Forum: Karriere
Lieber fest als frei: Zahl der Selbstständigen schrumpft
Corbis

Gründerstimmung war gestern. Die Aussichten auf feste Jobs sind in Deutschland gut, Selbstständigkeit gilt seltener als Option. Eine neue Studie zeigt: Vor allem Solisten mit Mini-Einkommen geben auf.

Seite 1 von 7
Freifrau von Hase 03.09.2015, 14:18
1.

"Arbeiten wann und wo man will, ohne Chef und feste Arbeitszeiten - das klang für viele Deutsche jahrelang verheißungsvoll."

Nein, klang es auch nicht. Aber für viele war Selbstständigkeit die einzige Chance, aus der Sozialhilfe-Falle zu kommen. Und das Arbeitsamt hat das kräftig befeuert, weil die Leute dann aus der Statistik fielen. "Sie machen sich selbstständig", schallte es da häufig, auch wenn die Betroffenen eigentlich eher eine Festanstellung gesucht haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ulli7 03.09.2015, 14:27
2. Nur in ganz wenigen Branchen lohnt sich die Selbständigkeit

In Deutschland empfehle ich allen jungen Leuten vorrangig den öffentlichen Dienst anzustreben, wobei das "richtige" Parteibuch hilfreich ist. Im öffentlichen Dienst haben sich die Einkommen in den letzten 30 Jahren am Besten entwickelt. Die zweite Option sind DAX-Unternehmen. Die Selbständigkeit empfehle ich nur für ganz wenige Berufe in Deutschland, wie z.B. Insolvenzverwalter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mel80 03.09.2015, 14:31
3. Verständlich

Nur 6 Monate Gründungszuschuss sind zu kurz und zu wenig. Das schaffen die meisten Gründer nicht in der kurzen Zeit..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
reinerotto 03.09.2015, 14:33
4. Die haben ja auch keine andere Wahl

>Zudem nahm die Zahl der Selbstständigen in fast allen Altersgruppen ab. Nur bei den Älteren ist sie zuletzt noch gestiegen. < Denn eine Anstellung bekommen sie nicht mehr. Selbst wenn sie "hochqualifiziert" sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
K:F 03.09.2015, 14:35
5. Abgezockt durch Sozialversicherung und Staat resp. Finanzamt

Es bleibt nichts über, weil am Ende die Sozialversicherung sich immer ihr Geld holt. Das fängt schon mit dem Scwachsinn an, das man Nachweisen muss, nicht Scheinselbstständig zu sein. Hat man nur einen Auftraggeber ist man perse scheinselbstständig. Dann muss man auch noch dem Auftraggeber erklären, das man mehr als einen Auftraggeber hat, weil der sonst ebenfalls dran ist. Dann die Krankenversicherung. Egal ob man Umsatz macht, oder nicht. Die GKV geht von einem Mindestumsatz aus. Dann zahlen Sie ca 400,00 ?. Ob das Geld da ist oder nicht. Immerhin bekommt man von der GKV eine Scheiss Leistung. Ist doch toll.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
politik-nein-danke 03.09.2015, 14:36
6.

Zitat von ulli7
Die Selbständigkeit empfehle ich nur für ganz wenige Berufe in Deutschland, wie z.B. Insolvenzverwalter.
Insolvenzverwalter ist kein Beruf. Man muss Jura studieren, die Zulassung als Rechtsanwalt bekommen, Fachanwalt für Insolvenzrecht machen und es dann auch noch beim Amtsgericht auf die Liste der als IInsolvenzverwalter schaffen.....das ist nichts was man einfach so lernen kann...

mal abgesehen von dem restlichen Kokolores den sie mit öffentlichen Dienst schreiben....und DAX-Unternehmen....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ernstmoritzarndt 03.09.2015, 14:43
7. Die schöne heile Unternehmerwelt ....

Das ist doch längst vorbei. Klassische selbständige Unternehmer bis hin zum sog. mittelständischen Unternehmen, Freiberufler und sonstige selbständig tätige Personen haben bisweilen sicher den einen oder anderen Vorteil. Vielleicht kann man einen Ertrag vom Jahr 1 in das Jahr 2 verlagern, ein etwas nobleres Auto fahren und auch die GG (Göttergattin) hat einen Kleinwagen (Polo, angeblich die "Firmenhure", die von jedem MA benutzt wird) zur Verfügung. Dann endet das jedoch abrupt: Überall existiert das Risiko eines Fehlschlages mit einer Haftung bis zum letzten Hosenknopf, es folgen dann strafrechtliche Risiken (Umsatzsteuer, Sozialversicherungsbeiträge pp.) und man hat zusätzlich das Problem, daß i.A. die Familie leidet, denn man muß präsent sein, für die Kunden zur Verfügung stehen. Der dann auflaufende Ertrag deckt diese Probleme häufig nicht ab. Häufig hält man sich "gerade so über Wasser" und steht nach 30 - 40 Jahren selbständiger Tätigkeit ohne oder mit einer geringfügigen Altersversorgung da. Die Kreditinstitute gewähren bekanntlich ohne die Besicherung auf die der Alterssicherung dienenden Lebensversicherungen keine Kredit. Die angeblichen Dispositionsmöglichkeiten des mittelständischen Unternehmers gibt es nicht. Die Frage, Montags nicht ins Büro zu gehen, stellt sich nicht. Gut, auch ich habe schon Termine wahrgenommen und bin dann mal eben für eine halbe Stunde in der Nähe des Tätigkeitsortes schnell in die Ostsee gesprungen. Das ist aber von Ihnen sicherlich nicht gemeint.

Merke: Selbstständig heißt im Allgemeinen Selbst und Ständig!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
trader_07 03.09.2015, 14:43
8. Lieber frei als fest...

Die Entscheidung, mich selbständig zu machen, war eine der besten meines Lebens. Allerdings kann ich nachvollziehen, dass - wie im Artikel genannt - viele Solisten mit kleinem Einkommen aufgeben. Meiner Meinung nach sollte man mindestens das Doppelte verdienen, wie in einem vergleichbaren Angestelltenverhältnis, ansonsten lohnt es sich nicht.

Insbesondere die Altersvorsorge vergessen viele kleine Selbständige, das böse Erwachen kommt dann im Alter.

Wer sich allerdings durch die Anfangsjahre durchgebissen und nachher eine gute Auftragslage hat, will meist nicht mehr in eine abhängige Beschäftigung zurück.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
harryhirsch4711 03.09.2015, 14:43
9. Nicht zu vergessen die IT-Freiberufler

... auf welche Seitens der Rentenversicherungsträger eine unerträgliche Hetztjagd veranstaltet wird. Unternehmen trauen sich nicht mehr IT-Freiberufler zu engagieren weil sie Rentennachzahlungen befürchten. Die Freiberufler werden in Festanstellungen mit Arbeitnehmerüberlassung gedrängt, weil sie sonst sie keine Aufträge mehr bekommen.

Zudem der Preisdruck auf die Stundensätze von Off-Shore Firmen. Da hat der ein oder andere Freiberufler aufgegeben und sich lieber anstellen lassen.

Mit diesen Gesetzten ist Deutschland einfach Einzelunternehmer-feindlich und diese Unternehmer haben keine Lobby.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 7