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Lkw-Fahrer im Stress: "Die braten ihr Kotelett auf dem Tank"
DPA

Hotel statt Kabine: Die Arbeitsbedingungen für Fernfahrer sollen besser werden. Hier beschreibt ein Rechtsanwalt, der selbst Trucker war, die bittere Realität auf Deutschlands Straßen.

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tommix68 05.12.2018, 21:29
30. Lachhaft... wieder so eine Posse

Die LKW-Fahrer finden nicht mal Parkplätze um ihre Ruhezeiten einzuhalten. Und jetzt soll an jedem nicht vorhandenem Parkplatz eine Herberge stehen damit die Fahrer nicht in ihren Kabinen nächtigen? Das will ich sehen...

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sbv-wml 05.12.2018, 21:47
31. @ Beitrag 5 hegoat und 28 skeptikerin007

Als Wohnmobilfahrer sieht man bei Autobahnfahrten auf Grund der erhöhten Sitzposition etwas mehr.
Überall gucken, aber nicht auf die Straße, Zeitung lesen, Füße auf dem Lenkrad, Handy am Ohr oder in der Hand um Nachrichten zu lesen.
Aber das tollste war einer mit einer Flasche Bier -ja, sie lesen richtig FLASCHE BIER- am Hals.
Geschwindigkeit vieler LKW 90 - 95 Km/h bei erlaubten 80, Abstand manchmal nur 2 - 3 Meter.
Auf einem Parkplatz tauschten die Fahrer der Spedition XY die Zündschlüssel, setzten sich in den LKW, tauschten die Tachoscheibe und fuhren weiter.
Bei 75 % der geschilderten Vorfälle handelte es sich um in Osteuropa angemeldete Fahrzeuge.
Aber das Beste war auf einem kleinen Parkplatz in Bayern.
Da stand ein LKW aus Rumänien oder Bulgarien, ich weiß es nicht mehr so genau.
Die Fahrer hatten Motorschaden und bereits den Motor teilweise auseinandergenommen. Sie warteten seit 3 Tagen auf einen Fahrer aus dem Heimatland mit Ersatzteilen. Die hatten schon nichts mehr zu Essen oder zu Trinken. Wir haben denen aus unseren Vorräten im Wohnmobil für 2 Tage Gulasch ( selbst gekocht und eingefroren) nebst Nudeln, mehrere Flaschen Trinkwasser, Brot und ein Glas Marmelade gegeben. Und zum Schluss deren 25 Liter Kanister mit normalem Wasser aus dem Wohnmobil gefüllt. Und ne Schachtel Zigaretten und ein Feuerzeug gab es noch obendrein, da sie auch keine Streichhölzer mehr hatten.
Ich glaube, dass wir zwei glückliche Menschen zurückgelassen haben und als Deutsche jede Menge Pluspunkte gesammelt haben.

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colinchapman 05.12.2018, 21:59
32. Warum kann man nicht festschreiben

dass alle gewerblich genutzten Fahrzeuge über 2,8 Tonnen in Europa grundsätzlich mit zwei Fahrern besetzt werden müssen?

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dennis3110 05.12.2018, 22:09
33. Wenn's denn so kommt

werden wohl Hotelketten an Autohöfen expandieren, bei 60-70€ pro Nacht während low season ein lohnendes Geschäft. Die meisten Touren werden dann aber ggf schlicht so geplant, dass Fahrer 1 nach seiner maximalen Arbeitszeit nach Hause reist und Fahrer 2 den Laster übernimmt. Mit billig Flieger in die Heimat kommt billiger als die zwei Übernachtungen..

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wilfried.becker.50 05.12.2018, 22:10
34.

Zitat von sbv-wml
Aber das tollste war einer mit einer Flasche Bier -ja, sie lesen richtig FLASCHE BIER- am Hals.
Ist ja nicht verboten.
Und Sie konnten sicher erkennen "ALK. 4,9% " oder ALK. 0,0% ?++

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nebenbeigesagt 05.12.2018, 22:12
35. Bruch hat keine Ahnung für die Regeln am Wochenende

In Frankreich müssen die LKW Fahrer am Wochenende raus aus dem Fahrzeug und ins Hotel. Und deshalb sind sie gezwungen, über die Grenze zu uns zu fahren, weil es hier keine Regeln gibt und auch in Zukunft nicht geben wird. Lindner und Konsorten werden das schon verhindern. Warum er trotzdem diesen Quatsch schreibt, keine Ahnung: "Bruch: Fahren Sie am Wochenende mal auf einen Parkplatz in Belgien oder Frankreich. Da braten sich die Kollegen ihr Kotelett aus lauter Verzweiflung auf dem Tank. Die Fahrer aus dem Osten müssen hier auf dem Weg in den Westen ihre vorgeschriebene Pausenzeit verbringen. An dieses Problem will man damit ran: Die Unternehmen sollen durch das Verbot gezwungen werden, ihre Fahrer beispielsweise im Hotel unterzubringen. Allerdings kann es sein, dass der Fahrer das letztlich selber zahlen muss."

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sbv-wml 05.12.2018, 22:17
36.

Zitat von wilfried.becker.50
Ist ja nicht verboten. Und Sie konnten sicher erkennen "ALK. 4,9% " oder ALK. 0,0% ?++
Ja, an der Fahrweise.

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heli_jupp 05.12.2018, 22:22
37. Wo ist die Fokussierung auf die Klasse unter 7,5 Tonnen?

Hier arbeiten die ärmsten der armen Schweine. Hier ist die höchste Beteiligung an Unfällen zu beobachten. Hier sind die rücksichtslosendsten Fahrer zu sehen, Alkohol fließt in Strömen, Parkraum wird mit Wagenburgen zugeparkt, Geschwindigkeitsübertretungen und Überschreitung der max. Fahrzeugbreite „normal“. Verkehrsraum wird verschwendet: Zehn 3,8 Tonner sind ein 40 Tonner. Und das alles, für die, die es noch nicht gewusst haben: Ohne Ausbildung zum Berufskraftfahrer, ohne Fahrtenschreiber, ohne Vorschriften und Kontrollen zu Lenk- und Ruhezeiten. Verdanken dürfen wir dies insbesondere einem der typischen CSU „Restepolitiker“, die auch mal Verkehrsminister „spielen“ durften: Peter Ramsauer. Genauso wie wir ihm die Schwächung der Bahn und die Einführung der grünen Busse verdanken -die auch gehörig nerven.
Die (europaweite, einheitliche) Lösung: Wer die Musik bestellt, zahlt die Kapelle. Die Auftraggeber, für die gefahren wird, haben für Parkraum und menschenwürdige Sozialbedingungen zu sorgen. Fertig.
All dies sagt einer, der jährlich mit einem Dienstwagen der Oberklasse 90.000 km, angeblich über die Autobahnen rast, aber mit offene Augen, und dem das Schicksal der Kollegen LKW Fahrer schier das Herz zerreißt.

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firefox34 05.12.2018, 22:33
38. Ich möchte mal sehen

Ich möchte mal sehen, was diejenigen sagen, wenn ihr Chef sie auf der nächsten Dienstreise auf einem "gemütlichen" Campingplatz einbucht anstatt im 3-4 Sterne Hotel oder den Consultant, der als Dienstwagen ein Wohnmobil bekommt wenn er Montags bis Freitags beim Kunden vor Ort sitzt. Aber bitte nicht auf einem ruhigen Campingplatz am See zum nächtigen stellen, sondern auf eine Rastplatz an der lauten und stinkenden Autobahn, mit min. 3km Fußweg zum nächsten Ort oder auf dem Firmenparkplatz des Auftraggebers; Ohne Dusche, WC oder Aufenthaltsraum und Frühstück inklusive. LKW Parkplätze kann man einzäunen und bewachen (lassen). Wenn es Bedarf an günstigen Hotel in Autobahnnähe gibt, dann wird sich schon eine Hotelkette finden, die das Segment bedient. Ich sehe die Jungs jedes Wochenende bei uns auf der Autobahnraststätte stehen, darin noch "Truckeromantik" zu sehen ist einfach nur zynisch.

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Querkopf58 05.12.2018, 23:03
39. Danke dem Foristen heli_jupp

Zitat von heli_jupp
Hier arbeiten die ärmsten der armen Schweine. Hier ist die höchste Beteiligung an Unfällen zu beobachten. Hier sind die rücksichtslosendsten Fahrer zu sehen, Alkohol fließt in Strömen, Parkraum wird mit Wagenburgen zugeparkt, Geschwindigkeitsübertretungen und Überschreitung der max. Fahrzeugbreite „normal“. Verkehrsraum wird verschwendet: Zehn 3,8 Tonner sind ein 40 Tonner. Und das alles, für die, die es noch nicht gewusst haben: Ohne Ausbildung zum Berufskraftfahrer, ohne Fahrtenschreiber, ohne Vorschriften und Kontrollen zu Lenk- und Ruhezeiten. Verdanken dürfen wir dies insbesondere einem der typischen CSU „Restepolitiker“, die auch mal Verkehrsminister „spielen“ durften: Peter Ramsauer. Genauso wie wir ihm die Schwächung der Bahn und die Einführung der grünen Busse verdanken -die auch gehörig nerven. Die (europaweite, einheitliche) Lösung: Wer die Musik bestellt, zahlt die Kapelle. Die Auftraggeber, für die gefahren wird, haben für Parkraum und menschenwürdige Sozialbedingungen zu sorgen. Fertig. All dies sagt einer, der jährlich mit einem Dienstwagen der Oberklasse 90.000 km, angeblich über die Autobahnen rast, aber mit offene Augen, und dem das Schicksal der Kollegen LKW Fahrer schier das Herz zerreißt.
Danke für diesen Beitrag.
Ich glaube eine derart realistische Einschätzung habe ich aus den Kreisen, zu denen Sie offenbar gehören, noch nie vernommen.
Eine Lösung könnte zum Beispiel die Wiedereinführung fester Transporttarife sein. Als es die noch gab, war alles noch ordentlich geregelt.
Dazu noch die Maut von vornherein an die Versender belasten und schon wird der Lkw-Verkehr weniger und qualitativ besser.
Und das mit dem autonomen Fahren, vergessen Sie bitte!
Technisch mag es alles irgendwann funktionieren, aber wer sorgt für Be- und Entladung, Leerguttausch und die anderen arbeiten "am Rande"? Diejenigen die diese Arbeiten an die Transporteure ausgelagert haben mit Sicherheit nicht.

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