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Miese Vorstellungsgespräche: "Warum sehe ich keinen Ring an Ihrem Finger?"
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Dem einen wird gleich die Eigentumswohnung vom Chef angeboten, der andere wird nach dem Grundschulzeugnis gefragt: SPIEGEL ONLINE-Leser berichten von ihren kuriosesten Vorstellungsgesprächen.

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steffen.ganzmann 10.08.2017, 19:25
50. Das stimmt!

Zitat von Paul Panda
Gelegentlich hilft auch der glückliche Zufall: Wenn der zukünftige Chef- bzw. der Personalchef und der Bewerber entdecken, dass sie gleiche Hobbys oder Interessen haben, ist der Job in einigen Fällen schon fast so gut wie sicher. In meinem Fall hat einmal meine Begeisterung für die Provence wahrscheinlich mit dazu beigetragen, dass ich das Rennen unter meinen Mitbewerbern machte [...]
Nach meinem langen Urlaub auf einer Kanadischen Horse Ranch stellte ich 2 Monate Wrangler als Eyecatcher in mein CV. Das gefiel meinem letzten Chef extrem gut, da auch er ein faible für Pferde hat. "Wer mit Pferden umgehen kann, kann auch mit Patienten gut umgehen. Ein Pferd ist nämlich viel sensibler als jeder Mensch." war seine Meinung. Als er dann noch hörte, dass ich Mitbesitzer eines ägyptischen Araberzuchthengstes bin, war diese Stelle endgültig mein - und das als wiederverheirateter Protestant in einer Klinik mit Katholischen Trägergesellschaft. Darüber wurde nie gesprochen, dafür umso häufiger, ob ich nicht nur den altersbedingt scheidenden leitenden, leitenden Oberarzt "beerben" wolle, sondern auch in ein paar Jahren meinen Chefarzt, so ich mich als guter lOA bewehrt haben würde ...

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steffen.ganzmann 10.08.2017, 19:30
51. Bitte?

Zitat von Watchtower
Da sie in der internen Imagerangliste eines Unternehmens in der Regel als Schlusslicht fungieren, lassen sie ihren Frust gerne an Bewerbern aus.
In der Firma meiner ersten Frau war der Personalchef gleichzeitig der Stellvertreter des Geschäftsführers ...

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steffen.ganzmann 10.08.2017, 20:02
52. Das obskurste Vorstellungsgespräch

Das hatte ich mit meinem schweizer Kantonsspital:
Im Deutschen Ärzt3blatt stand hinten unter "Vermischtes" eine kleine Anzeige: "Schweizer Klinik sucht Assistenarzt für das Fach Orthopädie/Traumatologie. Telephonnummer, Telefaxnummer und Adresse"

Meine Frau las das, faxte meine Bewerbungsunterlagen in diese Klinik und rief dann den Chefarzt an. Dieser meinte, vom Papier her lese es sich gut, er wolle mich abends um Punkt 18:00 anrufen, was er auch tat.

Das Telephongespräch verlief sehr gut, sodass ich mich traute, mich zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Da meinte der Schweizer "Aber das war doch gerade das Vorstellungsgespräch!. Ich weiss durch das Photo, wie Sie aussehen, ich kenne Ihre Papiere und sprach mit Ihnen, das reicht mir völlig aus. Sie müssen wirklich nicht 600 km fahren, nur dass wir uns direkt sehen können - wir leben schliesslich in den Zeiten der Telekommunikation! Ich sehe Sie dann am XX.XX.XXXX um 7:00 im Besprechungsraum der Radiologie. Sie wohnen erst einmal in unserem Personalwohnheim, den Schlüssel und Ihren Piepser bekommen Sie an der Pforte. Bitte rufen Sie noch die Wäschekammer wegen Ihrer Kleidergrösse an, damit diese Ihnen unsere Klinikbekleidung bereitstellen kann (dort wurde nämlich der Name auf der rechten Brustseite eingestickt und die Länge der Hosenbeine angepasst). Also dann, bis am XX.XX.!"

Völlig unkonventionell, aber so war mein Chef halt immer, den ersten Bereitschaftsdienst hatte ich nämlich schon am Tag nach XX.XX. ...

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MeineMeinung75 10.08.2017, 20:39
53.

@ansv: ich arbeite in einem Konzern mit über 30.000 Mitarbeitern weltweit und bei uns muss man noch erst am Petsonaler vorbei um zum Fachbereich zu gelangen

@warum_nicht? : der personaler ist dabei, weil die Manager nicht mal die simpelsten fragen zum Thema Compensation und Benefits beantworten können und weil die Manager manchmal Fachidioten erster Güte sind (das meine ich echt nett) die auch mal einen Hinweis brauchen , dass sie gerade vor haben ein sozial inkompatiblen Typen für ihr Team einzustellen.

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bergeron 10.08.2017, 21:02
54.

Zitat von valmel
So etwas kann auch eine Falle sein. Ich erinnere mich an einen Architekten, der beim Bewerbungsgespräch einen Haufen Holzbauklötze für Kleinkinder bekam und daraus ein Haus bauen sollte. Er weigerte sich und meinte er sei studierter Architekt und diese Aufgabe solle wohl ein Witz sein. Er bekam die Stelle.
Fragt sich nur, ob man für Leute arbeiten möchte, die einem Fallen stellen.

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Krokodilstreichler 10.08.2017, 21:21
55.

Zitat von fatherted98
...sind so abgehoben, da sie wissen, dass sie über das Wohl und Wehe des vor ihnen Sitzenden entscheiden...da wundert nichts mehr. Mein Tipp...sich nie etwas gefallen lassen...immer höflich Kontra geben...nicht auf das gleiche Niveau sinken...aber eben klar machen, dass man nicht alles mit sich machen lässt. Auf die Frage nach dem Ehering wäre meine Antwort gewesen, dass diese Frage nicht in ein solches Gespräch gehört...hätte der Personaler agressiv reagiert...Gespräch beenden und Brief an die Geschäftsleitung.
Die schlechtesten BWLer belegen Personal als Schwerpunkt, oft auch noch Marketing, aber da gibt es je nach Uni auch noch Statistik. Also ist Personal die leichteste SBWL. Die cleveren Köpfe belegen Steuern, Wirtschaftsprüfung, Rechnungswesen, wo weniger Konkurrenz lauert und mehr Geld zu holen ist.

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bergeron 10.08.2017, 21:22
56.

Im Bewerbungsgespräch bewirbt sich nicht nur der Kandidat beim Unternehmen. Das war vielleicht mal so. Heute muss das Unternehmen sich auch beim potentiellen Mitarbeiter bewerben. Jedenfalls in immer mehr Branchen.

Spielchen, Psychotests und ähnliches kommen nicht bei jedem gut an. Ich habe jedenfalls ein Angebot abgelehnt, nachdem eine Art Charaktertest mit mir gemacht wurde, obwohl das Testergebnis nicht negativ war. Ich habe das im Nachhinein einfach als übergriffig empfunden. Die Gegenseite war über meine Entscheidung sehr überrascht und hat sich entschuldigt.

Ein Jobwechsel ist für den Mitarbeiter ein Risiko und er hat nicht viel mehr als den Eindruck des Vorstellungsgesprächs um sich zu entscheiden. Wieso sollte er sich für ein Unternehmen entscheiden, bei dem er durch das erste persönliche Gespräch schon einen negativen Eindruck hat?

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Krokodilstreichler 10.08.2017, 21:23
57.

Zitat von MPS
Wird es lächerlich, dann macht man sich doch keinen Stress sondern sitzt das freundlich ab. Ich hatte einmal Vorstellungsgespräche, (Position Geschäftsführer), zuerst mit einem Headhunter. Er war sehr begeistert und der "Anforderungskatalog" passte zu 100%, was eigentlich selten vorkommt. Eigentlich war die Sache durch. Zum richtigen Gespräch mit dem VV kam es dann nicht. Etwas drucksende und durchaus fassungslos erklärte mir der Headhunter dann, dass er so einen Ablehnungsgrund noch nie erlebt habe: Ich hatte Zivildienst geleistet (vor 30 Jahren). So ging dieser Kelch zum Glück an mir vorüber.
Wegen so was habe ich auch Wehrdienst geleistet.

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Krokodilstreichler 10.08.2017, 21:26
58.

Zitat von Antalyaner
Von Marlon Brando, der sich Anfang der vierziger Jahre zur Schauspielausbildung in dem von Regisseur Erwin Piscator eingerichteten Dramatic Workshop der New School bewarb, ist folgendes überliefert: Bei der Bewerbung wurden die Aspiranten aufgefordert, auf der Bühne ein Huhn darzustellen, dass sich drei Minuten vor der Detonation einer Atombombe im Gehege befinden würde. Während viele Bewerber panikartige Darstellungen mit aufgeregtem Flügeflattern, lautem Gackern etc. zeigten, kniete sich Brando seelenruhig hin und verharrte völlig ruhig und relaxt drei Minuten in dieser Stellung. Er bekam dann auf Anhieb den Ausbildungsplatz.
Was sollte ein Huhn auch schon anderes tun, drei Minuten VOR der Atombombendetonation? Es könnte vielleicht noch ein paar Körner picken oder sich paaren.

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krypton8310 10.08.2017, 21:39
59.

Zitat von sponsep2012
Ich habe mich mal als Ingenieur beworben und war überrascht, wie viele Herren beim Gespräch dabei waren. Als ich meinen Gehaltswunsch nannte, gingen die Herren aus dem Raum. Nach ein paar Minuten kamen sie wieder und boten mir das 2 1/2 fache an, auf eine Managerposition, die sie ebenfalls inseriert hatten.
Und?? Haben Sie den Job wenigstens dann angetreten?

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