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Lohngleichheit: "Wir sind dazu verpflichtet, diese Unterschiede abzubauen"
DPA

Manuela Schwesigs Gesetzesentwurf zur Lohngerechtigkeit wird von der Koalition stiefmütterlich behandelt. Die Familienministerin ist davon nicht überrascht.

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Robeuten_II 03.06.2016, 12:52
110.

Zitat von demokritos2016
Bei welchen Tarifverträgen, in welchen Branchen werden Frauen bei gleicher Ausbildung, Qualifikation, Tätigkeit, gleichen Noten in Zeugnissen und Beurteilungen, gleicher Arbeitszeit (Vollzeit usw.), gleicher Lebensarbeitszeit (also mit oder ohne Unterbrechungen, Babypausen, Erziehungszeiten) usw. unterschiedlich bezahlt? Den Tarifvertrag möchte ich sehen, bisher konnte mir niemand einen solchen zeigen.
Wir wissen ja hoffentlich mittlerweile alle, wie der vermeintliche "gender pay gap" zustande kommt - alle Frauen und alle Männer in einen Topf geschmissen, und, oh Wunder, es findet sich ein Unterschied. Nichts desto trotz "vergißt" die strammlinke Schwesing, daß auch eine männliche Putzkraft weniger verdient als eine Pilotin. Dröselt man dann nach Funktionen auf - bingo - nix pay gap.
Tariflich Beschäftigte: hier würden sich Rechtsanwalte auf sicher zu gewnnende Prozesse stürzen - das passiert aber nicht, weil es eben keine Benachteiligung gibt.
Außertariflich Beschäftigte: hier ist es eine Summe von Dingen - bessere Verhandlungsfähigkeiten, mehr unbezahlte Mehrarbeit bei den Männern, Unschärfen der Messung (in UK z.B. verdienen - laut solchen Untersuchungen - zumindest in den ersten Jahren FRAUEN mehr als Männer - stimmt das?!?) etc. p.p.

WENN es also einen Unterschied macht, dann bei Leitenden Angestellten und noch höher. Genau das wird ja dank Goldröckchen-Gesetzt aber eh' zwangsausgehebelt!
Sollte frau sich nicht einmal um reale Probleme kümmern?

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Robeuten_II 03.06.2016, 12:55
111.

Zitat von loncaros
Natürlich nicht, diese angebliche Lohnungleichheit Mann/Frau ist ein Strohfeuer, dass die SPD mit Benzin begießt, um von der Lohnungleichheit unten/oben abzulenken.
EXAKT!!! Da bin ich als widerwärtiger Libertinärer doch ein wenig entsetzt, daß sich Küstenbarbie v.a. um die Goldröckchen kümmert, anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie frau es schafft, daß eine Friseuse, eine Reinigungskraft einigermaßen über die Runden kommt...gilt übrigens für Männer genauso, da tariflich Beschäftigte. Ich hätte da so ein paar Ideen, die am Ende immer daraus hinauslaufen, ALLE Bürger bez. Nebenkosten und Steuern zu entlasten - aber dann könnte Küstenbarbie nicht mehr soviele Leckerchen nach Gutsherrenart an ihre Klientel gütigst verteilen.

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mazzmazz 03.06.2016, 14:32
112. Beleidigend zu werden, hilft auch nix...

Es ist bezeichnend, dass v.a. besser bezahlte Jobs in den Fokus gelangen. Über die Entlohnung von kommunalen Kanalarbeitern vs. Sachbearbeiterinnen in der Kfz-Zulassungsstelle diskutiert niemand.
Die Friseurin wird jedoch gerne mit dem Geschäftsführer verglichen.
Das hilft niemandem.
Wie ich oben sagte, es gibt kein Gender-Pay-Gap. Das ist alles nichts anderes als manipulierte Statistik oder solche mit falsch angenommener Grundgesamtheit.
Viel spannender wäre es, sich um das Thema Hort zu bemühen. Was nützt uns Eltern die KiTa, wenn nach 3 Jahren Kindergarten, in der Schule, keine Hortplätze zur Verfügung stehen und die Damen (und wenigen Herren) GrundschullehrerInnen um 10:45 Uhr den Unterricht und somit die Betreuung der Kinder beenden?
Wir benötigen in Deutschland dringend ein zentralisiertes Schulsystem mit Betreuung von 7:30 - 18:00 Uhr. Die Lehrer bezahlen wir für den ganzen Arbeitstag. Somit mögen Sie bitte auch in der Schule sein und ihren Job erledigen.
Und bitte kommen Sie mir nicht mit stressigen Unterrichtsvorbereitungen und stundenlangen Klassenarbeitskorrekturen. In der Grundschule ist das lächerlich.
Zudem könnte man ab 16 oder 17 Uhr auch geringer bezahlte Erzieher einstellen.
Wenn wir uns dann den Gender-Pay-Gap noch einmal in Bezug auf Lehrer (Frauen weit überrepräsentiert) und deren effektive Arbeitszeiten (Lebensarbeitsstunden) und bei Verbeamtung die Pensionsansprüche und Zulagen ansehen, verschiebt sich das Bild massiv.
Ich empfehle den Damen, das Jammern einzustellen und sich von zwei parallelen Karrieren als Mutter und DAX-Vorstand zu verabschieden. Selbst bei den Männern bekommen solche Jobs nur ganz, ganz wenige, die dann sehr viel Zeit dafür aufwenden müssen.
Viel interessanter wäre es, Frau Schwesig dahingehend Dampf zu machen, sich um die Sorgen der normalen Familien zu bemühen. Denn ein zweiter Elternteil (egal ob Frau oder Mann) kann schlecht zusätzlich VZ arbeiten, wenn die Kinderbetreuung in der Schule nicht angeboten wird.
Wir brauchen keine Herdprämie, sondern eine Politik für die Familie. Und zwar nicht für die Familie von Berufspolitikern oder DAX-Vorständinnen (die haben Nannies), sondern für die von denjenigen, die die Steuern bezahlen.
Nur haben wir keine Lobby. Keine Partei setzt sich ernsthaft für uns ein. Bis auf AfD und ALFA. Das finde ich den eigentlichen Skandal.

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vaclav.havel 03.06.2016, 18:06
113.

Die nicht erklärten 7% Einkommensunterschied kommen daher, dass weibliche Selbständige im Schnitt 44% weniger verdienen als männliche Geschäftsinhaber.
Der Unterschied bei den Einkommen der Selbständigen kommt daher, weil unzählige, von Frauen geführte Geschäfte nur Nebenerwerbsgeschäfte sind, ohne Absicht, davon die komplette Familie ernähren zu wollen. Kleine Boutiquen, Naturheilpraxen usw., während das Haupteinkommen der Familie vom Ehemann kommt, der indirekt auch das Risiko des Geschäfts der eigenen Frau trägt.

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caruso2 03.06.2016, 21:27
114.

Zitat von vaclav.havel
Die nicht erklärten 7% Einkommensunterschied kommen daher, dass weibliche Selbständige im Schnitt 44% weniger verdienen als männliche Geschäftsinhaber. Der Unterschied bei den Einkommen der Selbständigen kommt daher, weil unzählige, von Frauen geführte Geschäfte nur Nebenerwerbsgeschäfte sind, ohne Absicht, davon die komplette Familie ernähren zu wollen. Kleine Boutiquen, Naturheilpraxen usw., während das Haupteinkommen der Familie vom Ehemann kommt, der indirekt auch das Risiko des Geschäfts der eigenen Frau trägt.
Tja, ihr Beispiel zeigt die unterschiedliche Motivationslage von Frauen bei der Arbeit. Der Gap v. 7% kommt so aber nicht zustande, weil Selbstständige in dieser Statistik nicht berücksichtigt sind sondern ausschließlich Arbeitnehmer.

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