Forum: Karriere
Mindestlohn und Abschlüsse: Ministerin Karliczek will Ausbildung in Deutschland kompl
Getty Images

"Berufsbachelor", "Berufsmaster" und ein bundesweiter Mindestlohn für Azubis: Bildungsministerin Anja Karliczek will die Ausbildung in Deutschland von Grund auf erneuern - die Änderungen sollen 2020 in Kraft treten.

Seite 3 von 11
anna cotty 08.11.2018, 21:55
20. Warum?

Was ich nicht verstehe, warum man in Deutschland eine dreijaehrige Lehre machen muss, um Broetchen zu verkaufen. Oder warum man eine Ausbildung haben soll, um in einem Kaufhaus Socken zu verkaufen. Ich selber habe eine Lehre als Buchhaendlerin gemacht; aber ich wenn ich mir heute die Buchhandlungsketten ansehe und hoere, wie wenig eigenstaendiges von den Buchhaendlern beigetragen wird, denke ich, dass eine kurze Ausbildung ( 3 Monate) heutzutage auch reichen wuerde. Wir haben jede Menge Betriebswirtschaft, Buchfuehrung und Literaturgeschichte lernen muessen--- nichts , was wir irgendwann mal gebraucht haben. Genauso wenig wie ein Baechereiwarenverkaeufer mit seinem Wissen ueber Getreidesorten usw. etwas anfangen kann. Jegliches Fachwissen ist so eingeschraenkt, dass jeder das innerhalb von kurzer Zeit selbst erlernen kann. Anders ist das natuerlich bei handwerklichen Berufen, wo eine lange Ausbildung Sinn macht. Ob es einen Unterschied macht, wie man das Kind nennt, kann ich mir nicht vorstellen. Bachelor/Master beim Klempner?
Uebrigens ist im angelsaechsischen Bereich auch nicht jeder Beruf ein Studium; es gibt schon noch Automechaniker, Klempner und Elektriker.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 08.11.2018, 22:40
21.

OMG ... die halbe Welt hatte DE um seine Ingenieure beneidet. Das haben wir sinnlos demoliert. Die halbe Welt hat DE um seine Facharbeiter beneidet und nun kommt dort der Bachelor ??? Was ist nur los mit der Regierung ? Nahezu jede Reform der letzten Jahre hat das betroffene Gebiet in schlechterem Zustand hinterlassen, als es vorher war, zumindest aus Verbrauchersicht. Ausnahmen findet man eigentlich nur dort, wo tatsächlich eine Menge zusätzliches Geld hinverteilt wurde. Aber ansonsten ? Nun trifft es also die nichtakademischen Berufstätigen. Glückwunsch. Berufsmaster ... ich fasse es nicht. Wieviele ehemals gute Dinge will man noch schrotten, nur damit man das global vereinheitlichen kann ? Da wäre es besser, wir würden gleich komplett Deutsch durch Englisch ersetzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nrw.progger 08.11.2018, 23:07
22. Etwas zu einfach gedacht...

Zitat von anna cotty
Was ich nicht verstehe, warum man in Deutschland eine dreijaehrige Lehre machen muss, um Broetchen zu verkaufen. Oder warum man eine Ausbildung haben soll, um in einem Kaufhaus Socken zu verkaufen. Ich selber habe eine Lehre als Buchhaendlerin gemacht; aber ich wenn ich mir heute die Buchhandlungsketten ansehe und hoere, wie wenig eigenstaendiges von den Buchhaendlern beigetragen wird, denke ich, dass eine kurze Ausbildung ( 3 Monate) heutzutage auch reichen wuerde. Wir haben jede Menge Betriebswirtschaft, Buchfuehrung und Literaturgeschichte lernen muessen--- nichts , was wir irgendwann mal gebraucht haben. Genauso wenig wie ein Baechereiwarenverkaeufer mit seinem Wissen ueber Getreidesorten usw. etwas anfangen kann. Jegliches Fachwissen ist so eingeschraenkt, dass jeder das innerhalb von kurzer Zeit selbst erlernen kann. Anders ist das natuerlich bei handwerklichen Berufen, wo eine lange Ausbildung Sinn macht. Ob es einen Unterschied macht, wie man das Kind nennt, kann ich mir nicht vorstellen. Bachelor/Master beim Klempner? Uebrigens ist im angelsaechsischen Bereich auch nicht jeder Beruf ein Studium; es gibt schon noch Automechaniker, Klempner und Elektriker.
Warum eine Ausbildung Sinn macht ist wohl hier die Frage. Auch bei einem Handwerker kann ich die Frage stellen, warum muss ein Handwerker dri Jahre lang eine Aubildung machen, das kann er doch auch in ein paar monaten lernen, die Verfeinerung der Fertigkeiten kommt mit der Zeit. Aber beiden gilt, sie sollen mehr als eine Tätigkeit können und somit mehr als eine Hilfskraft sein, die angelernt wurde. Fachkräfte, egal ob Verkäufer, Büromenschen, Handwerker oder sonst etwas haben eine umfangreiche Ausbildung genossen und können somit viele unterschiedliche Stellen ausfüllen. Das einzige was man nach der Ausbildung macht ist sich zu spzialesieren, weil man in eienm Bereich vorläufig bleibt und somit Erfahrungen sammelt. Ebenfalls hilft eine Ausbildung das Lohnniveau in Deutschland hoch zu halten, weil man mehr kann. Man stelle sich vor, es gäbe nur Hilfskräfte oder Akademiker, jedoch keine Ausbildung.Dies führt dazu, das nur wenige Kompetenzen vorhanden sind und auf dem Arbeitsmarkt einem weniger Stellen zur Verfügung stellen, was dem Arbeitgeber dazu veranlassen kann den Mitarbeitern weniger Gehalt zu zahlen, weil diese leichter ersetzbar sind.

Auch sollen viele Ausbildungen eine Basis schaffen wenn die Person sich selbständig machen will, daher haben diese wirtschaftliche Grundlagenfächer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 08.11.2018, 23:29
23.

Ich dachte früher immer, die Gleichmacherei wäre eine Eigenschaft des Sozialismus. Das ich den selben Käse jetzt hier in 3x schlimmerer Form sehen muß, hätte ich nicht gedacht. Jemand mit einem IQ von 160 ist mir weit überlegen, jemand mit 100, tja sorry, aber da lieg dann halt ich vorn, was Intelligenz angeht (nicht der wichtigste Parameter im Leben). Es erscheint mir absurd, Dinge gleichwertig machen zu wollen, die es nicht sind. Ich kann problemlos lernen, was ein Zerspaner können muß, aber umgekehrt ginge es meistens wohl nicht. Das bedeutet nicht, daß ich in irgendeiner Weise mehr wert wäre. Bei Pflegekräften z.B. wäre es umgekehrt. Die Welt kann ohne Dipl.-Ings. auskommen, aber nicht ohne menschliche Pflege. Die haben meine totale Hochachtung und sollten mehr verdienen. Trotzdem wäre es absurd, allen den gleichen Titel zu verpassen. Viel lieber wäre es mir, wir könnten Titel komplett abschaffen, also außerhalb von Krankenhäusern keine Doktoren, Exzellenzen, etc. mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 09.11.2018, 01:28
24. Zu Nr.20 anna cotti

Die Lehre zur Bäckereifachverkäuferin ist schon wichtig. Nicht für die Azubine, sondern für ihren Chef. Es gab in einer Doku mal eine Bäckerei Kette, die überall in jeder Filiale ausgebildet hat. Weil die Auszubildenden billig waren. Alle ihre Kolleginnen waren aber nur angelernte Verkäuferinnen, weil diese nicht unter den Tariflohn fielen. Ansonsten kann ich Ihr Posting voll und ganz unterstützen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Miere 09.11.2018, 03:03
25. Das bringt nichts.

Es ist eine gute Idee, Facharbeitern, Handwerkern etc den Zugang zu einem Aufbaustudium zu erlechtern, und auch den Berufsabschluss leichter international abgleichbar zu machen. Hier sieht es erstmal nach reiner Umbenennung aus, und das bringt gar nichts.
Was das Geld angeht: Um junge Leute für Lehrstellen in Gegenden zu begeistern, wo Leute fehlen, müssten sie im ersten Lehrjahr so viel verdienen, dass es fürs Essen und ein WG-Zimmer reicht. Dafür reichen 504 Euro vielleicht in Jottwede (McPomm), aber nicht in München oder auf Sylt. Man müsste vielmehr die Ausbildungsbetriebe oder aber Kommunen anweisen, dass sie Wohnungen für die Lehrlinge zur Verfügung stellen sollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cezanne123 09.11.2018, 03:43
26. Nicht alles was neu ist, ist gleich schlecht!

Ich finde die Idee grundsätzlich nicht schlecht, denn in der Sprache fängt die Herabsetzung an. Ich finde auch, dass Akademiker und Facharbeiter eine gleichwertige Arbeit verrichten. Trotzdem gibt es unterschiedliche Abschlüsse wie den Gesellenbrief und den Bachelor. Das ist beim Arzt und bei der Krankenschwester doch auch gleich; sie machen beide ein Examen. Und das wertet doch den Berufe der Krankenschwester auf. Auch international gesehen ist das besser, denn in vielen Ländern gibt es bereits den Bachelor für Facharbeiter. So können in internationalen Konversationen Verwirrungen vermieden werden. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und die Ausbildungen als duale Studiengänge anbieten, denn auch das bringt Gleichwertigkeit und mehr Anerkennung für die heutigen Ausbildungsberufe. Denn in der Sprache fängt doch die Gleichwertigkeit an! Und für diejenigen, die sagen, der Bachelor sei nichts wert: Macht ihn doch erstmal selber, anstatt das System ohne Beweise runterzumachen. Immer, wenn etwas Neues kommt, ist es grundsätzlich erstmal schlecht. Und ich frage mich auch, warum immer wieder behauptet wird, Azubis oder Schulabgänger könnten nicht lesen und schreiben oder das große Einmaleins. Das ist doch Unsinn! Ich frage mich wirklich, warum die (häufig) ältere Generation ständig versuchen muss, sich zu profilieren, indem sie alles von Heute niedermacht. Die Schüler sind dumm, das Abi ist nichts wert und der Bachelor sowieso nicht... Warum?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vulkaneifler 09.11.2018, 04:23
27. Facharbeiter und Meister

Das deutsche bewahren das ist es was uns in der Welt Anerkennung gebracht hat .
Diese Angleichung an das schlechte wird uns imm er weiter zurückwerfen , in den Studiengängen erlebt Mann es ja nun zu Haufe .
Vor
War da nicht auch schon mal die Mengenlehre die auch daneben ging war doch so gut das amerikanische

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ericstrip 09.11.2018, 06:51
28. Aha...

...das übliche SPD-Vorgehen im Bildungsbereich jetzt auch bei der CDU: Einen schicken neuen Namen draufschreiben und dahinter alles ins Chaos stürzen. Unsere bisherige duale Ausbildung war wohl zu gut, das muß nun auch noch auf Weltniveau abgeschliffen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ofelas 09.11.2018, 07:07
29.

Zitat von ex_Kamikaze
Wir amerikanisieren das Ganze und schreddern ohne Not unser erfolgreiches System.
Genauso so angedacht von den Ideengebern: den Denkfabriken wie Bertelsmann Stiftung die von ihren US Lehrmeistern zum Wirtschaftsliberalismus beordert wurden. Seit Jahrzehnten bringen solche Vorschläge raus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 11