Forum: Karriere
Mit Doktortitel auf Jobsuche: "Sie sind völlig überqualifiziert"
Corbis

Obwohl sie einen Doktortitel hat, ist Andrea Wagner von ihrem Traumjob weit entfernt: Weil sie überqualifiziert sei, bekommt sie auf Bewerbungen nur Absagen. Ein Grund, die Promotion zu verheimlichen?

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schlawiano 17.11.2015, 08:46
40.

Dass diese Richtung auf dem Arbeitsmarkt weniger Chancen hat. war bereits vor dem Studium abzusehen.
Jetzt die Absagen auf den Doktor-Titel schieben ist Unsinn.
Hätte sie Maschinenbau, Jura, Informatik oder BWL studiert, würde der Titel wohl kaum im Weg stehen. Wer seine Träume fern von der Wirtschaft verwirklicht, sollte sich eben nicht wundern wenn die Wirtschaft nicht für sie da ist,

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Kritikant 17.11.2015, 08:46
41. Nur Überqualifiziert?

Sie ist 39, hast 6 Jahre promoviert und davor wahrscheinlich studiert. Weitere Info steht nicht in dem Artikel. Die gute Frau hat keinerlei Berufserfahrung, da sie ein Voluntariat machen möchte. Sie ist nicht nur überqualifiziert, sie ist ist schlich zu alt als Berufseinsteigerin.

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burggen 17.11.2015, 08:51
42. Träumerin - auf Steuerzahlerkosten

Offensichtlich hat die gute Fr. Wagner etwas studiert, was sich nicht in einen Beruf umsetzen läßt.
So what?
Die Steuerzahler haben das Studium finanziert, spätestens jetzt MUSS sie in die Pötte kommen.
Stattdessen beschließt die Gute, vorerst 'keine weiteren Bewerbungen' mehr zu schreiben.
Und dann evtl. Hartz4 - wieder auf Steuerkosten.

WAS DENKT SICH SO JEMAND EIGENTLICH - inklusive des Journalisten, der das ja auch mitfinanziert.

... und nebenbei:
Die Frage aus dem Kollegen/Bekanntenkreis 'und was machst Du mit diesem Doktortitel' ist wohl exakt zutreffend - wenn Fr. Wagner diese Frage beantwortet hat, hat sie den Schlüssel. Aber davor kneift sie und läßt stattdessen ihre Geschichte in SPON verbreiten.

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mam71 17.11.2015, 08:55
43.

Na ja, ich sehe das Problem hier: Sie hat eine extrem spitze Expertenqualifikation (Ostslawistik) und sucht relativ allgemein "was mit Medien". Und dann so ein Berufseinstieg mit knapp 40, da ist schon fast die Hälfte eines Arbeitslebens verstrichen. Da steht sie in Konkurrenz mit Leuten, die über ein berufliches Netzwerk, berufliche Referenzen oder Führungserfahrungen verfügen. Beim Volontariat steht sie in Konkurrenz zu jungen Berufseinsteigern.

Wer promoviert hat, sollte in der Lage sein, die Problematik hier zu erkennen und die liegt eher weniger in der "Eitelkeit von Vorgesetzten".

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schwallofix5000 17.11.2015, 08:58
44. falscher doktor

tja ich glaube nicht das der Dr Titel an sich das Problem ist, eher der Bereich in dem er erworben wurde. Wenn es nur wenige Stellen in diesem Bereich bringt einem ein Dr. Titel relativ wenig. Da ist der Dr Titel dann genauso viel wert wie ein Dr in orientalischer Teppichknüpfkunst. Das sieht bei Diplome übrigens nicht anders aus.

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Paddel2 17.11.2015, 08:58
45. Realitätscheck

Den Arbeitgebern steht es frei zu entscheiden und eine junge Absolventin ist möglicherweise lernfähiger als eine promovierte Geisteswissenschaftlerin. Mitleid habe ich nur bedingt, denn diese Person hat offenbar zu keinem Zeitpunkt ihres Studiums an ihre Zukunft gedacht. Seinen "Traum" leben und noch dafür bezahlt werden ist gerade in den Geisteswissenschaften ein wenig durchdachter. Wenn das Ziel eine Anstellung in der Medienbranche ist, muss man auch gezielt darauf hinarbeiten und dann ist auch eine Promotion kein Hindernis. Praktika während des Studiums, Mitarbeit bei der Hochschulzeitung, fachliche Mitarbeit bei Online-Medien etc.
Gegenfrage an die Bewerberin: warum streben Sie keine Hochschulkarriere an? Auf dieses Ziel haben Sie nämlich tatsächlich hingearbeitet.

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mam71 17.11.2015, 09:02
46.

Zitat von ackergold
Das Hauptproblem an der Sache ist nicht eine angebliche Überqualifikation, sondern eine dramatische Unterqualifikation der Personalentscheider. Niemand stellt gerne einen höher Qualifizierten ein, als man selbst vorweisen kann.
Ich möchte bezeifeln, dass eine 40jährige Berufseinsteigerin tatsächlich überqualifiziert ist. Ihre Altersgenossen verfügen zum gleichen Zeitpunkt vermutlich über Master + 10 Jahre Berufserfahrung, auch das ist Qualifikation und in den allermeisten Berufen nützlicher als jahrelange Beschäftigung mit Ostslawistik.

Das Problem ist, dass man mit einer Promotion eine wissenschaftliche Laufbahn einschlägt. Wenn es dann nicht zu einer wissenschaftlichen Karriere reicht oder "was mit Medien" sein soll, dann hat man natürlich das gleiche Problem, wie der Abteilungsleiter Buchhaltung, der mit 40 gerne Professor werden will.

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ThomasLE 17.11.2015, 09:03
47. Das leidliche Thema

Leider kann ich der promovierten Philologin auch nur die Frage zurückgeben, die sie nicht mehr hören kann. Sie steht als Beispiel für eine ganze Gruppe an Menschen, die sich vor Ihrem Studium zu wenig mit der Frage beschäftigen, welche beruflichen Ziele sie mit der universitären Qualifikation verfolgen. Sie würden gerne im Medienbereich arbeiten? Warum haben Sie keinen Studiengang gewählt, der entsprechende Inhalte zumindest ansatzweise vermittelt? Probleme mit Studierten der "brotlosen Künste" auf dem Arbeitsmarkt sind nichts Neues. Studieren, um seinen Neigungen und Interessen nahe zu kommen, ist völlig in Ordnung, jedoch gehört die Frage nach dem Sinn bei der Entscheidung zu einem Studium ebenso dazu, wie das Abtasten der eigenen Wohlfühlblase. Promovierte Ökotrophologen, (Meeres-) Biologen, Philosophen, Philologen, alles intelligente Menschen. Jedoch bietet ihre Ausbildung bis auf die generelle Fähigkeit zu komplexen Denkprozessen, keinerlei Inhalte für die im Job verlangten Aufgaben. Akademische Stellen an Universitäten und Instituten sind begrenzt! Ganz praktisch gesehen resultiert bei Einstellung eines solchen Akademikers eine wesentlich verlängerte Einarbeitungszeit. Wenn man als Arbeitgeber Glück hat, funktioniert dieser Einarbeitungsprozess, wenn sie Pech haben eben nicht, weil Betreffende nicht mehr in der "universitären Wohlfühlblase" unterwegs sind! Das man für Promovierte dann noch tiefer in die Tasche greift, ist nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen! Es geht schlichtweg darum, dass der Arbeitsmarkt Personal wünscht (und auch bekommt), welches zielgerichteter, spezifischer, nutzbarer, und somit besser qualifiziert ist! Warum also einen akademischen "Quereinsteiger" berücksichtigen, wenn es geeignetes Personal mit dienlicherer Qualifikation gibt? Sicherlich ist die Angabe der "Überqualifizierung" eine Schutzbehauptung, dies begründet sich aber weniger in der Tatsache der Promotion an sich, oder vermeintlicher psychologischen Aspekten der Mitarbeiterauswahl, sondern wohl eher im arbeitsrechtlichen Maulkorb! Denn wenn die Arbeitgeber ehrlich sein dürften, dann würden sie "Frau Werner" ebenso die leidliche Frage stellen: "Was wollen Sie damit?". Und genau diese Frage hätte sich Frau Werner vor ihrem Studium auch stellen sollen! Um abschließend dem "vernichtenden" Urteil etwas Perspektive zu geben, wäre es sinnvoll, wenn sich Absolventen mit solcherlei Qualifikationen als das verstehen, was sie sind: motivierte Quereinsteiger! Je schneller sie sich bewusst machen, dass ihr Studium aus der Motivation persönlicher Interessen, und nicht aus dem wirtschaftlichen Bedarf und Nutzbarkeit heraus sinnvoll ist, umso wahrscheinlicher ist eine Anstellung! Entkoppeln sie ihre Gehaltsvorstellungen, denn wenn sie wirklich so gut sind, werden sich schnell Möglichkeiten für berufliche Weiterentwicklung ergeben. Häufig bleibt diese Einsicht verwehrt, dann hilft nur Hartnäckigkeit auf die begrenzten Stellen in entsprechenden Einrichtungen oder Dozententätigkeit, die keine pädagogische Qualifikation voraussetzen, oder die vollständige berufliche Umorientierung.

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charly993 17.11.2015, 09:09
48. Mir geht es genau so

Ich habe 2 Doktortitel (beide im Bereich Naturwissenschaften). Bei Bewerbungen kommt immer der gleiche Spruch...tut uns leid...bla bla..aber mit Ihrer Qualifikation haben Sie bestimmt keine Probleme ein adäquate Stelle zu finden. Da kann ich nur noch laut lachen.

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claus.w.grunow 17.11.2015, 09:13
49. Hoch qualifiziert

Wenn man in eine Gruppe will von Mitarbeitern ohne Abschluß oder höchstens ein Gesamtschulabschluß nach etwa 10 Jahren erworben haben, dann sind die Absagen kein Wunder. Dann sollte der "Dr." (hoffentlich nicht abgeschrieben) dankbar für die Ablehnung sein. Wir werden ja von viel klügeren Ausländern "ausgeholfen". Statt Ablehnungen zu kassieren, sollte man etwas Vorarbeit leisten oder selbst etwas in Bewegung setzen. Wenn das alles nicht klappt, dann gibt es sicher als Beamter einen tollen Job bei der Regierung (z.B. als Staatsminister s.Fahimi die ewige Studentin). Martin Schulz hat sogar ohne Dr. einen bequemen Job bei der EU erhalten und setzt dabei offensichtlich ganz "neue Maßstäbe".

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