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Mutige Berufswechsel: "Diese Arbeit passt so viel besser zu mir"
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Vom Tischler zum Kinderarzt, von der Friseurin zur Zugbegleiterin: Wer seinen Job nicht mehr mag, sollte diese fünf Protokolle lesen - von Menschen, die es gewagt haben, ihren Beruf zu wechseln.

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PeterPan95 25.05.2016, 16:38
1.

Glückwunsch zu diesen Entscheidungen, aber zwei Ausbildungen, ein nachgeholtes Abitur und ein Studium - glücklich ist, wer diese Möglichkeiten hat (intellektuell und finanziell). Bafög oder ähnliche Förderungen dürfte er ja nicht bekommen haben.

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chrissi-e 25.05.2016, 17:08
2.

Toller Report. Mir war das Abi und ein mögliches Studium mit 16 viel zu weit weg, deshalb war klar, dass ich den Weg über die Berufsbildung gehe. Ich habe zwei Berufsausbildungen gemacht und arbeite heute letztlich in einem dritten Job - selbstständig. Strenggenommen habe ich mit Mitte 35 schon sechs verschiedene Jobs gemacht (Einschränkung: Alles Jobs am Computer) und gehe davon aus, dass da noch ein paar dazu kommen. Nicht jeder ist ein Typ dafür, aber wenn man diese Lust in sich spürt, sollte man es versuchen. Es war sicher nicht einfach, z. B. fühlte sich die zweite Ausbildung nach einer Festanstellung mit gutem Gehalt nicht gerade wie ein Fortschritt an. Aber ich hatte einen guten Plan und der ging alles in allem auf. Das Leben ist zu kurz für einen langweiligen Job ;-)

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Brillenschlumpf 25.05.2016, 17:09
3. Glücklich oder nicht

Ja, ich denke, man benötigt viel Glück heutzutage für einen akademischen Lebensweg. Erst das Glück, eine Ausbildung zu beenden. Dann das Glück, einen Studienplatz zu finden. Dann braucht man Glück, um sich für einen Nebenjob zu qualifizieren den man nur mit einer Ausbildung bekommt. Und nicht zu vergessen: das ganze Glück das man bei den Uni-Prüfungen benötigt, denn Lernen bringt ja eh nichts.

Ich hatte nicht soviel Glück, sondern leider nur vermögende Eltern, die mir meine Noten erkauft haben.

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reflexxion 25.05.2016, 18:04
4. etwas naiv ins Studium gesprungen...

bei mir ist das zwar schon lang her, aber zu meiner Zeit wussten wir alle ziemlich wenig von den Berufen auf die unser Studium hinauslief. Ich hatte meinen "Praxisschock" ziemlich spät, kurz vor dem Ende des Studiums. Es war ein Schulpraktikum als Lehramtsstudent in einer neunten Klasse einer Gesamtschule. Der eigentliche Lehrer war mit dem schriftlichem Abitursprüfungen an einer zweiten Schule beschäftigt und ich war allein unter ca 30 mir überwiegend fremden Schülern. Nach etwa 15 Minuten verschwand der erste aus der Klasse, dann wurden es mehr. Gegen Ende der Stunde waren nur noch knapp die Hälfte anwesend. Mir wurde schlagartig klar, das ich nicht mein Leben lang fremde Kinder unterrichten wollte.

Ich brach das Studium dann ab und machte eine Umschulung zum Programmierer, was damals extrem gefragt war. Noch am letzten Tag der Umschulung stellte ich bei einem Arbeitgeber vor der mich dann auch einstellte und zwei Wochen später zu einem Projekt nach London schickte. Die fünf Monate da waren die schönsten in meinem ganzen Arbeitsleben. Ich war dann über 30 Jahre in der EDV tätig und habe es bis zum Renteneintritt auch nie bereut. Computer laufen nicht weg und sie machen normal genau das was man ihnen "sagt". Wenn das mal nicht der Fall ist, hat man selbst einen Fehler gemacht. Ich habe nicht lang programmiert, Systemadministrator war eher mein Ding - Ich Chef - Du nix!

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reflexxion 25.05.2016, 18:05
5. etwas naiv ins Studium gesprungen...

bei mir ist das zwar schon lang her, aber zu meiner Zeit wussten wir alle ziemlich wenig von den Berufen auf die unser Studium hinauslief. Ich hatte meinen "Praxisschock" ziemlich spät, kurz vor dem Ende des Studiums. Es war ein Schulpraktikum als Lehramtsstudent in einer neunten Klasse einer Gesamtschule. Der eigentliche Lehrer war mit dem schriftlichem Abitursprüfungen an einer zweiten Schule beschäftigt und ich war allein unter ca 30 mir überwiegend fremden Schülern. Nach etwa 15 Minuten verschwand der erste aus der Klasse, dann wurden es mehr. Gegen Ende der Stunde waren nur noch knapp die Hälfte anwesend. Mir wurde schlagartig klar, das ich nicht mein Leben lang fremde Kinder unterrichten wollte.

Ich brach das Studium dann ab und machte eine Umschulung zum Programmierer, was damals extrem gefragt war. Noch am letzten Tag der Umschulung stellte ich bei einem Arbeitgeber vor der mich dann auch einstellte und zwei Wochen später zu einem Projekt nach London schickte. Die fünf Monate da waren die schönsten in meinem ganzen Arbeitsleben. Ich war dann über 30 Jahre in der EDV tätig und habe es bis zum Renteneintritt auch nie bereut. Computer laufen nicht weg und sie machen normal genau das was man ihnen "sagt". Wenn das mal nicht der Fall ist, hat man selbst einen Fehler gemacht. Ich habe nicht lang programmiert, Systemadministrator war eher mein Ding - Ich Chef - Du nix!

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spon-facebook-694210307 25.05.2016, 18:43
6.

ich habe ähnliches erlebt...mit 15 1/2 Jahren die Realschule beendet und viel zu jung und unerfahren in einen beruf gegangen. die ausbildung zum energieanlagenelektroniker mit ach und krach bestanden, um dann als einer von 5 Azubis übernommen zu werden. ich hasste diesen beruf schon während der ausbildungszeit und habe die 2 Jahre danach als "belohnung" für mein durchhalten angesehen. doch dann kam der sinneswandel auf einer australien-reise. ich musste unbedingt was anderes machen...so begann ich mit mitte 20 mein abitur, schloß es sehr gut ab, ging wieder nach australien und begann danach mein studium (lehramt). nun schreibe ich gerade an meiner masterarbeit und bin so unendlich froh, diesen schritt gegangen zu sein. ich hatte als jugendlicher solche angst vor dem gymnasium...völlig unberechtigt. genauso wie ich die universität völlig überschätzt hatte. sicherlich haben die 5 jahre in der arbeitswelt auch vorteile gehabt..ich bin reifer und zielstrebiger als jüngere studenten. aber etwas trauere ich der "verlorenen" zeit hinterher. alles "nur", weil das gymnasium bzw. die universität so "hochtrabend" daherkamen und mich eingeschüchtert haben.

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thorsten.munder 25.05.2016, 18:53
7. wollte immer Musiker werden

als ich in die Schule kam mit " 6 " Jahren Beschloß ich Klavier spielen zu lernen was aber nicht ging da meine Eltern kein Geld hatten weder für`s Klavier noch für den Unterricht schließlich war ich Baßspieler in einer " Schei.... " Schalmeien Kapelle dann kam ich aus der Schule und mußte von meinem Vater aus der sein leben lang Schlosser war Werkzeugmacher lernen was mich nicht nur komplett Angekotzt hat sondern obendrein hatte ich auch noch so eine Hautkrankheit wegen so einem Kühlmittel das beim Fräsen , Boren, Schleifen usw. verwendet wird , als die Ausbildung fertig war habe ich sofort auf Schweißer umgeschult da man da nicht mit irgendwelchen Kühlmitteln in Berührung kommt aber auch dieser Beruf ödet mich nach wie vor an , was würde ich drum geben richtig Gitarre oder Baß oder Klavier spielen zu können und wenn es nur in einer Tanzcombo wäre !

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Newspeak 25.05.2016, 22:29
8. ...

Interessante Lebensläufe.

Aber leider fehlen viele Details. Heute sind alle mit ihrer Entscheidung zufrieden, aber waren sie es zwischendurch auch? Oder gab es nicht Zeiten der tiefen Selbstzweifel, der Perspektivlosigkeit, der Kleinmacherei durch Andere, nicht zuletzt durch Ämter o.ä.? Es wäre doch interessant zu wissen, wie man dem begegnet ist? Nur der Glaube an sich selbst? Wo war das Glück, wo der Zufall? Wie lief z.B. das Medizinstudium für den Menschen, der vorher zwei Ausbildungen hatte? Keine dummen Sprüche von Professoren? Keine Ausgrenzung durch Kommillitonen? Wie kann man aus einem völlig anderen Beruf als Lokführer eingestellt werden? Zugbegleiter sehe ich ja noch ein, da sind die Anforderungen nicht ganz so hoch bzw. anders, man kann es alles on-the-job lernen, bzw. besitzt man diese soft skills eher schon, z.B. hat man ja als Friseurin auch schon Kundenkontakt. Oder hat der Bauzeichner eine komplette Ausbildung nachgeholt? Z.T. sind die Genannten ja auch älter und haben noch mal erfolgreich gestartet. Vielleicht sehe ich momentan alles schwärzer als es ist, aber solche Lebensläufe würde ich eher aus Amerika erwarten, als aus Deutschland. In Deutschland wird einem doch alles erst mal mies geredet, dann braucht man für alles Bescheinigungen und grundsätzlich geht nichts "einfach mal so", weil die Menschen an einen glauben. Oder ist das Wirtschaftsleben doch anders, als Niedriglohn- etc. Ausbeutung es glauben machen?

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dborrmann 25.05.2016, 22:41
9. Haha.... Profession-Hopping macht Spass

Mathepauker am Gymnasium-Arzt-Verkehrspilot-wieder Arzt.... Jetzt hätte ich noch Lust auf ein knackiges Handwerk.

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