Forum: Karriere
Leseraufruf: Wie sieht es in Ihrem Homeoffice aus?
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Von zu Hause arbeiten: Das gilt als Bestandteil der schönen, neuen Arbeitswelt. Aber stimmt das? Schreiben Sie dem SPIEGEL, wie es im echten Leben aussieht - und schicken Sie uns Ihre Fotos aus dem Homeoffice.

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twike-fahrer 12.10.2019, 10:34
30. @27: Denkerchen

Schade, dass Sie Ihrem Pseudonym nicht gerecht werden. Bitte versuchen Sie meinen Beitrag erst zu verstehen, bevor Sie ihn kommentieren. Aber ich erkläre die Idee gerne nochmal: Anstatt der steuerlichen Absetzbarkeit der Fahrtkosten (Pendlerpauschale) habe ich die Vergütung als Arbeitszeit durch den Arbeitgeber ins Spiel gebracht. Von den zusätzlichen Steuereinnahmen (durch den Wegfall der Pendlerpauschale) kann der Staat die Arbeitgeber pauschal pro Mitarbeiter vergüten (entfernungsunabhängig). Dadurch entsteht für die Arbeitgeber erstens der Anreiz wohnortnahe Mitarbeiter zu beschäftigen und zweitens der Anreiz wohnortfernen Mitarbeitern HomeOffice zu ermöglichen (diesen müssen sie ansonsten viel Fahrzeit als Arbeitszeit vergüten). So wird ein Schuh daraus. Tut mir leid, dass das missverstanden wurde.

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twike-fahrer 13.10.2019, 13:43
31. Mobilitätswende

Man kann an der Energiewende zu Recht einiges kritisieren. Trotz vieler Fehlentwicklungen stammt unser Strom nun zu 40% aus erneuerbarem Quellen. Nur noch 60% mit weiter abfallender Tendenz müssen noch fossil erzeugt werden.

Der große Block des Wärmebdarfs scheint nun als größte Dreckschleuder mit wenig Dynamik zum Besseren. Hier kommt uns allerdings die Klimaerwärmung entgegen. So schnell wie das voranschreitet können bzw brauchen wir unsere Häuser gar nicht mehr isolieren. Da ist die Natur bereits schneller. Wer es nicht glaubt: In 25 Jahren hat sich der Gasverbrauch unseres Eigenheims um fast 25% reduziert - ohne jegliche Sparmaßnahmen. Die große vor 15 Jahren gebaute Photovoltaikanlage reduziert auch nicht den Wärmebdarf.

Was jedoch entscheidend fehlt, ist eine konsequente und wirklich ehrliche Mobilitätswende um den Trend des "Mehr" auch hier nachhaltig umzukehren. Aktuell kreist die Diskussion wirr um mehr Schiene, mehr öffentlich und mehr Elektromobilität. Aber wir brauchen nicht mehr Verkehr - egal ob fossil, elektrisch oder öffentlich, sondern weniger. Ein jahrzehntelanger Treiber zu mehr Verkehr ist dabei die Pendlerpauschale. Wohlwissend um den Sprengstoff liegt genau da ein Schlüssel zur Verkehrswende.

Anstatt der steuerlichen Absetzbarkeit der Fahrtkosten (Pendlerpauschale) würde ich die Vergütung als Arbeitszeit durch den Arbeitgeber ins Spiel bringen. Von den zusätzlichen Steuereinnahmen (durch den Wegfall der steuerentlastenden Pendlerpauschale) kann der Staat die Arbeitgeber pauschal pro Mitarbeiter vergüten (entfernungsunabhängig, nur nach Zahl der Mitarbeiter). Dadurch entsteht für die Arbeitgeber erstens der Anreiz wohnortnahe Mitarbeiter zu beschäftigen und zweitens der Anreiz wohnortfernen Mitarbeitern HomeOffice zu ermöglichen (diesen müssen sie ansonsten viel Fahrzeit als Arbeitszeit vergüten). Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sich darauf einigen, ob diese Fahrtzeit als Überstunden vergütet oder nur als Arbeitszeit zählt. Die Einführung könnte schrittweise erfolgen für alle Einstellungen ab einem Stichtag erst freiwillig, dann später verpflichtend. Bestehende Verträge können auf Wunsch von Arbeitnehmern oder Arbeitgeber umgestellt werden. So wird ein Schuh daraus, dass der Fehlanreiz weiter, mehr und schneller sich wieder zurückbilden kann. Ergebnis sind abnehmende Staus, weniger Verkehr und sinnvollere Freizeit statt Pendelzeit.

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b1979 16.10.2019, 23:51
32.

Zitat von kohlwickel
Ich arbeite auch in der IT-Branche und befinde mich in der gleichen Situation. Chef hält nichts von Homeoffice, also quälen sich alle Kollegen täglich über die Autobahn in das Büro.... Deswegen kommt es einem immer wie Hohn vor, wenn Stadtbewohner fordern die Pendlerpauschale zu streichen. Eine Farce, wenn man bedenkt dass befreundete Banker und Einkäufer im Großhandel ohne Probleme von zu Hause aus arbeiten dürfen.
Ich komme auch aus der IT-Branche und habe noch nie von einer Firma gehört, die Homeoffice ganz ablehnt. Manche beschränken das auf 1-2 Tage die Woche (was ich auch für sinnvoll halte, da der Austausch unter Kollegen unter dauerhaftem Homeoffice leidet). Mein aktueller Arbeitgeber stellt es uns auch frei. Ich nutze es aber nur für bestimmte Anlässe (Schornsteinfeger-Termin, Lieferung per Spedition, leichte Erkältung, Unwetter, etc.) weil ich mich sonst schon nach wenigen Tagen latent "abgehängt" fühle. Klar geht fachlich das meiste per Skype, Slack & Co. machen. Aber der "Flurfunk" geht völlig verloren.

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