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Meine Firma, das Irrenhaus: Management by Kafka

Behörden sind für ihre Bürokratie berüchtigt - aber manche Unternehmen sind noch schlimmer. Wer als Mitarbeiter im Klammergriff der Allesverwalter steckt, leidet oft kafkaeske Qualen, warnt Karrierecoach Martin Wehrle. Er verrät aber auch, wie man sich von solchen Arbeitgebern fernhält.

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gutgläubiger 12.05.2011, 13:39
1. Mehrwert?

1. Was hat der erste Teil des Artikels mit dem zweiten zu tun?
2. Nettes Beispiel mit dem Einkauf, doch dazu gibt es zig Gegenbeispiele, die auf Verschwendung herauslaufen. Also bitte differenzieren.

Fazit: zu wenig Substanz.

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mitleserb 12.05.2011, 13:48
2. Spannendes Thema

Zitat von sysop
Behörden sind für ihre Bürokratie berüchtigt - aber manche Unternehmen sind noch schlimmer. Wer als Mitarbeiter im Klammergriff der Allesverwalter steckt, leidet oft kafkaeske Qualen, warnt Karrierecoach Martin Wehrle. Er verrät aber auch, wie man sich von solchen Arbeitgebern fernhält.
Die Prozessorientierung der Unternehmen - so gut sie in manchen Teilen ist - ist in anderen Teilen wiederum hinderlich bis schädlich. Ich habe einige Unternehmen von innen sehen dürfen und gehe aus diesem Blickwinkel davon aus, das die Bürokratie mit steigender Größe (Personalanzahl) zunimmt. ""Bürokratie dient der Kompensation von Inkompetenz und Disziplinmangel"
Jim Collins, "Der Weg zu den Besten".

Tom DeMarko hat hierzu auch ein sehr spannendes Buch veröffentlicht: "Spielräume", Hanser.

Prozesse sollten nicht der Selbstverwirklichung der "Process Owner" dienen und die Unternehmen sind gut beraten, nicht jeden Hype der von den Beratern kommt mitzumachen. Governance muss sein, aber mit Augenmaß.

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nervmann 12.05.2011, 14:32
3. Irrenhäuser

Zitat von sysop
Behörden sind für ihre Bürokratie berüchtigt - aber manche Unternehmen sind noch schlimmer. Wer als Mitarbeiter im Klammergriff der Allesverwalter steckt, leidet oft kafkaeske Qualen, warnt Karrierecoach Martin Wehrle. Er verrät aber auch, wie man sich von solchen Arbeitgebern fernhält.
Genau so ist es. Aber, woran liegt es? Hat jemand einen Tipp?

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cokommentator 12.05.2011, 15:03
4. .

Zitat von nervmann
Genau so ist es. Aber, woran liegt es? Hat jemand einen Tipp?
Ursprünglich lag es vermutlich daran, dass die eingesetzte Datenverarbeitung nicht in der Lage war, verschiedene Prozesse gleichzeitig zu begleiten.
Da gleichzeitig die Firmen zu groß wurden, konnten die Manager die vielen unterschiedlichen Daten nicht mehr auswerten. Jedenfalls nicht auf allein einem DIN A4-Blatt. Also mußte alles auf wenige Daten runtergebrochen werden. Das Verfahren wurde dann, wie immer und überall, auf alle Prozesse und alle Ebenen ausgedehnt.

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roterschwadron 12.05.2011, 15:08
5. Prost Irrenhaus

Zitat von nervmann
Genau so ist es. Aber, woran liegt es? Hat jemand einen Tipp?
Am besten Herrn K. persönlich aufsuchen und befragen. Oder einen Strohrum einschleifen.

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ismirwurscht 12.05.2011, 15:43
6. Kein Titel

Zitat von nervmann
Genau so ist es. Aber, woran liegt es? Hat jemand einen Tipp?
Tja, also ich glaube, das ist ganz einfach: Wenn in der Belegschaft kein Wille da ist, eine Idee/Vision/Ziel zu verfolgen, dann werden Strukturen und Prozesse benötigt. Damit geregelt ist, wer was zu machen hat; also zum kontrollieren. Es ist wie beim Staat. Der braucht Gesetze und Bürokratie, weil jeder prinzipiell machen kann was er will und weil nicht zusammengearbeitet wird.

Wenn alle in einer Firma von etwas begeistert sind, dann wird es, glaube ich, auch ohne Strukturen und Prozesse funktionieren. Weil dann jeder darauf achtet, dass alles klappt.

Allerdings machen die wenigsten Firmen Dinge, für die man sich begeistern könnte. Wenn man z.B. in der Joghurtbecherindustrie arbeitet, dann doch nur deswegen, um Geld zu verdienen. Nicht weil es eine große und wertvolle Sache ist, bei der man unbedingt mitwirken will. Dort will man doch nur das minimal notwendige tun und dabei so gut wie möglich verdienen. Wenn man da nicht Manager ist und gutes Geld verdient, wie soll da Motivation aufkommen?

Ich denke, es hängt damit zusammen.

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Yabanci Unsur 12.05.2011, 16:17
7. Virtuelle und reale Rädchen

Management mit Hilfe von Prozessen schafft Transparenz und entzieht dem einzelnen Mitarbeiter einen Teil seines Herrschaftswissens und Herrschergebarens. Wenn Prozesse – auf Seiten des Auftraggebers – in ein System eingebunden sind, muss man als Dienstleister z.B. seinen Rechnungen nicht hinterher telefonieren.
Der Prozess ist nicht böse, sondern nur gut (kontinuierliche Verbesserung) oder schlecht (Prozess um seiner selbst willen) geführt. Grundsätzlich einzuwenden ist gegen den Prozess, dass er versucht, Abläufe - wie in einem physikalischen Experiment – reproduzierbar zu gestalten, und damit alle Beteiligten zu Objekten degradiert. Damit lässt sich die Gewinnmaximierung zwar verbessern. Aber ist das noch mit der menschlichen Natur vereinbar? Als ein Rädchen angesehen zu werden ist eben etwas anderes, als zu einem Rädchen gemacht zu werden.

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README.TXT 12.05.2011, 16:51
8. Was kostet denn so eine Promoaktion bei Spon?

Ich habe auch ein Buch verfasst, würde jetzt Werbung per getarnter Artikel (einer/Tag) auf Spon raushauen. Jeder maximal 50 Wörter.

Wo kann ich die Tarife einsehen?

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ersatzaccount 12.05.2011, 17:00
9. Re

Ich kenne das aus dem Innendienst einer großen deutschen Versicherung (Marktführer). Ständig werden Prozesse optimiert, die oft die Arbeit ineffizienter gestalten, weil Sie von irgendeiner Abteilung in der Zentrale - am anderen Ende der Republik - Reißbrett geplant wurden, fernab der Praxis. Die Personalplanung wird ebenfalls Zentral gemacht, nicht in den Niederlassungen und orientiert sich nicht am tatsächlichen Personalbedarf, sondern an dem in der Ferne errechneten, der ist natürlich kostensenkend kalkuliert, die Folge: Anträge und Schadensmeldungen bleiben Monate liegen, die Kunden sind unzufrieden und springen ab. Wenn dann festgestellt wird das doch mehr Kräfte gebraucht werden, holt man sich Zeitarbeiter die die alten, eingearbeiteten Zeiatarbeiter ersetzen, die man zwischendurch auf Basis der Kalkulation hat gehen lassen und so läuft das auf den verschiedensten Ebenen ab.

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