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Mein Leben als Finanzbeamter: "Wir müssen eben Gesetze einhalten"
DPA

Das sichere Auskommen als Staatsdiener war sein Ziel, doch dann erlebte er das reale Behördendasein: Ein Finanzbeamter berichtet - von uralten Computern, starrer Hierarchie und ungerechter Behandlung von Steuerzahlern.

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haibach2013 14.03.2017, 12:12
10. X

Für mich gehört dieses ganze Beamtentum abgeschafft, das ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Wie der Autor des Artikels schon richtig geschrieben hat, wird man automatisch hochgestuft ohne das man eine entsprechende Leistung erbracht hat und junge, engagierte Mitarbeiter sind frustriert und gehen vielleicht trotz der Aussicht auf einen sicheren Posten weg. Wenn ich in meinem Job mehr Gehalt will muss ich ausführlich begründen, was ich mehr und/oder besser geleistet habe als andere Kollegen. Mein Bedauern über das angeblich immer größer werdende Arbeitspensum bei den Behörden hält sich in Grenzen. Da können die Beamten mal erleben, wie es in der freien Wirtschaft schon seit Jahrzehnten geht. Und das die Behörden angeblich kein Geld für aktuelle Technik haben, liegt sicher auch daran, dass der Wasserkopf zu groß ist und zu viele nicht effizient arbeitende Beamte mit durchgeschleppt werden müssen. Ganz zu schweigen von den unverschämten Pensionen die nach dem Berufsleben gezahlt werden. Davon können wir in der freien Wirtschaft ja nur träumen. Also Beamtenstatus abschaffen und nach dem Leistungsprinzip zahlen, dann ist auch mehr Geld für andere, wichtige Dinge übrig.

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ruhepuls 14.03.2017, 12:14
11. Behörden...

Zitat von bronck
Irgendwie kann es eine Behörde der Öffentlichkeit nie recht machen. Werden - um Kosten zu sparen - die alten PCs weitergenutzt, dann wird man gescholten man sei rückständig und ineffizient. Werden neue PCs beschafft, dann wird die Verschwendung von Steuergeld angeprangert.
Wer mag schon Behörden? Man sieht zwar deren Notwendigkeit in einem so komplizierten Gebilde wie einem modernen Staat - mehr oder weniger - ein, aber in der Praxis nerven sie dann, weil sie unser Geld wollen oder uns Vorschriften machen oder unsere Zeit in Anspruch nehmen usw. Nicht mal Beamte mögen andere Beamte (aus anderen Behörden...).

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lachina 14.03.2017, 12:20
12. Diplomfinanzwirte

des Bundes haben wirklich eine solide Ausbildung und werden gerne von der Privatwirtschaft abgeworben. Deshalb war es in den Achzigern so, dass die Ausbildungsvergütung für das dreijährige Studium zurückgezahlt werden musste, wenn man nach der Ausbildung kündigte. (wie es heute ist, weiß ich nicht). Die Crux wird sein, dass verglichen mit der hochwertigen Ausbildung der Job langweilig ist. Strewnge Hierarchgen, kaum Gestaltungsspielraum, verealtetes Handwerkszeug und ein "Das haben wir schon immer so gemacht"

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rschuepferling 14.03.2017, 12:28
13. ist schon ok

Keine zahlt gerne Steuern und Abgaben. Jedoch arbeiten unsere Verwaltungen zum größten Teil schon gut und sehr gut. Für mich wäre das kein Job, ganz klar. Verhältnisse wie in Griechenland uns Co möchte ich auch nicht, besser so.

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fd53 14.03.2017, 12:31
14. alte Computer, alte Programme?

Nur selbsternannte Experten und IT-Laien behaupten so etwas. Denn in allen Finanzämtern in der BRD werden spätestens nach 5 Jahren die vorhandenen PC ausgetauscht. Wer etwas anderes behauptet, der lügt. Gekauft wird via Ausschreibung mit mindestens 3 (zumeist 4 Jahren) Jahren Vollgewährleistung auf die Hardware, die Schrauberbuden bleiben damit als Anbieter außen vor. Und natürlich werden dort keine Spiele-PC mit absurden Grafikkarten benötigt - aber genau das fordern einige Finanzbeamte ala "mindestens 64 GB RAM und mindestens 8 Kerne" - für das real einzige lokal benutzte Programm Office 2010. Bei den Programmen geht es nicht nach Wünschen, sondern nach Notwendigkeiten. Also gibt es nie das neuste Office, sondern immer das im laufenden Support. Die eingesetzten Spezialprogramme sind alle sehr teuer (wir reden hier von Einkaufspreisen ab 25 Millionen Euro aufwärts) und müssen deshalb auch lange genutzt werden.
Und wenn man mal einen Tag die PC-Systeme nicht nutzen kann, dann liegt das z.B. an dem laufenden Ersatz aller alten Netzwerkkomponenten durch neue Netzwerkkomponenten, am Ausfall eines zentralen Router wo man halt keinen Ersatz für 100 000 Euro dazuliegen hat oder am Einspielen von riesengroßen Update an den Serversystemen wegen Änderung des Steuerrechts.

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bananenrep 14.03.2017, 12:44
15. Och der Arme....

Kein Mitleid. Ich weiß vorher wessen Feindbild ich bin. Das gilt ebenfalls für Richter, Staatsanwälte etc.. Wer sich mit Vater Staat einläßt hat sein recht auf Mitleid verwirkt. Ich spreche aus Erfahrung. Eine Firma durch Finanzamtschätzung kaputt und Urteile, wo " Im Namen des Volkes" nur der Hohn spricht. Die Wut ist so groß, dass ich nur auf das Chaos warte und dann aber.....Aber kein Beamter hat mein Mitleid. Erst wenn es keine mehr gibt, werden die Lobbyisten wach. Ich spreche nicht mehr von Politikern.

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Nordstadtbewohner 14.03.2017, 12:52
16. Steuersystem vereinfachen und Beamtentum abschaffen.

Eine Möglichkeit wäre die Schaffung eines einheitlichen Steuersatzes z.B. von 15% auf alle Einkommen nach einem Grundfreibetrag. Das würde die Finanzämter entlasten (Die Rechnung macht dann nur noch der Computer). Außerdem sind dafür keine Beamten mehr nötig.

Die Mentalität des Beamten im Artikel spiegelt meine persönlichen/ beruflichen Erfahrungen mit dem Finanzamt wider. Vielen Beschäftigten dort täte eine Anstellung in der Privatwirtschaft mal ganz gut, um zu lernen, wie man richtig arbeitet und dabei auch etwas schafft.

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cawo80 14.03.2017, 13:16
17. ....

Mit freundlichen Grüssen aus der Pfändungsabteilung eines deutschen Amtsgerichts: Natürlich wissen wir, ob für einen Schuldner mehrere Pfändungen laufen, aber wir dürfen es Ihnen gar nicht sagen, weil Sie nicht beteiligt sind, d.h. in den anderen Verfahren weder Gläubiger, noch Schuldner, noch Drittschuldner sind. Und Einzelheiten dürften wir schon gar nicht bekannt geben, Infos gehen nur an Verfahrensbeteiligte. Das ist aber in jedem Gerichtsverfahren so. Datenschutz und so...finden Sie sonst sicher auch ganz wichtig.

Ob eine Pfändung erfolgreich ist oder nicht, wissen wir nicht und erfahren wir auch nicht. Mit Erlass eines Pfändungsbeschlusses (oder Zurückweisung des Antrages) ist für das Amtsgericht die Angelegenheit erledigt. Unsere Zuständigkeit endet hier. Um die von Ihnen gewünschten Auskünfte erteilen zu können, müssten wir ja wissen, ob die Forderung besteht, ob der richtige Drittschuldner angegeben wurde, wie hoch das Einkommen und Vermögen des Schuldners ist, ob bereits die eV abgegeben wurde (macht der Gerichtsvollzieher) und und und....für diese Informationen ist der Drittschuldner (Drittschuldnererklärung) zuständig. Und diese Informationen muss er dem Gläubiger geben, nicht dem Gericht. All diese Informationen haben wir nicht, bekommen wir auch nicht und werden wir auch nie bekommen, weil dies für den Pfändungsbeschluss nicht notwendig ist. Auch hier: Datenschutz. Im Vollstreckungsgericht zählt nur eines: Titel, Klausel, Zustellung. Wenn beim Schuldner nichts zu holen ist, ist das so und die Pfändung läuft ins Leere. Und wenn andere Gläubiger vor Ihnen dran sind, müssen Sie eben warten, bis die Ihre Forderungen eingetrieben haben. In der Einzelzwangsvollstreckung gilt: wer zuerst kommt mahlt zuerst.

Im Übrigen kostet ein Pfändungs- und Überweisungbeschluss 20,00 EUR, evtl. kommen noch Zustellkosten des Gerichtsvollziehers und die Kosten für die eV hinzu. Den Gerichtsvollzieher müssen Sie aber gar nicht beauftragen. Stichwort Selbstzustellung. Und die eidesstattliche Versicherung müssen Sie auch nicht beantragen. Ist nämlich auch erlaubt. Alles in allem keine Unsummen. Wenn Sie denken, dass Sie diesen Betrag nicht zahlen können, haben Sie auch hier die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu erwirken. Dann kostet Sie die Sache nix.

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dickebank 14.03.2017, 13:23
18. Regelbeförderung

Zitat von haibach2013
Für mich gehört dieses ganze Beamtentum abgeschafft, das ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Wie der Autor des Artikels schon richtig geschrieben hat, wird man automatisch hochgestuft ohne das man eine entsprechende Leistung erbracht hat und junge, engagierte Mitarbeiter sind frustriert und gehen vielleicht trotz der Aussicht auf einen sicheren Posten weg. Wenn ich in meinem Job mehr Gehalt will muss ich ausführlich begründen, was ich mehr und/oder besser geleistet habe als andere Kollegen. Mein Bedauern über das angeblich immer größer werdende Arbeitspensum bei den Behörden hält sich in Grenzen. Da können die Beamten mal erleben, wie es in der freien Wirtschaft schon seit Jahrzehnten geht. Und das die Behörden angeblich kein Geld für aktuelle Technik haben, liegt sicher auch daran, dass der Wasserkopf zu groß ist und zu viele nicht effizient arbeitende Beamte mit durchgeschleppt werden müssen. Ganz zu schweigen von den unverschämten Pensionen die nach dem Berufsleben gezahlt werden. Davon können wir in der freien Wirtschaft ja nur träumen. Also Beamtenstatus abschaffen und nach dem Leistungsprinzip zahlen, dann ist auch mehr Geld für andere, wichtige Dinge übrig.
Nur dass der Autor davon überhaupt nichts schreibt. Bei Beförderungen spielt das Dienstalter eine Rolle. mehr steht nicht m text. Und in welchem Bundesland es noch Regelbeförderungen gibt, ist ein überschaubarer Teil. Finanzbeamte sind bis zur Ebene der OFDen keine Bundesbeamte sondern Landesbeamte.

Wo vermuten Sie jetzt den Wasserkopf an Finanzämtern? Die zahl der Dienststellen im höheren Dienst ist da schon überschaubar. Aufgrund ihres Studienabschlusses an den landeseigenen Finanzakademien fangen die normalen sachbearbeiter ja schon im gehobenen Dienst an. In der Amtsverwaltung gibt es dann vieleicht noch ein paar Stellen im mittleren Dienst. Und a der aufbau - wie geschrieben - streng hierarchisch ist, kann es keinen Wasserkopf geben, vielmehr einen Finanzoberamtsrat als Behördenleiter eines FA.

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Ludwillius van Misius 14.03.2017, 13:37
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Mit den freisten Grüßen
Libertin d'esprit

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