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Mangelnde Altersvorsorge junger Menschen: "Traditionelle Muster ganz stark in den Köp
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Bei der Rente nehmen sich viele junge Menschen ausgerechnet ihre Eltern zum Vorbild. Jugendforscher Klaus Hurrelmann erklärt, woran das liegt - und wie gefährlich das für diese Generation werden könnte.

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MioMioMimi 06.05.2019, 15:48
1.

Überrascht das jetzt wirklich irgendjemanden?
Wie sollen wir denn vorsorgen? Alle Methoden sind für die Katz. Unterm Strich steht immer ein dickes Minus. Ist ja auch logisch. Tausende Leute wollen ihr Geld mit der Verunsicherung der Leute verdienen. Wie soll ich am Ende also kein Minusgeschäft machen, wenn hier und da immer noch was abgezwackt wird?

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Zita 06.05.2019, 15:58
2. Recht haben sie!

Mal abgesehen davon, dass einem in dem Alter die Rente noch unendlich weit weg erscheint, natürlich denken die Jungen so. Welche Sparform sollen sie denn wählen: Riesterrente soll doof sein, Lebensversicherungen funktionieren auch nicht mehr so wie früher, Aktien können ganz toll oder ganz miserabel abschneiden und Zinsen sind eh im Keller.
Dann die Frage, wie viel man als Berufsanfänger überhaupt monatlich übrig hat, um zu sparen. Studenten, die ja auch in diese Altersgruppe fallen, sicher gar nichts.
Außerdem kann kein Normalverdiener genug Geld zusammensparen für die Lebenserwartung dieser Generation. Wenn man über 90 wird, sind alle Ersparnisse irgendwann weg. Man bräuchte also eine vernünftige Rente, die bis zum Lebensende bezahlt wird.

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Spr. 06.05.2019, 16:01
3. Richtig so!

Diese jungen Leute werden, bevor sie denn Rentner sind, die aktuelle Politik gestalten! Bei deren Einstellungen wird das keine neoliberale Politik mehr sein! Unsere heutige "wirtschaftskonforme Demokratie" wird diese Generation wohl ebenfalls dahin entsorgen, wo sie schon längst hingehört: auf den Müllhaufen der Geschichte!

Aber es überrascht nicht, dass die heutigen Generationen an der Macht das nicht verstehen können. Haben doch genau diese Generationen die sehr erfolgreiche soziale Marktwirtschaft abgeschafft und durch die heutige radikale Marktwirtschaft ersetzt. Heute wird geradezu erwartet, dass jeder gequält aufschreit, wenn irgendjemand irgendetwas sagt, was auch nur annähernd sozial sein könnte.

Die alten Parteien werden sich noch sehr darüber wundern, dass sie mit ihren ebenso alten Ideen bei den jungen Generationen keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen. Aber leider nach wie vor absolut nichts verstehen! Schon gar nicht, dass für die jungen Generationen endlich wieder andere Werte zählen als Geld und Macht!

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katja78 06.05.2019, 16:36
4.

Zitat von Zita
Außerdem kann kein Normalverdiener genug Geld zusammensparen für die Lebenserwartung dieser Generation. Wenn man über 90 wird, sind alle Ersparnisse irgendwann weg. Man bräuchte also eine vernünftige Rente, die bis zum Lebensende bezahlt wird.
Ähm und diese "vernünftige Rente" fällt vom Himmel?

Wie wäre es mal mit etwas Logik: wenn die Menschen immer älter werden, müssen sie entweder zu Lebzeiten deutlich mehr zurücklegen oder länger arbeiten um einerseits mehr zurücklegen zu können und andererseits die Rentenbezugszeit zu verkürzen.

Anders wird es nicht gehen, wenn D nicht explosionsartig seine rentenbeitragszahlende Bevölkerung vergrößert.

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interessierter Laie 06.05.2019, 16:40
5. oh mein Gott...

Zitat von Zita
Mal abgesehen davon, dass einem in dem Alter die Rente noch unendlich weit weg erscheint, natürlich denken die Jungen so. Welche Sparform sollen sie denn wählen: Riesterrente soll doof sein, Lebensversicherungen funktionieren auch nicht mehr so wie früher, Aktien können ganz toll oder ganz miserabel abschneiden und Zinsen sind eh im Keller. Dann die Frage, wie viel man als Berufsanfänger überhaupt monatlich übrig hat, um zu sparen. Studenten, die ja auch in diese Altersgruppe fallen, sicher gar nichts. Außerdem kann kein Normalverdiener genug Geld zusammensparen für die Lebenserwartung dieser Generation. Wenn man über 90 wird, sind alle Ersparnisse irgendwann weg. Man bräuchte also eine vernünftige Rente, die bis zum Lebensende bezahlt wird.
was für ein Blödsinn. Zukunft ist immer unsicher. Und früher waren die Sparzinsen bei 2 Prozent, die Inflation aber genauso hoch. Auch für die Existenz des Staates kann niemand garantieren. Oft leben Unternehmen sogar länger als Staaten - große Teile des heutigen DAX sind älter als die Bundesrepblik. Oder Sie können früh sterben und dann gar nichts von ihrer gesetzlichen Rente haben. Aber deswegen ganz auf Vorsorge zu verzichten ist selten dämlich. Damit wird das Risiko zur Gewissheit. Gerade mit einem niedrigen Einkommen ist bspw. Riester besser, denn auf knapp 1000 EUR im Jahr bekommt man 175 EUR Staatsförderung. Es gibt auch inzwischen Riester-Verträge mit ETFs, also ungemanageten indexnahen Aktien- und Anleihenfonds mit entsprechend sehr niedrigen Gebühren. Und gerade weil die Rente noch so weit weg ist, kann man in diesem Alter getrost in Aktienfonds gehen. Den Fall, dass ein komplettes Indexportfolio von heute auf morgen komplett wertlos wurde, hat es noch nie gegeben. Übrigens: Durch Zinsen ist es durchaus möglich, sogar bis in die Unendlichkeit von einem Kapitalstock zu leben. Dann muss es aber - das gebe ich zu, ein ziemlicher Batzen sein.

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katja78 06.05.2019, 16:42
6. 100-jährige

1/3 der in diesem Jahr in D geborenen Mädchen wird über 100 Jahre alt werden.

Und da soll es reichen, wenn man bis Mitte 20 in Ausbildung ist, danach 5 Jahre Vollzeit arbeitet und dann 15 Jahre lang gar nicht oder eine kümmerliche Teilzeit? Danach dann wenn es gut läuft noch 20 Vollzeit in einem guten Beruf, wenn es schlecht läuft weiter Teilzeit in Muttijob? Dass damit keine auskömmliche Rente für die verbleibenden 35 (!) Jahre aufgebaut werden kann, ist doch offensichtlich.

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dodgerone 06.05.2019, 16:42
7. Nicht verwunderlich

Die Aussagen der Jugendlichen sind nicht verwunderlich. Einerseits wachsen sie in materiellem Wohlstand auf, haben nie echte Krisen erlebt... andererseits sucht man sie händeringend in der Wirtschaft. So mancher wird halt irgendwann hart landen. Die Frage ist wann und ob das bis zur Rente dauert.

Auch die Geschlechterrollen wundern mich nicht... selbst als ehemaliger Ostberliner wundere ich mich oft über unsere diesbezüglich zurückgebliebene Gesellschaft... Kinderbetreuung etc. alles immer noch ein riesen Thema und an jeder Ecke passt es nicht (wir melden uns gerade in Mannheim zur Kinderkrippe an... da hat sich die letzten 10 Jahre fast nix getan... unglaublich).

Das kein Vertrauen in die Politik da ist wundert mich nicht. Ich vertraue als 40-Jähriger auch nicht (mehr)... politisch hat sich die letzten Jahre einfach nix bewegt... Probleme werden mit Geld zugekleistert als das man Lösungen sucht, wo das Geld ja da wäre....die Politik wird sich hier noch wundern!

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olli0816 06.05.2019, 16:54
8. Das ist bei fast allen Berufstätigen so

Das Problem ist, dass die Rente in den letzten Jahren ruiniert worden ist. Die gesetzliche muss immer mehr Gastgeschenke ohne eingezahlte Beiträge der großen Koalition finanzieren, die sich natürlich auf die Renten negativ auswirken. Daneben diser völlig überflüssige Hirnfurz mit Riester/Rürup-Rente, die dem Staat sehr viel Geld kosten und direkt in die Finanzindustrie fliessen. Keine gute Anlage für niemanden, wenn man so einen Murks langfristig trotz Zuschüsse bespart. Die Zuschüsse aus allgemeinen Steuern für die Gesetzliche betragen heute schon knapp 100 Milliarden EURO und dieser Beitrag steigt stetig. Irgendwann wird man an eine Grenze kommen, spätestens bei der nächsten Krise. Zusätzlich z.B. über die Firma Betriebsrenten sparen geht auch nach hinten los, weil sie neben der Versteuerung die vollen Sozialversicherungsbeiträge abführen dürfen. Außerdem sind die Sparformen ähnlich mies verzinst wie bei Riester und gleichzeit drücken die Beiträge noch die gesetzliche Rentenversicherung. Meine Prognose ist, dass ein heute 20jähriger mindestens bis 72 arbeiten muss und die Rente trotzdem nicht reichen wird, wenn man entweder nichts macht oder die - pardon - beschissenen Angebote des Staates annimmt.

Wenn man etwas Geld übrig hat und dies langfristig anlegen kann (> 15 Jahre), ohne darauf zurückgreifen zu müssen, bieten sich selbst für kleine Summen die Welt-ETFs für Aktien an. Ich weiß, in Deutschland werden Aktien verteufelt, aber über lange Anlagezeiträume ist die Verteufelung Schrott und wird von ahnungslosen Menschen verbreitet, die selber nie in so etwas investiert haben. Es kommen dann die Casinos, die Telekom und die 80%igen - Crashs hervor. Trotzdem ist es erwiesen, dass diese Anlageform die letzten 200 Jahre alles andere outperformed hat. Und man kann mit niedrigen monatlichen Summen einsteigen. Alles ganz einfach, wenn man sich mit den Kursen nicht verrückt macht und die Anteilsscheine einfach passiv über Jahrzehnte hält.

Hier kommen wir aber zu einem Hauptproblem: Der durchschnittliche Deutsche hat entweder keine oder eine ganz furchtbare Finanzbildung, durchsetzt mit viel Angst und manchmal auch etwas Gier. Der Staat, bzw. die Schulen bringen den jungen Leuten das nicht bei und wenn sich nicht zufällig jemand im Internet auf die entsprechenden Informationsquellen verirrt, wird das nichts mit der Vorsorge. Dazu kommt, dass fast alle Politiker finanziell genauso wenig wissen. Bei denen machts aber nicht so viel aus, da sie üppige Pensionen beziehen. Von daher kein Wunder, dass die sich finanziell nicht weiter bilden.

Viele werden - genauso wie heute - zu spät feststellen, dass sie anders hätten handeln sollen. Nur das Problem ist, wenn man mit 55 merkt, da läuft was grundlegend falsch, dass man zu wenig Zeit zum Gegensteuern hat. Kommt dann noch ein Jobverlust dazu, ist die Altersarmut vorprogrammiert. Das gilt auch schon heute für viele Leute, die sich nur auf die gesetzliche Rente verlassen haben. Von daher werden viele Leute noch ganz böse überrascht werden. Auch wenn sie laut fordern, der Staat möge bitte nachbessern. Er kann nur nicht mehr, das ist Fakt. Deshalb bleibt Rente mit 67 für viele in Zukunft Utopie.

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Zita 06.05.2019, 17:23
9.

Zitat von katja78
Ähm und diese "vernünftige Rente" fällt vom Himmel? Wie wäre es mal mit etwas Logik: wenn die Menschen immer älter werden, müssen sie entweder zu Lebzeiten deutlich mehr zurücklegen oder länger arbeiten um einerseits mehr zurücklegen zu können und andererseits die Rentenbezugszeit zu verkürzen. Anders wird es nicht gehen, wenn D nicht explosionsartig seine rentenbeitragszahlende Bevölkerung vergrößert.
Ähm und das deutlich mehr Geld zum Zurücklegen fällt auch vom Himmel?
Wie soll denn ein Paketbote, eine Supermarktkassiererin, ein Krankenpfleger oder eine Erzieherin jeden Monat mal eben mehrere Hundert Euro zurücklegen? Und so viel braucht es, wenn man später wirklich davon leben will.

Ich habe keine Patentlösung anzubieten, ich bin kein Ökonom, aber ich sehe, dass persönliche Vorsorge nur für die möglich ist, die eh schon finanziell gut dastehen. Die untere Mittelschicht hat dann halt Pech gehabt und rutscht im Alter in die Unterschicht ab. Und dann ist der Staat doch gefragt, denn die Grundsicherung stellt er ja.

Sicher muss die Rente reformiert werden, gar keine Frage - Was sich die jungen Leute aber anscheinend wünschen, ist eben, dass da der Einzelne nicht allein gelassen wird, sondern das es als Gemeinschaftsaufgabe angepackt wird. Und da stimme ich ihnen absolut zu.

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