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Miese Vorstellungsgespräche: "Warum sehe ich keinen Ring an Ihrem Finger?"
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Dem einen wird gleich die Eigentumswohnung vom Chef angeboten, der andere wird nach dem Grundschulzeugnis gefragt: SPIEGEL ONLINE-Leser berichten von ihren kuriosesten Vorstellungsgesprächen.

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HorstOttokar 10.08.2017, 11:31
20. Institutsleiter

Zum letzten Beispiel: Der Begriff "Institutsleiter" lässt vermuten, dass die Stelle an einer Uni war. Unis haben häufig bereits einen Wunschkandidaten im Auge - möglicherweise wurde die Stelle sogar extra für diesen geschaffen. Aus gesetzlichen Gründen müssen sie die Stelle aber trotzdem ausschreiben. Dann kommt es natürlich zu solchen Situationen wie der geschilderten: Der erwünschte Kandidat wird freundlich geduzt, alle anderen abgelehnt oder mit dämlichen Fragen vergrault (letzteres wahrscheinlich insbesondere dann, wenn der Alternativkandidat eigentlich bessere Qualifikationen hat als der Wunschkandidat).
Verlorene Zeit für alle Beteiligten, insbesondere natürlich für alle Bewerber, die sich Mühe gemacht haben. Mein Tipp: Bei Stellenangeboten von Unis (und anderen staatlichen/öffentlichen Einrichtungenm!) immer vorher anrufen und versuchen rauszubekommen, wie ernst das Angebot wirklich gemeint ist. Erst dann bewerben.

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OhMyGosh 10.08.2017, 11:58
21. Grober Klotz und grober Keil

"Warum sehe ich keinen Ring an Ihrem Finger?"
-"Weil Sie das einen feuchten Kehricht angeht und ich im Gegensatz zu Ihnen kein Tanzbär bin?"

Da eine derartige Frage nicht nur mehr als übergriffig ist und zudem mit der Qualifikation eines Bewerbers wenig zu tun hat,, kann man sich einen Job in einem derartigen Laden getrost abschminken.

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OhMyGosh 10.08.2017, 12:00
22. Grober Klotz und grober Keil

"Warum sehe ich keinen Ring an Ihrem Finger?"
-"Weil Sie das einen feuchten Kehricht angeht und ich im Gegensatz zu Ihnen kein Tanzbär bin?"

Da eine derartige Frage nicht nur mehr als übergriffig ist und zudem mit der Qualifikation eines Bewerbers wenig zu tun hat,, kann man sich einen Job in einem derartigen Laden getrost abschminken.

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moneysac123 10.08.2017, 12:12
23.

Es gibt immer Leute die es mit sich machen lassen. Meine Vermutung: Unternehmen wollen mit solchen Gesprächen feststellen, wie leidensfähig jemand ist bzw wie viel er/sie sich gefallen lässt. Das sagt viel darüber aus, welche Art Mitarbeiter eine Firma gerne haben möchte!

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Mac_Beth 10.08.2017, 12:47
24. Unzutreffend

Zitat von sven2016
Ja, das stimmt schon: Mehr als seine Unterlagen zusammenzustellen und möglichst entspannt zum Gespräch zu gehen sowie sich etwas mit dem Firmenprofil vorzubereiten, kann man nicht tun. Die Gesprächsverläufe sind untrainierbar und manchmal hart an der Grenze zur Frechheit. Personaler sind weder gute Menschenkenner noch haben sie systematische Bewertungsmethoden. Assessment Center sind analog zu Intelligenztests: es gibt Ergebnisse, aber man weiß nicht, was nan eigentlich gemessen hat.
Nanana...
Ich würde sie mal darum bitten davon abzusehen eine ganze Zunft zu diskreditieren. Mir scheint sie haben einfach schlechte Erfahrungen gemacht an denen sie heute noch zu knabbern haben.

Personaler sind erst einmal auch nur Menschen, wie jeder andere auch. Sicherlich gibt es, wie in anderen Berufen, auch hier welche die fachlich und sozial weniger geeignet sind für diese Art von Arbeit wie andere. Hier aber pauschal mangelnde Menschenkenntnis zu unterstellen ist doch etwas sehr dreißt und klingt leicht verbittert.
Gute und erfahrene Personaler zeichnen sich durchaus durch eine solide Menschenkenntnis aus, genau das stört oft das Gegenüber, weil man das Gefühl hat "durchleuchtet" zu werden. Gerade die moderne akademische Ausbildung zum Personalreferenten beinhaltet fundierte psychologische Komponenten durch die gerade die soziale Wahrnehmung stark geschärft werden kann.

Meistens ist es eher so, dass man den Frust eine Stelle nicht bekommen zu haben am liebsten an den Personalern auslässt, weil es einfacher ist als zuzugeben, dass vielleicht doch ein anderer Kandidat eher überzeugt hat. Wenn ich mir teilweise ansehe wie man hier pauschal Leute verurteilt ist das wohl auch nicht weiter überraschend.

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dr.schnabel 10.08.2017, 12:49
25.

Zitat von moneysac123
Unternehmen wollen mit solchen Gesprächen feststellen, wie leidensfähig jemand ist bzw wie viel er/sie sich gefallen lässt. Das sagt viel darüber aus, welche Art Mitarbeiter eine Firma gerne haben möchte!
Ich denke, es ist eher so, dass viele Personaler nur welche sind, weil sie für das operative Geschäft unbrauchbar sind, z. B. dem Kunden nicht zumutbar (dem Bewerber schon).

Andere haben wirklich nur das Standardzeug drauf, dass sie im Lehrgang Personalfachwirt "studiert" haben.Beim TÜV Nord saß ich mal einer 20 Jahre jüngeren Frau ggü., die in Sandalen ihre Fußtattoos zeigte. Ich hätte wohl doppelt so viel wie sie verdient, aber ich hatte nach einigen Katalogfragen zu 25 Jahre zurückliegenden Schulzeiten nicht mehr so rechte Lust.

Natürlich gibt es auch gute.

Meine Erfahrung ist, dass der positive Beitrag meist von den Fachabteilungen kommt, Abteilungsleiter, Geschäftsführer etc. Sie lauern z. B. nicht auf Fehler und stellen keine Heuchel-Fragen wie die, was an dem Unternehmen denn so herausragend attraktiv sein soll. Auch die sehen ihre Personalleute oft sehr skeptisch.

Von größere Personalabteilungen erhält man auf Bewerbungen als gestandener Akademiker mit Berufserfahrung und sechsstelligem Jahresgehalt zum Teil Reaktionen wie

"Sehr geehrte(r) Herr/Frau Britta-Susanne,
unser(e) Sachbearbeiter/in hat Ihre Bewerbung erhalten, es dauert noch etwas, bis wir uns melden. Viele Grüße, gez. Saskia Meyer (Praktikantin)"

Komischer Umgang mit dem angeblich wichtigsten Asset des Unternehmens.

Mit Personalberatern/Headhuntern habe ich fast durchweg sehr viel bessere Erfahrungen gemacht.

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mimamausebär 10.08.2017, 12:49
26.

Zitat von fatherted98
...sind so abgehoben, da sie wissen, dass sie über das Wohl und Wehe des vor ihnen Sitzenden entscheiden...
Personaler entscheiden nur über Wohl und Wehe der unqualifizierten Bewerber. Beim Rest entscheiden sie über Wohl und Wehe des Unternehmens.

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team_frusciante 10.08.2017, 12:51
27.

Zitat von valmel
So etwas kann auch eine Falle sein. Ich erinnere mich an einen Architekten, der beim Bewerbungsgespräch einen Haufen Holzbauklötze für Kleinkinder bekam und daraus ein Haus bauen sollte. Er weigerte sich und meinte er sei studierter Architekt und diese Aufgabe solle wohl ein Witz sein. Er bekam die Stelle.
Das war auch mein Gedanke. Nie und nimmer hätte ich im Vorstellungsgespräch zehn Minuten lang mit einer Barbie gespielt. Egal wohin diese Anfrage führt, es kommt nichts sinnvolles dabei raus.

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raubritter2.0 10.08.2017, 12:53
28.

Selbst erlebt.....Neulich bei einem namhaften Sportwagenhersteller in Süddeutschland. Bewerber, Mitte 40 und über 20 Jahre Berufserfahrung.
Fragt die Personalerin doch tatsächlich: Herr......was hatten Sie denn für einen Abitursschnitt und waren sie ein guter Schüler?. Meine Antwort: "Suchen Sie etwa einen Abiturienten, ich könnte Ihnen da durchaus einen empfehlen."
Schwachmaten aller Personalabteilungen vereinigt euch.

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MPS 10.08.2017, 13:26
29. Rausgehen ist doch peinlich ...

Wird es lächerlich, dann macht man sich doch keinen Stress sondern sitzt das freundlich ab. Ich hatte einmal Vorstellungsgespräche, (Position Geschäftsführer), zuerst mit einem Headhunter. Er war sehr begeistert und der "Anforderungskatalog" passte zu 100%, was eigentlich selten vorkommt. Eigentlich war die Sache durch.

Zum richtigen Gespräch mit dem VV kam es dann nicht. Etwas drucksende und durchaus fassungslos erklärte mir der Headhunter dann, dass er so einen Ablehnungsgrund noch nie erlebt habe: Ich hatte Zivildienst geleistet (vor 30 Jahren).
So ging dieser Kelch zum Glück an mir vorüber.

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