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Mythen der Arbeit: Das solidarische Grundeinkommen ist eine Alternative zu Hartz IV -
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Davon träumen gerade viele: Weg mit Hartz IV, her mit einem solidarischen Grundeinkommen und einem sozialen Arbeitsmarkt. Ob das als Modell taugt, hat der Arbeitsforscher Joachim Möller überprüft.

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freenetspacken 27.04.2018, 14:44
20. @8 R. Schramm: Sie verwechseln was

Ihrem Schreibstil nach würde ich Sie bei der MLPD oder den Linken einordnen, also jenen, die eine normatives Wirtschaftssystem wollen, in dem die Politik oder "das System" festlegt, wer wann wie zu sein hat. So wie einst der Sozialistische Mensch und die Planwirtschaft. Geschichtlich belegt ist, dass noch kein Variation des Marxismus-Leninismus, Kommunismus oder Sozialismus dauerhaft funktioniert hat. Aus zwei einfachen Gründen, erstens wollen die Menschen sein, wie sie sind, nicht wie sie zwanghaft zu sein haben und zweitens fiel die intrinsische Motivation eines zu großen Teils der Bevölkerung so stark ab, dass die volkswirtschaftlich erwirtschafteten Werte nicht ausreichten, das gewünschte Lebenshaltungsniveau zu finanzieren. Blöde, das. Der Kapitalismus in seiner reinsten Form dagegen ist ein rein deskriptives System: Es beschreibt lediglich das, was in der Natur des Raubtierkapitalimus passiert, es formuliert, was an Auswirkung A passiert, wenn an Schraube B gedreht wird.
Zwischen diesen beiden Extremwerten befinden wir uns in Europa, auch in Deutschland. Hierzulande gilt die soziale Marktwirtschaft, d.h., grundsätzlich gibt es eine kapitalistische auf den Markt ausgerichtete Wirtschaftsform, deren Raubtierauswüchse aber durch Gesetze und Transferleistungen soweit in einen Rahmen gedrückt werden sollen, dass die Exzesse eben nicht passieren.

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xcountzerox 27.04.2018, 14:51
21. Blödsinn

Diese ganze Debatte geht an der Realität vorbei. Wir diskutieren heute über mögliche Veränderungen dieses unsäglichen und ungerechten Systems HarztIV, die in ein paar Jahren eingeführt werden könnten. Dabei überholt uns alle die wirtschaftliche und technologische Entwicklung mit kilometerweiten Sprüngen. In 10-15 Jahren werden Massen an Arbeitsstellen automatisiert sein und diese Menschen werden keinen Ersatz finden, außer im Niedriglohnbereich. An einem bedingungslosen Grundeinkommen führt eben kein Weg vorbei, will man in den nächsten 10-20 Jahren Aufstände, Revolutionen und Kriege vermeiden. Daran sollten sich die Politiker heute schon machen und nicht dümmliche Reden schwingen.

Der erste Schritt aber wäre sofort die Sanktionen der Kosten der Unterkunft zu streichen, um nicht noch mehr Obdachlose zu produzieren. Das ist eine Schande in diesem reichen Land.

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trex#1 27.04.2018, 14:52
22.

Es, handelt sich um eine neue Variante von 1 € Jobs bzwl. ABM-Maßnahmen, die man nicht ohne Grund abgeschafft hat.

Warum also der Vorschlag? Der SPD hängt Hartz4 wie ein Klotz am Bein, ist mit verantwortlich dafür, dass die SPD von 40% unter Schröder auf nunmehr 18% in Meinungsumfragen geladet ist.
Man möchte das Wort aus dem politischen Sprachgebrauch streichen, vergessen machen. Aber so einfach ist das nicht

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vitalik 27.04.2018, 14:54
23.

Zitat von MadDoubleF
Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man drüber lachen. Aber das ist nun einmal der Kapitalismus. Eine Gesellschaftsform für die Reichen. Dummerweise die einzige, die aktuell "funktioniert". Und solange der Mensch sein Denken nicht ändert, wird sich daran auch nichts ändern. Und ja... dem letzten Satz stimme ich zu.
Die Menschen sollen ihr Denken ändern? Fällt Ihnen nicht auf, dass diese Forderung ein Aufruf zu einem faschistischen System ist. Eine Gleichschaltung aller Menschen, ohne Abweichler?

Sie stimmen dem letzten Satz zu? Interessant. Worin stimmen Sie denn genau zu? Verhalten sich die Tieren, Insekten oder andere Bewohner unseren Planten anders? Sind es dann alles genetische Unfälle?

Der Kommentar auf den Sie antworten strotzt nur so vor Unwissenheit. Eine Projektion des eigenen gescheiterten Lebens.
Ich nehme nicht an, dass Sie diesen Worten ebenfalls zustimmen: "weder Forschung, noch Bildung oder Bekämpfung von Armut und Hunger wirkungsvoll angegangen werden."

Die Forschungsergebnisse der letzten 100 Jahre sind gigantisch, der Bildungsstand ist enorm. Die Armut oder Hunger sind zum großen Teil regionale Probleme. Unbestreitbar könnte noch viel mehr in diese Bereiche investiert werden, aber das jetzt so darzustellen als passiere da nichts, ist einfach nur ein Witz.

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trex#1 27.04.2018, 14:59
24.

Zitat von MapleLeaf
Wann kapiert auch mal der Dümmste, dass unser bisheriges Beschäftigungssystem nach dem Prinzip "Arbeit für alle" schon lange nicht mehr funktioniert?! Die Moderen Rationalisierung sorgt dafür, dass es einfach nicht mehr genug Arbeit gibt, um eine ganze Gesellschaft und gleichermaßen die Weltbevölkerung mit Arbeit so zu versorgen, dass jeder arbeitsfähige Erwachsene in Lohn und Brot steht.
Und warum behaupten dann Regierung, Wirtschaftsverbände und sogenannte Experten, dass wir jährlich hunderttausende Arbeitskräfte aus dem Ausland brauchen, weil es keine ausreichenden Arbeitskräfte mehr gibt?

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Oberleerer 27.04.2018, 15:04
25.

Zitat von stoffi
Viele Menschen haben mehrere Jobs, um über die Runden zu kommen. Sollen nun die, die nie gearbeitet haben gleich gestellt werden? so ist es jetzt schon bei den Rentnern. Viele haben 40 Jahre und mehr gearbeitet und bekommen nicht mehr Rente, als einer, der nie gearbeitet hat und nun Grundsicherung erhält.
Eine Grundsicherung sollte in meinen Augen nur das Überleben sichern und auch nur wenig Bargeld enthalten. Miete, limitierte Mengen an Strom, Heizung, Wasser werden direkt vergütet.

Für einen Staatsbürger sollte es aber ein BGE geben, was deutlich über der Grundsicherung liegt. Mit einem BGE kommt man nie in die Verlegenheit, Grundsicherung zu benötigen.

Eine Rente sollte on top sein. Bei H4 wird diese verrechnet, bei einem garantierten BGE wäre das nicht möglich.
Für ein BGE müssen Steuern erhöht werden. Dies ist aber zu großen Teilen eine Umverteilung. Ich zahle also 1.200 Euro mehr Steuer, bekomme aber BGE für 1.200 obenauf.

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dedroog 27.04.2018, 15:12
26. ..einfach die Sanktionierungen wegfallen lassen...

..und schon haben wir bedingungsloses Grundeinkommen! Aber was machen wir dann mit den Massen an Beamten und Angestellten..und die riesige Fortbildungsindustrie hinter den sinnlosen Maßnahmen?
..da arbeitet die Lobby! Wie sinnvoll etwa ist es, dass ein Hartz4-Empfänger kein 4-semstriges Uni-Aufbaustudium machen kann - da es vom Amt verboten ist...stattdessen bleibt man ewig Hartz4-Empfänger, da -ohne Finanzierungsmöglichkeiten ab einem Alter von 35 Jahren - ein Studium unmöglich ist ?
Unmengen von Geld und ZUkunftschancen werden mit dem Hartz4-System verschleudert!

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gronek 27.04.2018, 15:13
27. @ #4 maple leaf

ziemlich einverstanden, ich verzweifele auch fast an dieser Spezies, allerdings ist sie kein Unfall...nur noch nicht fertig. Im nächsten Evolutionsschritt wird man diese Probleme überwinden und unsere Nachfahren werden über uns schmunzeln, wie über Primaten :)

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joG 27.04.2018, 15:15
28. @stofi

Das bedingungslose Grundeinkommen gäbe es in vielen Ausformungen. Dass sie funktionieren können haben groß angelegte Feldexperimente in den USA in den 1960/70ern gezeigt. Augenblicks werden auch in Europa Experimente durchgeführt. Zwei Dinge: 1) es rechnet sich eher nur, wenn man alle Transferzahlungsbürokratien eliminiert und 2) Negative Steuern ersetzen in einer postindustriellen Welt die Notwendigkeit nicht das Problem der Eigentumsverteilung (nicht zu verwechseln mit Eigentumsallokation) zu lösen.

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nachfrager2015 27.04.2018, 15:23
29. und weiterhin

Zitat von ProDe
einfach die Sanktionen im Hartz4 abschaffen und Harzt4 zu dem machen was es sein soll - ein Lebensminimum. Dazu gut bezahlte Jobs damit es auch einen Anreiz gibt zu arbeiten. Wenn harte Arbeit mit dem Lebensminimum entlohnt wird, ist das das Ende einer solidarischen Gesellschaft.... So wie die Diskussion derzeit geführt wird, ist das bedingungslose Grundeinkommen weder sozial noch gerecht. Es ist ein Leistungskürzungsprogramm und trifft erneut die Armen in Deutschland.
Jeden erabeitete´n Euro bis zu einer höheren Summe beim Hartz4ler lassen.....das ändert etwas aber nichts grundlegendes.

Bedingungsloses Einkommen, bedeutet auch, das die Arbeitgeber nicht mehr unendlich den Lohn drücken können, denn dann schaffen, auf Grundlage des bedingungslosen Grundeinkommen, die Leute schneller den Absprung und dem Arbeitgeber geht sein Modell den Bach runter.

Allerdings sehe ich das größere Problem in den flankierenden Bedingungen, zum Beispiel: Strom, Gas und Wasser müssen in kommunale Hand um der Preistreiberei einen Riegel vorzuschieben und das wichtigste wäre ein sozialer Wohnungsbau um diese Menschen zu schützen vor Gentrifizierung und Mietwucher.

Und da dazu der Staat nicht gewillt und in der Lage ist, muss wohl eher die Gesellschaftsordnung vorher verändert werden.

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