Forum: Karriere
McKinsey-Brief an junge Consultants: Beraten ist Mannschaftssport

Wenn ein Ingenieur, ein Wirtschaftswissenschaftler und ein Philosoph in einem Team arbeiten, sind sie Unternehmensberater.*Frank Mattern,*Deutschland-Chef der Consultantfirma McKinsey, erklärt die Faszination dieser Mischung*und sagt, wieso Einzelgänger in dem Beruf fehl am Platz sind.

Seite 1 von 5
NorQue 25.07.2011, 09:47
1. ...

Diese andauernde Beraterlobhudelei geht mir so langsam tierisch auf den Sack. Warum heißt die Rubrik Karrierespiegel? Beraterspiegel wäre eine viel treffendere Bezeichnung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lebkuchen 25.07.2011, 10:28
2. Titel erschlichen

Zitat von sysop
Wenn ein Ingenieur, ein Wirtschaftswissenschaftler und ein Philosoph in einem Team arbeiten, sind sie Unternehmensberater.*Frank Mattern,*Deutschland-Chef der Consultantfirma McKinsey, erklärt die Faszination dieser Mischung*und sagt, wieso Einzelgänger in dem Beruf fehl am Platz sind.
Habe schon lange nicht mehr sowas Banales gelesen. Das Ganze ist doch nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen aber natürlich immer mit dem Hinweis, dass das ja gerade nicht ist.

" Bleibe Dir selbst treu.", "Nur wer offen für Neues ist, hat als Berater Erfolg.", "Hören Sie nie auf, die Dinge zu hinterfragen."

Der Aussagegehalt des Briefes ist annähernd null und betrachtet man, welche Formulierungen darin gewählt werden, fühlt man sich unweigerlich an fragwürdige Ratgeber insbesondere aus dem esoterischen Lager erinnert. Worthülsen.

Berater ist in gewisser Hinsicht auch nur ein Job wie jeder andere. Mit ganz eigenen Anforderungen. Die sind übersetzt: Arbeiten bis zur Selbstaufgabe (= "Beratung ist kein 9-to-5-Job, die Belastung ist hoch"), keine Familie, keine Bindung, kein Zuhause (= "Wir reisen oft,..." ich kannte eine Kommilitonin, die übernachtete in einem ganzen Jahr lediglich zwei Mal (!) in ihre eigenen Wohnung), Leute auf die Straße setzen (= "Manchmal müssen wir unbequem sein. Für die Leistungsfähigkeit eines Klienten müssen wir Empfehlungen aussprechen, die umzusetzen einschneidende Veränderungen erfordert.") usw. Anstandslos machen sowas normalerweise nur junge, noch unfertige Charaktere mit. Weswegen ein Geschäftsführer einer großen Beratungsgesellschaft vor einigen Jahren behauptete, nur Jüngere könnten "die Geschwindigkeit mitgehen". Na ja.

Und was die Qualität der Beratung anbelangt, durch eine andere Bekannte, die regelmäßig die Arbeit von verschiedenen Beratern beurteilen darf, drängt sich mir der Verdacht auf, dass diese viel zu oft alles andere als "...einen Schritt gründlicher zu analysieren, Aufgaben tief zu durchdringen und aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten." ist. Meine eigenen Erfahrungen gehen ebenfalls eher in die Richtung: Banalitäten breittreten. Aber wahrscheinlich hatten gerade diese Berater keinen Spaß. Oder sie arbeiteten nicht für McKinsey.

Ich möchte den Beruf und die Anforderungen an einen Beraters nicht moralisch werten. Jeder muss selbst entscheiden, ob er ein solches Leben führen will oder. Sicherlich gibt es auch das ein oder andere Unternehmen, dem ein Blick von außen gut tut.

Ich kenne allerdings wenige Berufsstände, die mit so einer Vehemenz und einem Ausmaß an Arroganz versuchen, sich als etwas Elitäres und qualitativ Höherwertiges zu verkaufen wie es die Consulting-Branche schon seit Jahren tut. Gleichzeitig ist sie es nicht. Die meisten kleinen Handwerker arbeiten solider und machen weniger Aufhebens um ihre Arbeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Parvis 25.07.2011, 10:31
3. McKinsey

War das nicht die Beraterfirma, die SAT1 fast an die Wand gefahren hat?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sapere aude 25.07.2011, 10:59
4. Hmm

Wozu diese andauernden Berichte über Berufe die nichts als heiße Luft produzieren? Wen interessiert das? Oder wer bezahlt das?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gsm900 25.07.2011, 11:03
5. Imagewerbung oder "Fachkräftmengel"

Zitat von sysop
Wenn ein Ingenieur, ein Wirtschaftswissenschaftler und ein Philosoph in einem Team arbeiten, sind sie Unternehmensberater.*Frank Mattern,*Deutschland-Chef der Consultantfirma McKinsey, erklärt die Faszination dieser Mischung*und sagt, wieso Einzelgänger in dem Beruf fehl am Platz sind.
Wollen die "Durchlauferhitzer" ihr Image verbessern oder rennen ihnen die "High Potentials" nicht mehr die Bude ein?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
henrywotton 25.07.2011, 11:28
6. bei allem Respekt ...

... vor anderen Berufszweigen, aber ich kann keine Berater mehr ernst nehmen.

Der "externe Berater", welcher bei uns in der Firma herumturnt, kann nach einem halben Jahr nicht einmal den Namen des Unternehmens richtig schreiben, drückt seine "tollen" Ideen hinter dem Rücken der Angestellten durch (die dann diesen halbgaren Unfug ausbaden müssen) und sackt dafür dann wahrscheinlich locker mein Monatsbrutto als Wochensalär ein.
Von "menschlich zutiefst unsympathisch" fange ich gar nicht erst an.

Und ich habe einige Personen erlebt, die menschlich völlig degeneriert sind, seit sie frisch von der Uni zu McK, PWC und Co wechselten: Schleimig, falsch, besserwisserisch und skrupellos as it gets mit dem Bildungshorizont einer Amöbe (Kultur ist ja überflüssig). So möchte ich niemals sein und niemals werden. Und ich möchte auch nicht, dass mir so jemand erklärt, wie ich meinen Job zu machen habe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sponner_hoch2 25.07.2011, 11:37
7. Titel

Zitat von NorQue
Diese andauernde Beraterlobhudelei geht mir so langsam tierisch auf den Sack. Warum heißt die Rubrik Karrierespiegel? Beraterspiegel wäre eine viel treffendere Bezeichnung.
1.) Man kann hier wohl kaum von Lobhudelei sprechen, eher das Gegenteil ist der Fall: Die Artikel wärmen Klisches und Vorurteile auf und stellen sie als Fakten teil, um so eine negative (und nicht neutrale, wie es bei einem Artikel sein soll) Stimmung zu erzeugen. Naja, was erwartet man anderes von Redakteuren, die es sich zum Großteil im Wolkenkuckuksheim hrer Orchideenfächer gemütlich eingerichtet haben.

2.) "Diese dauerende" - Wenn sie hier öfter lesen (was sie ja anscheinend tun), sollte Ihnen aufgefallen sein, dass der Karrierspiegel immmer öfter "Artikel-Bomben" zu einem Thema losläßt. In der Vergangenheit war's was anderes, jetzt sind's eben Berater.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sponner_hoch2 25.07.2011, 11:38
8. Titel

Zitat von Sapere aude
Wozu diese andauernden Berichte über Berufe die nichts als heiße Luft produzieren?
Ach, mehr machen Berater nicht? Aber gut, war ja schon immer so: Was der Mensch nicht versteht, ist entweder böse oder vonGott geschickt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
smjert 25.07.2011, 11:44
9. Schwachsinn, der mit der Realität nichts zu tun hat!

Ich hatte selbst zweimal das zweifelhafte "Vergnügen" Mackies bei der Arbeit erdulden zu müssen. Meine Erfahrungen? In der Regel uninformiert und unqualifiziert, was die Branche und das Umfeld betrifft, in dem der Kunde sich bewegt und letztendlich läuft es immer darauf hinaus, dass ca. 30% der Belegschaft ihren Job verlieren. Verantwortung für Fehlschätzungen werden in der Regel nicht übernommen. Die mangelnde charakterliche Reife der Junior-Partner in Verbindung mit dem gnadenlosen Zynismus des Senior-Partners führt dazu, dass sog. "Lösungen" erarbeitet werden, die zwar vorübergehend die Personalkosten zu senken vermögen, der Know-how-und Erfahrungsverlust den das Unternehmen durch die entlassenen Mitarbeiter erleidet,ist aber so beträchtlich, dass spätestens 1 Jahr nach Beratubngsende dieses Wissen wieder teuer (d.h. kostenintensiver als vorher) neu eingekauft werden muss. Dass SPON dem Gefasel des MacKinsey-Chefs auch noch eine Plattform gibt, ist mehr als fragwürdig, um nicht zu sagen bedenklich..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5