meisten dt. Betrieben dürfte weit hinter dem liegen, was sich der ergonomie Orientierte zu Hause hinstellt. "Höhenverstellbare Tische" gibts nicht, dafür knarzende Ikea Rappelstühle für 49€. Das ganze im Großraumbüro, wo es immer einem zu kalt oder zu warm ist und auch Kopfhörer (Arbeitsschutzrechtlich erlaubt?) nicht davor schützen permament gestört zu werden.
Die BildscharbV gilt auch für Telearbeitsplätze.

Wie genau der AG vom AN den Nachweis verlangt, das zu Hause ein der Verordnung entsprechender Arbeitsplatz existiert kann jede Firma für sich entscheiden.

Bei uns wurde bei Antragsstellung ein Foto des vorgesehenen Arbeitsplatz, ggf. ergänzt um nicht direkt ersichtliche Angaben, verlangt.

Und ich bezweifele nach wie vor, das sich die meisten Heimarbeiter auch nur im geringsten ergonomie orientiert sind.

Da wird der Laptop auf der Couch, dem Esstisch oder der Terrasse eher die Regel als die Ausnahme sein, selbst wenn anderswo im Haus sogar ein entsprechender Schreibtisch vorhanden ist

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