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Mein Leben als Headhunter: "Mütter sind praktisch nicht vermittelbar"
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Auf Partys wird er als "Drücker" bezeichnet, der Menschen zum Jobwechsel drängt: Hier erzählt ein Headhunter, wie seine Arbeit wirklich aussieht - und wer für ihn ein schwieriger Bewerber ist.

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MSP_BY 09.12.2018, 12:30
10. 50+ - positive Erfahrungen

Bin 50+ und habe erst vor einem halben Jahr den Job gewechselt. Klassisch vom Headhunter angerufen, Bewerbungsgespräche mit dem Unternehmen und nach gutem Angebot dann den Arbeitgeber gewechselt.

Meine Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung sind vom Alter her Anfang 40 bis Ende 50, wurden eingestellt, weil Erfahrung, Branchenkontakte und Knowhow die wichtigsten Faktoren waren. Auch im Bekanntenkreis gibt es ähnliche Beispiele. Einzelbeispiele ergeben natürlich kein statistisches Gesamtbild, ich wollte es aber trotzdem erwähnt haben.

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Timsito 09.12.2018, 12:30
11. Bedingte Zustimmung

Als Karrierecoach stimme ich der Autorin in fast allen Belangen zu. Allein der vermittelte Rundruck, Mütter und Menschen über 50 seien unmittelbar deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen.
Wie immer im Leben geht es hier eher mit dem Umgang eines Umstandes als um den Umstand selber.
Auch was den Fachkräftemangel angeht kann ich nur bedingt zustimmen. Der besteht sicherlich nicht überall, wohl aber in bestimmten Branchen und Berufsfeldern. IT-Fachkräfte z.B. sind in der Tat sehr sehr schwierig zu finden.

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vollzeitpoltiker 09.12.2018, 12:33
12. Alternative

@jo125 Natürlich macht es so etwas mittelständischen Unternehmen unglaublich schwierig, aber glauben Sie ernsthaft Frauen würde es ohne diese Vorschriften besser gehen ?
Wir sollten uns lieber mal Gedanken darüber machen warum es noch immer Frauen sind die in Elternzeit gehen und nicht die Männer (bzw wenn dann deutlich Kürzer)
Das liegt natürlich am meisten höheren Gehalt des Mannes und damit sind wir in einem Teufelskreis gefangen

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MSP_BY 09.12.2018, 12:33
13. 50+ - positive Erfahrungen

Bin 50+ und habe erst vor einem halben Jahr den Job gewechselt. Klassisch vom Headhunter angerufen, Bewerbungsgespräche mit dem Unternehmen und nach gutem Angebot dann den Arbeitgeber gewechselt.

Meine Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung sind vom Alter her Anfang 40 bis Ende 50, wurden eingestellt, weil Erfahrung, Branchenkontakte und Knowhow die wichtigsten Faktoren waren. Auch im Bekanntenkreis gibt es ähnliche Beispiele. Einzelbeispiele ergeben natürlich kein statistisches Gesamtbild, ich wollte es aber trotzdem erwähnt haben.

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meineeiermity 09.12.2018, 12:50
14. Erlebe ich gerade

War die letzten 81/2 Jahre selbstständig erst mit einer Handelsvertretung, dann parallel eine Gastronomie, dann nur die Gastronomie, bis heute. Pachtvertrag nicht verlängert ab 01.01.2019 stehe ich vor dem nichts. Bin gelernter Kaufmann habe bei sehr bekannten Unternehmen verantwortlich gearbeitet, in verschiedensten Bereichen Fachkompetenzen (erarbeitet nicht auf Seminaren erlernt und Zertifiziert) erlangt aber ich bekomme eine Ablehnung nach der Anderen, viele Unternehmen geben gar kein Feedback. Überqualifiziert, zu hohe Gehaltsvorstellung, zu niedrige oder zu alt, mit 47. Kotzen könnte ich.

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jo125 09.12.2018, 13:02
15. Nicht können lesen?

Zitat von simie
Das Gegenteil ist richtig. Es fehlt an einer Sanktionierung der Unternehmen bei dem von ihnen beschriebenen Verhalten. Wenn solch asoziales Verhalten (ihr Unternehmen stellt laut ihrer Aussage ja generell keine Frauen ein) wie in ihrem Unternehmen, auch mit ausreichendem Sanktionen bedroht wäre, würde sich die Haltung ganz schnell ändern.
Erstmal: Ich habe in keinem Fall geschrieben, dass wir keine Frauen einstellen (man beachte den letzten Teil des Posts). Zweitens: Wie wollen Sie das denn sanktionieren? Meine unternehmerische Verantwortung ist es, den Laden am laufen zu halten - um Gehälter zu zahlen. Nicht jedoch, irgend jemandem seinen Kinderwunsch auf Kosten meines Unternehmens oder der Kollegen zu erfüllen. Und sollten solche schwachsinnigen Forderungen tatsächlich umgesetzt werden, versetze ich den Firmensitz ein paar Kilometer nach West, Ost, Nord oder Süd. Und wäre da sicher nicht ganz alleine! Im Übrigen: Wie es funktionieren könnte, hat seinerzeit die DDR vorgemacht. Da waren Frauen ganz selbstverständlich berufstätig - und die Kinder entsprechend betreut! Aber hier denkt man ja, das Abendland geht unter, wenn Mutti nicht am Herd steht und Helikopter für den Nachwuchs spielt. Daher ja auch die Herdprämie.

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reznikoff2 09.12.2018, 13:12
16. Yes

Stimmt alles, was hier steht. Auch das: Die Wirtschaft und ihre HR-Abteilungen reden viel von Fachkräftemangel, Flexibilität etc. und sind selbst zum Abwinken unflexibel. Viele Einstellungstests scheinen geradezu zur Beschäftigungsverhinderung erfunden worden zu sein. Meine Empfehlung: einmal im Jahr sollte alle, die so lautstark tönen ihre eigenen Tests machen. Damit würde viel Platz für wirkliche Talente geschaffen.

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gammoncrack 09.12.2018, 13:13
17. Ich denke, dass es genau so läuft wie im Artikel beschrieben.e

Ich selbst habe allerdings mit 51 Jahren, nach über 25 Jahren bei einem Konzern in der ersten Führungsebene, nach Anruf eines Headhunters noch einmal gewechselt. Allerdings fast 20 Jahre her - und die Zeiten haben sich vermutlich auch geändert.

Ich bin (natürlich) bei XING registriert und wundere mich schon ab und zu. Nachdem ich in Rente gegangen bin, habe ich als Arbeitgeber die DRV angegeben. Schließlich erhalte ich von dieser mein Gehalt. Und natürlich steht auch im Profil "retired". Trotzdem erhalte ich regelmäßig Kontaktanfragen von Headhuntern. Und jedesmal fühle ich mich gebauchpinselt. :-)

Soweit die

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gumbofroehn 09.12.2018, 13:16
18.

Zitat von jo125
[...] Wenn ich an meine Schwester denke: Angestellt im öffentlichen Dienst, dreifache Mutter, eine Elternzeit nach der anderen - und die Stelle musste über lange Jahre für sie freigehalten werden! Kann man sich in der freien Wirtschaft nicht leisten, in einer Behörde aber scheint es nicht aufzufallen, wenn eine Stelle nicht besetzt ist. [...]
Das fällt schon auf, aber bislang war es für die öffentliche Hand ein Leichtes, sich ein Prekariat aus nach TzBfG befristeten Kräften zu halten, mit dem man die Lücken stopfen konnte, die die entfristeten Muttis in Elternzeit reißen. Das wird jetzt (bei der guten Arbeitsmarktlage) immer schwieriger. Aber selbst wenn man passable Elternzeitvertretungen findet, ist es unter Qualitätsgesichtspunkten natürlich verheerend, wenn der Job alle 18 bis 24 Monate neu besetzt werden muss und das ganze Erfahrungswissen wieder verlorengeht.

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pracz 09.12.2018, 13:24
19. Fachkräftemangel und über 50-jährige

Wie so oft, ist das Problem die mangelnde Differenzierung. Es mag sein, dass es unter Juristen kein Fachkräftemangel herrscht. Das heißt aber lange nicht, dass auch allgemein kein Fachkräftemangel herrscht. Ich bin Dipl. Ing., entwickle Software für Maschinensteuerungen, bin 57 und kann mich vor lauter Arbeit kaum retten. Ich erlebe tagtäglich wie Unternehmen keine Leute auf diesem Gebiet finden und mich als 57-jährigen sofort, ohne wenn und aber, für ein vernünftiges Gehalt einstellen würden. Ich bin selbständig, könnte 3-4 weitere Entwickler sofort einstellen, hätte genug Arbeit für sie durch Unternehmen, die Ihr Bedarf sonst nicht abdecken könnten. Auf diesem Gebiet gibt es sehr wohl einen Fachkräftemangel und zwar einen ziemlich großen!
Liebe Jurastudenten und Studentinnen! Lässt die Juristerei sein, studiert Informatik, dann braucht ihr keine Headhunter, und werdet auch nach einer Babypause sofort genug ordentlich bezahlte arbeit finden!

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