Forum: Karriere
Mann einer Karrierefrau: "Es war mein persönlicher Ehrgeiz, sie aufsteigen zu sehen"
Finn Lücke

Thomas Lücke, 53, kümmerte sich um Kinder und Haushalt, damit seine Frau in der Pharmabranche aufsteigen konnte. Hier erzählt er, warum Frauen mit verantwortlich sind, wenn es zu Hause nicht gerecht zugeht.

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sven_apitzsch 17.12.2018, 16:16
60. Respekt!!!

Ich glaube, dieses Denken, daß der Mann die Familie Ernähren muß, wird IMMER in den Köüfen bleiuben, da die meissten das schon in ihrer Kind - und Jugendzeit von den Eltern eingetrichtert bekommen! Allerdings war das bei mir irgendwie anders....keine Ahnung, ob das was damit zu tun hat, daß ich aus der ehemaligen DDR komme, aber, dadurch daß meine BEIDEN Eltern gearbeitet haben, kam nie der Spruch, daß mein Vater für die Ernährung unserer Familie "alleine" zuständig ist! Mein Vater fand es sogar sehr gut, daß meine Mutter Zeit Ihres Lebens bis zu Ihrer Rente gearbeitet hat!

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michael.mueller1 17.12.2018, 16:29
61. Was ich seltsam finde...

Es wird immer so getan, als wenn es verwerflich ist, einen ganz normalen Job zu haben. Es wird in den Artikeln immer so getan, als wenn alle Männer sensationelle Karrieren machen auf kosten der Frauen und die armen Frauen dann keine Karriere haben. Ist es nicht eher so, das auch millionen Männer einfach nur ihren/einen Job machen und keine Karriere haben? Mutig und anstregend ist allerdings, einen Job und Haushalt fast alleine zu machen, während der andere Partner nicht helfen kann warum auch immer. Und wenn man Lehrer ist, ist man doch auch was oder etwa nicht? Einen doofen Beigeschmack hätte das jetzt, wenn man arbeitslos oder auf HArtz4 wäre statt zu arbeiten. Ich bin selber in einer doofen Situation, das ich das Geld bringen muss und muss mich fast alleine um unser Kind und Haushalt kümmern, weil meine Frau krank ist. Karriere habe ich in dem Sinne auch keine sensationelle. Richtig wahr ist: Frauen lassen sich leider oft mit weniger oder sogar wenig abspeisen, selbst in anspruchsvollen Berufen. Ich ermutige meine jungen Kolleginnen auch immer, wenn ich höre was die bekommen, und die Leistung dagegen sehe, "meldet euch beim Chef, sammelt eure Erfolge, beim nächsten Gehaltsgespräch müsst ihr Antworten haben, wenn ihr mehr wollt" Das betrifft aber nicht nur Frauen. Auch Männer die da nicht so sicher ausftreten und jeden kleinen Erfolg gleich zur Rettung der Welt aufblasen, werden benachteiligt. Leider ist es so "sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit" wird besser bezahlt, als fleißig still Erfolge abzuliefern.

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helga_klappenstiel 17.12.2018, 16:38
62. Ich finde es gut wenn ein Mann weiblicher ist.

Er geht in seiner Rolle auf und vermutlich trägt er privat auch Röcke.

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benny_na_lievo 17.12.2018, 17:40
63.

Das klingt alles wunderbar. Erst in der Empty Nest Phase wird sich allerdings zeigen, ob sie ihm das wirklich dankt oder ob sie sich dann nicht lieber einen "Kerl" sucht. Klischees kommen nämlich manchmal erst nach vielen Jahren hervor - aber dann überraschend, gandenlos, enttäuschend und ernüchternd.

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benny_na_lievo 17.12.2018, 17:48
64.

Zitat von paretooptimum
Alles nachvollziehbar und ich könnte es auch so machen wie hier beschrieben, wenn meine Frau mehr Geld als ich verdienen würde. Der einzige Punkt, den ich sehr suspekt finde, egal ob Mann oder Frau mehr Geld verdient, ist das mit den Ansagen, was im Haushalt getan werden muss. Ich habe noch nie von einem Mann gehört, der seiner Frau eine Liste macht, was sie zu tun hat. Aber evtl kommt das dabei heraus, wenn mal Ausnahmsweise die Frau mehr Geld verdient und sie der Meinung wäre, dass ihr Mann dann ensprechend dankbar sein muss...
Ich möchte da widersprechen. Es gibt sehr wohl Männer, die ihren Frauen genau vorrechnen, in wie viel Zeit sie eigentlich doch den Haushalt erledigt haben müssten, und die dann fragen, was ihre Frauen eigentlich den Rest der Zeit tun. Wer beschließt, sich in finanzielle Abhängigkeit zum Partner zu begeben, macht diesen zum Arbeitgeber im Haushalt. Das kann nur gelingen, wenn man die Rolle des Anderen respektiert und wertschätzt. Es bleibt dennoch ein Abhängigkeitsverhältnis und ein Machtgefälle, das im Widerspruch zur heute angestrebten Ebenbürtigkeit in der Paarbeziehung steht.

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biesi61 17.12.2018, 18:29
65. Wichtig ist, dass beide Partner auf ihre Kosten kommen!

Ein Familienleben erfordert, dass zeitweise einer seine Interessen zurückstellt. Wer das ist, sollte fair entschieden werden. Und ideal ist natürlich, wenn nicht alles an einem einzigen hängen bleibt, sondern jeder mal karrieremäßig zurücksteckt. Obwohl ich nicht mehr ganz jung an Jahren bin, habe ich das in meinem persönlichen Umfeld im Ostteil Berlins mehrfach erlebt und auch selbst mit meiner Frau gelebt. Dass man sich auch heute noch dafür rechtfertigen muss, ist ärgerlich, vermutlich aber auch regional sehr unterschiedlich. In Fragen der familiären und beruflichen Gleichberechtigung der Geschlechter war und ist der Osten Deutschlands offensichtlich deutlich weiter als der Westen, auch wenn man hier z.B. mit einer gegenderten Sprache nur auf verärgertes Unverständnis stößt.

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sprousa 17.12.2018, 19:22
66.

Kinder und Karriere unter einen Hut zu bekommen, ist von vornherein schon nicht leicht. Schon gar nicht, wenn beide Teile das möchten. Irgendwer kommt am Ende immer zu kurz.
Unsere Familie besteht nun aus 5 Mitgliedern. Nach dem dritten Kind haben meine Frau und ich eingesehen, dass das normale Prinzip von 40 Std / 0 Std-Aufteilung die Woche immer ein Kehrseite hat. Mit unserer 20/ 20 Regelung macht nun zwar keiner mehr wirklich großartig Karriere, dafür kommen wenigstens die Kinder nicht vollends bei einem Elternteil zu kurz. Was bringt es mir in 30 Jahren 100€ mehr Rente zu haben, wenn ich keins meiner Kinder wirklich aufwachsen sehen konnte? Erwartungen, materielle Wünsche zurückstellen, um ein bisschen mehr Lebensfreude der Kinder zu tanken. Wenn die Bälger mit 18 erstmal ausgezogen sind, weiss man, was man wirklich verpasst hat.

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OliverWallmichrath 17.12.2018, 21:30
67. Respekt

Eigntlich hatte ich wieder einen der üblichen - auch und gerade von Männern verfassten - Artikel über die Männer-dominierte Welt erwartet. Dabei ist es den Verfasser/innen offensichtlich immer völlig egal, dass es (natürlich) in keiner hinsicht stimmt. Richtig ist, dass die Rolle die hier eingenommen wird (noch) eher ungewöhnlich, aber absolut kein Unikum ist. Klasse ist die Aussage, das sich ganz wesentlich im Kopf der Frauen etwas ändern muss, wenn sie denn mit der Rolle des "Hausmenschen" unzufrieden sind ... und ich impliziere hier einfach mal: es gibt aber keinen Grund damit GRUNDSÄTZLICH unzufrieden zu sein. Das ist ein "Pas de deux" und kein flashmob . Und welche Tanzform gewählt wird, bleibt dem Paar (und das sollte und muss es auch) völlig selbst überlassen.
"was macht der Kerl schon wieder auf meine Couch" - ja, kann passieren - ich würde mich davon auch nicht freisprechen wollen, könnte aber ja auch andersrum genauso passieren, wenn die Nachbarin ständig auf dem Sofa sitzt, wenn die Frau mal früher heimkommt. Ein erfrischender Artikel in einer Zeit, in der der Mann offensichtlich entweder der Buhmann ist, oder devoter sein muss als Frauen im 18 Jahrhundert.
nochmal zum Abschluß: Respekt, sehr, sehr gut.....

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joachim.stiller 18.12.2018, 04:09
68. Großartig

Also, ich finde das einmal großartig... Wenn ich selbst Frau und Kinder hätte, würde ich es genau so machen... Zumal ich eh als Schriftsteller an den Schreibtisch gebunden bin... Gruß

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Ronja2009 18.12.2018, 15:40
69. Jeder wie er mag...

...und schön, dass zu diesem Thema jede Woche etwas erscheint. Es wäre aber noch schöner, auch hier Vielfalt zuzulassen und auch die andere Seite zu Wort kommen zu lassen. Denn als Frau darf man heute ALLES im Leben wollen, nur eines nicht: Hausfrau und Mutter. Es geht nicht in den Kopf der Menschen, dass das ebenso ein Wunsch sein kann wie alles andere und dass man deswegen noch lange kein AfD-Wähler sein muss. Wenn ein Mann das macht, bekommt er dafür Riesen-Respekt, Anerkennung und Platz in den Medien. Eine Frau bekommt, vor allem von anderen Frauen, verbale Prügel, Häme und den Vorwurf, sie schade der Gleichberechtigung.
Ich sehe darin keine Gleichberechtigung. Was ist denn besser geworden, wenn ich genauso alternativlos ins Erwerbsleben gezwungen werde wie meine Oma hinter den Herd? Ich bin eine Frau, die weiß Gott nicht ihre gesamten gebärfähigen Jahre arbeiten rennen wollte, aber genau so sah die Realität aus. Ich wollte nicht "aufsteigen". Ich wollte eine große Familie, und ich wollte meine Kinder, die ich dank dieses Systems nie haben werde, nicht mit 12 Monaten in die Kita abschieben. Und ich habe zugelassen, dass das am sozialen Druck der Umgebung scheiterte: Man sollte zuerst studieren, mal ins Ausland, sich dann etablieren, dann befördert werden, da noch weiterentwickeln und hier noch ein bisschen optimieren, etc. etc. Und das für Arbeitsbedingungen und eine Entlohnung, die die Mühe nicht wert war. Bedeutet hat mir das alles nie etwas. "Wir Männer wachsen mit dem Gedanken auf, dass wir eine Familie ernähren können müssen." Welche Männer? Die habe ich jedenfalls nicht getroffen. Nur Männer, die von ihrer Partnerin ERWARTEN, dass sie Geld verdient und dafür ihre Wünsche bezüglich ihrer Lebensgestaltung hintanstellt.
Gleichberechtigung ist für mich erst dann, wenn jeder, Mann oder Frau, jede Wahl - Karriere oder Familie - treffen darf, und zwar ohne dafür schief angeschaut und - im ganz besonderen von anderen Frauen - gebasht zu werden. Davon sind wir m. E. weiter weg denn je. Alles was wir gekonnt haben ist, vom einen Extrem ins andere zu fallen.

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