Forum: Karriere
"Meistertitel so viel wert wie Studium": Chef verteidigt Wurstverkäuferin auf Faceboo
Kzenon/Getty Images

In einem bayerischen Supermarkt soll sich eine Kundin despektierlich über eine Mitarbeiterin hinter der Fleischtheke geäußert haben. Der Chef des Ladens ließ sich im Netz darüber aus. Die Reaktionen überraschten ihn.

Seite 10 von 33
hexenbesen.65 31.05.2019, 20:51
90.

Zitat von und_nun?
Wie schade, dass sich die Menschen in Deutschland am liebsten gegenseitig das Leben schwer machen, als ein Gemeinwesen anzustreben, in dem man sich wertschätzt und unterstützt. Was uns fehlt, ist gegenseitiger Respekt. Intelligenz bei der Arbeit hängt nicht von der Ausbildung ab. Selbst bei Leuten, die keine abgeschlossene Ausbildung haben, gibt es immer welche, die immer an der richtigen Stelle stehen, den richtigen Handgriff tun und vorausdenken. Andere haben es einfach nicht drauf. Das ist unabhängig von der Ausbildung und von der Stellung in der Hierarchie. Deutschland lebt von seinen Fleischfachverkäufern/verkäuferinnen! Was gibt es schöneres, als am Wochenende vor der Grillparty von freundlichem Personal beraten zu werden, das - mit etwas Glück - Kind und Papa noch eine Scheibe Wurst zusteckt. Deutschland lebt von seinen Facharbeitern. Schweißer z.B. sind hochqualifizierte Fachkräfte mit einer hoch verantwortungsvollen Aufgabe. Eine Hightech Baumaschine bauen ohne diese qualifizierten Spezialisten? Undenkbar. Und jeder Ingenieur, der etwas von seinem Fach versteht, würde sich tunlichst zurückhalten und nicht selber Hand an sicherheitsrelevante Schweißnähte anlegen . Deutschland lebt von seinen Ingenieuren und Wissenschaftlern. Wer das nicht glaubt, soll z.B. mal auf die Bauma oder irgendeine andere Industriemesse gehen und dort die Augen aufmachen. Wer den Mumm hat, einen dieser Riesenkräne zu planen, statisch zu berechnen und bereit ist, mit seiner Unterschrift den Kopf dafür hinzuhalten, wenn etwas schiefgeht (überwiegend tut es das nicht), der braucht sich nicht von ein paar Hohlbratzen als "lebensfremder Akademiker" titulieren zu lassen. Zusammenhalt macht stark - so wie es zur Zeit läuft, machen wir uns nur kaputt. Und treten auf die Schwächsten.
Es hat niemand was gegen Architekten gesagt. (Zumindest ich nicht). Und dass diese Leute mehr Geld verdienen---dafür haben sie erstens länger gelernt/ studiert und tragen höhere Verantwortung.
sich dann aber als "Gott " über die anderen aufzuspielen, ist schon ein anderes Blatt.
Ich kenne beide Seiten...meinst sind es die Jungen, die den Hals nicht hoch genug stellen können "ICH habe STUDIERT, also BIN ich was BESONDERES !"
Die älteren Semester--habe ich noch NIE ein schlechtes Wort über die "da unten" aus der Produktion gehört (wo ich ursprünglich auch her kam ). Im Gegenteil....sie schütteln nur den Kopf und meinen, was die da leisten--könnten sie nicht. (Akkord usw. ) Dafür können sie eben was anderes besser...
Mir geht es nicht um "Meister oder Studium ist besser / schlechter", sondern es gibt einige, die meinen, über andere "Herrschen" zu können...sie abfällig behandeln zu müssen...egal, ob sie "nur" Kellnerin sind, Fleischerfachverkäuferin , Fiseuse oder von der Abfallbeseitigung. Ein "Guten Tag" "Bitte und danke" sollte doch JEDEM geläufig sein. Was, wenn mein Auto liegenbleibt , ich mein Handy vergessen hab (oder Akku leer), und jemand hält an, und hilft mir ? Dann ist mir herzlich egal, ob er ein Proffessor Doktor Doktor von und zu ist oder Charly von der Tanke...

Beitrag melden
lars872 31.05.2019, 20:55
91. Das ist Deutschland

Das ist Deutschland!! Jeder Dorfarzt also Allgemeinmediziner wird wie ein Gott gefeiert! Sicher ist ein Medizinstudium nicht mit 10 Minuten am Tag lernen zu absolvieren, aber wer sich hinsetzt und das ernst meint, der kriegt das auch hin! Genauso ist es mit Jura oder BWL, bloss weil einer jetzt Anwalt oder Geschäftsführer ist, muss man nicht denken dass seien Genies und damit besser als Andere! Ist aber in Deutschland weit verbreitet, für Handwerker, Verkäuferinnen oder Altenpfleger hat man nicht so viel übrig, für irgendwelche Akademiker dagegen umso mehr!! Aber darüber will die Gesellschaft nicht reden, machen wir lieber ne Debatte warum die Afd im Bundestag sitzt!!

Beitrag melden
hexenbesen.65 31.05.2019, 20:56
92.

Zitat von hausfeen
... um Nachwuchs kämpft. Also Fakenews. Edeka-Werner hat auch was davon.
Sorry, diese Sprüche habe ich persönlich auch von meiner älteren Schwester gehört...Sie hielt sich für was besonderes.. Und das war schon vor über 30 jahren

Beitrag melden
altais 31.05.2019, 20:56
93.

Zitat von mannakn
...sie sei schlauer, weil sie einen Akademiker geheiratet hat? Standesdünkel sind in unserem Land noch weitestgehend verbreitet. Versuchen sie mal an eine völlig gebildete und belesene Supermarktverkäuferin und an einen völlig dämlichen Zahnarzt zu denken. Der Gedanke fällt schwer!
Ooch. "Einen völlig dämlichen Zahnarzt", da könnte ich mit gleich zwei Exemplaren aufwarten. Eines sogar halb gebildet im Beruf. Im Prinzip sind das auch nur Handwerker, "belesen" und "gebildet" ist da, so weit ich weiß, keine Voraussetzung zur Berufsausübung.

Beitrag melden
Bilcore 31.05.2019, 21:00
94. Alltagsdiskriminierung

Solche Art von Alltagsdiskriminierung ist gegenwärtig. Die Geschichte ist toll, der Chef, der sich vor die eigenen Mitarbeiter*innen stellt und aufklärt. Trotzdem frage ich mich, warum niemand fragt, ob es denn so passiert ist-was durchaus der Fall seien kann-oder ob wir hier Werbung erfahren. Wir lieben Lebensmittel, wir haben bestausgebildete Arbeitnehmer*innen, wir zeigen Zivilcourage, wir sind (halt) Edeka.

Beitrag melden
spigalli 31.05.2019, 21:10
95. oder umgekehrt...

Zitat von MisterD
Selbst wenn der Stoff vom Niveau her derselbe wäre (was er nicht ist), würde das nicht hinkommen. Lassen Sie doch einen Handwerksmeister mal eine gewöhnliche Differenzialgleichung 2. Ordnung lösen, dann wissen Sie, wie gleichwertig das alles ist ;)
Lassen Sie mal einen Holztechnik-Master einen Stuhl bauen. oder - wie bei uns im Betrieb - einen Informatik-Mster einen 30-Zeilen-Bugfix an einer ihm fremden Software implementieren. Was der Fachinformatiker einfach so mit links löst, dafür braucht der Master zwei Wochen Einarbeitungszeit, einen Projektplan und einen Einkaufsprozess, um dann doch den Fachinformatiker zu beauftragen.

Beitrag melden
der_anonyme_schreiber 31.05.2019, 21:12
96.

Dass ein Handwerksmeister mindestens einem Studienabschluss ( „mindestens“ wegen der praktischen Erfahrung) gleichzusetzen ist sollte eigentlch der Dümmste wissen. ( ich hab übrigens studiert...).

Beitrag melden
Myrlin 31.05.2019, 21:14
97. Ja

Zitat von mwroer
Er vergleicht nicht. Sie haben, wie der andere Mitforist, den Kernpunkt übersehen (denke ich - mir als Niederländer die Feinheiten der deutschen Sprache nicht immer ganz klar, das gebe ich gerne zu): Die verschiedenen Ausbildungen stehen durchaus gleichberechtigt nebeneinander - Sie machen daraus allerdings, warum auch immer, ein 'in Konkurrenz zu einander'. Ich sehe darin allerdings einen sehr deutlichen Unterschied. Wenn ich einen Schrank gebaut haben will, dann wende ich mich nicht an jemanden mit einem Master in Holztechnik sondern an einen gelernten Tischler. Wenn ich dagegen eher plane ein bestimmtes Produkt aus Holz in Serie bauen zu lassen - dann wende ich mich an den mit dem Master in Holztechnik weil der sehr viel mehr über Bauphysik, Mechanik und Mathematik, Baukonstruktion, Bau- und Werkstofflehre weiß als der Tischler. Durchaus gleichwertig - nebeneinander. Nicht in Konkurrenz zu sondern ergänzend.
Da gebe ich ihnen Recht.
Das ergänzende nimmt aber auch hierarische Formen an.
Man braucht IMMER ein Fundament, um in 'die Höhe zu gelangen'.
Was nutzt alles theoretische, wenn keiner weiß, wie man es praktisch ausführt?
Hier geht es dann nicht mehr um Einzelbetrachtungen, sondern um Gruppen und Gesellschaftliche Zusammenhänge.
Solange wir uns ein stabiles und gesichertes Gesellschaftliches Fundament erhalten, solange können wir uns mehr und mehr hichspezialisierte 'THEORETIKER' leisten.
Wenn diese jedoch eine Gruppendynimak entwickeln, die sie glauben macht, das Fundament bestehe aus ungebildeten oder niedrigpriviligierten, haben sie etwas sehr Grundsätzliches absolut Falsch in den Hals bekommen.
Just my point of view.

Beitrag melden
altai 31.05.2019, 21:15
98. Alles viral

Das ist eine virale Kampagne der EDEKA AG. Und ihr fallt darauf alle rein.
Ich war dabei die Frau hat sowas auch nicht gesagt sondern was anderes.

Beitrag melden
widower+2 31.05.2019, 21:17
99. Eher nicht!

Zitat von Bilcore
Solche Art von Alltagsdiskriminierung ist gegenwärtig. Die Geschichte ist toll, der Chef, der sich vor die eigenen Mitarbeiter*innen stellt und aufklärt. Trotzdem frage ich mich, warum niemand fragt, ob es denn so passiert ist-was durchaus der Fall seien kann-oder ob wir hier Werbung erfahren. Wir lieben Lebensmittel, wir haben bestausgebildete Arbeitnehmer*innen, wir zeigen Zivilcourage, wir sind (halt) Edeka.
Die meisten Edeka-Märkte sind inhabergeführt und jeder Marktleiter als Inhaber ist zwar an Eigenwerbung interessiert, nicht aber unbedingt an Werbung für die Marke, die ihm aber mittelbar auch von Nutzen ist.

Ich wage aber die Behauptung, dass sich kein Marktleiter von Lidl, Aldi oder Netto ohne Absprache mit der Zentrale so geäußert hätte.

Beitrag melden
Seite 10 von 33
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!