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Manpower-Chefin Calasan: "Deutsche Firmen sind selbst schuld, wenn Fachkräfte fehlen"
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Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.

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uezegei 26.11.2012, 15:50
130.

Zitat von rolfseul
Wenn auch mal die sprache auf das Gehalt gekommen wäre. Dann wäre sicherlich der ein oder andere Fall obsolet geworden. Denn was bei uns leider seit Jahren zum Standard gehört, kosten darf der Neue nicht viel, denn wenn man sich vergewärtigt, daß ein Dipl.-Ing für 2.500,-€ Anfangsgehalt gesucht und aus der Not heraus ( der Bewerber ) auch eigestellt wird, kann man nachvollziehen, daß hier was nicht stimmen kann. Von den Zeitverträgen möchte ich hier gar nicht schreiben. Denn das ist das nächste woran vieles scheitert!
Zeit- und Leiharbeit wird sich wohl noch als Bumerang für die Firmen herausstellen, denn ein normaler Mensch wird es sich SEHR genau überlegen, ob er aus einem unbefristeteten und "sicheren" Arbeitsverhältnis zu einem neuen Arbeitgeber wechseln, um dort einen Zeitvertrag nach dem anderen zu erhalten.

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JayMAF 26.11.2012, 15:51
131. Fazit ?

Zitat von Martin Chr
.. sind halt immer wieder das Problem, so auch hier: Arme, Auszubildende, Arbeitslose, Ausländer, Alte. Zu dem von manpower vorgetragenen Problem mit der Vermittlung von Ausländern kann (vermutlich nicht nur) ich das Beispiel eines Alten anfügen: Ich habe mir mit.....
Fazit ? Seien Sie ehrlich !
Wirklich überrascht waren Sie nicht - es sei denn, Sie sind bis dato blind durch die Gegend gelaufen ;-)

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mrbommels 26.11.2012, 15:51
132. Universelle Probleme

Ich habe mehrere Jahre als Specialist Consultant im ICT Recruitment bei einer führenden südafrikanischen Personalberatungsfirma gearbeitet und auch dort gibt es 1:1 diese Probleme. Unternehmen trauen sich selten an ausländische Bewerber heran. Sogar, wenn diese aus Europa, Australien oder den USA kommen. Hier denken viele Arbeitgeber in sehr lokalistischen Mustern und scheuen das (begrenzte) Risiko mal etwas Neues zu probieren.

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elviejo 26.11.2012, 15:52
133. die

Zitat von Holbirn
Drei von meinen Kollegen - Spezialisten in einem angeblich sehr gesuchten Bereich - müssen derzeit für einen Hungerlohn fachfremd arbeiten, weil sie trotz Fachkräftemangel niemand einstellen will. Zugegebenermaßen handelt es sich um Ausländer, aber in Deutschland gut integrierte Ausländer mit dem Willen, auch weit weg umzuziehen. Hilft alles nichts. Mich beschlich schon der Verdacht, dass es sich bei dem "Fachkräftemangel" wohl eher um eine dumm-dreiste Lüge handelt, die einzig dazu dienen soll, die Gehälter ins bodenlose zu drücken.
pösen Unternehmer immer - als erstes sollte die Wirstchaft mal Frau Calasan Ihrem Unternehmen und den anderen der Branche Ihre ganzen Zeitarbeiter zurückwerfen - sind die größten Lohndrücker der Gesellschaft und stellen sich im Interview hin und kritisieren Ihre Kundschaft als zuwenig flexibel - Ja besser waäre es für die Sklavenhalter alles Jobs würden über sie vermittelt - und das wizige alles stimmen ein in dem jammer Chor ohne drauf zu schauen wer das Lied angestimmt hat - tssss

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nwj 26.11.2012, 15:52
134. Geit ist Geil auch in deutschen Unternehmen

Dieser Artikel ist ein Volltreffer. Die hoch gesteckten Erwartungen von Unternehmen an Mitarbeiter ist absurt übertrieben. Die Anforderungen die gestellt werden, gibt es in der Realität nicht. Wenn ein Großunternehmen heute etwas einkauft, dann geht das über Ausschreibungen. Die betroffenen Mitarbeiter aber sind nicht in der Lage, die dazugehörigen Rahmenbedingungen zu artikulieren. Darauf resultieren Fehlentscheidungen am laufendem Band und schließlich zu Verlusten. Die Fachkompetenz gibt es nicht mehr, weil das Mitarbeiterprofil in die falsche Richtung zielt. Ich habe meinem Umfeld ständig versucht zu erklären, dass wenn ein Mitarbeiter in seiner Muttersprache Unsinn redet und schreibt, dann macht er es in seinen zwei bis drei Fremdsprachen genauso. Und wenn da ein Bewerber kommt mit einer 1 in Mathe, kann mir aber nicht sagen, wie viel 1/2 mal 1/2 ist. Dann ist etwas schief gelaufen. Und so geht das durch die ganze Republik. Traurig aber wahr.

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giricek7 26.11.2012, 15:53
135. kEUR 35

Ich lesen hier ständig davon, dass Dipl.Ingenieure für TEUR 35 arbeiten müssen. Ich kenne sehr viele Dipl.Ingenieure und Bachelor im technischen Bereich und bei denen beginnen die Einstiegsgehälter bei ca. TEUR 45. Nach 4-5 Jahren verdient jeder von denen mindestens TEUR 60, ein Großteil sogar mehr. So schlecht kann es demnach um Ingenieure in Deutschland nicht stehen...

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FranzHans 26.11.2012, 15:53
136. Entschuldigung, ich mag Deutsch!

Zitat von DarkSpir
Unser Konzern ist von Deutschland aus international tätig. Intern reden wir schon deutsch miteinander, auch innerhalb der DACH-Gruppe. Mit allen Anderen geht es auf englisch. Das geht. Am Anfang bricht man sich da gegebenenfalls schon einen ab, aber: Die Leute sind meist auch keine Muttersprachler, die merken nicht wenn man selbst Gramatikfehler macht bzw machen sie selbst. Und was die Übersetzungsfehler betrifft: Die kann ich nicht vermeiden. Selbst wenn ich innerhalb des Konzerns auf Deutsch bleibe und den anderen Gruppen meine Sprache aufzuwingen, müssen sie sie auch selbst erst mal lernen. Und dann machen die die Übersetzungsfehler. Womit wir dann bei einer ganz besonders deutschen Unart sind: Wir wissen dann, wer den Fehler gemacht hat und es waren nicht wir. Klar. Wir können ja Deutsch. Und um noch einen weiteren Seitenhieb auf die Sprachebene nachzuschieben: Setzt mal einen Franke, ein Bayer, ein Schwabe, ein Sachse, ein Pfälzer, ein Berliner und ein Hesse in ein Callcenter... ;)
Deutsch ist immerhin einer der hochentwickeltsten Sprachen weltweit, sowohl in der Philosophie wie in Mathematik und Physik wurden in Deutsch Meilensteine gesetzt, die noch heute Grundlage des Forschens und Denkens sind. Aktuell ist Deutsch die deutlich am meisten gesprochene Sprache in der EU und Deutschland liegt weltweit seit vielen Jahren wirtschaftlich auf einem der ersten drei Plätze, vor allem dank hochentwickelter Ingenieurtechnik.
Und wenn ich etwas als "typisch deutsch" empfinde, dann ist es nicht etwa, ständig Fehler bei den anderen zu sehen, sondern leichtfertiger als irgendein Volk sonst in der Welt, die eigene Sprache und Kultur nicht (!) zu schätzen. Das an sich ist schon bemerkenswerte Dummheit.
Und es spricht nicht gerade für das allgemeine Sprachniveau derer, die hier leichtfertig Englisch einführen möchten, wenn Sie darin keinen Sprachniveauverlust erkennen können. Da ist womöglich auch das Niveau im Deutschen nicht so arg hoch.
Denn selbstverständlich - und das sage ich als jemand, der weit mehr Sprachen als nur Englisch gelernt hat - sind Sprachen nicht einfach austauschbar. Sprachmuster und Denkmuster sind unmittelbar miteinander verknüpft und jede Sprache hat ihre ganz eigenen Muster und legt damit auch eine bestimmte Art des Denkens nahe.
Mal in den Raum gestellt: vielleicht ist der deutsche Mittelstand gerade deshalb so erfolgreich, weil innerbetrieblich auf Deutsch kommuniziert wird? Während so ein Konzern wie Siemens, in dem Englisch vermutlich viel verbreiteter ist, gerade eigentlich nur noch durch Peinlichkeiten auf sich aufmerksam macht (siehe die wieder verschobene ICE-Lieferung).
Vielleicht sollte man in den großen Konzernen wieder mehr deutsch sprechen? Dann läufts auch wieder!

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tobiash 26.11.2012, 15:55
137. Das müssen...

Zitat von der_namenslose
... wieder mal die Lösung mit ausländischen "Fachkräften". Warum nicht einfach ordentliche Löhne zahlen? Das ein Ingenieur nicht unbedingt für 35 k€ p.a. arbeiten möchte ist doch klar, oder? Der "Fachkräftemangel" ist eine Erfindung der Industrie. Es geht rein darum der Politik Zugeständnisse abzuringen und Löhne zu drücken.
... Sie uns aber mal erklären! Warum sollte die Industrie den Fachkräftemangel "erfinden" und gleichzeitig nicht bereit sein, ausländische Mitarbeiter einzustellen? Um die Lohnerwartungen der Bewerber in die Höhe zu schrauben? Fataler Irrtum! In vielen Bereichen DEs sind Fachkräfte nicht mehr zu bekommen. Es gibt natürlich immer die Möglichkeit, geeignete Kandidaten von anderen Unternehmen abzwerben, das löst aber das eigentliche Problem nicht!

Und ein altes Sprichwort sagt: Wenn ein Ingenier bereit ist für 35k zu arbeiten, dann taugt er auch für 20k nicht! Insofern verwechseln Sie wohl die Qualifikation auf dem Papier mit der realen Qualifikation. Das sind oft himmelweite Unterscheide.

Davon abgesehen hat sich Mgerade Manpower in der Vergangenheit nicht gerade mit geeigneten Bewerbern ausgezeichnet. Sowohl in der Zeitarbeitsbranche als auch in der Personalvermittlung ist Manpower bereits verbraucht. Insofern wundert es nicht, wenn sich deutsche Personaler nicht auf deren seltsame Vermittlungsstrategie verlassen.

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karhu1 26.11.2012, 15:59
138.

Zitat von cyranodemadrid
Meine Frau ist Dipl. BWL, Marketing Expert mit internationaler Erfahrung und kann mi 4 Weltsprachen arbeiten, und sie findet keine Arbeit. Sie wird sich nun selbstaendig machen.
Ich hatte schon Bewerber, MBA, Dipl. BWL, Marketing, "Experten" mit internationaler "Erfahrung" (Praktikum? Auslandssemester), 4 sprachig für eine Stelle als Marketingassistentin.

Ein Diplom sagt nur bedingt etwas darüber aus, ob jemand 6 Monate z.B. im Produktmanagement überlebt ... [/QUOTE]

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egyptwoman 26.11.2012, 15:59
139. optional

Ich kann dem nur zustimmen, Fachkräftemangel gibt es nicht.
Was wollen Arbeitgeber? Fachkräfte zum Nulltarif, möglichst ohne Familienbindung also single und auch keine Ambitionen Kinder bekommen zu wollen (bei Frauen), ständig abrufbereit, flexibel, Überstunden leisten auch zum Nulltarif etc.pp. . Das Problem besteht aber schon seit Jahrzehnten. Ich hab mal Fachverkäuferin gelernt (noch zu zeiten als es noch 2 dt. Staaten gab), hatte nach der Wende keine Chance einen Job zu finden (zumal ich noch das Pech hatte alleinerziehend mit kleinem Kind zu sein, dabei ging es allerdings nicht darum das ich hätte nicht an Samstagen oder abend arbeiten können, sondern das man mir immer gleich sagte: ach Kleinkind, wird doch eh alle 14 Tage krank so das sie dann ausfallen oder haben sie dann jemand der sich um ihr krankes Kind kümmert), also hab ich noch eine vom Arbeitsamt bezahlte Umschulung als Einzelhandelskauffrau gemacht, da mir von meinem Vermittler gesagt wurde, das 80% der Umschüler danach einen Job im Handel bekommen hätten - das komische war nur das von den 3 Umschulungsklassen (waren immerhin 80 Leute) grad mal 5 anschließend eine Stelle bekommen haben. Das einzige was ich gefunden habe waren immer nur Pauschaljobs von damals 400 DM im Monat, die ich aber trotzdem angenommen habe, in der Hoffnung auf eine Festanstellung, aber Fehlanzeige. Also hab ich dann mit 33 nochmal eine Ausbildung gemacht in der ich dann bis leider die Gesundheit nicht mehr mitmachte 10 Jahre gearbeitet habe.

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