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Mein Unternehmen, das Irrenhaus: Firmen mit Verfolgungswahn

Abenteuerurlaub können manche Angestellte sich schenken: Was sie täglich bei der Arbeit erleben, ist abenteuerlich genug. Da werden Millionen verjuxt, Scheinwelten gezimmert, Menschenleben riskiert. Karriereberater Martin Wehrle verrät, wie man Irrenhaus-Firmen schon am Stelleninserat erkennt.

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urys 03.05.2011, 11:48
1. Compliance Teil der Verdachts- und Absicherungskultur

Compliance wird vielfach als Wundermittel gegen Missstände aller Art gepriesen. In vielen Fällen aber sind gerade die Compliance Regeln die eigentlichen Probleme:

Compliance bedeutet Arbeitsabläufe zu dokumentieren und zu reglementieren, um sich gegenüber Dritten abzusichern. Compliance ist zudem US-amerikanische geprägt - daher werden Beweissicherung für Staatsanwaltschaft & Co. höher bewertet als Datenschutz und Mitbestimmung. Wenn jede Mail zentral gespeichert und jede private Kommunikation verboten wird, sinkt die Kreativität und Produktivität der Mitarbeiter mit Sicherheit.
So sinnvoll es ist, immer wieder kehrende Arbeitsabläufe zu standardisieren und aus Fehlern zu lernen, so wenig hilfreich ist der Ansatz über Compliance die Freiräume insgesamt zu reduzieren. Zudem hält auch Compliance korrupte Mitarbeiter nicht von ihrem Tun ab. Wer die Regeln umgehen will, findet auch bei bester Compliance einen Weg dazu.

ArbeitnehmerInnen sollten sich ihren künftigen Arbeitgeber gut ansehen. Eine betonte Compliance-Kultur ist dabei eher ein negatives Kriterium.

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Feindbild_Mensch 03.05.2011, 11:53
2. Irrsin trifft es gut ...

Jeder Betrieb in Deutschland ist irgendwo ein Irrenhaus, weil eben Menschen diese leiten. Jeder Mensch ist eben anders und hat andere Prioritäten. Leider fehlen auch den "Chefs" oftmals dieselben Defizite, was z.B. Mitarbeiterführung anbelangt, die sie selber an ihrem Personal kritisieren. Der Chef müsste es als Vorbild eigentlich besser machen, tut er aber nicht. Es ist schon grotesk, dass man sich überwiegend als Angestellter damit beschäftigen muss, nicht auf der Strecke zu bleiben bzw. auch alle Kompetenzen einzufordern, die einem zustehen. Das kostet eigentlich Zeit, in der nicht wirkliches sinnvolles erarbeitet wird.

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rosenvater 03.05.2011, 11:55
3. Naja

Zitat von sysop
Abenteuerurlaub können manche Angestellte sich schenken: Was sie täglich bei der Arbeit erleben, ist abenteuerlich genug. Da werden Millionen verjuxt, Scheinwelten gezimmert, Menschenleben riskiert. Karriereberater Martin Wehrle verrät, wie man Irrenhaus-Firmen schon am Stelleninserat erkennt.
Also, wenn ein Headhunter sucht, kann das auch mit der Wichtigkeit der Position zu tun haben und passiert nicht immer heimlich.Und dass eine Stelle manchmal kurzfristig zu besetzen ist, hat ja nun auch nicht immer etwas mit "nicht nachgedacht" zu tun, sondern kann auch mit langwierigen Bewerbungsverfahren (geeigneter Kandidat wird nicht so schnell wie gewünscht gefunden) oder aber mit der Auftragslage zu tun haben. Als ein Irrenhaus würde ich das nicht bezeichnen.

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sigmaplus 03.05.2011, 11:58
4.

12. Das Erfinden immer neuer hätte/müsste/könnte Szenarien könnte ein Hinweis darauf sein, daß der Autor dieses Artikels an akuter Paranoia leidet. Sie sollten das bei einem Vorstellungsgespräch auf jeden Fall ansprechen !

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Barxxo 03.05.2011, 12:05
5. Falscher Ansatz

Zitat: "Die Untersuchung der Baustellen ergab, dass es vielerorts an allem fehlte, was seriöse Bauarbeit ausmacht - an Beton, an Eisenträgern, an der nötigen Stabilität. Zum Beispiel hatte ein korrupter Polier offenbar die Stahlbügel, mit denen Schächte stabilisiert werden sollten, beim Alteisen-Händler verhökert."

Also bitte: verantwortlich ist hier ja wohl die Stadtregierung. Warum wurde da nicht vorher kontrolliert? Gibt es kein Bauaufsichtsamt in Köln?
Gab es nicht schon Wochen vor dem Einsturz des Stadtarchivs warnende Stimmen wegen der Risse im Gemäuer?
Gab es nicht vorher Warnungen wegen Wassereinbruch bei den Schlitzwänden?
Tausende Politessen schwirren in Köln herum. Autofahrern wird das Leben schwer gemacht. Die Verkehrsaufsicht in Köln "hervorragend" organisiert, penetrant und über-penibel.
Hinter jedem Busch scheint so eine Kreatur zu lauern.
Aber da, wo es um Milliarden Steuergelder und die Sicherheit der Bürger geht, lässt man die Baufirma einfach mal machen.
Niemand scheint da vor dem Einsturz des Stadtarchivs mal ein wenig genauer nachgesehen zu haben.
Aber in kleinen Dingen ist man in Köln ganz groß.

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Haller 03.05.2011, 12:12
6. War zweimal in Irrenhaus-Firmen,

wobei die erste eigentlich hoch seriös war, aber der Chef aus unserer Abteilung ein Irrenhaus mit nervenzerrüttenden Angestellten gemacht hat. Es hat 10 Jahre gedauert, bis man ganz oben in der Firma gemerkt hatte, daß die Fluktuation nicht an den Angestellten lag, sondern am Führungstil. Mein Chef wurde dann - versehen mit einer hohen Abfindung - selbst entlassen. Dieser ARtikel ist sehr wertvoll vor allem für Berufsanfänger. Da , wenn man erst einmal in so einer poisened-company ist, man erst mal drin ist und sehen muß, wie man da wieder rauskommt; versehen allerdings mit einem nicht so guten Punkt (Arbeitsplatzwechsel) in seinem Lebenslauf.

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ernstl1704 03.05.2011, 12:14
7. ...

Ein schöner Artikel dem kann man uneingeschränkt zustimmen.
Zumindest dann wenn man das Glück hat nicht jeden Job annehmen zu müssen der einem angeboten wird.

Auf eines wollte ich auch noch hinweisen:
Eintrittsdatum. Ist der neue AG bereit auf einen neuen Mitarbeiter z.b. 3 Monate zu warten, damit dieser seine Kündigungsfristen beim alten AG erfüllen kann.
Ein AG der verlangt, dass man direkt nächste Woche oder nächsten 1. anfängt, bei dem stimmt was nicht. Der versucht wie auch im Artikel beschrieben nur Löcher zustopfen, z.b. weil ihm die Leute wegrennen, weil seine Personal- und Projektplanung mangelhaft ist.

Und so schnell wie man eingestellt ist, ist man evtl. auch wieder gefeuert, weil vielleicht auch nur ein Feuerwehrmann für 2 Monate gesucht wird.

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Hamberliner 03.05.2011, 12:20
8. danke, sehr wertvoll

Zitat von sysop
Abenteuerurlaub können manche Angestellte sich schenken: Was sie täglich bei der Arbeit erleben, ist abenteuerlich genug. Da werden Millionen verjuxt, Scheinwelten gezimmert, Menschenleben riskiert. Karriereberater Martin Wehrle verrät, wie man Irrenhaus-Firmen schon am Stelleninserat erkennt.
Die Tips klingen plausibel und scheinen wertvoll. Nur eines vermisse ich: Wenn man (nicht selbst auf Jobsuche) von einem international renommierten Technologie-Unternehmen persönlich die Ohren vollgejammert bekommt, eine Ingenieursstelle sei frei, aber es fände sich niemand, und wenn man dann ausdrücklich auf eine sehr naheliegende Möglichkeit zum inserieren hinweist, und das wird kommentarlos ignoriert, d.h. auf deutsch gesagt: wenn trotz des Gejammers die freie Stelle verheimlicht und versteckt wird, was soll man davon halten? Dass Neuzugänge nur aus mafiösen Strukturen (Netzwerken, Vitamin B) rekrutiert werden? Dass das Unternehmen unfähig ist eine Bewerbungsflut zu bewältigen und mit einem Optimierungsprozess die Spreu vom Weizen zu trennen?

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frozen 03.05.2011, 12:51
9. Tja, ein wenig selber Schuld ...

Natürlich sehe ich in der täglichen Praxix immer ein "für" und ein "wieder", es gibt gute und schlechte Mitarbeiter - wie auch Vorgesetzte.
Gerade wenn es um das liebe Geld geht, schwindet bei manchen Arbeitnehmern allerdings das Verständnis, wenn man um jeden Cent mehr Gehalt quasi "betteln" muss, mit dem anderen Auge allerdings sieht, wie die tausenden von Euros buchstäblich versenkt werden.
Ich habe es selber erleben müssen und meine persönlichen Konsequenzen gezogen, nachdem Schäden in sechsstelligem Bereich mutwillig in kauf genommen wurden, aber meine Provision von wenigen tausend Euros nicht ausgezahlt wurden ...

Wer seine Leute nicht fair und anständig bezahlt, muss halt nehmen was am Ende übrig bleibt. Das Ergebnis lässt sich dann immer wieder ansehen.
Übrigens Quotenregelungen begünstigen diese Entwicklung, wenn zu wenig auf Leistung und Fähigkeiten und mehr auf die Erfüllung politischer (nicht einmal gesellschaftlicher) Lobbiearbeit rücksicht genommen wird.

Die Zeche zahlen alle ... freuen tut es mich nur besonders, wenn in einigen Jahren für die verantworlichen kein Geld mehr da ist, um deren Stumpfsinn mit den zur Zeit gewünschten Penionen zu vergüten.

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