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Mein Leben als Headhunter: "Mütter sind praktisch nicht vermittelbar"
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Auf Partys wird er als "Drücker" bezeichnet, der Menschen zum Jobwechsel drängt: Hier erzählt ein Headhunter, wie seine Arbeit wirklich aussieht - und wer für ihn ein schwieriger Bewerber ist.

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timtom2222 09.12.2018, 16:11
50.

Naja ob dann eine Kinderbetreuung von 9.00-18.00 Uhr das richtige ist? ist zumindest ziemlich herzlos. Hier sollte der Gesetzgeber die Teilzeitarbeit deutlich stärken, sowohl für Männer als auch für Frauen.

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casbavaria 09.12.2018, 16:18
51. Nicht alles über einen Kamm scheren

Man muss da etwas differenzieren. Ich habe selbst schon mehrere ältere Arbeitnehmer und auch Schwerbehinderte eingestellt, mit besten Erfahrungen. Allerdings haben gerade auch Akademikerinnen nach/in der Elternzeit oftmals völlig unrealistische Vorstellungen. Beispiel gefällig? 2 Jahre raus aus dem Job, will mit 15% mehr einsteigen als vor der Babypause, natürlich nur Teilzeit, und schon in der Probezeit Heimarbeit garantiert.
Ich habe dankend abgewunken - das war mir deutlich zu viel Fordern und zu wenig Bieten können. Gerade wer mehrere Jahre zuhause war, muss mit einer längeren Einarbeitung rechnen als Direktwechsler - da wäre etwas Bescheidenheit angesagt.

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die.kleine.hexe 09.12.2018, 16:20
52. ich schließe mich dem unpopulären Thema Mütter mal an

Ich arbeite fast ausschließlich mit Frauen zusammen, die alle Mehrfachmütter sind. Es vergeht beinahe keine Woche, an dem nicht mindestens eine von ihnen wegen einem der Kinder ausfällt, oft mehrere Tage lang. Ich verstehe durchaus, dass Mütter ein Recht auf einen vollwertigen Beruf haben und nicht nur auf ihre Kinder beschränkt werden dürfen - allerdings ist es für uns Kollegen, die keine Kinder haben, eine große Belastung, ständig die Ausfälle aufzufangen. Gerade zu dieser Jahreszeit steckt Kind 1 erst Kind 2, dann 3 dann 4 an und somit ist die entsprechende Mutter mal schlappe 2 Wochen krank - bezahlt! Wenn man dann drei Mütter mit 3+ Kindern hat, löst das innerhalb einer Abteilung sehr schnell Spannungen aus, da die aufzufangende Arbeit kaum zu bewältigen ist. Ich kann also durchaus nachvollziehen, dass es schwer ist, Mütter zu vermitteln.

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jo125 09.12.2018, 16:24
53. Gibt es doch zu Hauf

Zitat von timtom2222
Naja ob dann eine Kinderbetreuung von 9.00-18.00 Uhr das richtige ist? ist zumindest ziemlich herzlos. Hier sollte der Gesetzgeber die Teilzeitarbeit deutlich stärken, sowohl für Männer als auch für Frauen.
Wie sehr soll die Teilzeitarbeit denn noch gefördert werden? Und ganz klar - wer im Aufbaualter, also 25-35 Teilzeitarbeit machen will, hat definitiv kaum berufliche Perspektiven auf eine Karriere. Wer das in Kauf nimmt, kann das ja machen. Oder man geht in den öffentlichen Dienst, da ist es auch gemütlicher. Aber Karriere und gleichzeitig häusliche Komfortzone - das wird wohl nix. Und wieso ist ganztägige Kinderbetreuung herzlos? Meine Schwester und ich waren meist froh, wenn die Erwachsenen uns in Ruhe gelassen haben. Aber das war auch eine ganz andere Generation...

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telarien 09.12.2018, 16:25
54. Zwei Dinge stören hier

Vorneweg ein Danke für den ehrlichen Bericht des Headhunters.
Zum Thema Mütter muss ich hier als Mann Ü50 mal über das Rollenbild einiger Mitforisten meckern. Wir sind nicht mehr in der Nachkriegszeit, auch Männer kümmern sich um ihre Kinder, sonst sollten sie besser keine in die Welt setzen.
Zur Jobsuche Ü50 eine Bitte an die, die etwas gefunden haben. Ja, es gibt immer Ausnahmen, behalten Sie Erfolgsmeldungen trotzdem besser für sich, viele Ü50 leiden drunter. Klar gibt es Skills, die auch Ü50 gefragt sind. Aber ich wette, oft genug gehört dann die einstellende Firma der Verwandtschaft, oder oder oder.

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Spiegeldings123 09.12.2018, 16:26
55. Aus Unternehmersicht.

Wer Unternehmer und auf kontinuierliche Arbeitsleistungen angewiesen ist, weiß, warum er keine Mütter oder Frauen, die demnächst das Brüten beginnen, einstellt. In extremen Fällen kommen die dann jahrelang nicht zur Arbeit, hangeln sich von Mutterschaft zu Mutterschaft, überbrücken übriges mit Krankschreibungen, Brückentagen und Urlaub. Und das ist keine Theorie, sondern selbst erlebte Praxis.

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Sibylle1969 09.12.2018, 16:28
56. @19 pracz

Richtig ist, dass in der IT-Branche händeringend Fachkräfte gesucht werden. Aber nach meiner Erfahrung stimmt Ihre Aussage, dass Mütter nach der Babypause problemlos einen Job finden, leider nicht. Wenn, dann nur in Vollzeit. Teilzeitjobs für hochqualifizierte gibt es in der freien Wirtschaft so gut wie nicht, höchstens im öffentlichen Dienst. Als Frau mit Kinderwunsch muss das Vorgehen viel mehr so laufen: Vollzeitjob in großem Konzern suchen, ein paar Jahre arbeiten, bis man gut etabliert ist, dann Kind bekommen, nach einem Jahr zurückkommen mit einer Arbeitszeit von mindestens 30 Wochenstunden. Jobwechsel nur aus einer solchen ungekündigten Position heraus und auch erst dann, wenn man wieder Vollzeit arbeiten kann und will. Solange man Teilzeit arbeiten will, sollte man tunlichst nicht den Job wechseln, denn wie schon gesagt, es gibt so gut wie keine Teilzeitjobs für Hochqualifizierte.

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women_1900 09.12.2018, 16:32
57. Mütter und Leute über fünfzig finden kaum einen Job

und das in einem "reichen Land" mit "Jobwunder".
Bei Müttern zeigt sich die reine Kosmetik der Politik in puncto Kinderbetreuung. Spätestens wenn die Kleine eingeschult werden, wirds echt eng. Ich arbeite in einem Unternehmen, das Teilzeit sehr aufgeschlossen gegenüber steht und schaut, Müttern in Teilzeit anspruchsvolle Jobs zu geben. Was aber dann wirklich blöd ist: die Kleinen werden krank und das mitten in einem Projekt, Omas stehen auch nicht zur Verfügung, weil diese selbst noch arbeiten müssen. Das Geld für eine Betreuung wollen sich viele Mütter & Väter sparen. Viele Jugendämter bieten ja "zu Hause gesund" Betreuung durch Erzieherinnen, Krankenschwestern im Ruhestand an, das kostet halt einen obligatorischen Beitrag.
Tja, da muss halt dann der Kollege, die Kollegin ran und für die bedeutet es noch ein Projekt zu den eigenen Projekten = Überstunden. Und ehrlich, ich Ü60, gehöre inzwischen zu den Kolleginnen, die keinen Bock mehr auf das haben. Bei allem Verständnis für die Mütter, ich war ja selbst eine, habe auch ich einen Anspruch auf mein Leben.

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jockel_63 09.12.2018, 16:35
58. BRD Schlaraffenland für Juristen

Der Beitrag ist entlarvend: ich vermittele fast nur Juristen. Deutschland = Juristenland. Die Unternehmen holen sich i.d.R. nur noch Juristen in Spitzenposition. Bloß nix falsch machen. Und wenn es den in die Hose geht, na dann wissen diese Herren ja wie man sich da rauswindet. Dieses Land wird an der Juristerei ( = für alles die möglichst gleichen Bedingungen ) zugrunde gehen. Die Justizinstanzen sind voll ausgelastet und bekommen immer mehr Arbeit.

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women_1900 09.12.2018, 16:37
59.

Zitat von Nordstadtbewohner
Die haben oftmals Gehaltsvorstellungen, die jenseits der Realität liegen und extreme Schwierigkeiten, sich jüngeren Vorgesetzten unterzuordnen. Die kommen dann gerne mit Begriffen wie "Jungspund" oder "Jüngelchen" und merken dabei nicht, wie sehr sie aus der Zeit gefallen sind.
Hm, kämen tatsächlich solche Sprüche wie "Jungspund" oder "Jüngelchen" - wäre das ein Kündigungsgrund.
Ich glaube jüngere Chefs tragen das Vorurteil in sich, dass sich Ältere nicht unterordnen würden. Habe ich nie erlebt.
Was aber zugegebenermaßen schwierig ist, ältere Mitarbeiter nach eigenen Wünschen umzuformen. Bei Jüngeren finde ich diesen Anspruch grenzwertig, bei Älteren klappts halt nicht. Mein Anspruch als Führungskraft war immer, die Menschen so zu nehmen,w ie sie sind. Sie mit ihren Ecken & Kanten, mit ihren Macken akzeptieren. Einzig die Arbeitsleistung zählte für mich.

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