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Management trifft Mensch: Projektplanung nach dem Greta-Thunberg-Prinzip
Kay Nietfeld/Victoria Jones/DPA

Fakten? Gähn! Über den Erfolg einer Idee entscheiden ganz andere Dinge. Was Sie von Greta Thunberg lernen können - und von Bundesumweltministerin Svenja Schulze besser nicht kopieren.

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haarer.15 09.07.2019, 10:34
1. Vorsicht Herr Werle !

Was genau ist denn das Argument gegen die Umweltministerin ? Geht nicht aus dem Beitrag hervor. Den Ansatz von Schulze-Bashing kann ich deshalb in keiner Weise nachvollziehen. Sie ist Umweltministerin und auf dem Gebiet engagiert genug. Ausgebremst wird sie dann am Ende wieder von den C-Akteuren - siehe Altmaier. Zwischen berechtigten Forderungen und politischer Umsetzung gibt es ja auch ein Spannungsfeld. Und die Forderungen werden doch gerade aktuell politisch mit konkreten Maßnahmen unterfüttert. Achja, Greta wurde anfangs doch auch von SPON belächelt, sie sei manipuliert, sehr zugespitzt, naiv und ja - hat man sie doch auch phasenweise durch den Kakao gezogen, weil bei ihr das Wie der Umsetzung fehlte. Stimmts etwa nicht ?

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urbuerger 09.07.2019, 10:50
2. Das Dilemma der Politiker, ist immer wieder ihr Ansatzpunkt, wenn ...

... es um die Einführung oder Anhebung einer Abgabe geht, gerade diese in dem Bereich, der Menschen zu erheben, die am wenigsten, an einem Missverhältnis, wie beispielsweise bei der CO2 Steuer tun können!

Frau Schulze hat gleich bei der Vorstellung ihrer geplanten CO2 Steuer diejenigen genannt, die durch Sonderregulierungen bei der Steuer aussen vor bleiben werden und es sind genau die, die schon bei der EEG Umlage geschont werden!

Wie soll dadurch eine Akzeptanz in der Bevölkerung geschaffen werden, wenn wieder nur diejenigen zahlen müssen, denen man am einfachsten Habhaft werden kann?

Wenn ein eine CO2 Steuer erhoben werden soll, muss diese direkt von den Verursachen bezahlt werden, ohne diese dümmlichen Aussage der Rückerstattung durch den Staat, es den Staat eh keiner abnimmt, dass das Geld jemals zum Bürger zurück findet!
Vor allem sollten die Verantwortlichen Mal darüber Nachdenken, wie groß der administrative Aufwand ist, um diese Zahlungen zu berechnen und dann zu zahlen! Allein dadurch würde sehr viel des eingenommenen Geldes wieder versickern!
Sollte es zu der Erhebung einer solchen steuer kommen, muss sichergestellt sein, dass sie auch nur für den Kampf gegen den Klimawandel genutzt wird, also Zweckgebunden erhoben wird, denn wie es sonst ausgeht, sieht man an der KFZ Steuer, die zum Erhalt der Straßen und des Autoverkehrs ü erhaupt erhoben wird, aber sogar schon zur Sanierung der Bundesbahn herhalten musste!!!

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karlsiegfried 09.07.2019, 10:53
3. Von Greta kann ich nichts lernen, ...

... sondernn nur von ihren Erfindern, Machern oder Produzenten. Angeblich soll das mittlerweile ein Wirtschaftsunternehmen sein mit gutem Profit sein. Ist auch egal. Das Konzept war durchdacht, umsetzbar und irgendwie auch wirkungsvoll. Was es tatsächlich bringt wissen wir erst in 10 Jahren.

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vormaerz 09.07.2019, 11:24
4. @karlsiegfried #3

"…Angeblich soll das mittlerweile ein Wirtsschaftsunternehmen sein…" Lassen Sie uns doch bitte durch Quellen an Ihrem Insiderwissen teilhaben. Seriöse Quellen, wenn das ginge.

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Olaf 09.07.2019, 11:42
5. Greta hat eine weiteren Vorteil

Sie muss nicht konkret werden. Es ist Frau Schulze, welche die schlechte Botschaft überbringen muss, dass das alles auch einen selber Geld kosten wird und nicht nur den anderen.

Übrigens wird eine Steuer auf CO2 gar nichts ändern. Energie wird eh schon stark besteuert und Mobilität ist heute einfach unabdingbar.

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realist4 09.07.2019, 12:09
6. Visionen vs Realität

Formulieren wir es mal anders: Greta Thunberg schwurbelt vom Ende der Welt und davon was wir alle Gutes tun sollten um dies zu verhindern. Da kann ja keiner dagegen sein. Svenja Schulze sagt uns was das alles kostet und auf was wir verzichten sollten und da fällt bei einigen dann der Groschen. Wenn man dann noch bemerkt, dass ein Riesen Verwaltungsapparat aufgezogen werden soll um Einnahmen und Rückzahlungen zu verwalten und klimatechnisch letztendlich kaum etwas bewirkt wird, setzt (hoffentlich) das Denken beim Rest der Bevölkerung ein. Ich sehe da keine Präsentationsstrategie sondern nur dass die Realität die Leute eingeholt hat.

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kein-freund-von-despoten 09.07.2019, 13:06
7. @ 1, 2, 3 ...

... und wer da noch alles danach kommt : Bitte lesen Sie doch einmal den Artikel von ganz von vorne. Sogar noch ein bisschen überhalb der Überschrift anfangen. Da steht "Karrierespiegel". Nicht "Politik". Damit geht es nicht um Frau Schulze oder Frau Thunberg. Es geht auch nicht mal um Klimaschutz. Das was Herr Werle hier macht, nennt man Beispiele. Er hätte auch von David und Goliath reden können. Das Problem wäre dann nur gewesen, die beiden kannten damals noch keine Powerpoint Präsentation. David ( der Underdog mit den Emotionen auf seiner Seite und deshalb mit fiesen Tricks ausgestattet ) gewinnt gegen Goliath ( dem mit dem faktischen Vorteil von Muskelmasse ).

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mgericke 09.07.2019, 13:15
8. Panik produziert keine Lösungen

Wirklich gute Problemlösungen kann man grundsätzlich nur mit Fakten finden und ich erwarte von
einer kompetenten Regierung immer noch, dass diese sich vorsichtig und ausführlich (!) mit allen relevanten Fakten und Gesichtspunkten befasst, bevor Entscheidungen getroffen werden. Das Thunberg Phänomen ähnelt eher einer Art religiösem Fanatismus (Mistgabel und Fackel-Versammlungen), als einer Bewegung, die sich eigentlich mit der Natur und dem Gegenpol, der Wirtschaft, auf wissenschaftlicher Basis befassen sollte, auf eine Art die nicht das Eine komplett gegen das Andere ausspielt. Es besteht mittlerweile kein Zweifel mehr daran, dass
eine Treibhausgassteuer der beste Weg ist, den allgemeinen Konsumwahn einzudämmen und den weltweiten
Temperaturanstieg wenigsten einigermaßen unter dem absoluten Katastrophen Maximum zu halten. Allerdings
muss diese Steuer vorsichtig eingeführt werden und die daraus resultierenden öffentlichen Gelder müssen sinnvoll eingesetzt werden. Die von der Menschheit verursachten Treibhausgasemissionen sind ein Resultat des (vornehmlich Europäischen und Nordamerikanischen) Konsumverhaltens und eine Steuer würde dieses Verhalten regulieren, allerdings auf Kosten der Bevölkerung in den Staaten, die als "emerging economies" gelten (z.b. Indien), die ihre Produkte in Europa und Nordamerika verkaufen. Wenn diese Länder nicht mit den europäischen und nordamerikanischen auf "Augenhöhe" gebracht werden können, bahnen sich in der Zukunft echte Probleme an (Krieg, Völkerwanderung, etc.). Also sind Vorsicht und (ja!) Fakten gefragt, nicht Panikmache und "hau drauf" Aussagen alla Thunberg! Wer Panik macht oder Sinn-entleerte bussword Aussagen macht und irgendwelchen Ideologien und Ikonen hinterherläuft hilft nicht, er macht alles nur noch schwerer.

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MichaelundNilma 09.07.2019, 14:13
9. Bedeutender Unterschied

Bundesumweltministerin Svenja Schulze muß keine jungen Menschen für eine tolle Idee begeistern sondern gegen Widerstände aus Politik und Wirtschaft ankämpfen. Dazu braucht es nicht Vieler welche auf die Straße gehen, sondern Weniger, aber mit politischem Einfluß, für ihre Argumente zu gewinnen. Das betrifft vor allem Regierungsmitglieder, Parteifreunde und Ministerpräsidenten von BL mit Kohletagebau. Es gilt aber auch Stimmverluste durch Wähler zu vermeiden. Hier gilt es die Arbeitnehmer und ihre Familien aus der Kohleindustrie mitzunehmen. Wer Wählerstimmen verliert, kann u.U. den Klimawandel nicht mitgestalten, da nicht mehr in Regierungsverantwortung. Schulze muß zusätzlich die Politiker des Koalitionspartners und deren Anhängerschaft überzeugen. Das funktioniert am Besten mit Zahlen und wissenschaftlichen Lösungsansätzen. Sie muß auch etwas anbieten. Politik ist Geschäft, nach dem Motto hilfst du mir, helfe ich dir.

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