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Miese Vorstellungsgespräche: "Alle bekamen Wasser außer mir"
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Der Chef gönnt sich eine Cola, der Bewerber bekommt nix - Unternehmen zeigen sich in Vorstellungsgesprächen nicht immer von ihrer besten Seite. Krasse Beispiele aus einer Umfrage.

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super.constellation 05.08.2017, 17:28
120. Uralter Personaler Trick, gäääähn

Das mit dem Getränke vorenthalten ist ein Uralt Gimmick, den die Vollpfosten vom Personalbüro schon in den 80ern praktiziert hatten. Als Beweber sollte man höflich und witzig darauf hinweisen, dass ein Glas fehlt, herzhaft drüber lachen und zu erkennen geben, dass man die Taschenspielertricks kennt. Dann die Blamiertheit des HRlers ausnutzen und die Gehaltsforderung schön hochschrauben. Wenn's klappt schön abzocken, wenn nicht: cheerio !

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voiceecho 05.08.2017, 17:33
121. Alles noch harmlos...

Vor einigen Jahren hatte ich ein Vorstellungsgespräch gehabt, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Mich hat man ohne ersichtlichen Grund erstmal fast eine halbe Stunde warten lassen, dann kam eine Dame aus dem Büro raus und bat mich zum Gespräch, im Raum saß sie dann mit einer anderen Dame zusammen und stellte sich als "HR-Chefin" vor, die andere Damen war die "Abteilungsleiterin".
Dann fing sie das Gespräch mit Lobs Hymnen an , von wegen " ich hätte tolle Referenzen" und eine " Bewerbungsunterlagen sind großartig" usw., dann schaute sich mich und sagte mit großen Augen, es tut ihr leid, die Stelle auf der mich beworben habe, sei bereits vergeben! Ich schaute sie völlig verdutzt an und fragte dann nach dem Grund der Einladung, wenn die Stelle garnicht mehr gibt?! Die Antwort lautet: "nun ja, wir haben eine andere Stelle für Sie, die ist aber nur Teilzeit und der Gehalt ist etwas weniger als die ausgeschriebene Stelle!"
In diesem Augenblick dachte ich an einem Scherz oder gar versteckte Kamera, doch die HR-Chefin fuhr weiter, während die andere Dame sich in Schweigen hüllte: "Es tut uns leid, aber wir müssten das so inserieren, da wir sonst für die Stelle keine Bewerber bekommen!"
Ich war völlig überrascht und sprachlos, schaute beide ungläubig an und fragte dann nach Einzelheit zur der "neuen" Stelle, die HR-Chefin hat dann einige Sätze zur Stellenbeschreibung gennant, dann habe ich die Frage aller Frage. Nach dem Verdienst gestellt und was genau dann heißt, "der Gehalt ist etwas weniger?"
Die Frage hat beide Damen aus dem Konzept geworfen, sie begannen dann hastig ihre Unterlagen auf dem Tisch zu wühlen, leider ohne Ergebnis, die "Abteilungsleiter" riss dann ein Ordner von HR-Chefin sich und begann sehr nervös zu blättern, die HR.-Chefin stand auf und ging zu einem Regal im Büro und begann fast alle Ordner zu durchsuchen!
Ich war völlig baff, was da vor sich ging! Nach einigen Minuten kam dann die HR-Chefin mit einem Ordner zurück und nannte mir einen Betrag, der fast 30 Prozent unter der ausgeschriebenen Stelle lag und fügte hinzu, dass der Betrag für eine Vollzeitstelle wäre und ich natürlich dann dementsprechend ein Gehalt für eine Teilzeitstelle bekommen würde!
In meinem Leben habe ich so etwas vergleichbares nicht erlebt und war völlig sprachlos, schaute dann beide Damen kurz an und teilt denen mit, dass ich leider kein Interesse an einer Beschäftigung in diesem Unternehmen hätte und bedankte mich fürs Gespräch und verließ das Büro.
Das eigentliche Highlight lag allerdings 3 Tage später im Briefkasten, eine Absage mit den besten Wünschen für die Zukunft!
Das Unternehmen beschäftigt über 12000 Mitarbeiter!

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ansv 05.08.2017, 17:55
122.

Zitat von steffen.ganzmann
Einfach zu gehen, ist doch unteres Kindergartenniveau! So etwas machte mein Hund, wenn ihm etwas partout nicht passte. Fragen Sie stattdessen doch einfach nach irgendetwas zu trinken! Ein legitimer Wunsch, dem wohl jeder Chef nachkommen wird. Aber vielleicht ist so etwas ja auch als Prüfung gedacht nach dem motto: "Traut der Bewerber sich denn zu fragen und bleibt er lieber ruhig und darbend?" Ich persönlich würde übrigens den Nachfrager einstellen ...
Das ist ein bisschen wie früher in der Schule: Der Lehrer, der gerade ganz offensichtlich auf einem falschen Pferd saß, sagte dann auch immer "ich wollte testen, ob ihr aufmerksam seid". Nun, ich hielt ihn für unkonzentriert. Und einen Gastgeber, der mir kein Getränk anbietet, halte ich für sehr unhöflich.

Und ich sehe nicht, was daran "Kindergarten" sein sollte, ein Gespräch, das ganz offensichtlich Zeitverschwendung ist, zu beenden. Sicher, man verabschiedet sich natürlich, ich lege durchaus Wert auf ordentlichen Umgang, aber bleiben muss man doch nicht?

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bergeron 05.08.2017, 19:21
123.

Zitat von hans.wurstxxl
Als Personalmanager treffe ich anhand der eingereichten Unterlagen schon mal eine Vorauswahl, bei der ich mir dann die Bewerber genauer ansehe. wer nichts zu trinken bekommt, ist eh schon rausgefallen, außer, er überzeugt direkt im Gespräch. Dem Könner ist das egal, der geht seinen Weg. Die Bewerber, an denen man aufgrund der Eignung interessiert ist, wird man auch entsprechende Aufmerksamkeit entgegenbringen. Fragen sie denjenigen, der den Job letztendlich bekommen hat, für den gab es noch lecker Kekse zum Kaffee.
Wozu laden Sie Leute zum Vorstellungsgespräch ein, an denen Sie kein Interesse haben? Ist doch Zeitverschwendung? Oder bekommen Sie nicht ausreichend gute Bewerbungen?

Übrigens, so ein Verhalten spricht sich rum und wird häufig auch publik gemacht. Auf kununu.de können auch Bewerber ihre Erfahrungen veröffentlichen.

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bergeron 05.08.2017, 19:24
124.

Zitat von gmg
Vielleicht wollte der AG auch herausfinden, ob der Kandidat in der Lage ist, sich nötigenfalls bestimmt aber höflich durchzusetzen.
Tja, dann müssen die Unternehmen umdenken. Mit diesem Verhalten disqualifiziert sich ein Unternehmen für meine Mitarbeit. Ich habe die Wahl. Warum sollte ich mich schlecht behandeln lassen?

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30-06 05.08.2017, 22:15
125. wenn man Rueckrat zeigen wuerde

dann erhebt man sich aus dem Sessel, sagt den Interviewern einen schönen guten Tag und verlässt den Raum. Wenn einem der Job wichtiger ist als der dem zukünftigen Angestellten gezeigte Respekt - naja, dann kriecht man eben denen in den Arsch. Ich habe schon besser bezahlte Jobs abgelehnt weil eine auszufüllende "computerbewertung" nach einem Interview mit dem Branchen Manager als unerträgliche Frechheit erschien - mit entsprechenden Argumenten per email an den Human Resources Manager.

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Immanuel K. 05.08.2017, 23:33
126. Zumindest die Frage, ob die Qualifikation...

...des Bewerbers für die Anforderungen ausreicht, muss m.E. in einem Vorstellungsgespräch nicht wirklich besprochen werden - wenn sie nicht ausreichwen würde, wäre er wohl kaum eingeladen worden...
...und wenn ich unsicher bin, ob meine Qualifikation ausreicht, bewerbe ich mich nicht...

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vielflieger_1970 06.08.2017, 02:05
127.

Zitat von steffen.ganzmann
Einfach zu gehen, ist doch unteres Kindergartenniveau! So etwas machte mein Hund, wenn ihm etwas partout nicht passte. Fragen Sie stattdessen doch einfach nach irgendetwas zu trinken! Ein legitimer Wunsch, dem wohl jeder Chef nachkommen wird. Aber vielleicht ist so etwas ja auch als Prüfung gedacht nach dem motto: "Traut der Bewerber sich denn zu fragen und bleibt er lieber ruhig und darbend?" Ich persönlich würde übrigens den Nachfrager einstellen ...
Kein Hund geht, wenn er Durst hat! Sie versuchen hier, Ihre kleine Erfahrungswelt ins Alltägliche zu übertragen. Ich sehe im beruflichen Alltag, dass Ihr Vorposter leider die Realität wiederspiegelt. Das freut mich nicht, jedoch plagt das gerade unsere Jugend!

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st_anja 06.08.2017, 08:43
128.

ich wurde neulich von einem Headhunter kontaktiert, der eigentlich einen seriösen Eindruck machte und seinen Job ernst zu nehmen schien (im Vergleich zu anderen, die unpassende Anfragen über Linkedin oder xing raushauen oder man merkt, dass man zu einer Massenanfrage gehört).

ich habe eine Qualifikation, die auf dem Markt gerade sehr gefragt ist und dazu noch langjährige Erfahrung auf einem Gebiet, das sich gerade erst in Deutschland etabliert.

Der Headhunter vermittele zwischen mir und der Firma. Es ging um eine Führungsposition mit interessanten Aufgaben, ein gute Gehalt und Firmenwagen.
Die Firma liess sich anscheinend von meinen Forderungen nicht abschrecken und war immer noch sehr interessiert.

Es kam zum Interview. Der Headhunter sollte nicht am Gespräch teilnehmen. Es war nur der Bereichsleiter anwesend.

Er war nicht vorbereitet, hochnäsig und bot mir dann einen Job als Zeichenkraft an, die einem gerade eingestellten männlichen Führungspersonal zuarbeiten soll.

Das war weit unter dem was ich jetzt habe.

Ich habe das Interview von meiner Seite (höflich) abgebrochen und mich beim Headhunter beschwert.

Der war völlig irritiert, weil er andere Absprachen mit der Firma hatte, was meine Position angeht.


Ein Kunde hat mich neulich versucht abzuwerben.

Die kamen extra an einem Tag angeflogen, um mich beim Essen im Restaurant zu überzeugen.

Auch hier war von den telefonischen Absprachen nicht mehr viel übrig. Ich hätte eine schlechtere Position und schlechteres Gehalt als jetzt, sollte auf eigene Kosten umziehen und müsste wieder an einen männlichen Vorgesetzen (das war die mir zugesagte Position) meine Knowhow abliefern.

zur Zeit fühle ich mich von den Firmen nur ver...scht.

Auch in der gegenwärtigen Firma.

Da wird einem ein junger Kerl vorgesetzt, der von nichts eine Ahnung hat, und ich muss ihm mein Wissen aus 15 Berufsjahren auf dem Gebiet übermitteln.
Meine Arbeit wird ganz selbstverständlich von ihm beim Kunden präsentiert.

Diese verhalten spiegelt sich bei den Interviews wieder.

Mir wurde einmal schriftlich ein bestimmter Job zugesagt. Ich habe gekündigt und gewechselt.
Am ersten Arbeitstag habe ich erfahren, dass ich etwas ganz anderes machen soll, weit unter meiner Qualifikation und zur Unterstützung eines ahnungslosen männlichen Vorgesetzten.

Da habe ich mich in der ersten Woche schon woanders beworben.............allerdings wird man nach tollen Interviews als Frau in Deutschland immer so mies behandelt.

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ansv 06.08.2017, 09:26
129.

Zitat von Immanuel K.
...des Bewerbers für die Anforderungen ausreicht, muss m.E. in einem Vorstellungsgespräch nicht wirklich besprochen werden - wenn sie nicht ausreichwen würde, wäre er wohl kaum eingeladen worden... ...und wenn ich unsicher bin, ob meine Qualifikation ausreicht, bewerbe ich mich nicht...
Na, ganz so einfach ist es nicht, in Bewerbungen wird die Person mindestens genauso geschönt dargestellt wie die Position in der Stellenausschreibung. Da werden ein paar Brocken Englisch schnell mal als "Verhandlungssicher" verkauft - und genauso oft genügen die paar Brocken dann auch für die Anforderungen der Stelle.

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