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Lohngleichheit von Männern und Frauen: ZDF-Reporterin scheitert vor Gericht
ZDF/ Svea Pietschmann

Eine Reporterin wollte das ZDF zu einer gerechteren Entlohnung zwingen. Doch das Landesarbeitsgericht Berlin hat entschieden: Der Sender muss ihr nicht das gleiche Gehalt zahlen wie männlichen Kollegen.

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mrschabak 05.02.2019, 15:11
10. Artenvielfalt unterstützen - aber Entlohnung pauschal?

Es ist immer wieder unglaublich zu beobachten, mit welchen Begründungen manche Menschen Ausgleich verlangen. Sei es aufgrund von Rasse, Geschlecht, Verfolgung und sonstige Dinge. Wem der Job nicht gefällt soll kündigen oder neu verhandeln. Das nennt sich freie Marktwirtschaft. Der Unterschied: Viele Männer schmeißen Ihren Job, wenn Ihnen das Gehalt nicht ausreicht. Ein Großteil (natürlich nicht Alle) der Frauen haben aber dazu nicht den Mumm, nicht zuletzt weil für viele von Ihnen andere Dinge außer Gehalt zählen, z.B. kollegiales Umfeld, Freizeitausgleich, etc. Der Jobmarkt ist kein Buffet, wo man sich alle Rosinen rauspicken kann.

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antelatis 05.02.2019, 15:12
11. Konsequentes Urteil

Was jemand in diesem System letztendlich als Gehalt bezahlt bekommt, hat in den seltensten Fällen mit objektiver Gerechtigkeit zu tun. Warum also sollte so eine Gerechtigkeit zwischen Mann und Frau plötzlich gelten?

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Spr. 05.02.2019, 15:18
12.

Wer Frauen schlechter bezahlen will als Männer, wird immer einen unwiderlegbaren oder nicht ausreichend belegbaren Grund dafür finden. Ob das nun die geringere Berufserfahrung ist, schlechtere formale Voraussetzungen (weniger Scheine oder schlechtere (Abi-)Noten), oder die angeblich schlechtere Leistung. Irgendein unwiderlegbarer oder nicht ausreichend belegbarer Grund findet sich immer. Danach ist dann das Vertrauensverhältnis zerstört, was einen guten Grund für die Kündigung der Nestbeschmutzerin hergibt. Was andere potentielle Nestbeschmutzerinnen dann doch dazu bewegen wird, weiterhin schön den Mund geschlossen und die Füße still zu halten. Der Beifall derjenigen, die um Ihre Pfründe bangen, ist sicher.

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tuvalu2004 05.02.2019, 15:23
13. Hinweis auf Tarif ist Unfug

Das ist natürlich Unfug mit dem Tarifvertrag. Jedes Unternehmen hat die Möglichkeit z.B. den Einstiegstarif so zu wählen wie es ihm paßt. Und selbst gleiche Stellen können unterschiedliche Tarife haben. Später dann werden Stellen aufgewertet oder Männer bekommen schneller höhere Tarife, Frauen halt nur Zuschläge, die bei der nächsten Tariferhöhung alle wieder weg sind. Es gibt sehr viele Möglichkeiten beim Tariflohn zu tricksen. Nur ein Blick in den Gleichstellungsbericht irgend eines größeren Unternehmens reicht, um das zu bestätigen.

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Niteftef 05.02.2019, 15:24
14. Auch hier: Im Zweifel unschuldig

Damit ist das ZDF gemeint, dass im Zweifelsfall für nicht der Diskriminierung schuldig gesprochen werden muss.
Es stellt sich aber die Frage, wie man hier Zweifel ausräumen soll. Schwierige Sache.

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curiosus_ 05.02.2019, 15:25
15. Ein Gericht bastelt?

Zitat von Dr. Kilad
Hier bastelt sich ein Gericht wieder mal sein AG-freundliche Rechtsprechung zusammen. Denn die Frau ist ähnlich der anderen "freien" Mitarbeiter beschäftigt. Der Einwand verfehlt schon deshalb sein Ziel, weil er unterstellt, dass der Gesetzgeber bei freien Mitarbeitern Diskriminierung nicht beseitigen wollte. Dabei ergibt sich mögliche Diskriminierung aus dem GG, weil danach Gleiches gleich behandelt werden muss. Wo ist eine entsprechende Beweisaufnahme des Gerichts? Eine unbewiesene Behauptung reict nicht.
Jetzt informieren Sie sich mal über die bundesdeutsche Gewaltenteilung zwischen Legislative und Judikative. Sowie über das Entgelttransparenzgesetz. Dort steht nämlich im Paragraph 5:

Beschäftigte im Sinne dieses Gesetzes sind

1. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,
2. Beamtinnen und Beamte des Bundes sowie der sonstigen der Aufsicht des Bundes unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts,
3. Richterinnen und Richter des Bundes,
4. Soldatinnen und Soldaten,
5. die zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten sowie
6. die in Heimarbeit Beschäftigten sowie die ihnen Gleichgestellten.


Da steht nichts von "freien Mitarbeitern". Und die Judikative hat sich in einem Rechtsstaat an die Gesetze zu halten, was denn sonst?

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Bellagio 05.02.2019, 15:26
16. Wer Leistungsgesellschaft nicht kapiert hat

liegt ganz richtig beim Staatsfunk. Schade das es mittlerweile nicht mehr für jeden Kabelträger zur Beamtenlaufbahn reicht. Ich hoffe ein paar Milliarden mehr GEZ können diese Ungerechtigkeitslücke etwas stopfen. Ich bin ja sowieso mehr als nur verwundert, das sich das Gericht dem politischen Zeitgeist nicht im vorauseilenden Gehorsam unterworfen hat. Wird doch hier glatt der weltweiten Frauenbewegung ein Stock in die Speichen geklemmt. Der sicherlich alte, weiße Richter Gandalf der dieses Urteil zu verantworten hat, steht sicherlich ganz knapp vor der Pensionierung. Und wenn nicht, dann jetzt sicherlich bald.

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Nordstadtbewohner 05.02.2019, 15:31
17. Arbeitnehmer vs. Freiberufler

Was vielleicht etwas unter den Tisch fällt, ist, dass die Frau keine sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerin ist sondern Freiberuflerin. Das lässt sich schwer vergleichen. Die Frau hat als Freiberuflerin die Möglichkeit, ihren Lohn aka ihre Preise zu erhöhen. Ein AN kann das nicht. Vielleicht sollte sie ihren Vertrag neu verhandeln oder ihre Dienstleistungen anderen Sendern/ Unternehmen anbieten, wo sie mehr Geld bekommt.

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giovanniconte4711 05.02.2019, 15:32
18. Jordan Peterson zu dem Thema...

Vielleicht sollte man sich das hier mal auf YouTube ansehen:

Jordan Peterson debate on the gender pay gap, campus protests and postmodernism...

https://www.youtube.com/watch?v=aMcjxSThD54

Wirklich sehr aufschlußreich.

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adal_ 05.02.2019, 15:36
19.

Zitat von Dr. Kilad
Dabei ergibt sich mögliche Diskriminierung aus dem GG, weil danach Gleiches gleich behandelt werden muss. Wo ist eine entsprechende Beweisaufnahme des Gerichts? Eine unbewiesene Behauptung reict nicht.
Ob das ZDF bei seinen Honorarverträgen mit freien Mitarbeitern Geschlechterdiskriminierung betreibt, lässt sich im Einzelfall gar nicht klären. Dazu müsste man schon alle Honorarverträge aller Kollegen in vergleichbarer Tätigkeit durchsehen. Gesetzt, der Befund einer solchen Studie fiele positiv aus, wäre er sicher sozologisch relevant, aber immer noch nicht justiziabel.

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