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"Meistertitel so viel wert wie Studium": Chef verteidigt Wurstverkäuferin auf Faceboo
Kzenon/Getty Images

In einem bayerischen Supermarkt soll sich eine Kundin despektierlich über eine Mitarbeiterin hinter der Fleischtheke geäußert haben. Der Chef des Ladens ließ sich im Netz darüber aus. Die Reaktionen überraschten ihn.

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anna cotty 01.06.2019, 00:08
140. Vorurteile?

Zitat von bessernachgedacht
Ein Meisterbrief und ein Hochschulabschluss sind nicht gleich viel wert. Die meisten Hochschulabsolventen sind kaum lebensfähig und haben noch lange keinen Job. Ein Meister steht mit beiden Beinen im Leben und wird nie arbeitslos. Die mangelnde Wertschätzung dreht sich ja gerade. Handwerker werden gerade nicht nur selten sondern auch teuer. Herr Edekamarktbetreiber wird sich bald auch noch wundern. Oder zahlt er seinen Verkäuferinnen schon so viel wie die Konzernzentrale ihren BWLern? Vermutlich nicht. Nein, ich bin mir sogar sicher dass nicht. Aber der Kunde will ja auch billige Preise. Zusammenhang erkannt?
Sie haben ja gar keine Vorurteile.
Ich wuerde nie herablassend ueber jemanden reden, der im Laden hinter der Theke steht, aber genauso wenig wuerde ich davon ausgehen, dass die MEISTEN Hochschulabsolventen kaum lebensfaehig sind.
Ich bin die einzige in unserer Familie, die weder Abitur hat, noch studiert hat. Alle, ob es Ehemann, 4 Kinder oder Schwiegerkinder sind, haben zumindest einen Master ( oder in einem Fall sogar 2 Doctortitel). Alle sind absolut lebensfaehig und was, wichtiger ist, schauen nicht auf Handwerker oder andere herab.
Toleranz geht in beide Richtungen. Ich hasse es, wenn viele das Wort 'hochintelligent' nur im Zusammenhang mit sozial unfaehigen Menschen sehen, die Sonderlinge sind. Die intelligentesten Menschen, die ich kenne, machen mehr Spass und sind 1000x interessanter als ein dummer und ungebildeter Bildleser ( so--- ich habe doch auch meine Vorurteile) , der noch stolz auf seine Dummheit ist. Ich kenne extrem dumme und ungebildete Lehrer und sehr belesene kluge Bauern ( auch ohne Meistertitel).

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mckberlin 01.06.2019, 00:12
141. Jeder sollte geschätzt werden

Leider trifft es viel häufiger Leiharbeiter und Werksverträge. Sie werden in vielen Firmen wie dreck behandelt. Ein bekannter arbeitet bei einer Staatsunternehmen und die dürfen dort nicht mal in der Kantine essen, weil die Beamten sich sonst gestört fühlen könnten. Diese Leute leben von steuergeldern und behandeln Andere Menschen wie Leprakranke. Abartig!

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Jasro 01.06.2019, 00:27
142. Es...

...gab da doch mal ein Lied von Helge Schneider: "Wurstfachverkäuferin"
https://m.youtube.com/watch?v=yuJT7mhCf40

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Die rote Natter 01.06.2019, 00:33
143. Schwieriges Problem

Natürlich gehört es sich, Verkäuferinnen mit Anstand und Respekt zu behandeln, auch wenn es darunter schwarze Schafe gibt. Aber: Verkäuferin ist kein erstrebenswerter Beruf mehr. Da sind schon die Öffnungszeiten bzw. Arbeitszeiten, die nicht zu einem Familienleben passen. Bezahlung dürfte sich auch in Grenzen halten. Das mit Fachkenntnissen wird doch auch übertrieben. Ich will nicht mal behaupten dass es ein einfacher Job ist, aber erstrebenswert ?

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ATLien 01.06.2019, 00:52
144. Meine Eltern sind nicht-Akademiker.

genauer gesagt hat meine Mutter nach der mittleren Reife keine Ausbildung machen dürfen und mein Vater machte nach der Hauptschule eine Ausbildung zum Industriemechaniker und dann den Meister. Auch sie "drohten" mir immer mal wieder mit der Aussicht auf bestimmte Berufe ("dann musst Du auf dem Bau arbeiten / Post austragen / ...") um schulische Leistung anzuspornen. Es ist natürlich politisch vollkommen unkorrekt dies zu tun, aber sie taten es trotzdem, weil mein Vater auch sah, dass es halt (egal wie sehr er sich anstrengte und Aufstieg) halt immer Grenzen gab, wo ein Dipl.-Ing. notwendig gewesen wäre, um weiter Karriere zu machen (und nicht nur wegen des Titels, sondern wegen des darin beinhalteten Wissens). Ich glaube nicht, dass sie auf nicht-Akademiker und damit sich selbst herabgesehen haben, sondern dass sie einfach für ihre Kinder keine "Schallmauern" haben wollten. Und mal ehrlich: Wer träumt denn wirklich davon, dass seine Kinder mal Fleischereifachverkäufer werden?

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ATLien 01.06.2019, 01:14
145.

Zitat von KPX
Ich würde gern den Hochschulabsolventen sehen, der fünf Jahre nach seinem Studium noch eine "gewöhnliche Differentialrechnung" lösen kann - ich könnte das nicht. Vor allen Dingen kann man damit kein Geld verdienen....... Ändert sich eigentlich das Niveau wenn der Meister oder der Azubi Abitur hat?
Also erstens ist dies jetzt wirklich nicht die mathematische Königsklasse eine gewöhnlich DGL 2. Ordnung mit konst. Koeffizienten zu lösen - und ja ich bekomme dies auch über 10 Jahre nach Studium noch problemlos hin - einfach Ansatz A*exp(lamda*x) für die homogene Gleichung, woraus man die lamda bestimmen kann, dann Superposition mit einem Ansatz vom Typ der rechten Seite und Bestimmung der Konstanten mit Anfangs- oder Randbedingungen). Übrigens braucht man dies durchaus in F&E je nach Arbeitsgebiet und verdient dort auch Geld damit.

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eichenbohle 01.06.2019, 02:00
146. Wer braucht die schon, die unterakademisch Gebildeten?

Verkäuferinnen? "Müllkutscher" und Deponiearbeiter?
Gas-, Wasser-,Schießemonteure?
Wasserwerks- und Klärwerksleutchen? Straßen- und Gleisbauer?
Reinigungskräfte in Büros, in öffentlichen Gebäuden und Toiletten, Fensterputzer, Gärtner, Maurer, Dachdecker, Elektriker, Tischler, Schlachter, Fischer, Bäcker, Straßenreiniger, Automechaniker, Schornsteinfeger, Feuerwehrleute, Polizisten, Kranken- und Altenpfleger,...............................
Mein Gott würde die Liste lang werden, mit Berufen, für die es nicht mal einen akademischen Abschluss gibt.
Was wäre das für eine tolle Welt, wenn man für die oben genannten Berufe wenigsten 6 Semester studieren müsste und wenigstens ein Diplom bekommen würde.

Na ja, es wäre ja nicht schlecht, wenn die Arroganten, die meinen auf einer höheren Gesellschaftsstufe zu stehen, weil sie höhere Bildungsstufen haben, dann auf die Dienst dieser Millionen Menschen der unteren Bildungsschichten freiwillig verzichten würden.

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melampus9167 01.06.2019, 03:16
147. Titel ohne Mittel

Es ist doch egal ob Meister, Ing. etc. wichtig ist doch was zum Schluss an Kohle rausspringt. Was Nützt es mich wenn ich studiert habe und nur noch Zeitarbeitsverträge mit mieser Bezahlung bekomme. Ich mit 50 Burnout habe. Ich kenne einige Handwerker die mehr verdienen als mancher Akademiker zudem man leicht nebenher viel Geld machen kann, da diese gesucht sind, will ja keiner mehr machen.

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Meinefünfcents 01.06.2019, 03:30
148. es ist mir neu ...

... dass Mitarbeiter bei Edeka lernen, ihre Kunden freundlich zu bedienen. ich wünsche mir, dass edekamitarbeiter etwas häufiger demonstrieren, was sie gelernt haben.

ich bin übrigens nicht der ansicht, dass die Mutter die Verkäuferin beleidigt hat. sie wollte ihr kind motivieren, nicht die Verkäuferin herabsetzen (Was die Voraussetzung für den Tatbestand der Beleidigung gewesen wäre). dass Akademiker ein höheres ansehen haben, als Verkäuferinnen, ist ein gesellschaftliches Problem, kein Problem der Mutter. weder sie, noch der filialleiter werden daran viel ändern können.

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Meinefünfcents 01.06.2019, 03:42
149. ein bachelorabsolvent

Zitat von widower+2
Nur volle Zustimmung! Ein Bachelor in irgendwas kann sich gerade so mit einem Gesellenbrief im Handwerk vergleichen, wenn man äußerst wohlwollend urteilt. Aber auch nur dann. Der Dünkel der "Akademiker" in diesem Thread kot***zt mich als gestandenen Akademiker einfach nur an. Ein freundlicher und wertschätzender Umgang mit allen Mitmenschen unabhängig von deren Ausbildung sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn man sich aber nur deshalb als besserer Mensch fühlt, weil man glaubt, eine Differenzialgleichung 2. Ordnung lösen zu können, ist wohl Hopfen und Malz verloren.
hat erst mal eine theoretische Ausbildung. ein Geselle dagegen hat erst mal mehr praktische Berufserfahrung, auf die es ankommt.

ich muss allerdings sagen, dass ich in meinem Leben mehr arrogante Gesellen, als arrogante Akademiker getroffen habe. in einem Praktikum als Student beispielsweise arbeitete ich mit einem Gesellen zusammen, der mich niemals mit meinem Namen genannt hat, sondern mit Pfiffen und rufen wie "ey, komm mal her!" angeschrien hat. das war nicht sehr angenehm.

also das Klischee vom arroganten Akademiker und bescheidenem Gesellen ist genauso falsch wie das Klischee von der dummen Verkäuferin.

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