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Mythen der Arbeit: Roboter machen uns arbeitslos - stimmt's?
DPA

Je schlauer und vernetzter Maschinen werden, desto mehr Arbeitsplätze fallen weg. Klingt logisch, stimmt aber nicht, meint Arbeitsforscher Joachim Möller. Das Gegenteil ist der Fall.

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supergrobi123 06.08.2015, 10:01
100. Oh nein!

Bald ist es soweit! Neue Technologien drängen auf den Markt. Und wir werden alle arbeitslos! Zusammen mit den Wagnern, Hufschmieden und Reepern sitzen wir dann im Arbeitsamt! Wie schon die Erfindung des Fließbandes und des Roboters, die ja zu schlimmer Armut und menschenverachtenden Lebensbedingungen führten, wird auch die nächste Entwicklung nur Nachteile haben. Mein Entschluss steht fest: Ich wandere aus! In eines dieser paradiesischen Länder in Afrika, in denen noch der Handpflug zum Einsatz kommt und alle glücklich und reich sind!

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robien 06.08.2015, 10:05
101. Ja, man könnte die Industrie 4.0 positiv sehen ...

... wenn die Sozialgesetzgebung ebenfalls auf 4.0 updatet.

In unserer vernetzten Welt ist niemand mehr seines eigenen Glückes Schmied. "Wollen" und "Können" schützt niemanden vor sozialen Abstieg. Auf der anderen Seite bedarf es auch Glück und Kontakte, am besten jedoch Geld, viel Geld für einen Platz an der Sonne. Und dann ist da noch die hemmungslose Arbeitswelt, die den Einzelnen gnadenlos knechtet und ausbeutet, umso mehr je weniger einer zu bieten hat.

Schluss damit!

Zu fordern ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), welches jeden Einzeln in seiner Autonomie stärkt und unabhängiger von manchmal doch recht menschenverachtenden Arbeitgebern macht. Dies führt zu mehr Gleichberechtigung auf allen gesellschaftlichen Ebenen und damit zu einer Stärkung des dringend benötigten Bürgertums.

Ja, dann, dann wäre die Industrie 4.0 ein Segen für alle und niemand bräuchte Angst davor zu haben

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MatthiasPetersbach 06.08.2015, 10:15
102.

Ähhh…..

Wenn es jetzt trotz Automation MEHR zu arbeiten gibt - warum dann Automation? Wo ist da der Fortschritt? Das ist doch dann ein Rückschritt?

Der Fehler steckt sowieso nicht -nur- in der Automation und Technik, sondern wie wir uns derer bedienen. Nämlich um die Drehzahl zu erhöhen.

Früher war ein Tag in der Woche weg - komplett - für Wäsche waschen. Heute gibts Waschmaschinen - und was machen wir? Wir haben nicht den halben Tag frei, sondern wir waschen und trocknern jeden Tag. Weil wir mittlerweile jeden Tag mit frischen Klamotten aus dem Haus gehen.

Zeitgewinn gleich null.

Immer das Gleiche - der Effekt der Erleichterung wird aufgefressen von der Mehranwendung und den unsinnigerweise gestiegenen (Selbst)anforderungen.

Gemessen am Lebensstandard der 80er bräuchten wir eigentlich nur noch ein paar Stunden am Tag arbeiten - und damals hat uns jetzt auch nix gefehlt.

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MatthiasPetersbach 06.08.2015, 10:21
103.

Zitat von dliblegeips
Heute schmeisst man die Wäsche und Waschmittel in die Waschmaschine und drück auf eine Knopf. Wartet ein bisschen und muss die Wäsche noch aufhängen und zusammenfalten…….
Und für den Kauf der Maschine, die Reparaturen und den Verbrauch muß ich WIE lange arbeiten?

Und wie OFT machen wir das mit der Wäsche? Weils leicht geht und -angeblich- nix kostet, wird mittlerweile fast jeden Tag gewaschen. Die nächste Generation wird nicht mehr mit dem ungewaschenen Shirt von gestern vor die Tür gehen - und die übernächste nicht mehr mit dem Shirt von morgens am Mittag rumsitzen.

Wohlgemerkt - ich halte ne Waschmaschine für eine der sinnreichsten Erfindungen - allein schon wegen der körperlichen Erleichterung.

Aber wir benutzen die Segnungen der Technik nicht zum Zeitsparen.

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Prokrastes 06.08.2015, 10:25
104. Natürlich vernichtet Automatisierung Arbeitsplätze

Früher gab es im ÖPNV Menschen, die Fahrkarten verkauft haben. Früher gab es auf jedem U-Bahn-Hof Menschen, deren Job das "Abfertigen" von Zügen war, und die zwischendrin aufgepasst haben, daß nichts schiefläuft.

Heute gibt es nur noch Fahrkartenautomaten und Überwachungskameras und Notrufsäulen.

Zwar gibt es jetzt neue Jobs, das Warten der Fahrkartenautomaten, das Angucken der Monitore der Überwachungskameras (falls das überhaupt noch stattfindet, und nicht einfach nur noch aufgezeichnet wird) und das Herumsitzen in einer Notruf"zentrale".

Dafür ist nur noch ein Bruchteil der früher beschäftigten Leute erforderlich.

Im Supermarkt wird damit begonnen, Selbstbedienungskassen einzuführen. Daneben steht jemand, der Aufsicht hält und bei Bedienungsproblemen eingreift. Das ist ein Mensch für vier bis acht Kassen.

Billigbäckerketten haben Selbstbedienungsregale eingeführt, da sitzt nur noch ein Mensch an der Kasse.

Die Post hat Paketautomaten und Briefmarkenautomaten eingeführt.

Und an vielen anderen Stellen ist das Bedienen von Automaten zur Selbstverständlichkeit geworden -- zum Geldabheben war ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr in einer Bankfiliale.

Natürlich; die "eingesparten" Arbeitsplätze sind allesamt nicht anspruchsvoll, aber sie haben Menschen ernährt.

Wovon sollen die jetzt leben? Die, die keine anspruchsvollere Arbeit ausführen können, die, bei denen Weiterbildung, Schulung etc. nicht funktioniert?

Es ist ja nicht so, daß der Gesellschaft durch die Einführung der Automaten urplötzlich viel mehr Geld zur Verfügung stehen würde; ganz im Gegenteil, das Geld wird immer knapper. Konnte früher ein Facharbeiter eine vierköpfige Familie durchfüttern und nebenbei ein Häuschen bauen, bekommt der Facharbeiter heute Probleme, die Miete für eine kleine Wohnung zu bezahlen.

Hielt früher der Staat die Infrastruktur in Schuss (Bau/Erhalt von Straßen, Schulen, Wasserleitungen etc.), bricht heute alles zusammen.

Und das, obwohl es uns dank Automatisierung angeblich so irrsinnig viel besser geht?

Besser gehen tut es den Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen, die mittlerweile Geld in irrwitzig perversen Mengen einsacken, währenddem die, die das Geld erarbeiten, immer weniger davon haben.

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olicrom 06.08.2015, 10:26
105. Wozu Geschichte?

Zitat von supergrobi123
Bald ist es soweit! Neue Technologien drängen auf den Markt. Und wir werden alle arbeitslos! Zusammen mit den Wagnern, Hufschmieden und Reepern sitzen wir dann im Arbeitsamt! Wie schon die Erfindung des Fließbandes und des Roboters, die ja zu schlimmer Armut und menschenverachtenden Lebensbedingungen führten, wird auch die nächste Entwicklung nur Nachteile haben. Mein Entschluss steht fest: Ich wandere aus! In eines dieser paradiesischen Länder in Afrika, in denen noch der Handpflug zum Einsatz kommt und alle glücklich und reich sind!
Ab und zu wäre Nachlesen in einem Geschichtsbuch ganz hilfreich. Die Folgen der industriellen Revolution (= neue Technologien) sind ihnen offensichtlich nicht ganz geläufig. Sie haben zunächst zu extremsten Formen der Ausbeutung und in der Folge zu Aufständen, Polarisierung von Gesellschaften , zu Erschütterungen und jeder Menge Toten geführt. Sowas unterdrücken Leute wie Sie natürlich gerne. So lange, bis es eben wieder knallt.
Damit aber auch Sie das verstehen:Neue Technologien hatten historisch gesehen nur dann keine derartig katastrophalen Folgen, wenn es regulative Eingriffe der Gesellschaft gab, die das verhinderten. Aber das wird Ihnen auch wieder nicht passen. Daher würde ich sagen: Sie gehen am Besten tatsächlich nach Afrika, da glaubt man Ihnen sowas vielleicht noch.

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ClausWunderlich 06.08.2015, 10:28
106.

Zitat von ullibulli09
Demnach müssten die Autos ja deutlich günstiger geworden sein, weil sie jetzt von Robotern zusammengesetzt werden. Der Herr von der Bundesagentur hat leider keine Ahnung.
Und da wo durch Maschinen die preise niedrig sind wird gejammert das das doch nicht Richtig sein kann. Ein gutes Beispiel ist die Lebenmittelindustrie wo durch Automatisierung/Maschinen/Robotor die Herstellungskosten massiv gesenkt wurden.

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der_neue_Student 06.08.2015, 10:34
107. Natürlich nehmen uns Roboter die Arbeit weg!

Das ist auch gut so!

Was nicht gut ist, dass keiner über die Konsequenzen nachdenkt.

Wie brauchen die Menschen nicht zum Arbeiten, sondern nur noch zu konsumieren!


Das Paradies ist nah.

Herr Möller machen sie Ihren Laden dicht. Kostet nur unser Geld.

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MatthiasPetersbach 06.08.2015, 10:45
108.

Zitat von Prokrastes
Natürlich; die "eingesparten" Arbeitsplätze sind allesamt nicht anspruchsvoll, aber sie haben Menschen ernährt. Wovon sollen die jetzt leben? Die, die keine anspruchsvollere Arbeit ausführen können, die, bei denen Weiterbildung, Schulung etc. nicht funktioniert?
DAS ist das Problem. Früher gabs bei jeder Baufirma so einen, der Löcher grub, Bier holte, irgendwas aufräumte….der ist jetzt arbeitslos und bezieht Hartz4 - was der Hochqualifizierte in Form von Lohnnebenkosten usw. mit aufbringen muß. Das ist unterm Strich ne Negativbilanz.

Es gibt schlicht keine anspruchslosen Arbeiten mehr - DAS ist der Effekt der Automatisierung. Aber viele anspruchslose Arbeiten sind erstrebenswerter als wenige anspruchsvolle. Zumindest für die Verteilung der Kohle auf die Leute. Und nen anderen Grund und Zweck hat Arbeit und das Herstellen von Gedöns ja nicht.

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ftester 06.08.2015, 11:10
109. Aus meiner

Perspektive ist Automatisierung ideal, ich lebe von diesen Systemen:-). Das eigentliche Problem ist doch nicht der Wegfall von Arbeitsplätzen in der Produktion/am Band(diese werden z.T. durch geschulte Mitarbeiter zur Instandhaltung der automatisierten Systeme, welche ziemlich anfällig sind, kompensiert) sondern die völlig überzogegenen Lohnnebenkosten in D, einfache Dienstleistungs-Jobs sind nicht finanzierbar weil "Vater Staat" die Hand aufhält ohne seine Pflichten(z.B. Instandhaltung der Infrastruktur) zu erfüllen. Ich würde gern das Haus putzen lassen, ein Tankwart ist nett, das Brot beim richtigen Bäcker kaufen statt warmgemachter Teiglinge im Supermarkt, Arbeit wär genug da wenn der Staat sich zurücknehmen würde. Und nein, ein Bürgergeld lehne ich dabei ab, Essen gibts in meiner Lebenswelt nur für Eigenverantwortung:-).

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