Forum: Karriere
Mein Leben als Lagerarbeiter: "Hier ist es kälter als im Kühlschrank"
DPA

Er muss tonnenweise Ware zusammenstellen und läuft pro Schicht 30 Kilometer. Ein Lager-Logistiker berichtet von seiner Arbeit mit Hackfleisch, T-Bone-Steaks und Bratwürsten.

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FinWir.de 28.11.2017, 10:49
1. Die modernen Arbeitssklaven

Und diese Leute, sollen dann bis 65 arbeiten und würden eine Rente erhalten, die wenn sie Glück haben, knapp über der Grundsicherung liegt. Ist das noch soziale Marktwirtschaft oder Turbo-Kapitalismus, bei dem immer mehr Menschen auf der Strecke bleiben, damit einige wenige sich auf Kosten der Gesellschaft bereichern können?

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manicmecanic 28.11.2017, 11:28
2. nix modern

Da ist nichts modern am Arbeitsmodell außer dem Scanner.Exakt solche Jobs hatte ich fast nur in meinem Arbeitsleben,nur nicht wie der hier mit wenigstens kompletter Bezahlung.Die mußte ich oft noch laut einfordern oder gar einklagen.Und nun kommen bestimmt die Schlaumeier die sagen dann hätte ich mir eben einen brauchbaren Chef suchen sollen.Haha,wenn man in D einmal bei solchen Klitschen gelandet ist steckt man in dem Teufelskreis.Wenn man so Firmen hatte wechselt man oft wenn man sich nicht einfach alles gefallen läßt.Da geht dann jeder deutsche Personaler automatisch davon aus daß es am Arbeiter liegt.Da bleibt einem dann nichts mehr übrig nach dem Motto friß oder stirb Jobs zu nehmen,und wo immer was zu haben ist sind exakt diese Ausbeuter.

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derboesewolfzdf 28.11.2017, 11:28
3. solange

der normale Kunde für sein Kotelett nur ein Euro zahlen will, wird es auch diese modernen Sklaven geben, bzw. werden sie auch gebraucht. Wenigstens bekommt er seine Mehrarbeit bezahlt.
Auf der anderen Seite hat es schon immer die gegeben, die keinen Schulabschluss gemacht haben oder nach der Schule lieber "richtig" Geld verdienen wollten, anstatt eine Ausbildung zu machen und dann später halt nur die Aushilfsjobs bekommen haben.
Die Gründe dafür sind vielfältig aber am Schluss bleibt immer bestehen, dass die Gier nach noch billigeren Produkten zu diesen Jobs führt und sich damit die Lage auch niemals verbessern wird.

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cto74 28.11.2017, 11:33
4. Einige wenige = wir alle

Zitat von FinWir.de
Und diese Leute, sollen dann bis 65 arbeiten und würden eine Rente erhalten, die wenn sie Glück haben, knapp über der Grundsicherung liegt. Ist das noch soziale Marktwirtschaft oder Turbo-Kapitalismus, bei dem immer mehr Menschen auf der Strecke bleiben, damit einige wenige sich auf Kosten der Gesellschaft bereichern können?
„… damit einige wenige sich auf Kosten der Gesellschaft bereichern können?“
Gute Frage! Wer sind die „einige wenige“? Sie auch? Oder gehen Sie im Laden extra zu den teuren Produkten, damit der Lagerarbeiter etwas mehr verdient? Die einigen wenigen sind wir alle. Wir alle haben etwas davon, dass die Preise für Alltags-Verbrauchsgegenstände niedrig sind. Wir haben aber auch alle die „Geiz-ist-geil“-Mentalität mit gefördert. – Welche Alternativen sehen Sie denn? Machen Sie doch mal einen brauchbaren Vorschlag, der nicht etwa darauf hinausläuft, dass die ohnehin ungelernte Arbeit des Autors durch eine Maschine ersetzt wird, die gar keine Pause mehr braucht. Bei jedem politischen Vorschlag, der hier eingebracht wird, sollte bitte einmal bedacht werden, wer diesen Vorschlag wie teuer bezahlt.

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sammilch 28.11.2017, 11:36
5.

Zitat von derboesewolfzdf
Wenigstens bekommt er seine Mehrarbeit bezahlt. Auf der anderen Seite hat es schon immer die gegeben, die keinen Schulabschluss gemacht haben oder nach der Schule lieber "richtig" Geld verdienen wollten, anstatt eine Ausbildung zu machen und dann später halt nur die Aushilfsjobs bekommen haben.
Wo steht denn, dass der Mann aus dem Artikel keine Ausbildung hat?

Das, was im Artikel beschrieben steht, trifft so gut wie jeden Facharbeiter. Manchmal muss man die Jobs behalten die man hat, auch wenn sie nicht sinnstiftend sind.
Weil es woanders nicht besser ist.

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kloppskalli 28.11.2017, 11:50
6. "zu den teuren Produkten, damit der Lagerarbeiter etwas mehr verdient"

als ob teurere Produkte kaufen dazu fuehren wuerde, dass der Lagerarbeiter etwas mehr verdient. Der Lagerarbeiter verdient immer gleich wenig.

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oisisi 28.11.2017, 11:56
7. Gerne hätte ich noch ...

Gerne hätte ich noch erfahren, was der 30-Kilometer/Schicht-Lagerist im Monat verdient und wie seine unfreiwilligen und wohl auch nicht angeordneten Überstunden abgegolten/vergütet werden.

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derboesewolfzdf 28.11.2017, 11:56
8.

Zitat von sammilch
Wo steht denn, dass der Mann aus dem Artikel keine Ausbildung hat? Das, was im Artikel beschrieben steht, trifft so gut wie jeden Facharbeiter. Manchmal muss man die Jobs behalten die man hat, auch wenn sie nicht sinnstiftend sind. Weil es woanders nicht besser ist.
aha...dann besteht der Fachkräftemangel in Deutschland, weil alle Fachkräfte Hilfsarbeiterjobs machen? und das nur, weil es woanders auch nicht besser ist?
Ich bin Kaufmann, habe 30 Jahre im Vertrieb gearbeitet. Um besser zu werden, habe ich Bücher gekauft, mich weitergebildet und Seminare besucht. Dabei habe ich sicher gefragt, ob der Chef etwas dazuzahlt, aber wenn nicht, habe ich es selbst bezahlt. Jetzt gehen Sie mal in irgendeinen Laden und fragen den Verkäufer, was er denn für seine Weiterbildung macht. Da kommt meist nur der Spruch.... nix, weil der Chef das nicht bezahlt. Darum stehen diese Leute auch genau da, wo sie jetzt stehen.
Wenn ein Facharbeiter einen Aushilfsjob macht und nix besseres findet, hat das auch seine Gründe und die haben meist nichts mit dem bösen Chef als Ausbeuter zu tun.

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karl-felix 28.11.2017, 11:58
9. Nicht

Zitat von derboesewolfzdf
der normale Kunde für sein Kotelett nur ein Euro zahlen will, wird es auch diese modernen Sklaven geben, bzw. werden sie auch gebraucht. Wenigstens bekommt er seine Mehrarbeit bezahlt. Auf der anderen Seite hat es schon immer die gegeben, die keinen Schulabschluss gemacht haben oder nach der Schule lieber "richtig" Geld verdienen wollten, anstatt eine Ausbildung zu machen und dann später halt nur die Aushilfsjobs bekommen haben. Die Gründe dafür sind vielfältig aber am Schluss bleibt immer bestehen, dass die Gier nach noch billigeren Produkten zu diesen Jobs führt und sich damit die Lage auch niemals verbessern wird.
nur das, er hat viel Bewegungs/Entscheidungsfreiheit, wird gut bezahlt, die Firma bietet Sozialleistungen , ist unbefristet und nicht in Leiharbeit.

Der Mann wird nur als Logistiker Probleme bekommen , da diese Jobs als erste wegrationalisiert werden . Die 30 km machen einem Roboter nichts aus und Fehler macht der auch nicht, im modernen Dispatch sehen Sie praktisch keinen Menschen mehr. Diese modernen Sklaven , denen es so gut geht dass sie miteinander reden können und sich gegenseitig helfen , wird es nicht mehr lange geben .

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