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Lohndumping: Grüne fordern Mindesthonorar für Selbstständige
Corbis

Der Mindestlohn soll für soziale Gerechtigkeit sorgen. Aber viele Arbeitgeber umgehen ihn, indem sie Mitarbeiter in die Scheinselbstständigkeit drängen. Die Grünen fordern deshalb ein Mindesthonorar für Solo-Unternehmer.

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catcargerry 07.01.2016, 10:44
1. Ist doch kein Problem

Wir rechnen zusammen, was der Leistungsanbieter für die Leistung insgesamt kostet, und dann schauen wir, ob die Leistung uns das Wert ist. Es ist doch völlig Wurscht, was das Honorar und seine Einzelteile für eine Lackierung bekommen.

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ingnazwobel 07.01.2016, 10:55
2.

Wie soll das gehen?. Das hat man schon früher versucht mit einem undurchdachten Gesetz gegen die Scheinselbstständigkeit - und ist gescheitert. Wenn man dies machen möchte muss es für jede Berufsgruppe eine eigenständige Lösung geben.

Aber wenn dies das so umgesetzt wird wie die Künstlersozialkasse (hier zahlen Auftraggeber von Künstlern und Journalisten den Arbeitgeberbeitrag zur SV der Künstler) - dann gute Nacht.

PS:

Auf der anderen Seite zahle ich gerne 20% SV Zuschlag auf die 8,50 Euro Stundensatz meiner Autowerkstatt oder Handwerkers - ironie off

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Havel Pavel 07.01.2016, 11:00
3. Was ist mit

Nach dieser Theorie müsste ja auch dann für alle sogenannten Ehrenämter der Mindestlohn gelten, für den dann auch die entsprechenden Sozialabgaben und Steuern zu leisten sind. Warum greift dieses Thema keiner der superschlauen Politiker einmal auf? Furcht vor der Reaktion der Öffentlichkeit? Oder soll dies wohl bewusst in einer Grauzone gehalten werden?

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licorne 07.01.2016, 11:12
4.

Es sollte eher darum gehen, Selbständige mit nur einem Auftraggeber zu schützen.

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peeka(neu) 07.01.2016, 11:14
5. Im Prinzip

keine schlechte Idee, wenn sich ein Vertrag grundsätzlich über Stunden abgrenzen lässt. Als ich für einen gewerkschaftsnahen Bildungsträger als Dozent gearbeitet habe, lagen die Stundensätze nach Abzug aller Kosten tatsächlich unter dem heutigen Mindestlohn. Schuld daran sind allerdings nicht zuletzt (öffentliche) Auftraggeber, die Aufträge dem billigsten Anbieter gegeben haben.
Bei Werkverträgen sehe ich dagegen kaum eine Möglichkeit der Stundenabgrenzung.

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thalacker 07.01.2016, 11:17
6. Da passt was nicht zusammen!

Zitat von catcargerry
Wir rechnen zusammen, was der Leistungsanbieter für die Leistung insgesamt kostet, und dann schauen wir, ob die Leistung uns das Wert ist. Es ist doch völlig Wurscht, was das Honorar und seine Einzelteile für eine Lackierung bekommen.
Nein, das ist eben gar nicht "Wurscht"! Die große Mehrheit der Deutschen war und ist für den Mindestlohn. Dazu passen aber zwei Dinge überhaupt nicht:
1. Die großen Unterschiede zwischen Arbeitnehmern und (Schein-)Selbstständigen: Warum sollte z.B. ein angestellter Taxifahrer 8,50 Euro Mindestlohn bekommen, und sein Arbeitgeber zahlt die Hälfte der Sozialabgaben zusätzlich zum Lohn, während ein Freiberufler für die gleiche Arbeit wesentlich weniger verdient und seine Sozialabgaben alleine zahlt (oder gar nicht)?
2. Die Schnäppchenjäger-Mentalität vieler Zeitgenossen, z.B. die Erwartung, jederzeit müsste überall ein Taxi bereit stehen, das aber nicht mehr kosten dürfte als die Straßenbahn.
Die Ausbeutung von Solo-Selbstständigen und Freiberuflern ist aber viel weiter verbreitet, z.B. beruht darauf die ganze Erwachsenenbildung, die ohne die Honorarkräfte zusammenbrechen würde.

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Mertrager 07.01.2016, 11:22
7. Partei der Träumer

Die Grünen wollen das Monopol auf die politische Partei der Träumer um jeden Preis erhalten. Wer den Markt manipuliert, schafft immer Schieflagen. Der Mindestlohn ist so ein Ding. Er hilft den Konzernen bei der Beseitigung des Kleingewerbes. Es kann dann nur noch bestehen, wo die Kleinunternehmer sich selbst ausbeuten. Mehr Einnahmen oder geringere Abgaben für das Kleingewerbe wären ein anderer Weg, der ist aber unerwünscht. Das Ziel des zentralgelenkten Wirtschaftsstaats sind grosse Strukturen. Das war doch auch in der Heimat von Frau Merkel gut zu sehen. Da geht es hin. Mit Einheitskasse und Einheitsgewerkschaft. Ach ja, und Einheitsmeinung.

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nickleby 07.01.2016, 11:28
8. Selbstständigkeit ist freier Entschluss

Die Grünen zeigen hier eine naive und weltfremde Einstellung zum Wirtschaftsgeschehen. Kein Mensch wird gezwungen, in die Selbstständigkeit zu gehen. Wer keinen Erfolg hat, ist eben ein Pechvogel. Es ist unmoralisch und auch kommunistisch, nun von den Erfolgreichen zu verlangen, für die "Flaschen" bezahlen zu müssen.
Wohin diese Art Wirtschaft führt, haben wir am Sozialismus gesehen und sehen es heute in China und besonders in Nordkorea Weiter Negativbeispiel für das scheitern des Sozialismus ist Kuba.
Also : wer scheitert muss neu anfangen und darf sich nicht in der Hängematte des Sozialstaats ausruhen. .

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otto_iii 07.01.2016, 11:31
9. 773

Ein völlig absurder Vorschlag. Wie soll denn mit den Zeiten umgegangen werden, die ein Selbständiger für Akquisition, Buchhaltung etc. aufwendet? Zählen die mit oder nicht? Was ist denn mit Selbständigen, die wenig Aufträge haben oder langsam arbeiten? Soll der Auftraggeber dann auch gezwungen werden nach Stunden zu bezahlen?

Wenn es gesetzliche Vergütungsregelungen für Selbständige gibt, dann müssen diese erfolgsbezogen und nicht aufwandsbezogen sein. Dort wo es das aktuell schon gibt (zB bei Architekten) ist die EU-Kommission der Meinung, diese deutsche Regelung behindere den freien Wettbewerb und müsse aufgehoben werden.

Wenn man den Kleinunternehmern helfen will (was durchaus angebracht wäre), dann sollte der ungerechte Mindestbeitrag zur Krankenversicherung aufgehoben und die Kleinunternehmer von Bürokratie, Dokumentations- und Berichtspflichten entlastet werden. Das was die Grünen fordern würde im Gegenteil nur zu viel, viel mehr Bürokratie und weniger Aufträgen für Kleinunternehmer führen.

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