Forum: Karriere
Mit Doktortitel auf Jobsuche: "Sie sind völlig überqualifiziert"
Corbis

Obwohl sie einen Doktortitel hat, ist Andrea Wagner von ihrem Traumjob weit entfernt: Weil sie überqualifiziert sei, bekommt sie auf Bewerbungen nur Absagen. Ein Grund, die Promotion zu verheimlichen?

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pascht 17.11.2015, 06:45
1. Ja das kenne ich

Nicht nur mit Doktortitel, schon bereits mit Masterabschluss ist man völlig überqualifiziert ... für eine gute Bezahlung. Wie jemand fachlich überqualifiziert sein kann, das wissen nur ungebildete Selbstdarsteller vom Personalwesen. So weit mit "Fachkräftemangel", womit ja eigentlich blos gemeint ist, dass es inakzeptabel sei wenn jemand für seine gute Qualifizierung auch gutes Geld haben will.

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roger_drexel 17.11.2015, 06:48
2. Doktor

Es ist immer noch lustig das Doktores für irgendwas überqualifiziert sein sollten vor allem weil sie Doktores sind.
Es hat sich längst gezeigt das Leistung im Job und akademischer Titel NULL miteinander zu tun haben.
Ein Doktor zeigt lediglich dass jemand bewisen hat dass er ganz gut theoretisch arbeiten kann. Dass er genauso gut in der Jobpraxis ist, ist damit überhaupt nicht gesagt.

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StonyBrook 17.11.2015, 06:59
3. Schutzbehauptung

Natürlich ist das eine Schutzbehauptung. Die Dame ist 39 und ein Volontär ist nicht schwer zu finden. "Ziemlich alt" wird ihr keiner sagen. Den Drang nach vorne/oben wird ihr aber eben in dem Alter und mit der Vita keiner unterstellen. Hochqualifiziert klingt super, aber selbst wenn man die 6 Jahre Promotion schluckt - die kann man auch mit 32 locker haben. Wenn der Lebenslauf bei mir landen würde, wären meine Gedanken: "Gebummelt, dann mit wenig Strategie noch ne langwierige Promotion gemacht (um den harten Sprung ins echte Geschäft hersuszuzögern?), und jetzt mit 39 ausgerechnet in die Medien?

Klingt hart, aber die Beschwerde war doch, dass es niemand ausspricht.

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neutron76 17.11.2015, 07:22
4. Anspruchsdenken

Wenn ein Volontariat abgelehnt wird, zeigt das nur Verantwortungsbewustsein der Firma, da man die Bewerberin nach dem Job nicht noch ein Jahr älter und perspektivloser nach Hause schicken möchte. Tut mir Leid, aber wenn man mit 39 seinen Weg nicht gefunden hat, sollte man über seine Ansprüche nachdenken und nicht die Schuld bei Personalern suchen.
Qualifikation im Sinne von Wissen ist nur das eine, Zielstrebigkeit und Belastbarkeit andere Eigenschaften. Hier leistet sich Frau W. einen Offenbarungseid. Sie wäre in der freien Wirtschaft jeder 30-jährigen Bewerberin mit 5 Jahren Berufserfahrung unterlegen.

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mitolemke 17.11.2015, 07:25
5. Überraschung?

Nein ... ich kann die Befürchtungen der Frau gut nachvollziehen ... angesichts einer durchaus fühlbaren wenngleich offiziell nicht diskutierten Bildungs-Erosion. ... persönliche Ambitionen bsp.weise sichtbar durch Promotion ist durchaus nicht nur von Vorteil. Traurig aber wahr ....

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fatherted98 17.11.2015, 07:28
6. Wenn...

...es tatsächlich so ist...dann eben verheimlichen...was ist schon dabei?
Außerdem kann man dann testen ob es wirklich am Doktor liegt oder eher an anderen "Begleitumständen".

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merlinberlin 17.11.2015, 07:31
7. Die will keiner haben

Das liegt nicht an dem Titel. Wer solche Fächer studiert und sich dann wundert, dass er keinen Job bekommt, der ist auch nicht in Lage wirklich zu reflektieren. Wer möchte denn jemanden, der mit über 30 noch nicht gearbeitet hat? Die Ansage der Überqualifikation ist nur eine Nettigkeit.

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philopapos 17.11.2015, 07:32
8. Es ist zwar schön,...

...dass Frau Wagner sechs Jahre lang glücklich war, sich mit Literatur beschäftigt zu haben, aber um glücklich zu werden oder zu sein ist eine akademische Laufbahn nicht da. So ärgerlich es ist, muss man sich auch ein wenig mit dem Ende des Studiums beschäftigen und sich die Frage stellen, welchen Brotberuf man danach ausüben will oder kann! Ich habe sehr viele sehr blauäugige Kommilitonen anderer Fakultäten während des Studiums kennengelernt, die seltsame Nischenfächer belegt hatten und auf die Frage, was sie später damit anfangen wollen, mit einem überlegenen "Das-wird-sich-finden" geantwortet haben. Nur hat sich das in den meisten Fällen eben nicht gefunden.

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JerryKraut 17.11.2015, 07:36
9. Deutschland braucht

hochqualifizerte hochmotivierte Fachkräfte. Nur kosten dürfen sie nichts - und mehr wissen als der Chef dürfen sie schon garnicht. Ich würde der jungen Dame empfehlen, sich in einem anderen Land umzugucken. Vielleicht sogar im Osten. Wenn sie Glück hat, geht es ihr in einigen Jahren da wirtschaftlich besser als es ihr hier je ergangen wäre. Denn es gibt da Länder, die noch Entwicklungspotential haben. Ein Freund von mir wanderte vor über 10 Jahren nach Neuseeland aus. Am Anfang jammerte er über die niedrigen Gehälter. Today, he is laughing all the way to the bank.

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