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Lohngleichheit von Männern und Frauen: ZDF-Reporterin scheitert vor Gericht
ZDF/ Svea Pietschmann

Eine Reporterin wollte das ZDF zu einer gerechteren Entlohnung zwingen. Doch das Landesarbeitsgericht Berlin hat entschieden: Der Sender muss ihr nicht das gleiche Gehalt zahlen wie männlichen Kollegen.

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mittekwilli 05.02.2019, 15:42
20. Kraut und Rüben

Dieser Artikel lässt wieder einmal vieles im Dunkeln.
Nun ein Arbeitsvertrag kommt Zustande in dem ein Arbeitnehmer eine Leistung (Tätigkeit) erbring. Für diese Leistung ist eine Gegenleistung zu erbringen(Lohn). Davon ist auch im Gesetzestext die Rede. Ich frage mich, was jetzt die Berufserfahrung damit zu dun hat? Hat diese Frau also doch eine andere Tätigkeit ausgeübt als die Männer? Mit Ruhm beklekkert sich weder der Verfasser des Artikels, noch der,die Richter*in... Das Grundproblem ist hier wohl eher ein Urdeutsches: Wer hat gibt nicht gern ab.

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lenslarque 05.02.2019, 15:45
21. Wieder ein schönes Beispiel

wie die Gerichte die Intention des Gesetzgebers ad absurdum führen. Aber da geht ja das Bundesverfassungsgericht mit leuchtendem Beispiel voran. Man denke nur an die Urteile über Kriegsdienstverweigerung und die unsäglichen Urteile zur Einführung des Euros.

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Kucker 05.02.2019, 15:47
22. Mehr Aufmerksamkeit

Die Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen gegenüber Männern ist - wie auch dieses Beispiel zeigt - vielen egal. Vielleicht muss erst eine Profi-Fußballerin klagen, damit das Thema öffentlich wahrgenommen wird.

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Johannes Meier 05.02.2019, 15:47
23. Gerechte Bezahlung

Gerechte Bezahlung kann und wird es niemals geben. Vielleicht in dem kleinen und überschaubaren Kreis einer einzelnen Firma. Wenn überhaupt.
Warum verdient eine angestellte Lehrerin mehr, als eine angestellte Altenpflegerin?
Ein angelernter Arbeiter bei VW mehr, als ein KFZ-Mechatroniker in der Werkstatt um die Ecke?
Wer bitteschön kann da an "gerechte" Bezahlung glauben?

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Stefan12345678 05.02.2019, 15:49
24. Transparenz?

So wie es im Artikel dargestellt wird, ist die Entlohnung beim ZDF doch recht transparent. Wenn es Tarifverträge auch für freie Mitarbeiter gibt. Außerdem muss halt auch mal festhalten, dass ich als Mann auch nicht zu meinem Chef gehen und eine Gehaltserhöhung einfordern kann mit dem Argument: "Ich will das gleiche verdienen, wie der andere." Ich muss das mit Leistungen belegen, sei es, dass ich eine besondere Beziehung zu meinen Kunden habe oder einfach gute Verkaufsergebnisse bzw. Einkaufsergebnisse, niedrige Unfallzahlen, niedrige Ausschussquoten, etc. vorweisen kann.

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schmic79 05.02.2019, 15:51
25.

Zitat von mittekwilli
Dieser Artikel lässt wieder einmal vieles im Dunkeln. Nun ein Arbeitsvertrag kommt Zustande in dem ein Arbeitnehmer eine Leistung (Tätigkeit) erbring. Für diese Leistung ist eine Gegenleistung zu erbringen(Lohn). Davon ist auch im Gesetzestext die Rede. Ich frage mich, was jetzt die Berufserfahrung damit zu dun hat?
Zum einen ist hier vermutlich nicht ganz klar, in welchem Verhältnis diese Frau tatsächlich zum ZDF stand: angestellt als "freie Mitarbreiterin"? Oder selbständig als "freie Mitarbeiterin"? ... ... zum anderen: Klar, für einen Arbeitnehmer mit Berufserfahrung zahlen Arbeitgeber mehr Geld. Selbst wenn sie an einem konkreten Tag oder in einem bestimmten Zeitraum oder einem bestimmten Projekt nur Tätigkeiten machen, für die auch weniger Erfahrung notwendig wäre. Wofür dann mehr zahlen? U.a. für die Flexibilität. Für das Potential. Für das "man kann dieser Person auch anspruchsvollere Aufgaben übertragen, die mehr Erfahrung benötigen" ---> ein erfahrener Mitarbeiter ist vermutlich universeller, breiter, tiefer einsetzbar... .... ANsonsten müsste der Lehrling aj auch so viel wie der Meister bekommen, denn in manchen Berufsfeldern macht er zumindest in höheren Lehrjahren zumindest teilweise gleiche Arbeiten...

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lollopa1 05.02.2019, 15:53
26. die Dame ist Freiberufler

ich auch. Ich kann die Vergütung meiner Tätigkeit nicht mit der eines fest angestellten Kollegen vergleichen, und auch nicht mit anderen Freiberuflern in dieser Branche. Ich handel meine Vergütung selber aus, wie jeder Freiberufler, die Angestellten haben ihre Tarifverträge , wünsche ich ihnen auf jeden Fall. Kann denn mein Fliesenleger mich verklagen auf höhere Entlohnung bloss weil ein anderer Fliesenlegermeister mehr für seine Tätigkeit verlangt und vielleicht auch bekommt? Ich denke mal nicht

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Realist111 05.02.2019, 15:57
27. Was heißt denn ...

Zitat von Dr. Kilad
Hier bastelt sich ein Gericht wieder mal sein AG-freundliche Rechtsprechung zusammen. Denn die Frau ist ähnlich der anderen "freien" Mitarbeiter beschäftigt. Der Einwand verfehlt schon deshalb sein Ziel, weil er unterstellt, dass der Gesetzgeber bei freien Mitarbeitern Diskriminierung nicht beseitigen wollte. Dabei ergibt sich mögliche Diskriminierung aus dem GG, weil danach Gleiches gleich behandelt werden muss. Wo ist eine entsprechende Beweisaufnahme des Gerichts? Eine unbewiesene Behauptung reict nicht.
... "ist ähnlich beschäftigt"?

Bei "ähnlicher" Beschäftigung gibt's auch ein "ähnliches" Gehalt, aber eben nicht dasselbe.

Und wenn "Gleiches gleich behandelt werden muss", muss wohl Punkt für Punkt abgeklopft werden, ob es sich tatsächlich zu 100 % um "Gleiches" handelt.

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adal_ 05.02.2019, 16:00
28. Unfähig, zwischen Arbeits- und Honorarverträgen zu unterscheiden

Zitat von mittekwilli
ein Arbeitsvertrag kommt Zustande in dem ein Arbeitnehmer eine Leistung (Tätigkeit) erbring. Für diese Leistung ist eine Gegenleistung zu erbringen(Lohn). Davon ist auch im Gesetzestext die Rede. Ich frage mich, was jetzt die Berufserfahrung damit zu dun hat? Hat diese Frau also doch eine andere Tätigkeit ausgeübt als die Männer? Mit Ruhm beklekkert sich weder der Verfasser des Artikels, noch der,die Richter*in... Das Grundproblem ist hier wohl eher ein Urdeutsches: Wer hat gibt nicht gern ab.
a) Ein Arbeitsvertrag kam nicht zustande.
b) Seit wann haben Honorare etwas mit "Leistung" zu tun? Und wenn ja, wie misst man die Leistung?

Zweifellos haben Honorare der ö-r irgend etwas mit Bekanntheitsgrad oder so zu tun. Genaues weiß man nicht. Aber warum sonst verdient Klaus Kleber dem Vernehmen nach einen mittleren sechsstelligen Betrag, also womöglich mehr als sein Intendant?
Ich finde, der Intendant Tom Buhrow mit seinem mickrigen Jahresgehalt von 399.000 Euro sollte vor Gericht ziehen. :-)

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Celegorm 05.02.2019, 16:13
29.

Zitat von Kucker
Die Ungleichheit bei der Bezahlung von Frauen gegenüber Männern ist - wie auch dieses Beispiel zeigt - vielen egal. Vielleicht muss erst eine Profi-Fußballerin klagen, damit das Thema öffentlich wahrgenommen wird.
Der Schuss ginge doch völlig gegen hinten los, weil gerade im Profisport die Bezahlung strikt nach Marktwert erhandelt wird. Angesichts dessen eine Diskriminierung nachzuweisen, dürfte schlicht unmöglich sein. Zumal das ja weitreichende Konsequenzen hätte, schliesslich könnte dann auch ein erfahrener Spieler des SV Sandhausen darauf klagen, den gleichen Lohn wie Ribery zu kriegen. In diesen Bereichen, wo ein völlig freier Markt spielt, ist "Lohngleichheit" darum eine reine Illusion. Genau so wenig wie man eine kleine IT-Klitsche zwingen kann, die gleichen Löhne wie Google zu zahlen, unabhängig des Geschlechts.

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