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Manpower-Chefin Calasan: "Deutsche Firmen sind selbst schuld, wenn Fachkräfte fehlen"
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Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.

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Jonny_C 26.11.2012, 13:28
40. Danke für das Interview !

Zitat von sysop
Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.
Die Aussagen von Frau Calasan entsprechen zu 100% meinen (unseren) Erfahrungen. Wenn man jetzt noch alle vorhandenen, aber leider arbeitslosen Fachkräfte über 50 dazurechnet, dann gibt es in der Bundesrepublik Deutschland keinen Fachkräftemangel wie es immer behauptet wird. Das ist ein dummes Gerücht vieler Arbeitgeber um billig über Leiharbeit an Fachkräfte zu kommen. Natürlich muss ich einem 50 jährigen Ing. mehr zahlen als einem 25 jährigen Hochschulabsolventen, aber zu 90% profitiere ich auch von der Erfahrung des älteren.

Wir waren alle über 50, arbeitslos und gefrustet, als wir uns zusammengetan haben um eine eigene kleine IT-Spezial-Firma auf die Beine zu stellen. Für die großen Konzerne und fast alle Mittelständler waren wir zu alt - und zu teuer. Falsche Denke !

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geoelterblitz 26.11.2012, 13:29
41. Das stimmt 100%.

Die deutschen Personalentscheider haben schon sehr eigene Kriterien bei der Einstellung von Personal. Wenn man nicht 100% passt, wird man sofort rausgefiltert.

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spon_2117689 26.11.2012, 13:29
42. 100% passend

Nein ich finde nicht das Sprache oder Zeugnisse ein Problem sind, viel mehr ist die Ansiedlung das Problem. Die Person möchte ja nicht für 3 Monate Probezeit kommen, sie will einen Job und bei den Kosten in Deutschland muss der Arbeitgeber einspringen. Besonders Wohnraum ist extrem teuer. Das schlägt sich auf Löhne nieder. Deutsche Arbeitskräfte sind ja schon angesiedelt und haben da einen Vorteil.

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kaischek 26.11.2012, 13:30
43. Am meisten amüsiert mich...

...die Arbeitgeberklage (bin selbst einer), dass der Abschluss des Bewerbers in Deutschland gesetzlich nicht anerkannt ist. Was hindert denn den Arbeitgeber daran, diesen Bewerber nach umfassender Eignungsprüfung trotzdem einzustellen? Nix, außer der Tatsache, dass deutsche Personalchefs das (überschaubare) Risko für die eigene Karriere scheuen...Also, wenn ich nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld.

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eisbaerchen 26.11.2012, 13:31
44. Wow,

Zitat von mneisen
Sicherlich ist alles im Interview Gesagte richtig - es fehlt aber noch eine wichtige Komponente. Deutsche Firmen klagen über den angeblichen Fachkräftemangel, sind aber gleichzeitig nicht bereit, geeigneten Kandidaten auch das angemessene Gehalt zu zahlen. In meinem Fall war das genauso. Ich habe mich lang und breit in Deutschland umgesehen, um einen interessanten und adäquat bezahlten Posten zu finden; natürlich bedeutet adäquat in manchen Bereichen etwas anderes als in anderen, dessen bin ich mir bewusst. Inzwischen betrachte ich Deutschlands Probleme aus dem Ausland und kann mich nur wundern. Hier habe ich einen äußerst interessanten Job gefunden, mit viel Verantwortung und - man glaube es kaum! - adäquater Bezahlung. Deutschland wird kräftig entschlacken müssen, Steuern und Sozialabgaben deutlich senken - dann klappt das auch wieder mit den Fachkräften, denn dann lohnt es sich auch wieder als Fachkraft in Deutschland zu arbeiten - und das ist nicht nur ein Ansporn für ausländische Fachkräfte, nach Deutschland zu immigrieren. Es ist auch ein Anreiz für Jugendliche, sich für eines der zugegebenermaßen harten MINT-Fächer zu interessieren und diese zu studieren - denn am Schluss winkt ein höchst interessanter Arbeitsplatz mit einem großen Einkommen. Ich gebe aber zu: Ich habe keine große Hoffnung, dass in der Neidrepublik Deusctschland die richtigen Maßnahmen getroffen werden - und selbst wenn, es dauert sicherlich 15 bis 20 Jahre, bis sich die Situation durch einen Zustrom neu ausgebildeter MINT-Absolventen grundlegend ändert. Viel Glück, Deutschland!
sind Sie ein cooler und erfolgreicher Typ (im Ausland). Aber vielleicht hat da doch irgendwas mit Ihnen nicht gestimmt bei Ihren Bewerbungen sonst wäre doch so ein toller Typ auch in Deutschland längst in einem Job mit "viel Verantwortung". Ach ja, und wie sieht es bei Ihnen jetzt mit Kündigungsschutz aus?? Jede Seite hat zwei Medaillen...wenn Sie in den USA arbeiten: seien Sie darauf vorbereitet morgens unverhofft keinen Zugang mehr zu Ihrem Arbeitsplatz zu bekommen und dass sie sich den Karton mit ihren persönlichen Utensilien beim "warden" abholen können...tja, so wird da halt "gehired" und "gefired"...und dann kommen Sie bloss nicht an und wollen in Deutschland Arbeitslosengeld beziehen; dann sehen Sie mal zu wie Sie mit den 3 Monaten Unterstützung dort zurechtkommen.

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Wunderläufer 26.11.2012, 13:31
45. Dem stimme ich zu

Den Kernaussagen im Artikel stimme ich zu: mein Arbeitsgeber ist ein international aktives deutsches Software Unternehmen: Informationen, die nicht ausdrücklich nur den deutschen Standort betreffen gibt's IMMER auf englisch.
Neue Kollegen für den technischen Bereich werden vorweigend im Ausland eingestellt:
dies spart enorme Personalkosten wegen niedrigeren Gehalts und dennoch sind auch diese Kollegen exzellent ausgebildet. Diese müssen können sich dank Voice over IP und Netzwerken nicht nach Deutschland umziehen, sondern können sich von ihrem Heimatland aus in das Firmennetz einwählen und arbeiten

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tommycat 26.11.2012, 13:31
46. Deutschland braucht Fachkräfte aus Bangladesh!

Und dann gibt es noch die Geschichte des erfahrenen Praktikers, der jahrelang verzweifelt Fachkräfte für den Export suchte. Deshalb empfahl er seiner Tochter: „Mein Kind, sei schlau. Mache zuerst eine Lehre als Außenhändlerin, dann einen USA-Arbeitsaufenthalt. Danach studiere Chinesisch (Ostasienwissenschaften), denn das ist der Zukunftsmarkt! Arbeite auch in China, dann kannst du dir die Jobs nur so aussuchen!“

Die Tochter tat dies, ging auch zwei Jahre zu einer Firma nach Taiwan, schloss als eine der ersten B.A.s ab. „BA, ist das Berufsakademie?“ „Wir würden Sie gerne als Assistentin einstellen, Sie dürfen aber bitte kein Chinesisch schreiben oder sprechen! Gehalt? Ja, 1,600 sind da schon drin!“ „Wissen Sie, ich habe ein Problem, Sie sind eine Frau! Wie sieht Ihre Familienplanung aus?“ „Chinesisch brauchen wir nicht, unser Exportsachbearbeiter spricht Englisch, das reicht!“ „Ah, Sie sind Außenhändler? In der Zollabwicklung bräuchten wir noch jemanden für 1.400. Chinesisch? Nein, das brauchen Sie in D nicht!“ Verzweifelt machte Töchterchen den Master, den wird ja wohl die Wirtschaft kennen. Ja, den kannte die Wirtschaft inzwischen: „Als Sachbearbeiter können wir Sie nicht nehmen, Sie sind eine Frau und dann werden Sie sofort weggehen, wenn Sie eine adäquate Stelle gemäß Ihrer Ausbildung gefunden haben.“ „Wieso sollten wir für unser Geschäft mit China eine Sinologin einstellen? Für unser England-Geschäft brauchen wir doch auch keine Anglistikerin!“ „Für unsere Niederlassung in China können wir Sie leider nicht nehmen, da brauchen wir einen Mann! Der spricht zwar kein Chinesisch, aber Englisch!“

Komisch, die Schweizer Firma, zu der das Töchterchen dann letztendlich ging, dachte da etwas anderes, auch bezüglich des Gehalts. Sogar ein Angebot aus Polen ging ein zu 46.000. Polen braucht tatsächlich Fachkräfte! Aber Deutschland sucht nur billige (männliche) Kräfte. Es ist ja auch unverschämt, wenn jemand, der etliche Jahre und Geld in seine Ausbildung und in Studiengebühren investierte, jetzt so einfach ein Gehalt von über 24T verlangt! Deshalb brauchen wir ausländische Fachkräfte aus Bangladesh!

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Unterthan 26.11.2012, 13:33
47. Hinterfragen

Zitat von slide
Der angebliche Fachkräftemangel ist eine der größten Lügen unserer Regierung.Sie handelt im Auftrag der Konzerne um die Löhne in Deutschland zu drücken.Je höher das Angebot an Fachkräften, desto niedriger die Löhne.Wollen Fachkräfte haben für 10 € die Stunde, das klappt natürlich nicht.
Ich frage mich überhaupt, warum die Bürger/-innen sich das gefallen lassen, wenn Regierung, Presse, Manager einhellig nur noch von fehlenden Fachkräften faseln und damit 95% der Menschen im Land zum Ausschuss erklären, denen man nur Geringlöhne zahlen muss, weil sie eh keine Fachkräfte seien?

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wg2310 26.11.2012, 13:35
48. Fachkräftemangel...interessant...

Mich würde interessieren, wieviel Prozent der angeblichen Stellenausschreibungen in der dt. Wirtschaft aus betriebswirtschaftlichen, betriebsratstechnischen Gründe gepostet werden und wievele davon dann auch tatsächlich an externe Interessenten gehen...
Mal abgesehen davon...wenn ich einen BWL Abschluss von einer z.B. Uni in Barcelona mit einem BWL Abschluss einer deutschen Universität vergleiche, wundert mich das Verhalten von Personalabteilungen nicht mehr...
Das Verhältnis ist in etwa: Diplom Spanien = Vordiplom Deutschland...
was wiederum heißt, dass ich in meiner unternehmenseigenen Gehaltsstruktur einem Akademiker aus E das Gleiche zahle wie einem aus D - > dafür aber nur ca. 40% der Leistungsfähigkeit/Einsatzmöglichkeit/Produktivität erhalte...

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lanre 26.11.2012, 13:35
49.

Zitat von slide
Der angebliche Fachkräftemangel ist eine der größten Lügen unserer Regierung.Sie handelt im Auftrag der Konzerne um die Löhne in Deutschland zu drücken.Je höher das Angebot an Fachkräften, desto niedriger die Löhne.Wollen Fachkräfte haben für 10 € die Stunde, das klappt natürlich nicht.
Schon interessant das bei sowas immer auf die Konzerne geschielt wird, sind doch gerade sie es die gute Löhne zahlen. Ich nenne sowas kleinen denkfehler. Und falls sie mir jetzt einen erzählen wollen: Ich bin Jungakademike rund gerade eingestellt worden zu überdurschnittlichem Gehalt. Hören Sie also auf zu so einen Unsinn zu verbreiten.

Die Unternehmen die die Löhne drücken müssen ist der Mittelstand, denn gerade befindet sich in direkter Konkurrenz zu anderen günstigen Betrieben auf der ganzen Welt.

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