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Manager von Morgen: "Geld oder Titel ziehen kaum"
Corbis

Die "Generation Y", die kühn ein Privatleben neben dem Job fordert, gibt Unternehmen Rätsel auf. Als forsch und gewandt im Auftritt, aber wenig ehrgeizig beschreibt sie Peter Herrendorf. Im Interview spricht der Personalberater über Ausbildung, Chancen und Motivation junger Akademiker.

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karhu1 27.11.2012, 16:12
50.

Zitat von lindejung
"Geld" gibt es heute in Deutschland nicht mehr. Dafür muss man schon in andere Länder auswandern, in denen das neoliberale Barbarentum noch nicht so wie in Deutschland gewütet hat. Und um sich für einen Witzlohn krummlegen, wie es der Oligarchie so vorschwebt, hat man zum Glück noch etwas Restwürde behalten.
Am besten in den USA, da gibt es diese Neoliberalenpack nicht!

Zitat von
Ansonsten ist die Generation Y diejenige, die in kürzester Zeit ALLES verspielt hat, was ihre Eltern in mühsamem Kampf gewonnen hatten.
Wieso? Wie kann man denn einen Witzlohn verspielen?

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unaufgeregter 27.11.2012, 16:18
51. Opfer gesucht

Zitat von assiwichtel
Wenn die ganze Arbeitswelt nur noch aus Y-ern besteht, wer opfert sich dann für die Führungsaufgaben?
Prima gefragt und ja opfern hat was mit Selbstaufgabe zu tun. Aber ist die Würde des Menschen nicht unantastbar? Wenn ich sehe, wie heute die Leute im Beruf verschlissen werden und auch Krankenstände von über 20 Prozent zu keinerlei Umdenken führen, verstehe ich, warum diese Generation laut nein sagt.
Als Angehöriger der älteren Generation habe ich schon vor Jahren die Führungspositon an den Nagel gehängt und bin mit weniger Geld sehr viel zufriedener als je zuvor.

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nuvolanuvola 27.11.2012, 16:18
52. Gehalt ist relevant aber nicht ausschlaggebend

Ich (Jahrgang 90) kann mich und viele meiner Altersgenossen in einigen der beschriebenen Eigenschaften der Generation Y wiederfinden. Da ich bald meinen Masterabschluss haben werden, habe ich vor einigen Wochen die Entscheidung treffen müssen ob ich mich für eine Stelle in der Privatwirtschaft oder im öffentlichen Sektor bewerben möchte. Letztendlich habe ich mich für eine Stelle als Doktorandin an einer niederländischen Universität entschieden. Zwar ist das Einstiegsgehalt etwas niedriger als in anderen Bereichen. Ausschlaggebend für mich waren allerdings andere Kriterien, wie z.B. ein angenehmes und stimulierendes Arbeitsklima, die Möglichkeit mich weiterbilden zu können, ein interessantes und gesellschaftlich relevantes Thema, und nicht zu vergessen: das breite Sport- und Kulturangebot einer Universität. Natürlich finde ich es auch relevant, dass der akademische Grad, den ich hoffentlich in vier Jahren erworben haben werde, mir später in einer nicht-akademischen Laufbahn im öffentlichen Sektor ein höheres Gehalt ermöglicht.
Ob ich später eine Führungsposition haben möchte, darüber habe ich mir eigentlich noch nie Gedanken gemacht. Das sagt vielleicht auch schon genug ;)

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karhu1 27.11.2012, 16:19
53.

Zitat von Hafenschiff
Akademiker werden in Deutschland im Vergleich zu den meisten anderen Industrieländern extrem schlecht bezahlt. Viele (oft auch berufserfahrene) Ingenieure und Naturwissenschaftler gehen in Deutschland mit 45.000€ brutto im Jahr nach Hause. Von anderen Akademikern will ich da gar nicht erst anfangen. Dafür würde in den USA, Großbritannien, der Schweiz, Skandinavien, den Niederlanden usw. gerade mal noch ein normaler Facharbeiter ohne Berufserfahrung morgens noch aufstehen.
Überschätzen Sie die Gehälter im Ausland z.B. Skandinavien oder UK nicht. Das Gras ist dort nicht grüner.

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unaufgeregter 27.11.2012, 16:22
54. Nicht in Deutschland

Zitat von lmx85
.... Ich kann leisten, das weis ich ich, habe auch schriftliche Nachweise, ich bin ein gutes Gehalt wert, aber man verlangt von mir Dinge die nicht dem Gehalt angemessen oder meiner Kompetenzen entsprechen, und fühlt sich angegriffen wenn ich Wert auf eine "Work Life Balance" lege ......
Man hätte sie warnen sollen. Wenn Sie Wert auf eine "Work-Life-Balance" legen, dürfen Sie das nicht äußern. Chefs reagieren auf derartige Dinge sehr empfindlich. Da will sich also einer nicht mit Haut um Haaren dem Job ausliefern..... Viele meiner Vorgesetzten sind aus den 50ern mit dem Rohrstock zur Leistung getrieben worden und rasten förmlich aus. Psychopathen in Reinkultur, die sich auch noch für besonders schlau halten.

Mein Tipp: Wandern Sie aus.

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karhu1 27.11.2012, 16:24
55.

Zitat von andi442
Sehe das ähnlich. Die jungen Absolventen sehen auch, dass sie deutlich besser ausgebildet sind als vorige Generationen (zig Auslandsaufenthalte, Zusatzqualifikationen, Praktika etc) und viel mehr persönlicher Einsatz verlangt wird (man soll brennen für den Job, 60 und mehr Stunden arbeiten, das.....
Als in den 60er oder 70er geborener hat man nichts geschenkt bekommen. Als Generation Y auch nicht.
Bitter wenn Sie für ein Paket 1.5 Stunden anstehen. Früher mussten Sie das aber für jede Bahnfahrkarte.

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karhu1 27.11.2012, 16:31
56.

Zitat von unaufgeregter
Sie haben gelernt. Gesehen, dass der Vater mit 54 Jahren einen Herzinfarkt hatte, viele Jahre die Wochenenden in der Firma verbrachte und das ganze Hab und Gut kaum selbst genießen konnte. Die Generation Y ist schlau genug und will diese fundamentalen Fehler meiner Generation nicht wiederholen. Was ist daran falsch? Es ist eine evolutionäre Weiterentwicklung, die den Firmen natürlich nicht passt.
Das mit dem Herzinfarkt ist traurig. Ich hatte aber auch einen guten Freund, der mit 34 beim Hockeyspielen einen Herzinfarkt bekam und starb. Wenn jemand sich im Job wohl fühlt ist das gut, wie ein Hobby.
Das muss jeder für sich selber entscheiden, aber auch die Konsequenzen tragen.

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forenaccount 27.11.2012, 16:32
57.

Zitat von lindejung
Ansonsten ist die Generation Y diejenige, die in kürzester Zeit ALLES verspielt hat, was ihre Eltern in mühsamem Kampf gewonnen hatten.
Ähm, ein Gutteil wurde in den 80ern verplempert, einer Zeit, in der man noch zum Arzt gegangen ist, um sich eine Packung Pflaster verschreiben zu lassen und beim ersten Anzeichen von Schnupfen zur Kur geschickt wurde. Da wurden die Weichen falsch gestellt, verstärkt wurde dies dann noch durch die Kosten der Wiedervereinigung.
Wenn die Generation, die nun ins Arbeitsleben eintritt, davon ausgehen muss, dass sie für die ganzen Schulden aufkommen muss und durch steigende Sozialabgaben eine Rentenhöhe finanzieren muss, die sie ohne private Vorsorge mutmaßlich niemals erreichen wird, kann man ihr nicht verdenken, auf eine größere Ausgewogenheit zwischen Leben und Arbeiten zu achten und den Sinn eher in einer "Selbstverwirklichung" zu suchen.

Dazu kommt - das hat man von den Eltern gelernt - dass es keinen Sinn hat, von irgendeiner Firma Dankbarkeit oder Loyalität zu erwarten. Die drückt sich am Ende alleine darin aus, was auf dem Konto landet.

Schließlich hat diese Generation, ähnlich wie die, die Anfang der 70er ins Arbeitsleben fand, den Vorteil dass sie als geburtenschwache Jahrgänge unbedingt gebraucht werden. Das stärkt natürlich die Verhandlungsposition.

Was mich allerdings regelmäßig entsetzt, ist ein unglaublicher Konservatismus vieler in dieser Generation.

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Stampfi-Gang 27.11.2012, 16:33
58.

Zitat von assiwichtel
Wenn die ganze Arbeitswelt nur noch aus Y-ern besteht, wer opfert sich dann für die Führungsaufgaben?
Bis der grösste Teil der Arbeitswelt nur noch aus Y-ern besteht, sind die auch älter und erfahrener geworden und sind dann wohl auf der einen Seite den Führungsaufgaben besser gewachsen und können ev. Ihre Sicht der Arbeitswelt (nicht nur malochen sondern auch ein Auge auf die Work-Life-Balance halten) umsetzen.

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joshek 27.11.2012, 17:14
59. recht haben sie die ypsiloner

die jungen leute koennen besser rechnen als die personaler. wozu sich anstrengen um dann als "besserverdiener" gnadenlos vom staat ausgepluendert zu werden?? dass sich leistung nicht lohnt koennen die ypsiloner jeden tag am beispiel der xer sehen ...

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