Forum: Karriere
Mann einer Karrierefrau: "Es war mein persönlicher Ehrgeiz, sie aufsteigen zu sehen"
Finn Lücke

Thomas Lücke, 53, kümmerte sich um Kinder und Haushalt, damit seine Frau in der Pharmabranche aufsteigen konnte. Hier erzählt er, warum Frauen mit verantwortlich sind, wenn es zu Hause nicht gerecht zugeht.

Seite 1 von 8
Nordstadtbewohner 13.12.2018, 13:04
1. Respekt vor diesem Mann

""Wir Männer wachsen mit dem Gedanken auf, dass wir eine Familie ernähren können müssen."

Ich habe großen Respekt diesem Mann, der in der Lage ist, über seinen eigenen Schatten zu springen. Sein Lebensweg ist nicht alltäglich und von daher auch nicht völlig risikolos. Es spricht nichts dagegen, dass auch Frauen Karriere machen und die Männer ein wenig zurückstecken.

Was mir aber an diesem Interview sehr missfällt, ist, dass dieser Mann meint, für alle Männer sprechen zu dürfen/ müssen. "Wir Männer" gibt es einfach nicht, da auch Männer Individuen sind und das ist auch besonders wichtig: Es gibt verschiedene Generationen. Ich bin jünger als der interviewte Mann und gehöre von daher schon nicht zu den Männern, die meinen, sie müssten unbedingt eine Familie ernähren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
horst_müller 13.12.2018, 13:18
2.

Insgesamt wird es noch ein Weilchen dauern, bis so etwas ebenfalls als normal gilt. Ich hatte mir letztens einen halben Tag Urlaub genommen, um meine beiden vierjährigen Nichten bei einem Kitaausflug begleiten zu können. Ich war der einzige Mann unter 25 Frauen und es wurde mehrmals von den Erzieherinnen (auch nur Frauen) betont, dass ja auch ein Onkel mit dabei ist. Auch einige Mütter sprachen mich drauf an, das es ja toll ist, dass ich mir als Mann dafür Zeit nähme. Es schmeichelt einem natürlich, sollte aber eigentlich nichts außergewöhnliches mehr sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mlarsen 13.12.2018, 13:27
3.

In meiner Ehe wird es auf absehbare Zeit ähnlich zugehen und ich habe nicht das geringste Problem damit. Und was andere davon halten ist mir ziemlich egal...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zeichenkette 13.12.2018, 13:34
4. Der Witz ist doch...

Es gibt durchaus auch eine Menge Männer, die insgesamt in der Rolle als Hausmann besser aufgehoben wären. Das gegen den (meist unausgesprochenen) Widerstand der gesellschaftlichen "Normalität" durchzusetzen, ist aber verdammt schwer, auch weil es den eigenen verinnerlichten Ansprüchen zuwiderläuft, selbst wenn die einem gar nicht gut tun. Daran kann man aber auch als Mann sehr gut sehen, wie unglaublich schwer es sein kann, sowas gegen den Strom zu tun und dann hat man auf einmal auch sehr viel mehr Verständnis für solche vorübergehenden Hilfskonstruktionen wie Frauenquoten in Unternehmen oder der Politik: Wenn man das erstmal normalisiert hat (auch mit solchen "Gerüsten"), gibt es auf einmal Rollenvorbilder für nachkommende Generationen und die empfinden das dann als ganz normal und dann braucht man solche Gerüste nicht mehr. Aber ja, auch Männer sind in ihren Rollen gefangen und während manche damit sehr glücklich sind, sind andere es eben nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mocodelpavo 13.12.2018, 13:43
5. Alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Ich denke es wird in Zukunft immer mehr solcher Männer geben müssen, schon weil Männer im Beruf auf sich alleine gestellt sind, während Frauen von "Women in Leadership" Netzwerken, Diversity-Beauftragten, Gender-Forschern und Frauenquoten in Ihrer Karriere massiv unterstützt und gepusht werden. Daher ist die Wahrscheinlichkeit als Frau Karriere zu machen unterm Strich einfach größer, weshalb es für viele Männer Sinn macht, zu Hause zu bleiben...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matteo51 13.12.2018, 13:43
6. System

TOP - auch top geschrieben. cooler Typ, coole Frau, und es zeigt, dass es eben auch "das System" ist, unser aller Sozialisation über Jahrhunderte!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jazzarchive 13.12.2018, 13:50
7. Zu kurz gedacht!

ich bin 57 Jahre alt und als 4 Tochter zur Welt kam, gab ich meine Selbstständigkeit auf und widmete mich dem Haushalt und als kleinen Nebenjob (soweit mit den Kindern vereinbar) unserere Pension.
Mich stört, daß hier immer die „Karriere“ im Mittelpunkt steht. Es sind aber die Kinder um die es geht, diesen einzigartigen Wesen aufwachsen zu sehen und Ihre Entdeckung der Welt beizuwohnen ist so einmalig und nicht wiederholbar, das können die meisten Männer nicht verstehen und wollen Sie auch nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 13.12.2018, 13:50
8. Die eigentliche Leistung

Die eigentliche Leistung besteht darin, nicht einfach zu Hause zu bleiben, sondern sich intensiv um Kind und Haushalt zu kümmern. Da die meisten Männer nicht mit Hausarbeit aufgewachsen sind, neigen sie dazu, vieles liegen zu lassen und nur das wichtigste zu erledigen, dafür aber tausend Dinge zu finden, mit denen man sich ablenken kann. Hausmann muss erstmal erlernt werden und erfordert Selbstdisziplin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
annegret_müller 13.12.2018, 13:51
9. Ein Vorbild für alle Paare

Ich finde dies eine tolle Einstellung und für mich sind die Lückes ein Vorbild für alle Paare. Ich hätte mir dasselbe gewünscht, jedoch scheiterte meine Ehe genau daran, dass wir keinen Konsens über Karriere und Kindererziehung fanden. Es ist leider weiterhin so, dass die "klassische" Rollenverteilung gelebt und durchgesetzt wird. Es braucht Mut für beide, diesen zu verlassen und was eigenes festzulegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8