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Manpower-Chefin Calasan: "Deutsche Firmen sind selbst schuld, wenn Fachkräfte fehlen"
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Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.

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rieberger 26.11.2012, 15:28
120. Lohndumpingsklaven

Zitat von sysop
Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.
Wenn die Betriebe "Fachkräftemangel" sagen, meinen sie Dumpingsklaven, höchstens 25 jahre alt, promoviert mit fünf Jahren Berufserfahrung, die sich erst in (unbezahlten) Praktika beweisen müssen, um dann mit Zeitarbeitsverträgen 6 - 10 jahre in der Warteschleife zu hängen. Alles hausgemacht.
Aber: Die Globalisierung gibt den Takt vor

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schreckgespenst 26.11.2012, 15:30
121. Blubb

Zitat von Jonny_C
Die Aussagen von Frau Calasan entsprechen zu 100% meinen (unseren) Erfahrungen. Wenn man jetzt noch alle vorhandenen, aber leider arbeitslosen Fachkräfte über 50 dazurechnet, dann gibt es in der Bundesrepublik Deutschland keinen Fachkräftemangel wie es immer behauptet wird. Das ist ein dummes Gerücht vieler Arbeitgeber um billig über Leiharbeit an Fachkräfte zu kommen. Natürlich muss ich einem 50 jährigen Ing. mehr zahlen als einem 25 jährigen Hochschulabsolventen, aber zu 90% profitiere ich auch von der Erfahrung des älteren.
Wieso muss man dem Älteren mehr zahlen als dem Jüngeren. Wenn der Ältere durch seine Erfahrung eine bessere Leistung bringt, dann hat er ein höheres Gehalt verdient. Teilweise gleicht sich jedoch die Erfahrung der Älteren durch das aktuellere Know-How der YPs aus.
Bei gleicher Arbeit und gleicher Leistung wird oftmals und auch nachvollziehbar das gleiche Gehalt gefordert.
In vielen größeren Unternehmen ist es auch die Regel, dass ältere Mitarbeiter teilweise ein vielfaches des Gehaltes jüngere Kollegen bekommen. Teilweise auch bei geringerer Leistung.

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aendu61 26.11.2012, 15:31
122. Schlüsselstellen

Ob es jetzt an fehlenden Fachkräften mangelt, Arbeitgeber nicht bereit sind ordentliche Löhne zu bezahlen sei mal kurz dahingestellt. Meines Erachtens ist das Problem grösstenteils Hausgemacht! Werfen Sie mal einen Blick in die heiligen Hallen der HR Gurus und Sie werden staunen über die angeblich so super ausgebildeten HRler. Die wenigstens dieser Halbgötter wissen, was überhaupt in dem Unternehmen produziert wird welches ihnen jeden Monat das Gehalt bezahlt! Es gibt wohl nicht mehr viele Unternehmen die ihre HRler erstmal ein Praktikum im Betrieb machen lassen bevor sie dann über Sein oder Nichtsein entscheiden dürfen.

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ks82 26.11.2012, 15:32
123. Lasst die Firmen jammern, sie sind selbst Schuld.

Neulich auch im Radio gehört: Es kommen kaum ausländische Kräfte nach Deutschland. Natürlich hatte ein Sprecher der Wirtschaft auch die Antwort warum: mit 60k Jahresgehalt sind "die Hürden" einfach noch viel zu hoch. Richtig, denn ausländische Fachkräfte wollen gar nicht so viel verdienen - über 35k kommt einfach niemand.

Aber Angst haben muss man nicht: Hochqualifizierte kennen auch Ausgaben und Lebenshaltungskosten in Deutschland. Die Leben in anderen Ländern besser als im Billiglohnland Deutschland. Und diejenigen die kommen, sind nicht hochqualifiziert sondern dumm.

Die Firmen machen sich selbst kaputt mit ihrer Politik. Die müssen das endlich merken.

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Stauxx 26.11.2012, 15:32
124. Die Kampagne geht nicht um Fachkräfte

Die Kampagne wurde losgetreten, um weiter billige Lohndrücker aus dem Ausland zu bekommen, um mit diesem Hebel die Mitarbeiter noch schlechter entlohnen zu können. Billigarbeitskräfte sind der Traum des Unternehmers, nicht gute Fachkräfte. Fachkräfte hasst der, weil die was kosten.

Und die Gewerkschaften, die Herren Aufsichsträte, stehen Spalier und klatschen Beifall mit der einen Hand und kassieren mit der anderen. Das geht. Bei denen geht das.

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JayMAF 26.11.2012, 15:35
125. Von einer glaubwürdigen Quelle ...

Zitat von DarkSpir
... Und um noch einen weiteren Seitenhieb auf die Sprachebene nachzuschieben: Setzt mal einen Franke, ein Bayer, ein Schwabe, ein Sachse, ein Pfälzer, ein Berliner und ein Hesse in ein Callcenter... ;)
Von einer glaubwürdigen Quelle wurde mir von einem Anruf in einem Callcenter berichtet:

Anrufer war ein englisch-sprechender Inder mit Schweizer Akzent.
Jetzt stelle ich mit einen "eingeborene(n)" Sachsen als Agent vor ;-)))
Agentin war in diesem Fall eine Norddeutsche mit perfekten Englisch-Kenntnissen.

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Holbirn 26.11.2012, 15:35
126. Der erlogene Fachkräftemangel

Drei von meinen Kollegen - Spezialisten in einem angeblich sehr gesuchten Bereich - müssen derzeit für einen Hungerlohn fachfremd arbeiten, weil sie trotz Fachkräftemangel niemand einstellen will. Zugegebenermaßen handelt es sich um Ausländer, aber in Deutschland gut integrierte Ausländer mit dem Willen, auch weit weg umzuziehen. Hilft alles nichts. Mich beschlich schon der Verdacht, dass es sich bei dem "Fachkräftemangel" wohl eher um eine dumm-dreiste Lüge handelt, die einzig dazu dienen soll, die Gehälter ins bodenlose zu drücken.

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Erich91 26.11.2012, 15:38
127. Na klar

Zitat von sysop
Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.
die Sklavenhändler, geben mittlerweile längst den Ton an.

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Martin Chr 26.11.2012, 15:40
128. Die 5 berühmte As ...

.. sind halt immer wieder das Problem, so auch hier: Arme, Auszubildende, Arbeitslose, Ausländer, Alte.

Zu dem von manpower vorgetragenen Problem mit der Vermittlung von Ausländern kann (vermutlich nicht nur) ich das Beispiel eines Alten anfügen: Ich habe mir mit 56 Jahren den Luxus erlaubt, als Akademiker (aus ungekündigter Stellung heraus) eine neu Stelle zu suchen: Aussichtslos! Selbst nach drei (auf der Fachebene) sehr erfreulich verlaufenen Vorstellungsterminen bekam ich dann doch jeweils eine (nichtssagende) Absage. Leider blieb auch die Frage nach dem ehrlichen Grund jeweils unbeantwortet, sei es, dass ich erst gar keine Antwort bekam, oder, dass die Antwort "Schma F" war und nicht persönlich auf mich gemünzt.

Fazit: Die Fachkräfte, die wirklich fehlen, sind die spitzenmäßig ausgebildeten Jung-Wissenschaftler, die wegen ihres Alters erstens noch halbwegs "preiswert" sind und zweitens (auch sehr wichtig!) "formbar", will heißen: willig, stets gefügig und kritiklos.

Genau das ist es, was fehlt, sonst nichts.

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_unwissender 26.11.2012, 15:49
129. Wie kommt denn das?

Zitat von sysop
Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.
Hat jemand beim Spiegel entdeckt, dass doch nicht wahr ist, was ewig von der (selbsternannten) Elite wiederholt wird? Nun, zumindest die Resonanz zeigt, dass ein paar wenige Foristen in ihrem Leben eine andere Erfahrung machen.
Gut, dass das mal gesagt wird.

Ein Lehrstück besonderer Art ist ja auch dieser eklatante Mangel an Fachkräften für den Lehrerberuf. Ich finde es großartig, dass das deutsche Bildungswesen Massen von Lehrkräften produziert. Und was macht man mit ihnen? Da kommen die Kultusminister und setzen willkürlich (oder nach Maßgabe der Sparminister bzw. der Wahltermine) ein paar Grenzen. Die heißt dann z.B. dieses Jahr wird nur als Lehrer eingestellt, wer einen Schnitt von 2,2 oder besser schafft. Im Elite-Land Bayern wird dann gejodelt: bei uns wird zumindest 1,9 verlangt, denn mia san mia!

Wunderschön. Da fragt man sich, wozu der Ausbildungsbetrieb solche Massen an vermutlichen Nicht-Fachkräften heranzüchtet. Doch damit stellt sich schon die Frage, was unser Ausbildungssystem überhaupt alles zu leisten hat....
Also: besser still sein!

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