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Mythen der Arbeit: Roboter machen uns arbeitslos - stimmt's?
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Je schlauer und vernetzter Maschinen werden, desto mehr Arbeitsplätze fallen weg. Klingt logisch, stimmt aber nicht, meint Arbeitsforscher Joachim Möller. Das Gegenteil ist der Fall.

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abby_thur 10.08.2015, 10:25
160. Zuverlässigkeit

Zitat von Wofgang
Wie sagt schon Volker Pispers, der Unterschied von Jeder und Alle erschließt sich nur wenigen. ;-)
So sehr ich Volker Pispers auch mag, er vereinfacht manche Dinge zu sehr.
Nicht jeder kann ein Gewerbe anmelden- aber die meisten.
Das Beispiel mit alle und Jeder bezog sich meiner Erinnerung nach aufs Lottospielen und Reich werden.

Im Bereich "Gewerbe anmelden" gibt es -glücklicherweise- noch Hürden die genommen werden müssen. Beispielsweise wird die Zuverlässigkeit fürs Ausüben einer Tätigkeit geprüft.

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claterio 10.08.2015, 11:23
161.

Zitat von abby_thur
Finanziell gesehen lässt es sich leicht ausmachen: Verdiene ich mit einer Vollzeitstelle weniger als wenn ich nicht arbeite, dann ist es zu wenig.
Das hat doch nichts mit der Produktivität zu tun, sondern mit den Lebenshaltungskosten und ist für das Thema völlig irrelevant.

Für jemanden, der im Job nichts leistet, ist selbst ein Euro noch zu viel und vom Chef mehr als fair. Für jemanden, der jahrelang studiert hat und seinem Arbeitgeber einen Mehrwert von Millionen im Jahr einbringt, wären hingegen auch 100.000 Euro im Jahr ein sehr niedriger Lohn und er wäre möglicherweise in der Selbständigkeit besser aufgehoben.

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supergrobi123 10.08.2015, 12:08
162.

Zitat von olicrom
Ab und zu wäre Nachlesen in einem Geschichtsbuch ganz hilfreich. Die Folgen der industriellen Revolution (= neue Technologien) sind ihnen offensichtlich nicht ganz geläufig. Sie haben zunächst zu extremsten Formen der Ausbeutung und in der Folge zu Aufständen, Polarisierung von Gesellschaften , zu Erschütterungen und jeder Menge Toten geführt. Sowas unterdrücken Leute wie Sie natürlich gerne. So lange, bis es eben wieder knallt. Damit aber auch Sie das verstehen:Neue Technologien hatten historisch gesehen nur dann keine derartig katastrophalen Folgen, wenn es regulative Eingriffe der Gesellschaft gab, die das verhinderten. Aber das wird Ihnen auch wieder nicht passen. Daher würde ich sagen: Sie gehen am Besten tatsächlich nach Afrika, da glaubt man Ihnen sowas vielleicht noch.
Sie haben recht!
Was waren das doch für glorreiche Zeiten, damals, vor der Industrialisierung. Als man als Leibeigener noch Frondienste ableisten durfte und die Entjungferung der Gemahlin noch dem Landvogt vorbehalten war!
Oder als in anderen Teilen der Welt Menschen einfach eingefangen und als Sklaven gehalten wurden.
Steht in Ihren Geschichtsbüchern nicht drin?
Oh. Das tut mir leid.
Dann bleiben Sie mal in ihrer Fantasiewelt, in der die Ausbeutung anderer Menschen ihre Ursache im technologischen Fortschritt hat...

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Wofgang 10.08.2015, 15:49
163.

Zitat von abby_thur
... Im Bereich "Gewerbe anmelden" gibt es -glücklicherweise- noch Hürden die genommen werden müssen. Beispielsweise wird die Zuverlässigkeit fürs Ausüben einer Tätigkeit geprüft.
Davon habe ich bisher noch nichts gehört. Ich habe noch den Gewerbeschein in der Gemeinde geholt und das war's. Dass man für manche Tätigkeiten noch ein Gesundheitszeugnis oder Ähnliches braucht, kommt noch dazu, aber Zuverlässigkeitsbescheinigung, grundsätzlich, das wär mir neu.

Das "glücklicherweise" kann ich nicht unterschreiben. Wir haben in Deutschland viel zu viele Beschränkungen und Prüfungen, das ist nicht gut für eine leistungsfähige Wirtschaft.

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abby_thur 10.08.2015, 16:18
164.

Zitat von Wofgang
Davon habe ich bisher noch nichts gehört. Ich habe noch den Gewerbeschein in der Gemeinde geholt und das war's. Dass man für manche Tätigkeiten noch ein Gesundheitszeugnis oder Ähnliches braucht, kommt noch dazu, aber Zuverlässigkeitsbescheinigung, grundsätzlich, das wär mir neu. Das "glücklicherweise" kann ich nicht unterschreiben. Wir haben in Deutschland viel zu viele Beschränkungen und Prüfungen, das ist nicht gut für eine leistungsfähige Wirtschaft.
Dann haben Sie keine Vorstrafen, nehme ich an. Wie löblich.

Fragen Sie mal bei Ihrer Berufsgenossenschaft nach, die können Ihnen (kostenlos) eine ausstellen.
Diese Prüfungen sind ganz gut. Vor allem,wenn einer eine Kneipe nach der anderen an die Wand fährt (als Beispiel). Dem kann die BG die Zuverlässigkeit absprechen.

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abby_thur 10.08.2015, 16:22
165. @Wofgang

Auf Ihrer Gewerbeanmeldung unten steht zudem, dass die Anzeige eines Gewerbebetriebes nicht unbedingt zur Ausübung dieses Gewerbes berechtigt.

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claterio 10.08.2015, 17:56
166.

Zitat von abby_thur
Dann haben Sie keine Vorstrafen, nehme ich an. Wie löblich. Fragen Sie mal bei Ihrer Berufsgenossenschaft nach, die können Ihnen (kostenlos) eine ausstellen. Diese Prüfungen sind ganz gut. Vor allem,wenn einer eine Kneipe nach der anderen an die Wand fährt (als Beispiel). Dem kann die BG die Zuverlässigkeit absprechen.
Wenn jemand aufgrund eigener Unzuverlässigkeit kein Gewerbe in seinem Beruf anmelden kann, ist doch der Wert seines Arbeitgebers klar nachgewiesen. Denn der bringt die erforderliche Zuverlässigkeit mit und ohne diese kann der Arbeitnehmer kein Geld verdienen.

Den Weg in die eigene Selbständigkeit hat er sich ja selbst verbaut.

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abby_thur 11.08.2015, 06:03
167. Kommentar

Zitat von claterio
Wenn jemand aufgrund eigener Unzuverlässigkeit kein Gewerbe in seinem Beruf anmelden kann, ist doch der Wert seines Arbeitgebers klar nachgewiesen. Denn der bringt die erforderliche Zuverlässigkeit mit und ohne diese kann der Arbeitnehmer kein Geld verdienen. Den Weg in die eigene Selbständigkeit hat er sich ja selbst verbaut.
Mag sein - das ändert nichts an meiner Aussage.

Es kann sich also nicht jeder selbständig machen.

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claterio 11.08.2015, 12:57
168.

Zitat von abby_thur
Mag sein - das ändert nichts an meiner Aussage. Es kann sich also nicht jeder selbständig machen.
Natürlich kann jeder - gegebenfalls in einem anderen Beruf.

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philos0ph 13.08.2015, 00:28
169. Artikel

Sorry, aber dieser Artikel ist nur eine Meinung und besteht nur aus Behauptungen. Von einem Ökonomen hätte man mehr erwarten können. Wie bereits auf S. 1 geposted, sehen Andere diese Entwicklung recht kritisch und können es auch noch mit Zahlen untermauern - ergo: Die empirischen Befunde deuten auf eine andere Richtung hin. Das liegt schon allein in der Logik der Betriebswirtschaft, die sicherlich nicht dafür sorgen wird, dass wir in Zukunft alle nur noch kreativ sein müssen.

Ein gutes Beispiel: Aktuell wird der Beruf des Webentwicklers bereits durch Webbaukästen torpediert, die viel besser funktionieren, als noch vor wenigen Jahren. Als nächstes wird zusammen-klick Software kommen und folgend der selbstschreibende Algorithmus, wo der Kunde nur noch seine Bedürfnisse beschreiben muss. Das ist aber nur ein Beispiel, wie selbst komplexere Tätigkeiten abgebaut werden können.

Generell wird es denke ich so sein, dass in Zukunft nur noch Manager und ein paar Administratoren im Unternehmen arbeiten müssen - so wie allgemein Maschinenwarter.

Abgesehen von der Geschichte mit der Arbeitslosigkeit, gibt es ja auch noch eine andere Perspektive, deren Ergüsse wir heute schon durch Zeitarbeit mitbekommen: Man wird immer weniger verdienen, wenn Aufgaben simplifiziert werden.

Das ganze kann auch eine schöne Entwicklung sein: z. B. durch das Grundeinkommen und die Sicherung kreativer Berufe - wobei Individualanfertigung immer einen gewissen Kundenstamm erhalten werden.

Eine weitere Sache noch: Das Beispiel von einem Unternehmen, was dank günstiger Produkte durch günstigere Produktion mehr einstellen kann, ist auch fraglich. Schließlich ist es letztlich so, dass man a) nicht weiß, ob früher nicht in Gänze mehr Personen eingestellt worden wären oder b) nicht andere Unternehmen verdrängt werden und ihre Mitarbeiter wegrationalisieren müssen.

Auch wenn gerne über die Vollbeschäftigung geredet wird, es gibt auch einige Schattenseiten an ihr - manipulierte / fehlinterpretierte Arbeitslosenstatistiken und bis etwa 2010 eine steigende Anzahl prekärer Beschäftigung.

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